Titanic (1997) (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  sehr hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von danielschreiber1981

Und sie sinkt doch

Pro:

s.o.

Kontra:

s.o.

Empfehlung:

Ja

Sitzfleisch sollte man ebenso haben wie eine grosse Packung Tempos. Gut drei Stunden lang schafft es James Cameron, den Zuschauer in die Vergagenheit zu entführen. Das wohl bekannteste Schiff aller Zeiten ist eine Legende geworden - und der Mythos Titanic lebt weiter.


Zum Hintergrund


Man sagte von der R.M.S. Titanic, sie sei unsinkbar. Menschliches Versagen führte jedoch zum Kentern des Luxusliners.

Seinerzeit war die Titanic ein absolutes Wunderwerk der Technik und gleichzeitig ein Prunkstück auch in Bezug auf die Innenausstattung.

Jeder wollte dabei sein, als die Titanic am 10. April 1912 zu ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York auslief. An Bord befanden sich 1316 Passagiere - Männer, Frauen und Kinder - und 891 Mann Besatzung. Die Titanic war in jeder Hinsicht enorm - sie war nicht nur luxuriös sondern auch in ihren Dimensionen so enorm, dass sie damals der mit Abstand grösste Gegenstand war, der von Menschen hergestellt und beweglich war. Sie wog stolze 46328 Bruttoregistertonnen, war 269,10 Meter lang und konnte eine Spitzengeschwindigkeit von 22 Knoten vorweisen.

Das grosse Manko war allerdings, dass die Rettungsboote gerade mal etwas mehr als der Hälfte der 2207 Passagiere Platz bot.


Zum Film


Was geht in Menschen vor, die dem Tod ins Auge sehen? Die Luxus geniessen wollen, ein Erlebnis gebucht haben, welches für den Rest ihres Lebens ein Highlight bleiben soll? Und auf tragische Weise erfüllt sich zumindest der Teil mit dem \"Rest ihres Lebens\". Mehr als zweitausend Menschen sahen ihr Ende direkt vor Augen. Sie klammerten sich an die Hoffnung, doch innerhalb von zweieinhalb Stunden war zuerst das Bug und dann das Heck des auseinandergebrochenen Schiffes untergegangen.

In diesen Momenten waren alle gleich - es gab keine Unterschiede mehr zwischen arm und reich, zwischen jung und alt, zwischen erfolgreich und gescheitert. Alle Passagiere hatten Todesangst. Es gab 705 Überlebende.

Wenn man sich hierüber Gedanken macht, kann man vielleicht nachempfinden, was James Cameron dazu verleitet hat, einen der populärsten Filme aller Zeiten zu drehen.

Sieht man die Aufnahmen von der Titanic von aussen und von innen, könnte man sich glatt fragen, ob die Zeit wieder zurückgedreht worden ist und der Film nicht am Originalschauplatz gedreht wurde.


Die Story des Films - der \"schnulzige\" Teil


Als Tochter einer Familie mit gutem Namen, die allerdings vom Verarmen bedroht ist, ist Roses Mutter froh, dass ihre Tochter eine gute Partie - finanziell - an der Angel hat.

Rose (Kate Winslet) und ihre Mutter reisen ebenso wie Roses Verlobter Cal (Billy Zane als arroganter Egoist) First Class - mit allen Annehmlichkeiten. Nur ist Rose dabei nicht gerade glücklich - sie hat festgestellt, dass das Leben nach der Schule für höhere Töchter nicht das ist, was sie sich erträumt hat.

Beim Pokern gewinnt Jack (Leonardo Di Caprio) in letzter Minute mit seinem Freund zwei Tickets. Bei einem Spaziergang an Deck sieht er das schöne aber traurige Mädchen. Er verliebt sich Hals über Kopf.

Wenige Stunden später verhindert Jack, dass Rose sich ins Meer stürzt. Als kleines Dankeschön wird Jack von Cal zum Abenddiner im Nobeltrakt eingeladen.

Zwischen Jack und Rose hat es gefunkt und es entwickelt sich still und leise eine Romanze, die schließlich dazu führt, dass Rose ihren Verlobten verlässt. Der Freigeist Jack kann ihr zwar die finanzielle Sicherheit nicht bieten, allerdings weiss er zu leben. Doch das junge Glück ist nur von kurzer Dauer. Der Eisberg ...


Die \"kleinen Nebensächlichkeiten\" im Film


Im Verlaufe des Filmes werden die Zuschauer peu á peu mit etwas Hintergrundwissen versorgt. Darunter fällt zum Beispiel die Vorstellung einiger Passagiere, unter anderem Bruce Ismay, der Chef der White Star Line, der Reederei, welche die Titanic gebaut hatte.

In der Szene, in welcher Jack über ein Geländer auf dem Deck springt, spielt im Hintergrund ein Erwachsener mit einem Kind. Diese Szene hat tatsächlich auf der Titanic stattgefunden, ebenso, dass mit den Eisbrocken kurz nach der Kollision an Deck Fußball gespielt wurde.

Nach dem Unglück mit dem Eisberg wird gezeigt, wie die Menschen reagierten - von Panik über Egoismus bis hin zu \"mit-dem-Leben-abschließen-und-auf-das-Ende-warten\" ist alles dabei.

Ein Fehler ist den Machern des Streifens, die sehr darauf bedacht waren, nur Tatsachen über die Titanic zu zeigen, dennoch unterlaufen: Auf der echen Titanic stand der vorderste der Schornsteine nur aus optischen Gründen da. Im Film hat er gequalmt ;-) - auch Hollywood ist nicht perfekt.


Mein Fazit


Nach 14 Nominierungen hat Titanic 11 Oscars erhalten, unter anderem in den Kategorien beste Regie, beste weibl. Hauptrolle, beste weibliche Nebenrolle, bester Film. Auch wurde die Filmmusik wurde ausgezeichnet.

Der Film liefert über die Hintergründe ein stimmiges Bild.

Die sehr in den Vordergrund gerückte Lovestory zwischen Rose und Jack ist herzerwärmend. Und der Diamant \"Das Herz Des Ozeans\", um den es eigentlich dem Abenteurer geht, der Rose als alte Dame mit der Vergangenheit vor Ort konfrontiert, steht weit im Hintergrund.

Jemand, der erwartet, eine Dokumentation über den Untergang der Titanic zu sehen, wird von dem Film masslos enttäuscht sein. Wer allerdings die menschliche Seite mag ist gut beraten, sich den Film anzusehen.

13 Bewertungen