Vanilla Sky (VHS) Testbericht

Vanilla-sky-vhs-thriller
ab 21,60
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5 Sterne
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Erfahrungsbericht von Wunderkinnd

Traum und Realität

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die erste Vorschau, die ich von „Vanilla Sky“ (ein Remake des Filmes „Abre los ojos“ ebenfalls mit P. Cruz) sah, war eher nichtssagend. Ich konnte definitiv ziemlich wenig damit anfangen. Tom Cruise in einem... Drama, Thriller oder so, in dem es um zwei Frauen und einen Autounfall geht. Wie soll das denn zusammenpassen? Na ja, als ich dann kurz drauf eine kurze Inhaltsangabe las, wurde der Film schon ein wenig interessanter.

„Ein alptraumhafter Thriller zwischen Wahn und Wirklichkeit in bester Hitchcock-Tradition: David Aames, verteufelt gut aussehend und dank Erbschaft stinkreicher Mehrheitsaktionär eines New Yorker Verlagshauses, führt jenes Yuppie-Leben, in dem permanent Party angesagt ist und schöne Frauen sich die Klinke in die Hand geben – ein leichtlebiger und selbstverliebter Typ, den Hollywoods größter Kassenmagnet Tom Cruise schon mehr als einmal gespielt hat. Augenblicklich ist die hinreißende Julie (Cameron Diaz) sein willige Gespielin fürs Bett, doch die Beziehung bedeutet ihm so wenig, dass er Julie nicht einmal zu seiner Geburtstagsparty einlädt. Auf der erscheint Davids bester Freund mit der spanischen Tänzerin Sofia (Penélope Cruz), und angesichts dieser unschuldigen Schönheit ist David wie vom Donner gerührt – zum ersten Mal in seinem Leben empfindet er wahre Liebe. Doch Julie, irre vor Eifersucht, lädt den Lover zu einer Autofahrt ein und provoziert einen schweren Unfall, bei dem sie selbst getötet und Davids Gesicht so furchtbar entstellt wird, dass er fortan eine Latex-Maske tragen muss...“ (aus: Kino Aktuell, Nr.3, 17.-23. Januar 2002).

Hm, das hört sich schon ein bisschen besser an und vor allem konnte ich mir jetzt etwas unter dem Film vorstellen, also ein Thriller in bester Hitchcock-Tradition. Das hörte sich ja nun nicht so schlecht an. Also habe ich mir den Film angeschaut.

Zum Inhalt, der da oben ja nicht wirklich alles wiedergibt:
David Aames ist ein reicher Bengel, der ein Frau nach der anderen hat. Zur Zeit ist es Julie, kurz darauf Sofia. Julie ist sauer, baut einen Unfall und David hat darunter zu leiden (denn Julie leidet nicht mehr, weil sie tot ist...). Sein Gesicht entstellt, wendet sich Sofia von ihm ab... scheinbar, denn es dauert nicht lange, da gibt sie David wieder ihre Zuneigung und dank einer Gesichts-OP wird Davids Gesicht auch wieder vollständig hergestellt, als hätte es den Unfall nie gegeben. Aber führen die beiden jetzt ein glückliches Leben? Nein, denn David fühlt sich verfolgt, hat immer wieder Alpträume von Julie und schließlich wird er wegen Mord verhaftet.

Der gesamte Film läuft als Rückblick in der Zelle ab. Davids Arzt und Psychologe (Kurt Russell) versucht die Wahrheit aus David herauszubekommen. Warum hat David gemordet, was hat es mit seinen Träumen auf sich? Und warum trägt David immer noch diese Latex-Maske, wo sein Gesicht doch wieder heile ist?

Einfach gestrickt? Eigentlich schon und doch wieder nicht. Denn Regisseur Cameron Crowe lässt seinen Film auf verschiedenen Erzählebenen ablaufen. Die Gegenwart der Gefängniszelle und die Vergangenheit des tollen Lebens von David prallen dabei hart aufeinander. Die dritte Ebene aber ist Davids Traumwelt, von der man zunächst nicht genau weiß, wie sie in die Geschichte passt. Das reale Leben (die Vergangenheit) und die Traumwelt Davids verschmelzen dabei zusehends. Doch irgendwie funktioniert das Konzept nicht so ganz, wie es wohl hätte sollen.

Zum einen ist die Story sehr „hollywoodmäßig“ aufgepeppelt. Drei Top-Schauspieler besetzen die Hauptrollen und wirken leider zu oft zu sehr gekünstelt darin. Da hilft es auch nichts, dass Tom Cruise sein Gesicht entstellen lässt und es oft genug in die Kamera hält. Und auch die Erotik, die Penélope Cruz herüberbringt, wirkt eher völlig typisiert, da man von ihr in so einer Rolle genau das erwartet. Allein Cameron Diaz und Kurt Russell schaffen es schon eher sich aus ihren Images herauszuspielen.

Zum zweiten wirkt die Story abgekupfert, vom Meister der Verwirrung, David Lynch. Da wechseln im Laufe des Films die Frauen ihre Rollen (auch wenn es nur in Davids Traumwelt passiert) und diese Wechsel sind sehr vorhersehbar. Und das Entstehen der Traumwelt? Ich sag nur „Recall, Recall, Recall...“ Das ist ein bisschen zu wenig für einen Thriller, der dem Zuschauer einiges Mitdenken abverlangen will. Das Ende des Films ist wirklich so was von einfach (nicht platt), dass man sich anschließend fragt, ob das wirklich die Lösung des Ganzen war...

So kann ich nur sagen, dass „Vanilla Sky“ nicht wirklich das hält, was die neugierig machende Inhaltsangabe verspricht. Schade eigentlich, denn es hätte durchaus mehr draus gemacht werden können.

Ich empfehle den Film hier nicht, aber eigentlich soll jeder selber wissen, ob er reingeht oder nicht.

10 Bewertungen