Sherlock Holmes: Das Geheimnis des silbernen Ohrrings (Adventure PC Spiel) Testbericht

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Erfahrungsbericht von ocirnes

Spannender als die Bücher

Pro:

- Schöne gerenderte Hintergründe - Komplexe Story - Zum Miträtseln - Umfangreiche Aufzeichnungen - „Holmes Feeling“ -> Klasse Präsentation - Umfassende Aufklärung am Ende

Kontra:

- Sehr schweres Zahlenrätsel - Zwei Actionsequenzen - Wenige Schauplätze - Pixelhunting - Steuerung nicht ganz optimal, zwei Klicks zu viel bei der Untersuchung

Empfehlung:

Ja

Schon mehrere Entwickler haben sich darum bemüht die Klasse, Atmosphäre und den Inhalt von Sir Arthur Conan Doyles \"Sherlock Holmes\" auf den Monitor zu bringen. EA hatte ein recht glückliches Händchen mit \"The Lost Files of Sherlock Holmes: The Case of the Serrated Scalpel\" gehabt und brannte ein Feuerwerk an Grafik und Spielspaß ab. Im Jahr 2004, dem Jahr der \"Adventure-Rückkehr\" gab es kurz vor Weihnachten auch mal wieder ein Spiel was glücklicherweise nicht nur auf die Lizenz setzt.

Wie bei dtp üblich wird nicht nur auf Vertonung viel Wert gelegt - es beginnt auch schon bei der Verpackung. Mit Glanzbildern, einer kleinen Prägung auf der Vorderseite und einem aufklappbaren Deckel, hinter dem sich Infos zu einigen der Hauptcharaktere befinden, macht das Game von außen einen sehr guten Eindruck. Auch das Handbuch lässt wenige Fragen offen. Installation, Benutzerführung und die ersten Schritte des Spiels werden erläutert.

Grafik, Sound & Hardware

Grafisch ist Holmes kein Titel, der irgendwie durch modernste 3D Grafiken auftrumpft. Es handelt sich um ein Spiel, das auf sehr schön gerenderte Hintergründe setzt und dazu Personen als 3D Modelle. An der Grafik gibt es wenig zu bemängeln. Die Orte sehen sehr detailliert aus und haben viele sichtbare Details. Lediglich an einigen Stellen wirkt es etwas trist, eintönig und wenig texturiert. Auch die Personen können insgesamt gefallen, wobei jedoch sicherlich etwas höhere Texturen möglich gewesen wären und so manche Animation passt nicht ganz an die richtige Stelle. So bückt sich Holmes an der falschen Stelle zur Untersuchung und auch die Personen stehen etwas arg begrenzt nur rum und einer wischt stundenlang den Fußboden. Doch diese Kleinigkeiten fallen nicht so sehr auf, der Übergang zwischen Spiel und Videografik ist dabei sehr gut gelungen und weiß durchweg zu gefallen. Stellenweise hätte die Gehgeschwindigkeit bzw. Bewegung etwas weicher und auch ansehnlicher ausfallen können. Da bewegt sich Holmes manchmal wie auf Schienen und wirkt sehr unnatürlich und wie mit einem Stock im Rücken. Die Sounduntermalung aus unterschiedlichen klassischen Stücken passt wunderbar ins Spiel und in die damalige Zeit, wenn gleich hier etwas Abwechslung schön gewesen wäre. Da hört man die Vögel vor dem Haus zwitschern, der Regen prasselt runter oder das Knistern im Kamin. Bei der deutschen Sprachausgabe hat sich dtp - wie bei allen Adventures - sehr viel Mühe gegeben und da gibt es wirklich wenig zu bemängeln. Schön wäre es gewesen, optional auch die englische Tonspur auf einer Multilingual-DVD zu bekommen. Mir persönlich war lediglich die Stimme von Sherlock Holmes vom Klang her irgendwie etwas zu jung ausgefallen. Dennoch kam die Art und Weise von Holmes, wenn er beispielsweise Watson die kompliziertesten Zusammenhänge erklärt, als würde sie jedes Kind verstehen, wunderbar rüber.

Meinung
\"Sherlock Holmes und das Geheimnis des silbernen Ohrrings\" kann auf ganze Linie überzeugen. Vom ersten Moment an steckt man in der Geschichte, genießt die Atmosphäre und erlebt ein spannendes und forderndes Spiel. Insbesondere die Abschlußfragen am Ende eines Kapitels sorgen dafür, dass man sich intensiv mit den Geschehnissen (Zeugenaussagen, Beweisen und Entdeckungen) beschäftigt und sich nicht einfach nur durchklickt. Man knobelt die ganze Zeit mit, wer es sein könnte und wenn dann nach vielleicht 20 Stunden Spielzeit Holmes in 15 Minuten dauernden Finale die Zusammenhänge erklärt, klingt es einleuchtend und logisch, dass man sich fragt, wieso man nicht selbst darauf gekommen ist. Das gleicht die kleinen Mankos aus und man vergisst die eher misslungenen Actionpassagen und die kleinen Animations- und Steuerprobleme. Für mich ist es, neben Black Mirror, das Adventure des Jahres 2004. Und wer noch immer nicht überzeugt ist, sollte die sehr umfangreiche Demo anspielen und dann schnellstens diesen Krimileckerbissen kaufen. Ich freue mich schon auf den bereits angekündigten nächsten Teil.