Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Prisca
Zwei \"beschädigte\" Leben - ein großer Erfolg!
Pro:
einige schön umgesetzte Szenen - gute Schauspieler
Kontra:
teilweise zu langgezogen, teilweise zu schnelllebig - ein bißchen zu kitschig
Empfehlung:
Ja
Heute werde ich euch mal wieder mit einem Bericht beehren - es geht um eine DVD die ich neulich gekauft habe.
** SEABISCUIT - Mit dem Willen zum Erfolg **
Neugierig bin ich auf den Film durch die Oscarnacht geworden, war er doch für den einen oder anderen Oscar nominiert. Das er dann kaum eine Chance hatte gegen den übermächtigen Sieger \"Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs\" das spricht nicht unbedingt gegen diesen Film, denn dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen Filmen, die dieses Jahr nominiert waren! Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen, lieber möchte ich euch diesen Film jetzt vorstellen. Anfangen tue ich wie immer mit dem
** INHALT **
Amerika im Jahr 1937. Das Land wird von der Weltwirtschaftskrise gebeutelt - das ganze Leben scheint aus den Fugen gehoben. Selbst Menschen, die vorher nur Reichtum kannten, finden sich plötzlich in der Armut wieder. Nur eines ist den Menschen geblieben: ihre Träume.
In dieser Zeit finden drei völlig verschiedene Menschen zueinander. Da ist Johnny Pollard, genannt Red. Aufgewachsen in guten Verhältnissen ist er jetzt gezwungen sich allein durchs Leben zu schlagen. Seine Eltern können für seinen Unterhalt nicht mehr sorgen, so verdingt er sich als Pferdepfleger. Am liebsten würde er selbst reiten - ein bekannter Jockey möchte er sein, doch er ist zu groß, zu schwer ... Er verbittert ein wenig am Leben, schlägt sich mit illegalen Boxkämpfen durch, wovon ihn einer auf einem Auge fast blind werden lässt ...
Dann ist da Charles Howard - aus kleinen Verhältnissen kommend hat er sich emporgearbeitet - fast alles hat er im Leben erreicht: er hat ein gutgehendes Automobilgeschäft - er hat ein schönes Haus - eine hübsche Frau - einen netten Sohn. Doch dann verunglückt sein Sohn, als er eines Tages seinen Lastwagen zu einer Spitztour entwendet ... nicht nur Charles Ehe zerbricht daran, auch er selbst verliert im Leben beinahe jeden Halt.
Zum dritten ist da noch Tom Smith - ein Außenseiter der Gesellschaft. Zu alt, um noch einen Job zu bekommen - zu alt, um sich im Leben noch einmal seinen Platz zu erkämpfen. So zieht er sich in die Wildnis zurück und er hilft denen, die zu schwach sind, sich selbst zu helfen: kranken, verkrüppelten Pferden. Denn: \"Man wirft doch nicht ein ganzes Leben weg, nur weil es ein klein wenig beschädigt ist ...\"
Drei unterschiedliche Menschen, die eines Tages durch Zufall zusammengeführt werden. Als Charles Howard auf einer heruntergekommenen Rennbahn ein Pferd entdeckt: ein kleines Pferd mit krummen Beinen, das niemand will. Das jahrelang misshandelt wurde und das zu verstört ist, um zu Menschen noch Vertrauen zu entwickeln.
Nur Tom Smith erkennt das Potential, das hinter der Fassende steckt. Er überredet Charles Howard, Seabiscuit (so heißt dieses Pferd) zu kaufen und ihm eine Chance zu geben. Und noch einmal schlägt der Zufall zu, als er \"Red\" Pollard den Weg von Charles und Seabiscuit kreuzen lässt.
Tim Smith spürt instinktiv, wie ähnlich sich das Pferd und der Junge sind - sie haben ein ähnliches Schicksal hinter sich, sie müssen beide ums Überleben kämpfen. Beide sind sie wild und verbittert, auf der Suche nach Anerkennung - nach einem Menschen, der ihren eine Chance gibt....
Tcha, mehr möchte ich über den Inhalt hier gar nicht verraten. Kommen wir lieber zu den
** GEDANKEN UND GEFÜHLEN **
die ich beim Ansehen dieses Films hatte.
Ihr werdet vielleicht beim Durchlesen der Inhaltsangabe gedacht haben: meine Güte, das hört sich aber kitschig an - so eine richtige Herz-Schmerz-Geschichte. Dasselbe Gefühl hatte ich beim Ansehen dieses Films auch einige Male - aber nichts desto trotz: es handelt sich hier um eine wahre Geschichte! Wie weit dem Schicksal hier ein bisschen nachgeholfen wurde, um den Film interessanter zu machen, das kann ich euch nicht verraten - Tatsache ist jedenfalls, das es das Pferd Seabiscuit tatsächlich gegeben hat - das es sich von einem kleinen, unscheinbaren Außenseiter zu einem großen Rennpferd entwickelt hat ... und das es zu der damaligen Zeit in Amerika tatsächlich die Massen auf die Beine gebracht hat, weil es den Menschen Mut gemacht hat, nicht aufzugeben sondern zu kämpfen, auch wenn eine Sache aussichtslos erscheint. Ich muss zugeben, das liest sich wirklich sehr kitschig - aber so kitschig kann eben das Leben tatsächlich manchmal sein!
Wie mir der Film sonst gefallen hat? Tcha, es fällt mir gar nicht so leicht, hierauf eine Antwort zu finden. Er hat nicht die Erwartungen erfüllt, die die Ausschnitte in mit geweckt hatten, die ich im Vorfeld von diesem Film gesehen habe. Ich hatte mir eine spannende Geschichte um ein Pferd erhofft, die sogar noch auf der Realität beruht. Spannend ist der Film aber eigentlich nicht.
Im Gegenteil: der Anfang kommt ein bisschen seltsam rüber - von Pferden keine Spur - statt dessen geht es um die Menschen in Amerika, um ihr Leben, um den Aufstieg durch die entstehende Technik ... und um den krassen Absturz, als es 1937 dann zur Weltwirtschaftskrise kommt. Dieser Teil des Films ist recht lang gezogen und er plätschert irgendwie vor sich hin. Ich habe die ganze Zeit davor gesessen und mich gefragt, was um Himmels Willen das alles denn nun mit der Geschichte um Seabiscuit zu tun hat.
Eigentlich hat es das wohl auch nur am Rande, es zeigt einfach, wie tief die Menschen damals gefallen waren, wie sie um ihr Überleben kämpfen mussten - und dann kommt so ein kleines, unscheinbares Pferd daher und es zeigt ihnen, was Kämpfen bedeutet. Ich denke, um das klar zu machen musste diese Vorgeschichte sein - ich frage mich nur, ob man sie wirklich so breit treten musste. Mich persönlich haben diese gut 30 bis 40 Minuten eher gelangweilt und wenn ich etwas besseres zu tun gehabt hätte, dann hätte ich den Film vielleicht sogar ausgeschaltet, ohne überhaupt etwas von Seabiscuit und seiner Geschichte zu erfahren.
Ein wenig interessanter wird der Film dann, als Seabiscuit in den Film eingreift. Hier gibt es durchaus ein paar sehr schöne Szenen - auch wenn sie vielleicht manchmal ein wenig kitschig und unrealistisch rüberkommen.
Der Film läuft weiter, nun geht es um die Geschichte Seabiscuits - wirklich gefesselt hat mich auch dieser Teil nicht, wenn er mich auch etwas mehr angesprochen hat. War mir die Geschichte am Anfang etwas zu langgezogen so geht mir jetzt alles beinahe etwas zu schnell. Die Personen bleiben alle ein bisschen oberflächlich (was nicht heißt, das sie schlecht gespielt sind!) - Seabiscuits steigt blitzschnell von einem Nichts auf zu einem echten Rennpferd, das selbst ein Duell mit dem größten Rennpferd Amerikas wagt.
Und nicht, das ihr denkt, die gGschichte, ist jetzt zu Ende - es geschehen nämlich zwei Unglücke auf einmal - und beides zusammen erscheint so unwahrscheinlich, das ich beinahe daran zweifele, das diese Geschichte sich SO tatsächlich abgespielt werden soll. Red Pollard verunglückt schwer und bekommt die Diagnose zu hören: Du wirst nie wieder reiten! Und Seabiscuits verletzt sich schwer und bekommt die Diagnose: \"Du wirst nie wieder ein Rennen bestreiten!\" ... Da stehen sie nun, beide humpelnd, beide geschlagen ... wie gesagt, wenn es sich in der Realität tatsächlich ähnlich abgespielt hat, dann hat der Film es zumindest zu kräftig auf die Tränendrüse drückend umgesetzt. Mir persönlich einfach zuviel Kitsch (dabei mag ich Kitsch eigentlich **gg**) - wenn schon Realität, dann hätte man sie vielleicht doch etwas nüchterner umsetzen sollen! So verkommt der Film irgendwie zu einem \"Trivialfilm\".
Alles in allem kann ich zwar nicht behaupten, das ich mich während der gut zwei Stunden die dieser Film läuft zu Tode gelangweilt habe, aber vom Hocker gerissen hat mich dieser Film auch nicht. Er enthält durchaus ein paar sehr schöne Szenen und er besitzt Stellen, die sehr behutsam/gefühlvoll (NICHT kitschig!!!) umgesetzt sind. Aber im großen und ganzen hatte ich mir irgendwie doch mehr davon versprochen.
Ich möchte auf jeden Fall noch ein paar Worte über die
** SCHAUSPIELER **
verlieren
Eigentlich machen sie ihre Sache nicht schlecht!
Besonders gefallen hat mir Tobey Maguiere, der die Rolle des \"Red\" Pollard spielt. Er finde, er haucht diesem jungen Mann wirklich Leben ein - ein junger Mann, fast ein Kind noch, der sich allein durchs Leben kämpfen muss - der nur den Traum hat einmal ein großer Jockey zu werden und der dazu doch viel zu groß und zu schwer ist. Er verbittert ein bisschen, schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben (mit Boxkämpfen) - und dann bekommt er plötzlich eine Chance ...
Jeff Bridges als Charles Howard und Chris Cooper als Tom Smith stehen seinem Spiel eigentlich in nichts nach. Auch sie wirken in ihren Rollen durchaus überzeugend, jeder auf seine Art!
Nur, wie schon vorhin erwähnt, die Rollen sind insgesamt ein wenig zu oberflächlich. Das liegt nicht an den Schauspielern, die aus den Rollen herausholen, was rauszuholen geht - es liegt einfach am Drehbuch! Schade!
Zum Schluss noch ein paar
** FAKTEN **
zum Film.
gedreht wurde er 2003 in den USA, schon 2004 erschien er auf DVD.
Regie: Gary Ross
Lauflänge: 134 Minuten
FSK: 6 Jahre - eine FSK der ich zustimmen kann, dieser Film könnte beinahe ein Familienfilm sein - ich fürchte nur, das gerade jüngere Kinder nicht die Geduld aufbringen werden, den z.T. doch sehr langgezogenen Anfang durchzuhalten.
Die DVD: es gibt zwei Versionen davon, einmal die einfache DVD, die um die 10,-- Euro kostet und dann eine Doppel DVD mit vielen Extras für knapp 30,-- Euro. Ob sie das Geld wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die einfache DVD jedenfalls, die ich besitze, weist neben einem Audiokommentar von Gary Ross und Steven Soderbergh keinerlei Extras auf - also wirklich nur etwas für Filmfreunde. Die Doppel DVD bietet da einiges mehr, allerdings dürfte das auch nur interessant sein für die Leute, die sich noch näher mit der Geschichte Seabiscuits beschäftigen wollen.
** MEIN FAZIT **
Ein Film zum Einmalgucken! Ich fand die Grundgeschichte sehr interessant (zumal sie auf realen Ereignissen beruht) - die Umsetzung im Film hat mich dann aber streckenweise sehr enttäuscht. Der Anfang ist zu langgezogen - die Geschichte von Seabiscuits ein wenig zu gehetzt. Alles drückt mir ein bisschen zu sehr auf die Tränendrüse - selbst wenn es Realität war, hätte man das vielleicht ein bisschen nüchterner umsetzen können! Einige Szenen (gerade solche, die sich um Seabiscuit drehen) sind allerdings auch sehr schön umgesetzt, da macht das Ansehen dann auch Spaß und das hat mich dann doch ein wenig entschädigt!
Mein Tipp: einfach mal ausleihen - da kann man nicht soviel verkehrt machen!
@ Prisca - September 2004 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch noch für Dooyoo
** SEABISCUIT - Mit dem Willen zum Erfolg **
Neugierig bin ich auf den Film durch die Oscarnacht geworden, war er doch für den einen oder anderen Oscar nominiert. Das er dann kaum eine Chance hatte gegen den übermächtigen Sieger \"Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs\" das spricht nicht unbedingt gegen diesen Film, denn dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen Filmen, die dieses Jahr nominiert waren! Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen, lieber möchte ich euch diesen Film jetzt vorstellen. Anfangen tue ich wie immer mit dem
** INHALT **
Amerika im Jahr 1937. Das Land wird von der Weltwirtschaftskrise gebeutelt - das ganze Leben scheint aus den Fugen gehoben. Selbst Menschen, die vorher nur Reichtum kannten, finden sich plötzlich in der Armut wieder. Nur eines ist den Menschen geblieben: ihre Träume.
In dieser Zeit finden drei völlig verschiedene Menschen zueinander. Da ist Johnny Pollard, genannt Red. Aufgewachsen in guten Verhältnissen ist er jetzt gezwungen sich allein durchs Leben zu schlagen. Seine Eltern können für seinen Unterhalt nicht mehr sorgen, so verdingt er sich als Pferdepfleger. Am liebsten würde er selbst reiten - ein bekannter Jockey möchte er sein, doch er ist zu groß, zu schwer ... Er verbittert ein wenig am Leben, schlägt sich mit illegalen Boxkämpfen durch, wovon ihn einer auf einem Auge fast blind werden lässt ...
Dann ist da Charles Howard - aus kleinen Verhältnissen kommend hat er sich emporgearbeitet - fast alles hat er im Leben erreicht: er hat ein gutgehendes Automobilgeschäft - er hat ein schönes Haus - eine hübsche Frau - einen netten Sohn. Doch dann verunglückt sein Sohn, als er eines Tages seinen Lastwagen zu einer Spitztour entwendet ... nicht nur Charles Ehe zerbricht daran, auch er selbst verliert im Leben beinahe jeden Halt.
Zum dritten ist da noch Tom Smith - ein Außenseiter der Gesellschaft. Zu alt, um noch einen Job zu bekommen - zu alt, um sich im Leben noch einmal seinen Platz zu erkämpfen. So zieht er sich in die Wildnis zurück und er hilft denen, die zu schwach sind, sich selbst zu helfen: kranken, verkrüppelten Pferden. Denn: \"Man wirft doch nicht ein ganzes Leben weg, nur weil es ein klein wenig beschädigt ist ...\"
Drei unterschiedliche Menschen, die eines Tages durch Zufall zusammengeführt werden. Als Charles Howard auf einer heruntergekommenen Rennbahn ein Pferd entdeckt: ein kleines Pferd mit krummen Beinen, das niemand will. Das jahrelang misshandelt wurde und das zu verstört ist, um zu Menschen noch Vertrauen zu entwickeln.
Nur Tom Smith erkennt das Potential, das hinter der Fassende steckt. Er überredet Charles Howard, Seabiscuit (so heißt dieses Pferd) zu kaufen und ihm eine Chance zu geben. Und noch einmal schlägt der Zufall zu, als er \"Red\" Pollard den Weg von Charles und Seabiscuit kreuzen lässt.
Tim Smith spürt instinktiv, wie ähnlich sich das Pferd und der Junge sind - sie haben ein ähnliches Schicksal hinter sich, sie müssen beide ums Überleben kämpfen. Beide sind sie wild und verbittert, auf der Suche nach Anerkennung - nach einem Menschen, der ihren eine Chance gibt....
Tcha, mehr möchte ich über den Inhalt hier gar nicht verraten. Kommen wir lieber zu den
** GEDANKEN UND GEFÜHLEN **
die ich beim Ansehen dieses Films hatte.
Ihr werdet vielleicht beim Durchlesen der Inhaltsangabe gedacht haben: meine Güte, das hört sich aber kitschig an - so eine richtige Herz-Schmerz-Geschichte. Dasselbe Gefühl hatte ich beim Ansehen dieses Films auch einige Male - aber nichts desto trotz: es handelt sich hier um eine wahre Geschichte! Wie weit dem Schicksal hier ein bisschen nachgeholfen wurde, um den Film interessanter zu machen, das kann ich euch nicht verraten - Tatsache ist jedenfalls, das es das Pferd Seabiscuit tatsächlich gegeben hat - das es sich von einem kleinen, unscheinbaren Außenseiter zu einem großen Rennpferd entwickelt hat ... und das es zu der damaligen Zeit in Amerika tatsächlich die Massen auf die Beine gebracht hat, weil es den Menschen Mut gemacht hat, nicht aufzugeben sondern zu kämpfen, auch wenn eine Sache aussichtslos erscheint. Ich muss zugeben, das liest sich wirklich sehr kitschig - aber so kitschig kann eben das Leben tatsächlich manchmal sein!
Wie mir der Film sonst gefallen hat? Tcha, es fällt mir gar nicht so leicht, hierauf eine Antwort zu finden. Er hat nicht die Erwartungen erfüllt, die die Ausschnitte in mit geweckt hatten, die ich im Vorfeld von diesem Film gesehen habe. Ich hatte mir eine spannende Geschichte um ein Pferd erhofft, die sogar noch auf der Realität beruht. Spannend ist der Film aber eigentlich nicht.
Im Gegenteil: der Anfang kommt ein bisschen seltsam rüber - von Pferden keine Spur - statt dessen geht es um die Menschen in Amerika, um ihr Leben, um den Aufstieg durch die entstehende Technik ... und um den krassen Absturz, als es 1937 dann zur Weltwirtschaftskrise kommt. Dieser Teil des Films ist recht lang gezogen und er plätschert irgendwie vor sich hin. Ich habe die ganze Zeit davor gesessen und mich gefragt, was um Himmels Willen das alles denn nun mit der Geschichte um Seabiscuit zu tun hat.
Eigentlich hat es das wohl auch nur am Rande, es zeigt einfach, wie tief die Menschen damals gefallen waren, wie sie um ihr Überleben kämpfen mussten - und dann kommt so ein kleines, unscheinbares Pferd daher und es zeigt ihnen, was Kämpfen bedeutet. Ich denke, um das klar zu machen musste diese Vorgeschichte sein - ich frage mich nur, ob man sie wirklich so breit treten musste. Mich persönlich haben diese gut 30 bis 40 Minuten eher gelangweilt und wenn ich etwas besseres zu tun gehabt hätte, dann hätte ich den Film vielleicht sogar ausgeschaltet, ohne überhaupt etwas von Seabiscuit und seiner Geschichte zu erfahren.
Ein wenig interessanter wird der Film dann, als Seabiscuit in den Film eingreift. Hier gibt es durchaus ein paar sehr schöne Szenen - auch wenn sie vielleicht manchmal ein wenig kitschig und unrealistisch rüberkommen.
Der Film läuft weiter, nun geht es um die Geschichte Seabiscuits - wirklich gefesselt hat mich auch dieser Teil nicht, wenn er mich auch etwas mehr angesprochen hat. War mir die Geschichte am Anfang etwas zu langgezogen so geht mir jetzt alles beinahe etwas zu schnell. Die Personen bleiben alle ein bisschen oberflächlich (was nicht heißt, das sie schlecht gespielt sind!) - Seabiscuits steigt blitzschnell von einem Nichts auf zu einem echten Rennpferd, das selbst ein Duell mit dem größten Rennpferd Amerikas wagt.
Und nicht, das ihr denkt, die gGschichte, ist jetzt zu Ende - es geschehen nämlich zwei Unglücke auf einmal - und beides zusammen erscheint so unwahrscheinlich, das ich beinahe daran zweifele, das diese Geschichte sich SO tatsächlich abgespielt werden soll. Red Pollard verunglückt schwer und bekommt die Diagnose zu hören: Du wirst nie wieder reiten! Und Seabiscuits verletzt sich schwer und bekommt die Diagnose: \"Du wirst nie wieder ein Rennen bestreiten!\" ... Da stehen sie nun, beide humpelnd, beide geschlagen ... wie gesagt, wenn es sich in der Realität tatsächlich ähnlich abgespielt hat, dann hat der Film es zumindest zu kräftig auf die Tränendrüse drückend umgesetzt. Mir persönlich einfach zuviel Kitsch (dabei mag ich Kitsch eigentlich **gg**) - wenn schon Realität, dann hätte man sie vielleicht doch etwas nüchterner umsetzen sollen! So verkommt der Film irgendwie zu einem \"Trivialfilm\".
Alles in allem kann ich zwar nicht behaupten, das ich mich während der gut zwei Stunden die dieser Film läuft zu Tode gelangweilt habe, aber vom Hocker gerissen hat mich dieser Film auch nicht. Er enthält durchaus ein paar sehr schöne Szenen und er besitzt Stellen, die sehr behutsam/gefühlvoll (NICHT kitschig!!!) umgesetzt sind. Aber im großen und ganzen hatte ich mir irgendwie doch mehr davon versprochen.
Ich möchte auf jeden Fall noch ein paar Worte über die
** SCHAUSPIELER **
verlieren
Eigentlich machen sie ihre Sache nicht schlecht!
Besonders gefallen hat mir Tobey Maguiere, der die Rolle des \"Red\" Pollard spielt. Er finde, er haucht diesem jungen Mann wirklich Leben ein - ein junger Mann, fast ein Kind noch, der sich allein durchs Leben kämpfen muss - der nur den Traum hat einmal ein großer Jockey zu werden und der dazu doch viel zu groß und zu schwer ist. Er verbittert ein bisschen, schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben (mit Boxkämpfen) - und dann bekommt er plötzlich eine Chance ...
Jeff Bridges als Charles Howard und Chris Cooper als Tom Smith stehen seinem Spiel eigentlich in nichts nach. Auch sie wirken in ihren Rollen durchaus überzeugend, jeder auf seine Art!
Nur, wie schon vorhin erwähnt, die Rollen sind insgesamt ein wenig zu oberflächlich. Das liegt nicht an den Schauspielern, die aus den Rollen herausholen, was rauszuholen geht - es liegt einfach am Drehbuch! Schade!
Zum Schluss noch ein paar
** FAKTEN **
zum Film.
gedreht wurde er 2003 in den USA, schon 2004 erschien er auf DVD.
Regie: Gary Ross
Lauflänge: 134 Minuten
FSK: 6 Jahre - eine FSK der ich zustimmen kann, dieser Film könnte beinahe ein Familienfilm sein - ich fürchte nur, das gerade jüngere Kinder nicht die Geduld aufbringen werden, den z.T. doch sehr langgezogenen Anfang durchzuhalten.
Die DVD: es gibt zwei Versionen davon, einmal die einfache DVD, die um die 10,-- Euro kostet und dann eine Doppel DVD mit vielen Extras für knapp 30,-- Euro. Ob sie das Geld wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die einfache DVD jedenfalls, die ich besitze, weist neben einem Audiokommentar von Gary Ross und Steven Soderbergh keinerlei Extras auf - also wirklich nur etwas für Filmfreunde. Die Doppel DVD bietet da einiges mehr, allerdings dürfte das auch nur interessant sein für die Leute, die sich noch näher mit der Geschichte Seabiscuits beschäftigen wollen.
** MEIN FAZIT **
Ein Film zum Einmalgucken! Ich fand die Grundgeschichte sehr interessant (zumal sie auf realen Ereignissen beruht) - die Umsetzung im Film hat mich dann aber streckenweise sehr enttäuscht. Der Anfang ist zu langgezogen - die Geschichte von Seabiscuits ein wenig zu gehetzt. Alles drückt mir ein bisschen zu sehr auf die Tränendrüse - selbst wenn es Realität war, hätte man das vielleicht ein bisschen nüchterner umsetzen können! Einige Szenen (gerade solche, die sich um Seabiscuit drehen) sind allerdings auch sehr schön umgesetzt, da macht das Ansehen dann auch Spaß und das hat mich dann doch ein wenig entschädigt!
Mein Tipp: einfach mal ausleihen - da kann man nicht soviel verkehrt machen!
@ Prisca - September 2004 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch noch für Dooyoo
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