Vanilla Sky (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Methusalem_18
Die Zukunft des Geistes?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
David Aames (Tom Cruise), Erbe eines Verlagsimperiums, ist smart und wohlhabend. Er ist ein Playboy kurz vor seinem 33. Geburtstag und spielt mit den Frauen. Die hübsche Julie (Cameron Diaz), mit der er eine lockere Liebesbeziehung unterhält, will nicht hinnehmen, dass ihr reicher Freund sich in eine andere verliebt hat: die unscheinbare Tänzerin Sofia (Penelope Cruz).
Aus Verzweiflung und Eifersucht rast Julie in den Abgrund – und reißt David, ihren Beifahrer, mit in die Tiefe. Julie stirbt, David überlebt – jedoch schwerverletzt. Sein Gesicht ist auf brutalste Weise entstellt worden. Der einstige Frauenheld driftet in die Einsamkeit. Doch eine Operation, die an ein Wunder grenzt, gibt David seine hübsche Fassade wieder...
An dieser Stelle des Films ist dem Zuschauer längst nicht mehr klar, was denn nun eigentlich Realität und was Traum ist. David leidet unter ständigen Alpträumen, die er in sein reales Leben projiziert – die Grenzen verschwimmen. Vanilla Sky ist eine bemerkenswerte Reise in die Abgründe der menschlichen Seele à la David Lynch, eine Reise in eine verwirrte, paranoide Psyche, die den Zuschauer selbst verwirrt. Die Reise ist spannend und grausam und führt in die Verstörung des Publikums, was vor allem daran liegt, dass Regisseur Cameron Crowe am Ende seines Werkes keine Lösung präsentiert.
David Aames‘ Traumwelt, die illusionistische Welt eines Yuppies der 90er, orientiert sich an Popkultur: seine Liebesbeziehung zu Sofia ist lediglich das Spiegelbild eines Plattencovers, seine Träume stellen Filme nach – das „echte Leben“ gleitet ihm aus der Hand, er hat jede Selbstbestimmung verloren.
Vanilla Sky ist also ein aufwühlender, geheimnisvoller Film über die Grenze zwischen Täuschung und Realität, aber leider lässt er sein Publikum allein und überfordert es somit. Denn der Schlüssel zu Crowes (Alp-)Traumlandschaft bleibt verschwunden. Bisweilen gleitet der Film total aus den Fugen, wenn z.B. eine Pseudo-Auflösung, die so ignorant wie lächerlich wirkt, vorgestellt wird.
Den Gang von der Realität in die Alptraumwelt unterstreicht Crowe visuell: Glänzt Tom Cruise anfangs noch als strahlender und optisch ansprechender Geschäftsmann in einer erfolgreichen Welt, werden die Bilder umso dunkler, düsterer, dekonstruktiver, je weiter er sich in seine Scheinwelt verstrickt.
Leider wirkt Cruise dabei manchmal etwas zu selbstgefällig, dennoch ist sein solides und stets treffendes Agieren beachtlich. Bewundernswert ist auch sein Mut zur Hässlichkeit als entstelltes Unfallopfer. Und wenn Penelope Cruz auf spanisch schimpft, klingt das klasse und manch einer kann vielleicht verstehen, warum Cruise für sie Nicole Kidman verlassen hat. Aber es ist schade, dass die reale Affäre Cruise/Cruz von der Vanilla Sky-Geschichte ablenkt.
Crowe spielt mit den Ängsten seiner Filmcharaktere – und vor allem mit denen seiner Zuschauer. Schrecken und Schock verfolgen das Publikum, wie David die Frage „Was ist Glück für dich?“. Nach über zwei Stunden surrealem Drama ist klar: Glück ist, von diesem Psychothriller keine Alpträume zu bekommen.
Wer sich diesen Film also zum ersten Mal anschaut, wird vielleicht etwas verwirrt sein und die Story nicht ganz durchblicken. Dafür wirds beim zweiten mal umso schöner.
Aus Verzweiflung und Eifersucht rast Julie in den Abgrund – und reißt David, ihren Beifahrer, mit in die Tiefe. Julie stirbt, David überlebt – jedoch schwerverletzt. Sein Gesicht ist auf brutalste Weise entstellt worden. Der einstige Frauenheld driftet in die Einsamkeit. Doch eine Operation, die an ein Wunder grenzt, gibt David seine hübsche Fassade wieder...
An dieser Stelle des Films ist dem Zuschauer längst nicht mehr klar, was denn nun eigentlich Realität und was Traum ist. David leidet unter ständigen Alpträumen, die er in sein reales Leben projiziert – die Grenzen verschwimmen. Vanilla Sky ist eine bemerkenswerte Reise in die Abgründe der menschlichen Seele à la David Lynch, eine Reise in eine verwirrte, paranoide Psyche, die den Zuschauer selbst verwirrt. Die Reise ist spannend und grausam und führt in die Verstörung des Publikums, was vor allem daran liegt, dass Regisseur Cameron Crowe am Ende seines Werkes keine Lösung präsentiert.
David Aames‘ Traumwelt, die illusionistische Welt eines Yuppies der 90er, orientiert sich an Popkultur: seine Liebesbeziehung zu Sofia ist lediglich das Spiegelbild eines Plattencovers, seine Träume stellen Filme nach – das „echte Leben“ gleitet ihm aus der Hand, er hat jede Selbstbestimmung verloren.
Vanilla Sky ist also ein aufwühlender, geheimnisvoller Film über die Grenze zwischen Täuschung und Realität, aber leider lässt er sein Publikum allein und überfordert es somit. Denn der Schlüssel zu Crowes (Alp-)Traumlandschaft bleibt verschwunden. Bisweilen gleitet der Film total aus den Fugen, wenn z.B. eine Pseudo-Auflösung, die so ignorant wie lächerlich wirkt, vorgestellt wird.
Den Gang von der Realität in die Alptraumwelt unterstreicht Crowe visuell: Glänzt Tom Cruise anfangs noch als strahlender und optisch ansprechender Geschäftsmann in einer erfolgreichen Welt, werden die Bilder umso dunkler, düsterer, dekonstruktiver, je weiter er sich in seine Scheinwelt verstrickt.
Leider wirkt Cruise dabei manchmal etwas zu selbstgefällig, dennoch ist sein solides und stets treffendes Agieren beachtlich. Bewundernswert ist auch sein Mut zur Hässlichkeit als entstelltes Unfallopfer. Und wenn Penelope Cruz auf spanisch schimpft, klingt das klasse und manch einer kann vielleicht verstehen, warum Cruise für sie Nicole Kidman verlassen hat. Aber es ist schade, dass die reale Affäre Cruise/Cruz von der Vanilla Sky-Geschichte ablenkt.
Crowe spielt mit den Ängsten seiner Filmcharaktere – und vor allem mit denen seiner Zuschauer. Schrecken und Schock verfolgen das Publikum, wie David die Frage „Was ist Glück für dich?“. Nach über zwei Stunden surrealem Drama ist klar: Glück ist, von diesem Psychothriller keine Alpträume zu bekommen.
Wer sich diesen Film also zum ersten Mal anschaut, wird vielleicht etwas verwirrt sein und die Story nicht ganz durchblicken. Dafür wirds beim zweiten mal umso schöner.
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