Der Peststurm (Taschenbuch) / Bernhard Wucherer Testbericht

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- Unterhaltungswert:
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- Stil:
Erfahrungsbericht von margy
Der Peststurm
Pro:
siehe bericht
Kontra:
siehe bericht
Empfehlung:
Ja
- Broschiert: 569 Seiten
- Verlag: Gmeiner; Auflage: 1 (4. März 2013)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3839213509
- ISBN-13: 978-3839213506
- Preis: 12,99 €
Der Umschlag des Buches ist helltürkis. Links sehe ich einen schwarzen Vogel, der wie ein Mensch in ein Gewand gehüllt ist und einen Hut trägt. Er hält einen dünnen Stab mit einem fliegenden Vogel einem Reiter entgegen. Dieser Reiter auf einem braunen Pferd trägt einenorangen Hut, hat den Kopf nach vorne geneigt. Über einem gelben Hemd trägt er eine braune Rüstung.
Autor:
Bernhard Wucherer, Jahrgang 1954, lebt wechselweise in Belgien und im Allgäu. Vor seiner Tätigkeit als Leiter einer Werbe-, Marketing- und Eventagentur war der Grafikdesigner als Schriftsetzer, Lithograf und Drucker tätig. Er ist Verfasser zahlreicher Werbetexte, Presseartikel und historischer Aufsätze.
Klappentext:
Staufen im Jahr 1635. Inmitten des Dreißigjährigen Krieges bricht die Pest aus. Aber nicht nur der Schwarze Tod fordert Opfer. Zwischen dem Totengräber und der Familie des Staufener Kastellans, Ulrich Dreyling von Wagrain, ist noch eine alte Rechnung offen und der missgünstige Dorfschuster setzt alles daran, die jüdische Familie Bomberg aus ihrem Haus zu vertreiben und zu vernichten.
Genre dieses Buches:
Es handelt sich um einen historischen Kriminalroman.
Gestaltung des Buchumschlages:
nach einer Vorlage des Bildes "Man on Horseback" von Gerard ter Borch
Eingangstext:
Den 706 Pesttoten Staufens des Jahres 1635 gewidmet.
Im Innenteil des Buches befindet sich:
- ein gerahmtes Bild vom Markt in Staufen des 17. Jahrhunderts mit gegliederten Beschreibungen
- ein Bild des Schlosses in Staufen mit gegliederten Beschreibungen
Aus dem Innenteil des Buches:
Erbarmungsloser Kampf. Staufen im Jahr 1635. Dieses Jahr hat europaweit schreckliche Ereignisse mit sich gebracht und es soll noch schlimmer kommen. Die Pest bricht aus und holt sich erbarmungslos ihre gebeutelten und wehrlosen Opfer - und dies inmitten der Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges. Ungeachtet dessen ist zwischen dem Totengräber Ruland Berging und der Familie des gräflichen Schlossverwalters Ulrich Dreyling von Wagrain eine Rechnung offen. Während der Schurke versucht, den kleinen Diedrich Dreyling von Wagrain aus dem sicheren Schlosshof zu locken, möchte er auch noch dessen älteren Bruder Lodewig umbringen. Gleichzeitig setzt der missgünstige Schuhmacher Hemmo Grob alles daran, die jüdische Familie Bomberg aus deren schmucken Haus zu vertreiben und zu vernichten. Ausgerechnet Sarah, die älteste Tochter der Juden, ist vor kurzer Zeit Lodewigs Frau geworden. Die Ereignisse überschlagen sich...
Einleitung:
1635
von May bis Sanct Nikolaustag
"Meine Feder ist zu schwach unnd die Trübsal dieses Jahrs zu groß, alls daß ich es den Nachkommen nicht genugsam beschreiben kann.
Es ist nicht zu glauben, was die verarmte Bürgerschafft ausgestanden hat. Wäre ein gantzes Buch zu schreiben."
(Christoph Schorer, zeitgenössischer Allgäuer Chronist am Ende des Jahres 1635)
Leseprobe:
Die Hinrichtung des aus dem Herzogtum Schlesien ins Allgäu geflohenen Arztes Heinrich Schwartz, der es Ende des vergangenen Jahres mittels verteufelt gut dosierter Kräutergiftmischungen geschafft hatte, die einfachen Bauern- und Handwerkerfamilien des Tausend-Seelen-Dorfes Staufen glauben zu machen, dass ihre Verwandten und Freunde langsam an der Pestilenz erkrankt und schlussendlich daran gestorben waren, lag jetzt knapp zwei Wochen zurück. Deswegen vermochte es die Leiche des auf dem "Galgenbihl" erhängten Giftmörders mittlerweile, noch erbärmlicher zum Himmel zu stinken, als dessen von Gott verdammte Taten, die erst aufgrund ihrer Aufdeckung durch den Medizinstudiosus Eginhard, ältester Sohn des Staufner Schlossverwalters Hannß Ulrich Dreyling von Wagrain, ruchbar geworden waren.
Schreibstil:
teilweise obsolete Sprache, sonst modern, lebendig, realistisch und glaubwürdig, interessant, unterhaltsam, spannend
Meinung:
Mit seinen Einführungen und den Bildern mit detaillierten Kurzbeschreibungen erstellt Bernhard Wucherer ein komplettes Bild Staufens aus der Zeit des 17. Jahrhunderts, in der die Pest wütete. Es muss sehr schlimm gewesen sein, denn die Ausführung des Chronisten zu Anfang des Buches lässt darauf schließen.
Bewegend und beklemmend erzählt Bernhard Wucherer, es ist lebendig, interessant und spannend zugleich, wie er schreibt. Allein das 1. Kapitel, bei dem es um den Arzt und Giftmischer geht, der wegen vielfachen Mordes erhängt wird, ist realistisch, es ist glaubwürdig. Es geht um eine Zeit, in der Hinrichtungen täglich mehrfach vollzogen wurden in der brutalsten Art und Weise. Erhängen war davon noch eine der humansten Arten der Hinrichtung.
Aus dem Text des Chronisten leite ich persönlich, ab, dass er fassungslos vor dem Übel seiner Zeit steht.
Sehr detailliert und sehr genau befasst sich der Autor mit Staufen im Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1635.
In den Ausführungen kommen Gedanken, der Glaube und Aberglaube, auch das Fühlen der Menschen im 17. Jahrhundert sehr gut zur Geltung. Es sind die Menschen untereinander, die so, wie Wucherer es schreibt, sich über die Hinrichtung des Mörders unterhalten und seine Taten verurteilen.
Grausam und brutal, fast ekelerregend ist der Mann beschrieben, der am Galgen baumelt. Mit ihm ist zwar einer der Täter und Übeltäter aus der Welt geschafft, doch der Drahtzieher noch nicht. Berging ist derjenige, der den Plan ausheckte, der Arzt derjenige, der den Plan ausführte.
Es geht um Recht und Unrecht in jener düsteren Zeit, die wir nur aus Geschichtsbüchern oder Romanen kennen und das auch nur andeutungsweise. Es geht um Menschen, die aus der Pest ihren Vorteil schlugen und es geht um die Außenseiter des Volkes, nämlich die Juden.
Berging hat Angst, verraten werden zu können und will auch die noch aus dem Weg räumen, die ihm gefährlich sind.
Dass er eigentlich sein eigener Feind ist und selbst verantwortlich für seine Machenschaften, scheint er nicht zu merken, schiebt das weit von sich weg und legt es jetzt auf Lodewig und Diedrich an. Diese beiden Männer hat er im Visier - der Vater und seinen Sohn, die als nächstes dran glauben sollen, damit sie nicht sagen, was sie von ihm wissen.
Der Dreißigjährige Krieg wird mit in den Roman eingeflochten und so wird die Zeit lebendig, über die wir ansatzweise erfahren. Alle Begebenheiten wissen wir nicht in vollem Umfang, doch was herauszufinden ist, bindet Wucherer mit ein. Dafür hat er sicher sehr gute Recherchen angestellt.
Wucherer widmet sich dem Leben der einfachen Bürger, er geht in allen Details sehr sorgfältig vor, sei es seine fiktive Geschichte oder die historischen Begebenheiten oder der Alltag der Bürger.
Dabei sind seine Sätze, seine Worte, die er einsetzt, sehr einfach, die Sprache flüssig und leicht verständlich.
Vom einfachen Bürger angefangen über Beamte bis hin zum König beschreibt er die Stände, lässt die Zeit leben und zeigt auf diese Weise die Rechte oder die Untertänigkeit der Menschen.
Es geht um die Lebensbedingungen, die nicht nur auf Staufen anzuwenden sind, sondern überall in Deutschland im 17. Jahrhundert. Bunt und farbenfroh ist diese Welt, mit all dem, was sich dort abspielt, aber auch genauso düster und dunkel. Unheil wartet und es macht Lust auf mehr Lesestoff von diesem Schriftsteller.
18 Bewertungen, 7 Kommentare
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26.01.2014, 20:52 Uhr von oskermit
Bewertung: sehr hilfreichKLASSE berichtet! DANKE für deinen Besuch bei mir!
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23.01.2014, 17:25 Uhr von Gi22Fr
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße und einen schönen Abend noch - Gitte
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23.01.2014, 07:16 Uhr von Berater
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht. Freue mich über Gegenlesung :)
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22.01.2014, 23:37 Uhr von monagirl
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße. Mona.
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22.01.2014, 16:19 Uhr von mausi1972
Bewertung: sehr hilfreichGrüße von Marion
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22.01.2014, 13:57 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichFreu mich über Gegenlesungen
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22.01.2014, 13:11 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichGrüße. KATJA.
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