Spiel mir das Lied vom Tod (VHS) Testbericht

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ab 8,08
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Erfahrungsbericht von topfmops

Zum 264-tausendsten Mal

Pro:

Wo fang\' ich an??

Kontra:

nix, nix, aber auch gar nix!!

Empfehlung:

Ja

Diesen Film habe ich - wie einige andere auch - absichtlich aus der Reihe \'meine 50 Lieblingsfilme\' ausgelassen.

Dieser Film verdient es, gesondert beschrieben zu werden und wer das versucht, ist schon zum Scheitern verurteilt.
Dieser Film hat einige Sequenzen, die in der Filmgeschichte absolutes Neuland waren und die deshalb nicht kopiert werden können, außer sehr billig.
Dieser Film ist nicht durch eine Inhaltsangabe zu beschreiben, denn jede Inhaltsangabe lässt wesentliche Punkte weg.
Dieser Film hat Szenen, die unvergesslich bleiben und jeder Zuschauer hat andere Szenen, die im Gedächtnis bleiben.

Ich habe nicht die Absicht, einen \'Besinnungsaufsatz\' zu schreiben mit den Merkmalen \'Einleitung, Hauptteil, Schluss\' und ich will diesen Film auch nicht in eine Gliederung bringen, weil es ihm nicht gerecht wird.
Wer diesen Film nicht kennt, hat das Recht verwirkt, \'Cineast\' genannt zu werden und ich bin auch nicht bereit, meine Eindrücke zu begründen, denn sie sind sehr subjektiv.

Einige werden meinem Urteil nicht trauen, das ist ihr \'gutes Recht\', sie können also hier aufhören, weiterzulesen!

Ich will auch nicht über einzelne Schauspieler urteilen und schon gar nicht (hallo AntjeK: so besser?) bewerten, denn die schauspielerischen Leistungen sind vom Allerfeinsten und -besten.
Es ist nicht der beste \'Bronson\' oder \'Fonda\' oder \'Cardinale\' oder \'Robards\' oder \'Morricone\' oder \'Leone\', denn jeder hat andere gemacht und die Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden.


Die Geschichte ist kurz erzählt:
einsamer Rächer rettet hilflose Witwe mit Hilfe eines Banditen aus den Klauen eines Banditen und vor der Gier eines Krüppels und tötet den Banditen.
Kein \'happy-end\' im klassischen Sinn!! Sie kriegen sich nicht!!

Allein die Eingangsszene mit Jack Elam als Fliegenfänger ist es wert, sich den Film anzusehen;
dieses zufriedene, bösartige Grinsen mit dem er die Fliege dann doch nicht abschießt.
Mein absoluter Liebling in diesem Film ist Jason Robards als \'Cheyenne\' mit dem \'running gag\' : \"Koch\' Kaffee!!\", der letztlich an seinem Unvermögen stirbt : \"Ich kann nicht auf einen Krüppel schießen!\"
Für Claudia Cardinale wird eine neue Kamerafahrt erfunden.
Als sie am Bahnhof ankommt, in der Halle verschwindet und die Kamera fährt hoch über den Bahnhof, um dann das Treiben im \'Dorf\' aus der Totalen der Vogelperspektive zu zeigen.
Die Szene mit ihr und Henry Fonda und der um 90° kippenden Kamera ist unvergesslich.
Ihr Stolz beim Wasserschleppen zu den Gleisarbeitern.
Henry Fonda in seiner lakonischen Brutalität, als er den Mord an dem Wäschereibesitzer begründet: \"Trau keinem, der Gürtel und Hosenträger hat!\"

Nicht hoch genug zu loben: die Leistung von Ennio Morricone, der erstmalig für jede der Hauptpersonen eine eigene Erkennungsmelodie komponierte und es fertig brachte, dennoch eine durchgehende Musik zu schaffen, die auch in Einzelteilen immer wieder als Thema aus \'das Lied vom Tod\' erkannt wird.
Die langen Kamerafahrten in Zeitlupe in den Rückblenden der Erinnerungen \'Mundharmonikas\'
Der immer wiederkehrende \'zoom\' auf das Pazifikbild im Salonwagen des Zuges.
Der Blick in die Zukunft, weil in der Schluss-Szene der Zug von links ins Bild fährt und der Abschluss mit der Vergangenheit, als Bronson und Robards davon reiten.
Das Schweigen der zirpenden Grillen und das Auffliegen der Wachteln zu Beginn.

Ich weiß nicht, wie oft ich dieser Meisterwerk gesehen habe - 20mal, 30mal - aber immer entdecke ich neue Gesichtspunkte, unter denen der Film gelobt und als herausragend beschrieben werden muss.
Und doch wird jeder immer etwas vermissen, das ihn persönlich
mit diesem Epos verbindet.
Sicher, einige Anforderungen des klassischen Theaters - Einheit des Ortes, der Zeit und der Handlung - sind in anderen Filmen exemplarischer gelöst (High Noon); das schmälert \'Das Lied vom Tod\' jedoch in gar keiner Weise.

Die Überschrift bezieht sich übrigens auf die Anzahl der Einträge in der deutschen Abteilung von \'google\'.
Deshalb verzichte ich auch auf Aufzählungen, Inhaltsangaben und Internet-Seiten.

Wie schon eingangs behauptet:
wer versucht, diesen Film abzuqualifizieren, hat das Recht verwirkt, \'Cineast\' genannt zu werden; \'Banause\' ist dann der bessere Ausdruck.

Dies ist wiederum eine eigene, höchstpersönliche Meinung; anderslautende werden - wie üblich - akzeptiert und ignoriert.

Und ich weiß, dass ich Tausende von Einzelheiten nicht gewürdigt habe.

topfmops auch für ciao.de, mymeinung.com und in etlichen Tageszeitungen.

32 Bewertungen, 1 Kommentar

  • max4686

    29.05.2005, 15:59 Uhr von max4686
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schön geschriebener bericht! sehr ausführlich und sehr nützlich ;) freue mich über gegenlesungen und gegenbewertungen immer. werde dann natürlich auch noch deine anderen berichte lesen und bewerten :) LG Julie