Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von filmorama.de

Wenn ein Faulpelz zur Legende wird...

Pro:

Schöne Bilder, klasse Schauspieler und eine rührende Story

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

= STORY =
1938: Der Mustang Seabiscuit neigt zur Faulheit und hält lieber ein Schläfchen zwischen den Mahlzeiten, statt ein Rennpferd zu werden, wie sich das sein Besitzer, der Geschäftsmann Charles Howard (Jeff Bridges) vorher erträumt hatte. Howard glaubt dennoch an Seabiscuits Talent und weil er ein paar Dollar gut gebrauchen könnte, engagiert er einen anscheinend weniger talentierten Jockey (Tobey Maguire) und einen mit allen Wassern gewaschenen Cowboy der alten Schule (Chris Cooper) als Trainer. Das Resultat kann sich sehen lassen. Schon bald wird das faule Pferd \"Seabiscuit\" zum Held der Nation...

= KRITIK =
Filme, die bewegen. Filme, die rühren. Filme, an die man sich auch noch nach 10 Jahren gut und gerne erinnert. Filme, die für wahre Cineasten gemacht sind. Filme, die eine Seele besitzen.
Genau die gab es in den letzten Jahren einfach zu wenig und mit \"Seabiscuit\" haben wir genau die Ausnahme, auf die ich seit \"Adaption\" und \"Nirgendwo in Afrika\" gewartet habe. Nahtlos reiht sich dieser Streifen in meine Liste der Filme ein, die zwar nicht vor Spezial-Effekten und Explosionen strotzen, aber genau deswegen, wegen ihrer Liebe zum Detail und wegen ihrer einfühlsamen und bewegenden Handlung, zum absoluten Sinnbild der langsam verschwindenen klassischen Hollywood Geschichten wird.
Filme wie \"Fluch der Karibik\" oder \"Terminator 3: Rebellion der Maschinen\" stellen zwar gute und gern gesehene Kino-Unterhaltung dar, aber leider mehr auch nicht.

Besonders klasse finde ich die Darstellung des Jockeys Red Pollard (Tobey Maguire) und die seines Rennpferdes \"Seabiscuit\": Obwohl Mensch und Tier nicht wirkliche viele Gemeinsamkeiten haben, ähneln sich diese beiden Hauptakteure doch sehr - und vorallem vom Charakter. Das hat Regisseur Gary Ross wirklich fantastisch in Szene gesetzt.

Aber nicht nur die Handlung ist sehr gut gelungen. Die Hauptdarsteller Chris Cooper, Jeff Bridges und Tobey Maguire spielen allesamt überragend und überzeugend ihre jeweiligen Rollen. Außerdem wurden die Nebendarsteller wie William H. Macy hervorragend ausgewählt.
Abwechslungsreich, brilliant und passend komponierte Randy Newman die Musik, die die schönen Bilder noch besonders gut hervorhebt. Die Klänge ähneln keinsterweise anderer Filmmusik, wie es ansonsten sehr oft der Fall ist.

= FAZIT =
Regisseur Gary Ross, Komponist Randy Newman und die Hauptdarsteller haben zusammen einen Film gemacht, der unter die Haut geht und bewegt. Packend, humorvoll und mitreißend erzählen sie die Geschichte eines Pferdes, das drei gebrochene, von der Welt ungerecht behandelte Männer wieder auf die Beine hilft und zeigt wie sehr sich Menschen und Tiere doch ähneln. Eine wirklich rührende Geschichte, die den Scharm des klischeehaften und klassischen Stil Hollywoods wiederbelebt, doch überhaupt nicht zu Übertreibungen neigt.
Patriotismus spielt natürlich eine große Rolle, dass mich aber nicht störte und in kommenden deutschen Produktionen wie \"Das Wunder von Bern\" nicht anders Aussehen wird - denn es wird eine Begebenheit erzählt, die einer ganzen Nation wieder Mut schenkte.
An \"Normal- und Gelegenheitskinogängern\" muss ich allerdings eine Warnung aussprechen:
\"Seabiscuit\" ist ein langer, sehr anspruchsvoller Film, der von vielen - was ich sehr schade finde - nicht so angenommen wird, wie er es verdient hat. Wie ich schon sagte, ist dieser Film für wahre Cineasten gemacht, die die Schönheit und Kunst jeder einzelnen Aufnahme erkennen.
Die nächstjährigen Academy Awards (besser bekannt als die Oscar-Verleihung) wird aber \"Seabiscuit\" mit Sicherheit genau das überreichen was er verdient hat - Auszeichnungen!

= FILMDATEN =
Regie: Gary Ross
Darsteller: Jeff Bridges, Chris Cooper, Tobey Maguire, William H. Macy u. v. a.
Filmmusik: Randy Newman
Laufzeit: 141 Minuten
Produktionsland: USA

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