Chroniken der Unterwelt - City of Bones (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von AChristoteles
All die Geschichten sind wahr
Pro:
- Rasant umgesetzter Fantasyfilm - Gute Inszenierung - interessante Fantasywelt - Schauspieler: Jared Harris, Jonathan Rhys-Meyers, Jamie Campbell Bower, Lilly Collins
Kontra:
- Charakterentwicklung bleibt etwas blass - Die deutsche Synchro, insbesondere Lilly Collins, ist furchtbar - die Nebencharaktere bleiben noch etwas blass
Empfehlung:
Ja
Hat jemand mit etwas Erfolg, wollen andere gerne auch auf den Zug aufspringen. Die Verfilmungen der Buchreihen "Twilight" (als Kinofilme) und "The Vampire Diaries" (als Fernsehserie) waren und sind sehr einträglich, also versucht Hollywood, mit etwas Ähnlichem an den Erfolg anzuknüpfen. Auf dem Buchmarkt tummeln sich dabei zahlreiche Roman(reihen) die eine vorwiegend weibliche Leserschaft ansprechen und sie in eine Welt voller Dämonen, Schattenjäger, Vampirdetektiven, Werwölfe und andere Wesen entführen. Natürlich immer wieder gerne mit einer problematischen Liebesgeschichte verknüpft.
Allein im Schrank meiner Holden stapeln sich Reihen mit Titeln wie "Black Dagger", "Weiblich, ledig, untot", "Evermore" - und eben auch "The Mortal Instruments" alias "Chroniken der Unterwelt",
Ein paar Infos
Chroniken der Unterwelt (Org: The mortal instruments) ist eine Buchreihe der amerikanischen Autorin Cassandra Clarke, die bislang fünf Romane umfasst und vermutlich mit dem noch ausstehenden sechsten Band abgeschlossen sein wird. In den Büchern geht es um die Teenagerin Clary, die im ersten Band erfährt, dass sie das Bluit von Schattenjägern - Kämpfer gegen Dämonen - in sich trägt.
Romane:
City of Bones
City of Ashes
City of Glass
City of fallen angels
City of lost Souls
City of heavenly fire (in Vorb.)
Obwohl "City of Bones" im Kino eher bescheiden lief und vielleicht allenfalls seine Kosten wieder eingespielt hat, entschloss sich Constantin Film dennoch die Fortsetzung "City of Ashes" zu drehen und danach eine Entscheidung über die weiteren Verfilmungen zu treffen.
Handlung
Clary ist ein ganz normaler Teenager aus New York. Als sie eines Abends mit ihrem Kumpel Simon ausgeht, wird sie in einer Disco Zeuge eines Mordes, welcher von tätowierten Gestalten mit seltsamen Waffen ausgeführt wurde. Doch nur sie scheint die Wesen sehen zu können. Zudem zeichnet sie permanent ein gewisses Zeichen, dessen Bedeutung sie sich nicht erklären kann. Nachdem Lilly in ihrer Wohnung von einem dämonischen Wesen angegriffen wurde, wird sie von Jace, einem der Mörder aus der Disco, gerettet.
Dieser entpuppt sich als Schättenjäger, einem Geheimbund von Halbengel-Kriegern, der dafür kämpft, die Welt vor Dämonen zu bewahren. Wie Clary erfährt, war auch ihre Mutter - die verschwunden ist - eine Schattenjägerin und auch sie hat Schattenjäger Blut in sich. Nach und nach zeigt sich, dass Clary gewisse Begabungen hat und schließt sich daher den Schattenjägern an. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Lillys Mutter, die zudem als einzige weiß wo der Kelch des Engels Ratiel versteckt ist.
Kritik
Um ganz ehrlich zu sein war ich nicht sonderlich heiß auf den Film. In Sachen Bücher teilen ich und meine Holde nur selten einen Schmack, da mir die meisten der Fantasyromane in ihrem Schrank zu einfallslos und kitschig sind. Ich meine, seien wir doch mal ehrlich: Im Prinzip geht es immer um ein normales Mädchen/Frau, die plötzlich in eine Fantasywelt abseits der unseren gerät und sich dort verliebt. Dann beginnt aber erstmal ein ewiges Herumtänzeln zwischen Männlein und Weiblein, denn Liebe ist ja so kompliziert und Umstände, Bestimmungen oder sonstwelche Differenzen halten immer davon ab. Ich hatte also nicht gerade die Hoffnung, dass sich "City of Bones" großartig von den anderen Schmonzetten unterscheiden würde.
Nun, in gewisser Weise tut der Film bzw. das Buch das auch nicht. Aber "City of Bones" bietet mehr. Mag die Ausgangsidee, dass ein junges Mädchen besondere Fähigkeiten hat und in eine Fantasywelt eintaucht, nicht gerade hochkreativ sein, so ist die Welt von "The mortal Instruments" doch recht interessant. Der Mix zwischen Großstadt-Dämonenjagd und unsichtbaren Zwischenwelten ist interessant und wird auch gut umgesetzt. Und auch die (etwas zu plötzliche) Liebesgeschichte zwischen Jace und Clary bekommt eine Wendung, wie ich sie in einer derartigen Geschichte nicht erwartet hätte.
Der Film hat trotz einer recht langen Laufzeit von über 2 Stunden ein konstant hohes Erzähltempo und wird auch zu keiner Sekunde langweilig. Dieses hohe Erzähltempo verhindert zwar, dass der Film in Gesülze a'la "Twilight" abtaucht, aber leider auch eine Charakterentwicklung. Clary, Jace und Simon kommen dabei noch am besten weg, während viele Nebenfiguren wie Hodge, Luke, Isabell, Alec und auch der Gegenspieler Valentine (laut meinem holden Wesen wichtige Figuren) eher blass bleiben. Eigentlich wissen wir am Ende des Films nicht wirklich viel über die Charaktere. Außer, dass man - auch ohne sich zu spoilern - ahnen kann, wohin sich die Figur des Simon entwickeln wird.
Schauspielerisch gesehen kann ich daher also nur konstatieren, dass es solide, aber keineswegs überragend war. Wobei ich dies jetzt mal weniger den Schauspielern als vielmehr dem rasanten Drehbuch zuschreibe, denn gerade die wenigen Schauspieler, die ich vor dem Film kannte - Jarred Harris (Hodge) und Jonathan Rhys-Meyers (Valentine) - haben mich in
Die Inszenierung ist auch ganz ordentlich. Actionmäßig wird einiges geboten, darunter eine fast Tarantino-artige Schlacht gegen Vampire, die endlich mal wieder bösartige Kreaturen sind. Action gibt es zuhauf, die aber glücklicherweise nicht allzu sehr over the top geht (mit Over-the-top meine ich so Bruce-Willis-artige Szenen wie der Crash eines brennenden 16-Tonners über eine einstürzende Autobahnbrücke). Die Specialeffects sind auch phantasievoll umgesetzt. Die Kampfszenen und die Monster sind allgemein recht heftig, was man weder bei der Geschichte noch bei der Altersfreigabe (FSK 12) erwartet hätte.
In Sachen Ausstattung darf aber dann doch geschmunzelt werden. Die Schattenjäger sehen eher aus wie ich und meine Holde, wenn wir mal wieder die Schwarze Nacht in der örtlichen Rockfabrik besuchen. Nein, das trifft es nicht ganz: Die Schattenhjäger sehen so aus wie eine Horde Teenies, die ihre Eltern mit bösen, sexy Gothic Outfits schocken wollen. Yep, das trifft es.
Ich bitte euch: Nichts gegen ein gepflegtes Gothic/Metal Outfit zum Ausgehen, aber wenn ich wirklich glauben soll, dass diese Clique Dämonen jagt, dann ist das in Lederjacke, Minirock und - aufgepasst - High Heels (!) garantiert nicht von Erfolg gekrönt.
Das Institut der Schattenjäger hingegen erinnert äßerlich wie im Innern frappierend an die Schule eines gewissen Zauberers aus England (und nein, das liegt nicht daran, dass es ein schlossähnliches Gebäude ist). Das Portal, durch welches Valentine schließlich in das Institut gelangt, hingegen erinnert dagegen dann sehr an ein Stargate aus der gleichnamigen Serie. Man wartet gerade noch darauf, das Colonnel O'Neill mit einer MG heraustritt.
Uneingeschränkt gefallen jedoch die "Stadt der Stille" (blöde Übersetzung für die titelgebende Knochenstadt) unterhalb des Friedhofes von New York.
Insgesamt kann man also sagen, dass mir der Film im Gesamten recht gut gefallen hat, und wenn man sich in der Fortsetzung vielleicht etwas mehr auf die Charaktere fokussiert, kann ich vielleicht auch fünf Sterne zücken.
Zwei Schwächen müssen dann allerdings noch definitiv ausgemerzt werden:
Die deutsche Synchro ist mies. Eigentlich gehöre ich nicht wirklich zu den Synchro Gegnern, aber Lilly Collins hat mal eine dermaßen untalentierte Sprecherin erhalten, dass sich einem die Nackenhaare sträuben. Betonung, Klang, Ausdruck - da passt nichts, aber auch gar nichts, zusammen. Auch der Sprecher von Jace agiert etwas zu monoton. Im englischen Original können mich beide Schauspieler wesentlich mehr überzeugen.
Ach ja, und irgendjemand sollte Lilly Collins mal die Augenbrauen zupfen. Nicht falsch verstehen, irgendwie gefällt es mir ja, dass man für die beiden Hauptrollen mal Darsteller engagiert hat, die nicht unbedingt wie aalglatte Teenies aussehen, aber liebe Lilly: Die Theo-Waigel-Gedächtnis-Braue brauchst du wirklich nicht.
Die Blu Ray
Laufzeit Hauptfilm: 130 Min.
Laufzeit Specials: ca. 120 Min.
Sprachen: Deutsch (DTS HD 5.1), Englisch (DTS HD 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bild/Ton: Wie bei einem aktuellen Film nicht anders zu erwarten sind Bild- und Ton Verhältnisse sehr gut. Auch bei den zahlreichen dunklen und schattigen Bildern des Films bleibt das Bild glasklar. Die Dialogspur ist mir im Vergleich zu den Geräuschen etwas zu leise, aber dies scheint ein allgemeines Problem bei den neueren Soundabmischungen zu sein.
Specials:
Die Bluray bietet eine Fülle von Specials (s. Aufstellung unten). Das kurze "Making of" und der "Blick hinter die Kulissen" entpuppen sich leider als sehr kurz und sind im Prinzip nichts mehr als verlängerte Trailer. Cast und Crew dürfen mal kurz die Standartfloskeln (everything/one is so amazing/fantastic/great ... blabla rhabarber Labermist... dazwischenblubbern). Gehaltvoller ist da schon das 67minütige "Chroniken der Unterwelt Special" in dem auch nicht Leute wie ich, die die Bücher nicht gelesen haben, einen genaueren Einblick erhalten. Interviews, nicht verwendete Szenen, ein Musikvideos und eine Fülle von Trailer und Teaser runden das Paket ab.
Die Specials im Einzelnen:
- Special (ca. 67 Min.)
- Making of (ca. 10 Min.)
- Blick hinter die Kulissen (ca. 10 Min.)
- Interviews (ca. 17 Min.)
- Deleted Scenes (ca. 6 Min.)
- Originalteser und Trailer (ca. 16 Min.)
- Musikvideo "Almost is never enough"
20 Bewertungen, 7 Kommentare
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10.06.2014, 12:14 Uhr von Bina3000
Bewertung: sehr hilfreichFreue mich über Gegenbesuche... Liebe Grüße, Bina :)
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06.02.2014, 15:01 Uhr von monagirl
Bewertung: besonders wertvollViele liebe Grüße. Mona.
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06.02.2014, 13:39 Uhr von mausi1972
Bewertung: besonders wertvollSchöner Bericht. LG Marion
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06.02.2014, 13:31 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollGrüße aus dem Norden!
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06.02.2014, 12:35 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß *~+
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06.02.2014, 12:34 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichFreu mich über Gegenlesungen.
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06.02.2014, 10:59 Uhr von BoxerRocko
Bewertung: besonders wertvollLiebe Grüße
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