inselkampf.de Testbericht

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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher

Der Björn hat seine eigene Insel!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer träumt denn nicht von seiner eigenen Insel. Weißer Strand, blaues Wasser, Sonnenschein, eine bequeme Liege, ein paar Hula-Tänzerin oder Tänzer (je nachdem was man lieber will), schöne Cocktails oder kühles Bier und einfach daliegen und die Seele baumeln lassen.
Doch einiges Tages stößt man bei einem der seltenen Spaziergänge, man will ja nicht zu dick werden, auf etwas goldenes glitzerndes und es ist auch das, wofür man es hält: Es ist Gold! Sofort dringt der Kapitalist in einem durch, die Liege wird weggeworfen, die Cocktails ausgeschüttet und die Hula-Tänzerin und Tänzer bekommen eine Schaufel und eine Hacke in die Hand gedrückt, ein paar auch ein paar Steine als Waffen in die Hand gedrückt, denn irgendwer muss ja die Arbeiter unterdrücken und kontrollieren. und auf geht’s zur Arbeit.

So oder so ähnlich kann man sich die Vorgeschichte zum Spiel Inselkampf vorstellen. Inselkampf ist ein Online-Spiel, das heißt man spielt es online im Internet gegen zahlreiche Mitspieler theoretisch aus aller Welt, braucht keine Software auf der Festplatte, sondern nur einen Internetanschluss. Zudem ist das Spiel auch noch kostenlos, so dass man außer den I-Net-Kosten nix zahlen muss.

Die Seite
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Das Spiel ist erreichbar über die Seite www.inselkampf.de, doch wenn man auf diese surft, wird man erst einmal ernüchtert. Nix zu sehen, von karibischem Flair, eine fast komplett weiße Seite, in der Mitte ein lieblos gestaltetes Männchen, der Schriftzug INSELKAMPF, ein Feld zum Einloggen, eins zum anmelden und eine kleine Statistik, die einen darüber informiert, wie viele Spieler, den hier schon mitmachen. Naja, trotzdem mal angemeldet, einen Usernamen ausgesucht und los kanns gehen. Die Anmeldung geht dabei relativ einfach. Einfach Username der Wahl angeben und eine e-mail-Adresse. Dann bekommt man ein Passwort und los geht.

Das Spielmenü
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Das Spielmenü steht der kargen Startseite im Wetteifern um lostlose und tristes Design in nix nach. Der Hintergrund ist wieder ganz weiß, oben sieht man Datum und Uhrzeit, seinen Namen, den Namen seiner Insel, den man auch noch festlegen kann und die Anzahl von Gold, Steinen und Holz, die man besitzt. Dies sind die 3 Rohstoffe, welche man auf seiner Insel besitzt. Zudem sieht man noch, dass man schon etwas besitzt. Seine kleine Hütte, genannt Haupthaus, dazu ein bissel Gold, ein bissel Holz und ein paar Steine.

Das Spiel
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Also fängt man an sein kapitalistisches Unternehmen auf der ehemals idyllischen Insel hochzuziehen. Das fängt erst einmal damit an, dass man die Rohstoffförderung verbessert. So baut man eine Goldmine, eine Steingrube und ein Sägewerk. Mit jedem was man baut, wird die Fördermenge des Rohstoffes pro Stunde erhöht. Jede Stunde bekommt man nämlich Rohstoffe jeder Sorte, und umso bessere Minen man hat (man kann seine Minen nämlich noch verbessern, bis insgesamt zur 20. Stufe) umso mehr Rohstoffe bekommt man pro Sorte. Doch Vorsicht: Jeder höhere Stufe kostet einen mehr Rohstoffe, und der Ausbau dauert länger: So dauert der Ausbau einer neuen Stufe am Anfang nur wenige Minuten, später werden es dann plötzlich auch mal 11 Stunden und mehr. Und man kann immer nur ein Gebäude bauen.

Aber das ist auch noch nicht das Ende. Der geneigte Kapitalist begnügt sich ja schließlich nicht mit dem Ansammeln von Rohstoffen, deswegen baut man flugs noch eine Kaserne, denn mit dieser kann man seine ersten Einheiten bauen: Die Steinewerfer. Auch deren Ausbildung kostet natürlich etwas Geld (in Form von Rohstoffen) und auch Zeit, aber so baut man sich langsam eine kleine Armee auf, welche die eigenen Rohstoffe beschützt.

Dies ist auch bitter nötig, denn man hat schon gesehen, dass sich in dem selben Ozean und in allen weiteren Ozeanen (das ist die Bezeichnung im Spiel, mir ist schon klar, dass es nicht so viele Ozeane gibt) auch andere Inseln gibt, mit anderen kapitalistischen Herrschern, die auch das gleiche Ziel verfolgen, wie man selbst. Reich werden und dann immer reicher werden. Um sich gegen diese noch besser zu schützen, baut man noch eine Steinmauer und vielleicht noch ein paar Speicher, in welchen die eigenen Rohstoffe sicherer sind.

Und so geht das Spiel immer weiter, man baut noch einen Hafen, einen Marktplatz und fängt an Handel mit den anderen Inseln zu treiben. Doch irgendwann will man mehr als handeln, baut einen größeren Hafen und die ersten Kriegsschiffe.

So kommt das Spiel vom Thema INSEL, langsam zum Thema KAMPF. Man baut sich größere Armeen, bessere Kämpfer, statt den alten Steinwerfern, holt man sich Speerkämpfer oder Bogenschützen, vorher muss man natürlich erst einmal den Speer und den Bogen erfinden usw.

Aber da man auch alleine keine große Chance hat, fängt man sich an zusammenzuschließen in Allianzen. Das sind immer mehrere (bis zu 30) Inselbesitzer, die von nun an gemeinsame Sache machen. Sie unterstützen sich gegenseitig mit Rohstoffen, helfen einander bei Verteidigung und Eroberung und treten mit einer Stimme bei Verhandlungen mit den zahlreichen anderen Allianzen auf.

So vereint dieses Spiels eigentlich alles, was den Aufbau der menschlichen Gesellschaft ausmachte. Erst entdeckt man die Rohstoffe, baut sie ab, wird reicher, irgendwann hat man zu wenig Platz, fängt an anderer zu erobern oder entdeckt den Handel, schließt dabei mit anderen Bündnisse, Friedensverträge, Nichtangriffspakte, erklärt anderen den Krieg und hat immer nur ein Ziel: Der erste in der Rangliste zu sein.

Ja, eine Rangliste gibt es natürlich auch!

Trotzdem ist das Spiel recht lustig oder gerade auch deswegen. Es kann in punkto Grafik (die gibt es eigentlich gar nicht) oder Spielkomplex zwar kaum mit Spielen wie Civilisation mithalten oder Anno 1503 oder ähnlichen Spielen, an welche dieses Spiel angelehnt ist, aber es hat einen Vorteil. Die Mitspieler sind keine Computergegner, sondern echte Menschen. Man kann sich mit einem sehr guten Messagesystem unterhalten, hat ein Forum, in dem man diskutieren kann, etc.

So kann jeder versuchen diesen Beschäftigungen nachzugehen, welche er im tatsächlichen Leben nur in kleiner Form kann. Das Spiel gewinnt dabei trotz seines lieblosen Aussehens schnell überhand über einen, entwickelt einen hohen Suchtfaktor und man erwischt sich schon „morgens“ , kurz vor dem in die Uni gehen dabei, wie man schnell noch mal reinschaut, um den nächsten Bau in Auftrag zu geben, der dann pünktlich zur Heimkehr von der Uni fertiggestellt wird.

Doch leider gibt es auch bei diesem Spiel ein paar negative Dinge. Über die nicht vorhandene Grafik und das schlechte Design der Seite kann wegsehen. Mittlerweile schrecklich sind aber vor allem am Wochenende und Nachmittags die Ladezeiten der Website. Bis die Seite nach einem Klick reagiert, haben manche Leute hier schon 10 Berichte gelesen (dieser hier ist bei einigen Klickern sich drunter). Dem soll aber bald durch einen neuen Server Abhilfe geschaffen werden.
Noch schlimmer ist aber teilweise der Umgangston, was einen doch sehr stört. Das ganze ist ein Spiel, das sollte man nie vergessen. Man kann in diesem Spiel mal Kapitalist und Imperialist spielen, man sollte aber ein normaler Mensch bleiben und seine anderen Mitspielern wie Menschen behandeln. Dies vergessen aber manche wirklich und so gibt es im Forum und auch in Nachrichten des öfteren, welche die über die Stränge schlagen und sich nur, weil sie in der Rangliste auf Platz x stehen, für die größten Handeln und die anderen für ihre kleinen Sklaven. Aber dies gehört bei so einem Spiel wohl auch dazu (und ist mittlerweile ja auch in so ziemlich jeder Internet-Community gang und gebe, wem muss ich das weniger erzählen, als den Lesern hier).

Was ich ebenfalls schon leicht erschreckend finde ist, mit welchen Mitteln manche mittlerweile Erfolg haben wollen bei so einem Spiel. So gibt es in diesem Spiel einen Marktplatz, in dem man Holz oder Steine gegen Gold tauschen kann (mit anderen Usern), aber das ganze fängt jetzt schon an Ebay zu belagern, so verkaufen dort welche ihre Spiel-Rohstoffe gegen bares Geld. Naja manche Leute scheinen es nötig zu haben, aber bevor ich 4 Euro für 5000 virtuelle Rohstoffe für ein Online-Spiel hinlege, müssen schon noch ein paar Tage vergehen bzw. die Welt, wie ich sie kenne, muss untergehen und eine neue Welt muss entstehen, in der die Anzahl der Rohstoffe bei dem Spiel Inselkampf mein persönliches Glück oder zumindest meine Gesundheit (und damit ja auch wieder mein Glück) erheblich verbessert.

Fazit
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Inselkampf ist ein lustiges Spiel, das noch ein paar Schwächen hat, welches aber trotzdem größtenteils Spaß bringt und welchen man sich mal anschauen kann. Man sollte aber vorsichtig sein, da das Spiel auch sehr zeitintensiv sein kann, wenn man sich voll damit beschäftigt.

© Björn Becher 2003

25 Bewertungen