heinrichpoff.de (nicht mehr aktiv) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von catmother
Löblich oder unredlich? Ich glaub, ich bin im falschen Film!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Heute schon gelacht? Eigentlich ist es ja eher zum Heulen, mit welchem Blödsinn wir im Zeitalter von Internet zugeschüttet werden.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer bei uns im Büro diesen Schwachsinn zum ersten Mal gefunden hat, aber natürlich gingen wir dann alle mal dort schnüffeln und ich bin sichtlich erschüttert, aber auch sehr erheitert gewesen. Daran will ich euch teilhaben lassen.
** Aufbau **
Die Eingangsseite ist recht schlicht: ein Bild mit einem Kreuz und darunter der Leitspruch: „Heinrich und Erich Poffs redliche Seite für Erziehungsberechtigte“. Und nur als solche darf man sich dort umsehen. Wer also redlich ist, klickt auf „Ja, ich bin Erziehungsberechtigter“ und schon kommt er in den Himmel. Alle anderen, die sich womöglich unberechtigterweise auf den elektrischen Seiten befinden, werden nicht geduldet und gezüchtigt. (Wie er das wohl machen will?)
Ich bin zwar nicht im eigentlichen Sinne erziehungsberechtigt, aber da ich meine Katzen immer als Kinder durchgehen lasse, zähle ich mich mal dazu und trete ein.
Der Witz ist, und das hat der gute HP sicher nicht beabsichtigt, nun geht eine Pop-up-Seite auf, die ja wohl überhaupt nicht löblich ist – Funnywelt.de. Ich glaube, er zieht auch an einer Stelle darüber her, aber machen kann er da wohl nichts.
Die Seiten sind erstaunlich klar strukturiert und teilen sich in ein Hauptfeld und eine Linkliste auf der linken Seite, die ich als erstes erläutern will. Hier findet man Pamphlete und Artikel von HP zu den folgenden Themen:
Artikel zu
- Elektrische Armee – Gott bewahre, hier wird das ganz unredliche Spiel „Zählerschlag“ (Counterstrike) verdammt. So etwas darf es in unserem Medien nicht geben und man soll seine löbliche Beschwerde an das Bundesaufsichtsamt für jugendgefährdende Schriften richten.
- Tragödie von Erfurt – nach dem erschütternden Massaker fordert HP verschiedene Maßnahmen, die es Jugendlichen schwerer machen, an Waffen zu kommen (u.a. löbliche Polizisten in Tanzhäusern zu platzieren)
- Tretbrett – Tretbretter (Kickboards) und Inleine-Rochen (Inline-Skates) müssen verboten werden, da der löbliche Bürger gefährdet wird von den unredlichen Bengeln.
- Weichwarepiraterie – Eine Weltkarte zeigt die Regionen, wo am stärksten Softwarepiraterie betrieben wird. Und hier muß ich mal zitieren, weil ich das absolut krass finde: „Viele unlöbliche und von Dämonen besessene Bengel laden sich Weichware aus dem Internetz anstatt sie im Geschäft käuflich zu erwerben - so wie es sich gehört. Selbstverständlich sind Weichwareprodukte nicht immer günstig, gerade Fenster von Winzigweich ist ein System, welches oft mehrere hundert Mark kosten kann und nicht jeder Jugendliche kann es sich leisten. Wie Sie auf der oberen Grafik sehen können: In der löblichen Bundesrepublik ist die Weichwarepiraterierate noch unter 50%, doch das ist zu viel !“ Vor allem über „Fenster von Winzigweich“ habe ich mich echt schlapp gelacht. Bis man rausbekommt, was er damit meint, sitzt man erst mal mit offenem Mund da. Ich hoffe, ich überfordere euch nicht – gemeint ist natürlich Windows von Microsoft.
- Unzucht – Unzucht zwecks Kinderwunsch ist erlaubt, zur Lustempfindung ist sie ein Gräuel. Man soll das den Kindern mit ca. 13 erklären, da sie dann noch (vielleicht) auf ihre Erziehungsberechtigten hören.
Weiter Themen sind noch Drachenbälle, Süd-Park, Gefahren der neuen Medien, Spendenbereitschaft, Gefahren aus dem Internetz, Wie man redlich wird.
Unter der Rubrik „Dienste“ bietet HP u.a. Verknüpfungen (Links) an, Häufig gestellte Fragen und einen Nachrichtenbrief (Newsletter).
Eine weitere Reihe widmet sich dem Schnell-Essen (eine Nährstofftabelle der McDonald und BurgerKing-Produkte), und eine Rezeptesammlung beinhaltet die vortrefflichen Rezepte für Spinatsuppe, Lindenblütentee (Teebeutel), Brennnesseltee und Orangenmüsli. Ich hoffe, HP verlangt nicht, die Ernährung nur auf diese vier Gerichte umzustellen.
Die Sparte „Intern/ Informationen“ führt letztendlich noch zu einem Kaufladen und einem Rechnerkurs für ältere Leute, die allerdings noch nicht funktionieren, mp3-Dateien aus einem Telefongästebuch (dazu braucht man Fenster Medien Abspieler, den man sich auf der elektrischen Seite von Winzigweich runterladen kann. (Wie unlöblich!)
Der Hit wird sicher das Heinrich-Lied, das gerade so bearbeitet wird, daß man es als Klingelton auf sein Handy laden kann. Allerdings standen mir dabei so die Haare zu Berge, daß ich keinen Kommentar dazu abgeben kann.
Der Plauderkanal, eine Seite über seine zwei redlichen Mitarbeiter, das Nachrichtenbrett und das Telefongästebuch, bei dem man über eine 0190er Nummer anrufen kann und gespeichert wird, runden das Ganze ab.
Ach ja, die natürlich wichtigste Nachricht für alle löblichen Menschen darf nicht fehlen: HP ist nun endlich nach viel Zeit wieder anleine und hat den Servierer gewechselt.
** Meine Meinung **
Tja, was soll ich dazu sagen? Wir rätseln hier im Büro immer noch herum, ob uns da jemand tüchtig verscheißern will oder man mit der Rache des Kämpfers gegen die dämonische Macht der Industrie rechnen muß.
Während mein Kollege felsenfest davon überzeugt ist, daß das ein recht überzeugend gemachter Mediengag à la Stefan Raab ist oder PSR-Sinnlostelefon, könnte ich mir durchaus vorstellen, daß das jemand ernsthaft betreibt.
Auf den ersten Blick sieht nämlich diese ganze Demagogie verdammt nach diesen zum Teil schon abartigen Wander- und Fernsehpredigern aus, die so durch die USA geistern und gegen jedes und alles wettern.
Und seien wir doch mal ehrlich, wer fragt sich nicht gelegentlich, ob die zunehmende Anglisierung unserer Sprache wirklich nötig ist. Aber was HP hier betreibt, ist natürlich eher zum Schreien. „Fenster von Winzigweich“ ist einfach der Brüller unter allen Versuchen, Anglizismen wieder ins Deutsche zu übersetzen.
Oder Sex mit 13? Ist das wirklich erstrebenswert? Allerdings finde ich es nun wieder übertrieben und mittelalterlich zu predigen, Sex sei nur dann löblich, wenn man es auf Nachwuchs anlegt. Mein Gott, aus dem Zeitalter sind wir doch nun schon lange raus. Und nicht mal die Bibel hat das mit dieser Konsequenz gemeint und kann als Quelle so richtig herangezogen werden.
Einmal kam ich tatsächlich in Zweifel, ob es nicht doch Verarsche ist: als ich das Heinrich-Lied hörte. Das klang mir doch stark nach Raab (allerdings war es nicht seine Stimme), mit der Klampfe ein Loblied auf Heinrich – wer ist denn so bescheuert und macht so was? Aber es gibt genug selbstverliebte und von sich überzeugte Menschen (und diese Seite beweist es), die vor nichts zurückschrecken.
** Fazit **
Eigentlich tut es mir ein wenig Leid, daß die Seite jetzt vermutlich etwas Zulauf bekommen wird, wenn sich einige yopis darauf umsehen und diesen himmelschreienden Quatsch ansehen wollen. Aber ich mußte meine Erheiterung und mein Kopfschütteln einfach loswerden.
Wie gesagt, ich bin nicht sicher ob Unsinn oder Ernst – beurteilt es einfach selbst.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer bei uns im Büro diesen Schwachsinn zum ersten Mal gefunden hat, aber natürlich gingen wir dann alle mal dort schnüffeln und ich bin sichtlich erschüttert, aber auch sehr erheitert gewesen. Daran will ich euch teilhaben lassen.
** Aufbau **
Die Eingangsseite ist recht schlicht: ein Bild mit einem Kreuz und darunter der Leitspruch: „Heinrich und Erich Poffs redliche Seite für Erziehungsberechtigte“. Und nur als solche darf man sich dort umsehen. Wer also redlich ist, klickt auf „Ja, ich bin Erziehungsberechtigter“ und schon kommt er in den Himmel. Alle anderen, die sich womöglich unberechtigterweise auf den elektrischen Seiten befinden, werden nicht geduldet und gezüchtigt. (Wie er das wohl machen will?)
Ich bin zwar nicht im eigentlichen Sinne erziehungsberechtigt, aber da ich meine Katzen immer als Kinder durchgehen lasse, zähle ich mich mal dazu und trete ein.
Der Witz ist, und das hat der gute HP sicher nicht beabsichtigt, nun geht eine Pop-up-Seite auf, die ja wohl überhaupt nicht löblich ist – Funnywelt.de. Ich glaube, er zieht auch an einer Stelle darüber her, aber machen kann er da wohl nichts.
Die Seiten sind erstaunlich klar strukturiert und teilen sich in ein Hauptfeld und eine Linkliste auf der linken Seite, die ich als erstes erläutern will. Hier findet man Pamphlete und Artikel von HP zu den folgenden Themen:
Artikel zu
- Elektrische Armee – Gott bewahre, hier wird das ganz unredliche Spiel „Zählerschlag“ (Counterstrike) verdammt. So etwas darf es in unserem Medien nicht geben und man soll seine löbliche Beschwerde an das Bundesaufsichtsamt für jugendgefährdende Schriften richten.
- Tragödie von Erfurt – nach dem erschütternden Massaker fordert HP verschiedene Maßnahmen, die es Jugendlichen schwerer machen, an Waffen zu kommen (u.a. löbliche Polizisten in Tanzhäusern zu platzieren)
- Tretbrett – Tretbretter (Kickboards) und Inleine-Rochen (Inline-Skates) müssen verboten werden, da der löbliche Bürger gefährdet wird von den unredlichen Bengeln.
- Weichwarepiraterie – Eine Weltkarte zeigt die Regionen, wo am stärksten Softwarepiraterie betrieben wird. Und hier muß ich mal zitieren, weil ich das absolut krass finde: „Viele unlöbliche und von Dämonen besessene Bengel laden sich Weichware aus dem Internetz anstatt sie im Geschäft käuflich zu erwerben - so wie es sich gehört. Selbstverständlich sind Weichwareprodukte nicht immer günstig, gerade Fenster von Winzigweich ist ein System, welches oft mehrere hundert Mark kosten kann und nicht jeder Jugendliche kann es sich leisten. Wie Sie auf der oberen Grafik sehen können: In der löblichen Bundesrepublik ist die Weichwarepiraterierate noch unter 50%, doch das ist zu viel !“ Vor allem über „Fenster von Winzigweich“ habe ich mich echt schlapp gelacht. Bis man rausbekommt, was er damit meint, sitzt man erst mal mit offenem Mund da. Ich hoffe, ich überfordere euch nicht – gemeint ist natürlich Windows von Microsoft.
- Unzucht – Unzucht zwecks Kinderwunsch ist erlaubt, zur Lustempfindung ist sie ein Gräuel. Man soll das den Kindern mit ca. 13 erklären, da sie dann noch (vielleicht) auf ihre Erziehungsberechtigten hören.
Weiter Themen sind noch Drachenbälle, Süd-Park, Gefahren der neuen Medien, Spendenbereitschaft, Gefahren aus dem Internetz, Wie man redlich wird.
Unter der Rubrik „Dienste“ bietet HP u.a. Verknüpfungen (Links) an, Häufig gestellte Fragen und einen Nachrichtenbrief (Newsletter).
Eine weitere Reihe widmet sich dem Schnell-Essen (eine Nährstofftabelle der McDonald und BurgerKing-Produkte), und eine Rezeptesammlung beinhaltet die vortrefflichen Rezepte für Spinatsuppe, Lindenblütentee (Teebeutel), Brennnesseltee und Orangenmüsli. Ich hoffe, HP verlangt nicht, die Ernährung nur auf diese vier Gerichte umzustellen.
Die Sparte „Intern/ Informationen“ führt letztendlich noch zu einem Kaufladen und einem Rechnerkurs für ältere Leute, die allerdings noch nicht funktionieren, mp3-Dateien aus einem Telefongästebuch (dazu braucht man Fenster Medien Abspieler, den man sich auf der elektrischen Seite von Winzigweich runterladen kann. (Wie unlöblich!)
Der Hit wird sicher das Heinrich-Lied, das gerade so bearbeitet wird, daß man es als Klingelton auf sein Handy laden kann. Allerdings standen mir dabei so die Haare zu Berge, daß ich keinen Kommentar dazu abgeben kann.
Der Plauderkanal, eine Seite über seine zwei redlichen Mitarbeiter, das Nachrichtenbrett und das Telefongästebuch, bei dem man über eine 0190er Nummer anrufen kann und gespeichert wird, runden das Ganze ab.
Ach ja, die natürlich wichtigste Nachricht für alle löblichen Menschen darf nicht fehlen: HP ist nun endlich nach viel Zeit wieder anleine und hat den Servierer gewechselt.
** Meine Meinung **
Tja, was soll ich dazu sagen? Wir rätseln hier im Büro immer noch herum, ob uns da jemand tüchtig verscheißern will oder man mit der Rache des Kämpfers gegen die dämonische Macht der Industrie rechnen muß.
Während mein Kollege felsenfest davon überzeugt ist, daß das ein recht überzeugend gemachter Mediengag à la Stefan Raab ist oder PSR-Sinnlostelefon, könnte ich mir durchaus vorstellen, daß das jemand ernsthaft betreibt.
Auf den ersten Blick sieht nämlich diese ganze Demagogie verdammt nach diesen zum Teil schon abartigen Wander- und Fernsehpredigern aus, die so durch die USA geistern und gegen jedes und alles wettern.
Und seien wir doch mal ehrlich, wer fragt sich nicht gelegentlich, ob die zunehmende Anglisierung unserer Sprache wirklich nötig ist. Aber was HP hier betreibt, ist natürlich eher zum Schreien. „Fenster von Winzigweich“ ist einfach der Brüller unter allen Versuchen, Anglizismen wieder ins Deutsche zu übersetzen.
Oder Sex mit 13? Ist das wirklich erstrebenswert? Allerdings finde ich es nun wieder übertrieben und mittelalterlich zu predigen, Sex sei nur dann löblich, wenn man es auf Nachwuchs anlegt. Mein Gott, aus dem Zeitalter sind wir doch nun schon lange raus. Und nicht mal die Bibel hat das mit dieser Konsequenz gemeint und kann als Quelle so richtig herangezogen werden.
Einmal kam ich tatsächlich in Zweifel, ob es nicht doch Verarsche ist: als ich das Heinrich-Lied hörte. Das klang mir doch stark nach Raab (allerdings war es nicht seine Stimme), mit der Klampfe ein Loblied auf Heinrich – wer ist denn so bescheuert und macht so was? Aber es gibt genug selbstverliebte und von sich überzeugte Menschen (und diese Seite beweist es), die vor nichts zurückschrecken.
** Fazit **
Eigentlich tut es mir ein wenig Leid, daß die Seite jetzt vermutlich etwas Zulauf bekommen wird, wenn sich einige yopis darauf umsehen und diesen himmelschreienden Quatsch ansehen wollen. Aber ich mußte meine Erheiterung und mein Kopfschütteln einfach loswerden.
Wie gesagt, ich bin nicht sicher ob Unsinn oder Ernst – beurteilt es einfach selbst.
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