Die Truman Show (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von alteSchwedin

Die Zukunft von Big Brother?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem ja nun Big Brother aus der Mode gekommen zu sein scheint, fragt man sich schon, was als Nächstes kommt. Ein mögliches Szenario wird in „Die Truman Show“, einem meiner Meinung nach tollen Film, beschrieben. Jim Carrey zeigt sich hier in seiner besten Rolle, finde ich. Doch jetzt folgt erstmal etwas zum Inhalt.

Truman Burbank lebt auf der idyllischen Insel Sea Haven Island. Er hat einen Schreibtischjob bei der Versicherung, eine nette, wenn auch etwas aufgedrehte Frau, freundliche Nachbarn und Freunde. Truman lebt seit seiner Geburt immer nur auf dieser Insel, denn seitdem sein Vater bei einem Bootsunfall ums Leben kam, hat er panische Angst vor dem Meer. Er wagt sich auf keine Brücke und kein Schiff.
Doch eines weiß Truman nicht: Er ist der Star einer Fernsehshow, die rund um die Uhr gesendet wird. Sein beschaulicher Heimatort ist ein riesiges Studio, seine Umgebung, all seine Freunde und sogar seine Frau sind Schauspieler. Über 5000 Kameras beobachten jeden Schritt Trumans, Tag und Nacht.
In seiner Zeit am College, das sich ebenfalls auf dieser Insel befindet, lernt er Lauren kennen. Die beiden verlieben sich ineinander und Lauren, die mit richtigem Namen Sylvia heißt, will Truman die Wahrheit sagen. Sie versucht, ihm das Unglaubliche begreifbar zu machen. Doch bevor Truman die Wahrheit begreift, kann der Regisseur Christof Lauren/Sylvia aus dem Verkehr ziehen. Truman wird weis gemacht, dass sie verrückt sei. Er glaubt es.
Am Tag 10 909, kurz vor Trumans 30. Geburtstag, stürzt der Scheinwerfer, der am Nachthimmel den Sirius darstellt, auf die Straße. Truman findet ihn. Er wird aufmerksam. Nun erinnert sich Truman auch wieder an Lauren/Sylvia und an ihre Worte. Nach und nach findet er heraus, dass sie recht hatte. Denn im Autoradio hört er den Funk der Schauspieler und er entdeckt auch kleine Kameras. Doch wie soll er sich befreien? Denn mit seiner panischen Angst vor dem Wasser scheint das unmöglich. Hinzu kommt noch, dass der Regisseur Christof alles tut, Truman weiterhin auf der Insel gefangen zu halten...

Die Truman Show ist eine ungeheure Attraktion überall auf der Welt. Millionen von Menschen wollen Truman sehen, der meist gutgelaunt durch seine Heimatstadt stapft. Wäre so etwas nicht denkbar? Ein Kind wird von einer Firma adoptiert, in einer eigenen Welt – und sei sie noch so idyllisch – gefangen gehalten und gnadenlos vermarktet. Nach Big Brother & Co. ist dies alles denkbar.
All die Menschen, die Truman für seine Freunde hält, belügen ihn. Sie setzen sich durch ihn in Szene. Aller Augen sind auf Truman gerichtet und in seiner Nähe wird auch den Schauspielern Aufmerksamkeit zu Teil. Auch wird in seiner Nähe für alles Mögliche Werbung gemacht. Dass dies Truman nicht auffällt, ist manchmal schon sehr verwunderlich. Aber vielleicht ist er dafür einfach nur zu unschuldig. Er hat nie unter wirklichen Menschen gelebt, immer nur unter solchen, die eine Rolle spielen.

Bei den Schauspielern möchte ich nur die Hauptfigur Truman Burbank, die zwei Frauen Meryl und Lauren/Sylvia, die für die Möglichkeiten stehen, die Truman hat, und die in Trumans Heimatwelt gottähnliche Figur des Regisseurs Christof erwähnen.
Truman Burbank wird von Jim Carrey dargestellt. Jim Carrey ist vielen Menschen und so auch mir vor diesem Film nur als Spaßvogel aus Filmen wie „Der Dummschwätzer“, „Die Maske“ und „Der Grinch“ bekannt gewesen. Doch der Clown vom Dienst zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite. Jim Carrey verleiht seiner Figur eine unerklärlich echte Tiefe und einen ausgefeilten Charakter. Truman erhält eine Echtheit, wie ich sie mir nicht vorstellen konnte. In jeder Situation, ob nun traurig, fröhlich, nachdenklich oder entschlossen, erkennt der Zuschauer Trumans Gefühle. Kaum zu glauben: Jim „Grinsebacke“ Carrey ist die Idealbesetzung für diese Rolle.
Laura Linney spielt Trumans ewig plappernde und stets gutgelaunte Ehefrau Meryl. Diese ist jedoch von ihrer Rolle alles andere als begeistert. Sie findet Truman ziemlich nervig, denn sie ist ja bloß vertraglich und nicht aus Liebe an ihn gebunden. Laura Linney spielt die Meryl so herrlich gekünstelt und unecht. Es ist eine wahre Freude, ihr zuzusehen. Nach außen hin ist sie die perfekte Ehefrau, doch hinter Trumans Rücken lässt sie ihrem Unmut, dass sie an diesen Mann vertraglich gebunden ist, freien Lauf. Diese Verwandlung stellt Laura Linney perfekt und für den Zuschauer äußerst treffend dar.
Natascha McElhone ist als Lauren/Sylvia zu sehen. Natascha McElhone ist nicht oft im Bild. Nur ein paar Szenen, als sich Truman und Lauren ineinander verlieben und wie sie versucht, ihm klarzumachen, dass nichts um ihn echt ist, werden im Rückblick gezeigt. Ansonsten sitzt sie nur vor dem Fernseher und beobachtet, wie Truman die Wahrheit erkennt. Danach hofft sie, dass er den Weg in die Freiheit findet. Man sieht es an ihren Augen. Natascha McElhone ist zwar nicht oft zu sehen, aber trotzdem ist sie eine Schlüsselfigur des gesamten Filmes.
Ed Harris spielt den Regisseur Christof. Er ist der große Visionär, der die Truman Show auf die Beine stellte und 30 Jahre lang verwirklichte. Mit allen Mitteln versucht er, Truman auf der Insel zu halten. Und doch hatte ich manchmal so das Gefühl, dass er Truman wie einen Sohn liebt. Ed Harris wirkt in seiner Rolle oft gewissenlos und grausam, doch im Unbewussten versteht er es, eine menschliche Seite mit einzubringen.

Die Kamera führte Peter Biziou und das tut er meiner Meinung nach sehr raffiniert. Meist sieht man nur Truman groß im Bild, der allein schon mit seiner Mimik und Gestik überzeugt. Oft beobachtet der Zuschauer die Szenerie auch nur durch eine der überall in Trumans Leben versteckten Kameras, was durch ein eingeschränktes Sichtfeld deutlich wird. Außerhalb von Trumans Leben werden manchmal Menschen gezeigt, welche die Truman Show sehen und mit Truman mitfiebern.
Die Musik von Burkhard Dallwitz ist sehr zurückhaltend und oft nur langsam und nachdenklich gestaltet.

Peter Weir, der auch schon in dem total ergreifenden Film „Der Club der toten Dichter“ Regie führte, schuf hier nach dem Drehbuch von Andrew Niccol einen Film, der den Zuschauer zum Lachen ermuntert, ihn zum Nachdenken anregt oder gar zum Weinen bringt. „Die Truman Show“ ist einer meiner Lieblingsfilme und Jim Carrey läuft hier zur Höchstform auf. Ein grandioser Film mit einer tollen Story und großartigen Schauspielern. Ansehen!

48 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Clarinetta2

    14.11.2007, 19:09 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima Bericht