Sleepers (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2012
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Erfahrungsbericht von Montipora
Sleepers
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Eine- zumindest nominell- fantastische Darstellerriege, ein extremes Thema- die richtigen Zutaten für den perfekten Film? Mhmhm- nein. Ich hatte mir \"Sleepers\" mit hohen Erwartungen angeschaut- verführt durch die Namen Pitt, de Niro, Hoffman, Bacon und durch das äußerst spannende Thema der Rache für den Missbrauch in der Jugend. Und der Film lässt sich auch gut an:
Am Anfang steht eine schöne Milieuzeichnung- das Viertel Hell\'s Kitchen, in dem sich eine ganz eigene- uhuhu- Parallelgesellschaft gebildet hat. Man verfügt über eigene Kodizes, Normen und Verhaltensweisen, das Leben ist brutal, aber (halbwegs) gerecht, garantiert von der eigenen Dynamik dieses sozialen Gefüges. Hier wachsen vier Jungen auf. Und in der Hitze eines blöden Spiels verletzen sie einen Unbeteiligten schwer, werden in das \"Wilkinson Home\" für schwererziehbare Jungen gesteckt und dort von den Wärtern missbraucht. Jahre später treffen zwei der Vier Nokes, den übelsten ihrer Peiniger, in einem Lokal und erschießen ihn. Die anderen beiden, heute Journalist und Assistent der Staatsanwaltschaft, wollen ihre Freunde vor der Hinrichtung retten und gleichzeitig aller Welt die Wahrheit über das \"Wilkinson Home\" enthüllen.
So weit, so brisant die Ausgangskonstellation. Aber ich fand diesen Film sehr selten berührend oder bewegend. Wo die Schilderung der kindlichen Unbeschwertheit zu lang gerät, verkommt der zweite Teil mehr zum Gerichtsdrama mit zweifelhafter Moral. Die Charaktere huschen schattenhaft vorbei; in seinen diesbezüglichen Zeichnungen erinnert mich \"Sleepers\" fast ein wenig an Dogma-Filme. Nur dass da ganz andere Voraussetzungen bestehen, bei denen eine solche Reduktion funktioniert. \"Sleepers\" leidet- für mich- unter einem eklatanten Erklärungs- und Artikulationsunvermögen, ja, an einem emotionalen Unvermögen- allerdings erst im zweiten Teil, der doch für den Film so wichtig sein muss. Die Jugend der Protagonisten, ihr Leiden, ihre Einsamkeit, ihre verzweifelten Versuche des Aufbegehrens werden grausam intensiv gezeigt, quälend langsam verdeutlicht. Später jedoch können sie diese traumatischen Erlebnisse nicht kommunizieren, und eben deshalb erreicht auch mich als Zuschauer ihr Leiden nicht mehr. Aus der Subtilität heraus schält sich somit nur mehr die Rache als Leitmotiv, und um sie herum verwischen ärgerlicherweise sämtliche moralischen Implikationen.
Ich würde gerne über das Ende reden, aber das hieße, dem Leser die Spannung zu nehmen. Also möge man sich ein eigenes Urteil bilden. Für mich ist \"Sleepers\" leider kein Film, den ich mir ein zweites Mal ansehen möchte.
Am Anfang steht eine schöne Milieuzeichnung- das Viertel Hell\'s Kitchen, in dem sich eine ganz eigene- uhuhu- Parallelgesellschaft gebildet hat. Man verfügt über eigene Kodizes, Normen und Verhaltensweisen, das Leben ist brutal, aber (halbwegs) gerecht, garantiert von der eigenen Dynamik dieses sozialen Gefüges. Hier wachsen vier Jungen auf. Und in der Hitze eines blöden Spiels verletzen sie einen Unbeteiligten schwer, werden in das \"Wilkinson Home\" für schwererziehbare Jungen gesteckt und dort von den Wärtern missbraucht. Jahre später treffen zwei der Vier Nokes, den übelsten ihrer Peiniger, in einem Lokal und erschießen ihn. Die anderen beiden, heute Journalist und Assistent der Staatsanwaltschaft, wollen ihre Freunde vor der Hinrichtung retten und gleichzeitig aller Welt die Wahrheit über das \"Wilkinson Home\" enthüllen.
So weit, so brisant die Ausgangskonstellation. Aber ich fand diesen Film sehr selten berührend oder bewegend. Wo die Schilderung der kindlichen Unbeschwertheit zu lang gerät, verkommt der zweite Teil mehr zum Gerichtsdrama mit zweifelhafter Moral. Die Charaktere huschen schattenhaft vorbei; in seinen diesbezüglichen Zeichnungen erinnert mich \"Sleepers\" fast ein wenig an Dogma-Filme. Nur dass da ganz andere Voraussetzungen bestehen, bei denen eine solche Reduktion funktioniert. \"Sleepers\" leidet- für mich- unter einem eklatanten Erklärungs- und Artikulationsunvermögen, ja, an einem emotionalen Unvermögen- allerdings erst im zweiten Teil, der doch für den Film so wichtig sein muss. Die Jugend der Protagonisten, ihr Leiden, ihre Einsamkeit, ihre verzweifelten Versuche des Aufbegehrens werden grausam intensiv gezeigt, quälend langsam verdeutlicht. Später jedoch können sie diese traumatischen Erlebnisse nicht kommunizieren, und eben deshalb erreicht auch mich als Zuschauer ihr Leiden nicht mehr. Aus der Subtilität heraus schält sich somit nur mehr die Rache als Leitmotiv, und um sie herum verwischen ärgerlicherweise sämtliche moralischen Implikationen.
Ich würde gerne über das Ende reden, aber das hieße, dem Leser die Spannung zu nehmen. Also möge man sich ein eigenes Urteil bilden. Für mich ist \"Sleepers\" leider kein Film, den ich mir ein zweites Mal ansehen möchte.
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