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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von winterspiegel
Tom Cruise verliert sein Gesicht
Pro:
Inszenierung, überraschende Wendungen
Kontra:
Zum Schluss hin langatmig
Empfehlung:
Ja
Virtual Nightmare – Open your Eyes (Abre los Ojos) so das spanische Original beeindruckte Cameron Crowe (Almost Famous) so sehr, dass er sich hinsetzte und seine eigene Drehbuchfassung schrieb. Schließlich verfilmte er sie mit seinem “Jerry Mcguire” Star Tom Cruise.
So setzt sich auch in diesem Fall die Geschichte von beeindruckenden europäischen Filmen fort, die von den Amis medien- und zuschauerwirksam aufbereitet werden, um sie schließlich auf den Weltmarkt zu werfen.
Doch der Rummel um die Scheidung von Tom Cruise und Nicole Kidman, sowie die in die Schlagzeilen geratene neue Beziehung von Cruise und seiner Partnerin im Film, so wie im richtigen Leben - Penelope Cruz, die schon in der ersten Fassung mitwirkte, drängten den Film selber fast ein wenig aus dem allgemeinen Interesse.
Geschadet hat es dem Streifen sicher nicht, solche Turbulenzen am Filmset sind eine fast schon unbezahlbare Eigenwerbung.
Story
David Aames (Tom Cruise) ist der Wohlstand schon in die Wiege gelegt worden. Nach dem Tod seiner Eltern vermachten sie ihm 52 Prozent der Firma - da sieht er es auch nicht so eng, dass die übrigen Aufsichtsratsmitglieder ihn mit Argwohn betrachten. David nimmt das Leben von der lockeren Seite, deshalb ist seine Freundin Julie (Cameron Diaz) für ihn mehr ein schöner Zeitvertreib, denn eine ernsthafte Beziehung.
Als er Interesse an der neuen Flamme Sofia (Penelope Cruze) von seinem Freund Brian anmeldet, scheint er zum ersten Mal für eine richtige Beziehung bereit. Als sich zwischen David und Sofia tatsächlich mehr als eine flüchtige Liebelei anbahnt, reagiert Julie eifersüchtig, sie lotst David in ihren Wagen um sich mit ihm auszusprechen.
Doch Julie steigert sich während des Gesprächs immer mehr in ihre Verzweiflung hinein. Sie rast schließlich durch ein Brückengeländer und eine Etage weiter unten bohrt sich der Wagen in die Fahrbahn.
Julie ist Tod, aber David wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Nur langsam erholt er sich. Sein Gesicht bleibt aber total zerstört und nur mit Hilfe einer Maske traut er sich langsam wieder unter Menschen.
Auch der Kontakt zu Sofia ist abgerissen, doch David beginnt zu realisieren, dass irgend etwas total falsch läuft und er langsam an seinem Verstand zu zweifeln beginnt. Wie in einem nicht enden wollenden Alptraum geraten die Dinge außer Kontrolle und er kann schließlich nicht mehr zwischen Realität und Wahn unterscheiden...
Kritik
„Gestern Nacht träumte ich, ich wär ein Schmetterling. Bin ich nun ein Mensch der träumte ein Schmetterling zu sein, oder ein Schmetterling der träumt ein Mensch zu sein?“
Filmfreunde, die auf einen einigermaßen gradlinigen Handlungsverlauf und auf eine logische - einfach gestrickte Geschichte setzen, werden mit dem Film sicher so ihre Probleme haben.
Die erste Stunde verläuft noch einigermaßen konventionell ab, doch schon die Traumsequenz am Anfang - in der Cruise durch das menschenleere New York rennt - hat Symbolcharakter und gibt einen ersten eindringlichen Hinweis darauf, dass in diesem Streifen lange nicht alles so ist, wie es den Anschein hat.
Danach wird der Zuschauer erst mal mit der Frage konfrontiert, was ist verwirrender: Cruise in dem gesichtsentstellenden Make–Up über weite Strecken agieren zu sehen, oder die Handlung die von da an in schöner Regelmäßigkeit, praktisch komplett auf den Kopf gestellt wird.
Ersteres Problem löst sich dann schnell durch die Maske die er schließlich überstreift. Die den Zuschauer immer wieder an der Nase herumführenden Wendungen sind da schon tiefgründiger. Irgendwann versucht man erst gar nicht mehr einen tieferen Sinn hinter der ganzen Scharade zu sehen, sondern harrt ungeduldig der Dinge die da noch kommen werden und vielleicht eine Erklärung bringen.
Die kommt dann schließlich auch - nur durch die total verwirrende und schwer nachvollziehbare Handlung kommt Crowe in die Verlegenheit, in einer langwierigen und zeitintensiven Aufschlüsselung dieses ganzen Wirrwarr erklären zu müssen. Das wirkt im Film dann auch nicht gerade elegant, und die dann angebotene Lösung des Puzzles, dürfte nicht wenigen als ziemlich an den Haaren herbeigezogen vorkommen und so den meisten als wenig plausibel - Ja fast schon etwas lächerlich erscheinen.
Cameron Crowe hat ohne Frage anfangs behände und in schönen, teils beeindruckenden Bildern inszeniert, doch so recht Spannung wie in ähnlichen Werken, die mit der Realität spielen wie „Matrix“ oder „The sixth Sense“, will einfach nicht aufkommen, dafür wirkt er einfach einen Tick zu träge.
Tom Cruise und Penelope Cruze spielen routiniert, aber nicht gerade spektakulär, dafür trumpfen überraschenderweise die Co–Stars dieses Psycho-Dramas so richtig auf. Cameron Diaz die überzeugend die eifersüchtige zu allem entschlossene Ex–Freundin von Cruise spielt, hat mir sehr gut gefallen. Sie zeigt hier, dass sie ganz hervorragend schauspielern kann.
Aber vor allem Kurt Russell der in der Rolle des Psychologen dem aus den Fugen zu geratende Film ein wenig Zusammenhalt und Klarheit verleiht, ist selbst in der für ihn etwas ungewöhnlichen Besetzung eine absolute Bereicherung.
Fazit
Wem David Lynch düstere Phantasiewelten wie „Lost Highway“ oder jüngst „Mulholland Drive“ gefielen, aber wegen ihrer vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten ohne jeglichen Erklärungsversuche eher abschreckte, sollte es mal mit diesem Film versuchen.
Cameron Crows Neuverfilmung ist denn auch eher spirituell angehaucht und lässt zum Schluss hin sogar leichte Science-Fiktion - Anklänge mit einfließen, die leider dann doch ein wenig konstruiert wirken.
Alles in allem aber dennoch eine 130 Minuten langer Film der zwar knapp, aber trotzdem immer noch das Prädikat GUT verdient hat.
(c) winterspiegel für Ciao & Yopy
So setzt sich auch in diesem Fall die Geschichte von beeindruckenden europäischen Filmen fort, die von den Amis medien- und zuschauerwirksam aufbereitet werden, um sie schließlich auf den Weltmarkt zu werfen.
Doch der Rummel um die Scheidung von Tom Cruise und Nicole Kidman, sowie die in die Schlagzeilen geratene neue Beziehung von Cruise und seiner Partnerin im Film, so wie im richtigen Leben - Penelope Cruz, die schon in der ersten Fassung mitwirkte, drängten den Film selber fast ein wenig aus dem allgemeinen Interesse.
Geschadet hat es dem Streifen sicher nicht, solche Turbulenzen am Filmset sind eine fast schon unbezahlbare Eigenwerbung.
Story
David Aames (Tom Cruise) ist der Wohlstand schon in die Wiege gelegt worden. Nach dem Tod seiner Eltern vermachten sie ihm 52 Prozent der Firma - da sieht er es auch nicht so eng, dass die übrigen Aufsichtsratsmitglieder ihn mit Argwohn betrachten. David nimmt das Leben von der lockeren Seite, deshalb ist seine Freundin Julie (Cameron Diaz) für ihn mehr ein schöner Zeitvertreib, denn eine ernsthafte Beziehung.
Als er Interesse an der neuen Flamme Sofia (Penelope Cruze) von seinem Freund Brian anmeldet, scheint er zum ersten Mal für eine richtige Beziehung bereit. Als sich zwischen David und Sofia tatsächlich mehr als eine flüchtige Liebelei anbahnt, reagiert Julie eifersüchtig, sie lotst David in ihren Wagen um sich mit ihm auszusprechen.
Doch Julie steigert sich während des Gesprächs immer mehr in ihre Verzweiflung hinein. Sie rast schließlich durch ein Brückengeländer und eine Etage weiter unten bohrt sich der Wagen in die Fahrbahn.
Julie ist Tod, aber David wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Nur langsam erholt er sich. Sein Gesicht bleibt aber total zerstört und nur mit Hilfe einer Maske traut er sich langsam wieder unter Menschen.
Auch der Kontakt zu Sofia ist abgerissen, doch David beginnt zu realisieren, dass irgend etwas total falsch läuft und er langsam an seinem Verstand zu zweifeln beginnt. Wie in einem nicht enden wollenden Alptraum geraten die Dinge außer Kontrolle und er kann schließlich nicht mehr zwischen Realität und Wahn unterscheiden...
Kritik
„Gestern Nacht träumte ich, ich wär ein Schmetterling. Bin ich nun ein Mensch der träumte ein Schmetterling zu sein, oder ein Schmetterling der träumt ein Mensch zu sein?“
Filmfreunde, die auf einen einigermaßen gradlinigen Handlungsverlauf und auf eine logische - einfach gestrickte Geschichte setzen, werden mit dem Film sicher so ihre Probleme haben.
Die erste Stunde verläuft noch einigermaßen konventionell ab, doch schon die Traumsequenz am Anfang - in der Cruise durch das menschenleere New York rennt - hat Symbolcharakter und gibt einen ersten eindringlichen Hinweis darauf, dass in diesem Streifen lange nicht alles so ist, wie es den Anschein hat.
Danach wird der Zuschauer erst mal mit der Frage konfrontiert, was ist verwirrender: Cruise in dem gesichtsentstellenden Make–Up über weite Strecken agieren zu sehen, oder die Handlung die von da an in schöner Regelmäßigkeit, praktisch komplett auf den Kopf gestellt wird.
Ersteres Problem löst sich dann schnell durch die Maske die er schließlich überstreift. Die den Zuschauer immer wieder an der Nase herumführenden Wendungen sind da schon tiefgründiger. Irgendwann versucht man erst gar nicht mehr einen tieferen Sinn hinter der ganzen Scharade zu sehen, sondern harrt ungeduldig der Dinge die da noch kommen werden und vielleicht eine Erklärung bringen.
Die kommt dann schließlich auch - nur durch die total verwirrende und schwer nachvollziehbare Handlung kommt Crowe in die Verlegenheit, in einer langwierigen und zeitintensiven Aufschlüsselung dieses ganzen Wirrwarr erklären zu müssen. Das wirkt im Film dann auch nicht gerade elegant, und die dann angebotene Lösung des Puzzles, dürfte nicht wenigen als ziemlich an den Haaren herbeigezogen vorkommen und so den meisten als wenig plausibel - Ja fast schon etwas lächerlich erscheinen.
Cameron Crowe hat ohne Frage anfangs behände und in schönen, teils beeindruckenden Bildern inszeniert, doch so recht Spannung wie in ähnlichen Werken, die mit der Realität spielen wie „Matrix“ oder „The sixth Sense“, will einfach nicht aufkommen, dafür wirkt er einfach einen Tick zu träge.
Tom Cruise und Penelope Cruze spielen routiniert, aber nicht gerade spektakulär, dafür trumpfen überraschenderweise die Co–Stars dieses Psycho-Dramas so richtig auf. Cameron Diaz die überzeugend die eifersüchtige zu allem entschlossene Ex–Freundin von Cruise spielt, hat mir sehr gut gefallen. Sie zeigt hier, dass sie ganz hervorragend schauspielern kann.
Aber vor allem Kurt Russell der in der Rolle des Psychologen dem aus den Fugen zu geratende Film ein wenig Zusammenhalt und Klarheit verleiht, ist selbst in der für ihn etwas ungewöhnlichen Besetzung eine absolute Bereicherung.
Fazit
Wem David Lynch düstere Phantasiewelten wie „Lost Highway“ oder jüngst „Mulholland Drive“ gefielen, aber wegen ihrer vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten ohne jeglichen Erklärungsversuche eher abschreckte, sollte es mal mit diesem Film versuchen.
Cameron Crows Neuverfilmung ist denn auch eher spirituell angehaucht und lässt zum Schluss hin sogar leichte Science-Fiktion - Anklänge mit einfließen, die leider dann doch ein wenig konstruiert wirken.
Alles in allem aber dennoch eine 130 Minuten langer Film der zwar knapp, aber trotzdem immer noch das Prädikat GUT verdient hat.
(c) winterspiegel für Ciao & Yopy
26 Bewertungen, 2 Kommentare
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01.11.2004, 12:01 Uhr von Madrianda
Bewertung: sehr hilfreich...und einfach nur ungewöhnlich fand ich den Film allemal:-) Wir haben ihn uns gestern auf Pro7 angesehen...Die vielen an den Haaren herbeigezogenen Wendungen waren allerdings mehr als gewöhnungsbedürftig:-( Trotzdem hätte ich persö
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18.05.2004, 13:49 Uhr von linnie
Bewertung: sehr hilfreichDen Film kenn ich immer noch nicht, aber nun habe ich die DVD für 7,99 Euro entdeckt und sie mir erstmal gekauft. Vielleicht werde ich es bereuen, mal schaun, noch bin ich nicht dazu gekommen, mich der DVD mal zu widmen, bin aber gespannt drauf :-)
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