moneybookers.com Testbericht

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Erfahrungsbericht von Lakmal

moneybookers- nichts für Überweisungen an Ausländer; schweigsamer Kundendienst

Pro:

sehr günstige Tarife

Kontra:

unzuverlässig, langsam; Bedingungen für Transfer werden willkürlich entegen den auf der web.site gemachten Anforderungen festgelegt

Empfehlung:

Nein

Ein Hinweis vorweg: Ich habe meinem Ärger auch bei dooyoo.de und ciao.com schon Luft gemacht. Dieser Bericht stellt keinen fake dar!


Seit einiger Zeit unterstütze ich eine Familie in Sri Lanka. Bisher wickelte ich die Überweisungen über Western Union ab, was zwar sehr schnell geht, aber doch recht teuer ist. Dann hörte ich von moneybookers. Die Konditionen sind unschlagbar gut.

Die web-site von moneybookers ist zwar von iherer Grundstruktur her relativ übersichtlich aufgebaut, die Verfahrensweise jedoch nicht immer ganz einfach zu verstehen. Außerdem hält sich moneybookers nicht an die dort gemachten Aussagen und erlässt willkürlich neue Bedingungen, die dort nicht zu finden sind.

Im Menü "Profil" ist eine Statusangabe enthalten (nicht verifiziert/ Verifiziert) Gemäß den dort gemachten Erläuterungen ist es möglich, auch ohne Verifizierung einen bestimmten Betrag/ 90 Tagen zu transferieren. Für eine Verifizierung ist für die Staatsangehörigen der meisten Länder eine Übersendung der Ausweiskopie per fax oder e-mail erforderlich. Bei mir war ein Betrag von 5.000 €, bei dem Empfänger von 1.000 € angegeben, der ohne Verifizierung versandt bzw. empfangen werden kann.

Ich sendete am 05. Mai 2003 einen Betrag an "meine" Familie in Sri Lanka, der unter 1.000 € lag. Leider kam kein Geld an. Eine Information gab es auch nicht. Auf meine Anfrage erhielt ich die Antwort, dass eine Verifizierung des Empfängers erforderlich sei (entgegen den Angaben auf der Internetseite). Das stellt in manchen Regionen schon mal eine Hürde dar (keine telefonische Verbindung möglich, um zu erklären, dass ein entsprechendes fax gesendet werden muß- per Brief dauert es entsprechend lange; technische Voraussetzungen vor Ort zum Versenden von fax oder e-mail nicht gegeben, so dass der Empfänger erst mal eine Tagesreise in den nächsten größeren Ort unternehmen muß) Aber o.k., im Interesse der Sicherheit mag das zu akzeptieren sein.

Jedenfalls erhielt ich die Nachricht aus Sri Lanka, dass die Ausweiskopie abgesandt wurde, aber Geld kam dennoch nicht.Ich fragte erneut bei moneybookers an, mir wurde mitgeteilt, es wäre kein Fax eingegangen. Also das ganze nochmal von vorn. Als ich diesmal die Bestätigung aus Sri Lanka, erhielt, dass das Fax abgesetzt wurde, schrieb ich wieder an moneybookers, mit der Bitte, den Eingang zu bestätigen. Keine Antwort. Auch 4 weitere e-mail- anfragen und eine Anfrage über Fax wurden nicht beantwortet.

Am 08.06.2003 erhielt ich dann doch Antwort! Zum Pfingstsonntag! Und zwar gleich 3 x! Beim ersten mal teilte man mir mit, dass auch das zweite Fax nicht angekommen sei. Man vergaß jedoch meine Frage hinsichtlich der 5.000 bzw. 1.000€- Grenze bei der Verifizierung zu beantworten. Diese Antwort erhielt ich mit der zweiten e-mail. Alle Achtung! Die haben richtig Humor bei moneybookers, selbst wenn sie am Pfingstsonnag arbeiten müssen! man berief sich auf folgenden Auszug aus den AGB:

"3.9. Um die Integrität des Moneybookers Service zu gewährleisten,behält sich die Gesellschaft über diese Bedingungen hinaus vor, separate Bestimmungen für die Prävention von illegalen Transaktionen und Geldwäsche aufzustellen und anzuwenden."

Illegale Transaktionen! Geldwäsche! Bei einem Betrag von 200 €, wovon noch 3,50 € an Gebühren abgehen. Donnerwetter! Darauf wäre ich nicht gekommen!

Immerhin beruhigte man mich in der 3. e-mail, nachdem ich mein Unverständnis über diese Begründung geäußert hatte, dass die Sache (Gott sei Dank!) nicht unmittelbar was mit mir zu tun hat, sondern internationale Bestimmungen dies erfordern. O.K., ich kenne nur das Geldwäschegesetz, also nationales Recht, welches die "internationalen Bestimmungen" untersetzt. Da ist der Betrag, ab dem Transaktionen meldepflichtig sind, auf 15.000 € festgelegt. Aber vielleicht sind die internationalen Bestimmungen ja doch härter :-) .Auf jeden Fall schickte ich an das service-team vorsichtshalber mal einen link zum ZKA, damit sie sich über den Inhalt des Geldwäschegesetzes informieren können.

Daraufhin wurde mir dann am 10.06.03 mitgeteilt, dass nicht die Bestimmungen des Geldwäschegesetzes schuld an der Verzögerung sind, sondern dass es die OECD (organisation for economic co-operation and development) wäre, die so böse Reglungen erlassen hat. Das service-team schickte mir nun seinerseits dazu einen link zur offiziellen englischsprachigen web.site der OECD. Ich studierte sie rauf und runter- da gibt es überhaupt keine gesetzlichen Reglungen sondern nur Empfehlungen. Und von Grenzen unterhalb von 200 € ist gleich gar nicht die Rede!

Ebenfalls am 10.06.2003 hatte mir "meine" Familie aus Sri Lanka die (gut leserlichen) Kopien des Ausweises per e-mail zugesandt (wie die das geschafft haben, weiß ich nicht), die ich sofort an moneybookers mit der Bitte um umgehende Eingangsbestätigung und Bearbeitung weitergesandt habe. Am 11. und 12.06. hatte ich nochmals per e-mail die Bearbeitung angemahnt. Aber zunächst herrschte völlige Stille bei moneybookers.

Ich zitiere aus einer e-mail von moneybookers vom 08.05.2003:
"Sobald wir eine gültige Ausweiskopie von Herrn .... vorliegen haben, werden wir sofort die Überweisung abwickeln."

- Ahh - ja!

Inzwischen umfasste die Korrespondenz insgesamt 35 Faxe bzw. emails. Ziemlicher Aufwand für so eine Summe! Davon abgesehen war ich gezwungen, um die Bezahlung einer Arztrechnung und des Schulgeldes zu gewährleisten, zwei mal Geld mit Western Union zusätzlich zu versenden (Gebühren je 26 €- Aber da ist das Geld wenigstens nach paar Minuten verfügbar)

Am 15.06.2003 erhielt ich dann mal wieder eine e-mail (anscheinend findet Kundenbetreuung nur an Sonn- und Feiertagen statt?)Wahrscheinlich wurden die 5 Tage aber dazu benötigt, sich wieder eine neue Erklärung auszudenken, warum der Geldtransfer nicht endlich vonstatten gehen kann. Und es wurde auch eine gefunden! Jetzt wird plötzlich gefordert, dass die Ausweiskopie (diese ist also glücklicherweise wohl angekommen, obwohl ich keine Bestätigung erhielt) noch um eine amtlich beglaubigte Übersetzung ergänzt werden muß! Davon war noch nie vorher die Rede und es steht auch nicht in irgendwelchen Geschäftsbedingungen (zumindest hab ich nichts gefunden). Man hätte ja wenigstens darauf hinweisen können, als die Forderung nach einer Ausweiskopie gestellt wurde. Die ursprünglich günstige Möglichkeit, Geld zu übersenden wird durch diese Forderung natürlich verteuert- denn amtliche Beglaubigungen muß man nicht nur in Deutschland bezahlen.

Meine Fragen hinsichtlich der Diskrepanz zwischen dem auf der Internetseite genannten Höchstbetrag zur Überweisung ohne Verifizierung und dem Zirkus, der jetzt wegen 200 € abgezogen wird, wurde aber ebensowenig beantwortet wie meine Anfrage nach den genauen rechtlichen Vorschriften, die dieses umständliche Vorgehen angeblich erfordern.

Da meine Geduld merklich nachließ, schickte ich eine Einschätzung, die ich aufgrund der bis zu diesem Zeitpunkt gemachten Erfahrungen u.a. an die Zeitschrift „Reise und Preise“ geschrieben hatte, als Kopie an moneybookers. Daraufhin erklärte man mir am 22.06.2003 die Sache mit der Notwendigkeit einer Verifizierung:

Zunächst gebe ich zum Vergleich die bei moneybookers unter den FAQ und im Menü "Profil"- "Status" gemachte Aussage wieder
„Gibt es Limits für Auszahlungen?
Je nach Benutzerstatus, bestehen
unterschiedliche Limits für Auszahlungen, die
für Nicht-Verifizierten individuell bestimmt sind
und von den benutzten Einzahlungswegen abhängen.
Ihr aktuelles Limit können Sie jederzeit
abrufen"
====================================================
Gehen Sie zu: ‘Mein Konto’ > ‘Kontoauszug’
> ‘Limit ansehen’.:“"Ihr Transaktionslimit ist
der Höchstbetrag, den Sie mit Ihrem aktuellen
Benutzerstatus via Moneybookers versenden oder
sich auszahlen lassen können.

Ihr Status: nicht verifiziert I
Ihr Kredikarten Einzahlungslimit: Verbleibend:
EUR 0.00 / letzte 60 Tage EUR 0.00
Ihr Transaktionslimit: Verbleibend: EUR 1000.00 /
letzte 90 Tage EUR 803.50

Die Antwort, warum dennoch nicht gezahlt wird, lautet:
"Wir möchten hinweisen, dass dies der maximale Betrag für Herrn ... ist, den er innerhalb einer Periode von 90 Tagen auszahlen oder per Email senden kann. Dies bedeutet nicht, dass er ohne Verifizierung auf sein Bankkonto auszahlen kann. Als Zahlungsinstitution haben wir strikte Regelungen bei der Bestätigung der Identität des Moneybookers-Kontoinhabers: dies ist immerhin im Vorteil unserer Kunden und deren Guthaben."

Und in einer anderen e-mail vom 22.06.2003:
„Wir möchten nochmals betonen: dass Herr ... ein Auszahlungslimit von 1000 EUR hat, bedeutet nicht, dass er diesen Betrag ohne jede Verifizierung auszahlen kann.“

Alles verstanden? Ich nicht. Er kann auszahlen, aber das bedeutet nicht, dass er auszahlen kann? Hmmm, seltsam!

Inzwischen ist über mich eine beglaubigte Kopie des Ausweises an moneybookers versandt worden. Ich hatte allerdings gleich Bedenken, dass es moneybookers gelingt, auch jetzt noch ein Haar in der Suppe zu finden, denn: Die Stempel auf der Beglaubigung sind auch in Singhalesisch. Ich hoffte nur, die müssen nun nicht auch noch vom englischen Konsul in Sri Lanka beglaubigt werden.

Am01.07.03 erhielt ich eine an mich addressierte mail, die moneybookers aber (bereits am 29.06.) an die e-mail- adresse meines Freundes in Sri Lanka gesandt hatte.

Ich hatte es doch gewusst!!! moneybookers hat mich nicht enttäuscht! Ich kopiere die e-mail einfach mal:

Sehr geehrter Herr XXX,

"Wir bedauern Ihnen mitzuteilen, dass diese Kopie für uns leider immer noch inakzeptabel ist. Eine offizielle Überweisung (die meinen Übersetzung- Anfüg.Lakmal) sollte nicht handgeschrieben
sein, es sollte der offizielle Übersetzer ausdrücklich angegeben sein, und die Behörde, die die Übersetzung bestätigt, sollte ausdrücklicher
festgestellt sein. Wir brauchen auch Stempel wenigstens mit lateinischen Zeichen, damit wir feststellen können, dass alle diese gültig sind. ...."

Die Übersetzung wurde unterschrieben, Name und Anschrift des Übersetzers in latainischen Druckbuchstaben daruntergesetzt und die Beglaubigung durchgeführt durch "Divisional Secretary Walallawita" - ebenfalls unterschrieben. Natürlich erfolgten die Bezeichnungen handschriftlich, da nun mal die Stempel in Landessprache sind.

Da ich annahm, dass es außerhalb meiner Möglichkeiten liegt, jetzt auch noch die örtliche Behörde in Sri Lanka davon zu überzeugen, Stempel in latainischer Schrift extra für moneybookers anzuschaffen, war ich drauf und dran, aufzugeben. Ich schrieb aber noch mal eine frust- email an moneybookers. Der letzte Satz lautete:

“Ich werde Ihre Verzögerungstaktik, insbesondere die ungenügende Information zu Beginn eines Transfers über die erforderlichen Voraussetzungen für einen Auslandstransfer in einer ausführlichen Beschwerde der British Bankers Association schildern.“

(Diese „Anregung“ hatte ich einem anderen Beitrag bei ciao.com entnommen, in dem ganz ähnliche Erfahrungen mit moneybookers geschildert wurden und wo diese Drohung dann plötzlich die Überweisung ins Ausland zum Abschluß brachte)

Und wie reagierte moneybookers auf meine e-mail? Nicht mal 24 Stunden später erhielt ich folgende Antwort:


„Sehr geehrter Herr ...,
>
>Wir entschuldigen uns, dass diese Verifizierung so verzögert und
>umständlich für Herrn ... werden sollte. Wir möchten Sie aber auch
>bitten, dass Sie etwas Verständnis für unsere Zahlungspolitik und
>Regelungen haben. Als Zahlungsabwickler müssen wir sehr aufmerksam
>herangehen, wenn es um unsere Kunden und ihr Geld geht.
>
>Jedoch, nach einer Besprechung der Situation haben wir entschieden, doch
>das Konto von Herrn ... zu verifizieren, ohne weitere Unterlagen zu
>fordern. Jetzt ist es nur notwendig, dass eine Auszahlung per
>Banküberweisung beantragt wird und diese wird sofort bearbeitet und
>gesendet.
>
>Mit herzlichem Gruß,
>
>Ihr Moneybookers-Team“

Kurios, oder? Als ich dann das entsprechende Konto checkte, war es tatsächlich für Überweisungen bis zu 15.000 Euro/90 Tage (!!!!!) freigegeben.

Bis jetzt ist das Geld zwar noch nicht angekommen, aber irgendwie habe ich nun wieder etwas Hoffnung, dass nach über 60 Tagen und insgesamt 58 e-mails bzw. Faxen das Geld doch noch in Sri Lanka ankommt.

Es bleibt die Frage: Warum wird ist so ein Aufwand abverlangt? Offensichtlich lassen die AGB und andere Vorschriften bzw. Gesetze, die immer wieder vorgeschoben wurden, es ja doch zu, dass auch ohne diese Schikanen Geldtransfers ins Ausland zumindest bis zu einem bestimmten Betrag möglich sind.

Noch ein Zusatz, der nichts mit diesem Transfer zu tun hat:

Ich hatte noch einen geringen Restbetrag auf dem moneybookers- Konto, den ich zu einer Zahlung innerhalb Deutschlands nutzte. Das funktionierte schnell und reibungslos.

Nachtrag:
Am 09.07.2003, mehr als zwei Monate nach der Übereisung, traf das Geld auf dem Konto in Sri Lanka ein.

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