Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sven79

Ein galoppierender Hoffnungsträger

Pro:

tolle Darsteller, Spannung bei den Rennszenen, William H. Macy, tolle Ausstattung

Kontra:

langwieriger Beginn, leicht oberflächliche Charaktere

Empfehlung:

Ja

Amerika zur Zeit der großen Depression. Charles Howard, schwerreicher Autobauer, gezeichnet vom Börsencrash und dem Tod seines Sohnes landet auf der Suche nach Zerstreuung beim Galopprennsport. Mit Hilfe des großherzigen Pferdekenners Tom Smith findet er den Hengst „Seabiscuit“. Ein Pferd mit großem Potential und noch größeren Macken. Smith gelingt es mit Hilfe des jungen Jockeys Red Pollard das völlig verstörte Pferd neu aufzubauen bis es sogar wieder an Rennen teilnehmen kann. Obwohl Red für einen Jockey viel zu groß ist, stürmt er mit Seabiscuit bald von Sieg zu Sieg und die Massen liegen ihm zu Füßen. Bald gibt es nur noch eine Herausforderung: ein Rennen gegen das Wunderpferd „War Admiral“.

„Seabiscuit“ erzählt die Geschichte dreier gebrochener Männer, die sich an der gemeinsamen Aufgabe, der „Wiederbelebung“ des Hengstes, aufbauen. Eine gute Ausgangsbasis also für einen berührenden Film. Leider gelingt es Regisseur Gary Ross nicht vollends das Potential der Geschichte und seiner famosen Darstellerriege vollends auszuschöpfen. So gerät die Zeichnung der Charaktere doch sehr holzschnittartig, obwohl er viel, zu viel, Zeit auf das Erzählen ihrer Vorgeschichte verwendet kann man sich nicht wirklich mit ihnen identifizieren. Man merkt richtig, dass der Regisseur versucht hat, möglichst viele Situationen im Leben seiner Protagonisten darzustellen, was dann zwangsläufig oberflächlich bleiben muss.

Nur verständlich also, dass allein Tobey Maguire als Red Pollard es schafft in der Szene, als er seine Eltern verlässt, um Stallbursche zu werden, den Zuschauer zu berühren. Und trotzdem weiß der Film zu gefallen, weil er wieder mal zeigt, was die Faszination Kino wirklich ausmacht: Große Geschichten in Lebensgröße. Dargestellt von einer Riege hervorragender Schauspieler. Jeff Bridges als Charles Howard, Chris Cooper als Tom Smith und William H. Macy als Radiomoderator. Vor allem Macey als versoffener Kindskopf weiß als komisches Element des Films besonders zu gefallen. Wunderbar auch die Inszenierung der Pferderennen. Obwohl der Ausgang meist vorhersehbar ist, hält man es im Kinosessel kaum aus vor Spannung und wenn dann der Sieg „Seabiscuits“ endlich fest steht, möchte man am liebsten aufspringen und laut jubeln.

Die Geschichte „Seabiscuits“ beruht auf wahren Begebenheiten. Der Hengst ist ein amerikanischer Mythos. In Zeiten als Amerika am Boden lag, gab er vor allem den armen Menschen neuen Mut und neues Selbstvertrauen. „Seabiscuit“, ein eigentlich zu kleines Pferd mit einem eigentlich zu großen Jockey, bewies allen, dass jeder die Möglichkeit hat groß rauszukommen. Denn, wer nicht weiß, dass er klein ist, kann großes schaffen, philosophiert Charles Howard. „Seabiscuit“ hat also für Amerikaner einen ähnlichen Stellenwert wie für die Menschen des Nachkriegsdeutschland, das Wunder von Bern. Pathos ist da natürlich nur schwer zu vermeiden, aber glücklicherweise bleibt es im angemessenen Rahmen

Also, trotz einiger Längen am Anfang und kleinen Schwächen bei der Charakterzeichnung ist „Seabiscuit“ großes, wenn auch altmodisches, Erzählkino. Das durchaus mehr Zuschauer verdient hätte!

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Dieser Bericht erscheint auch auf meiner Homepage www.littlechef.de.

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