Der ewige Gärtner (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von LilithIbi

Wozu Tierversuche, wenn’s doch die sogenannte „3. Welt“ gibt?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Eigentlich wollte ich diesen Film nicht gesehen haben, weil ich mir aufgrund der gelesenen Inhaltsangaben dachte: „Das ist nichts für mich“.
Monika, meiner Paderborner Perle hingegen umschrieb mir diesen Film mit den Worten: „für mich war das nix, aber ich denke, für dich ist das was!“.

Und ich guckte mir den Film mit dem doch recht fragwürdigen Titel – zumindest im Storyzusammenhang! – an. Und ja, das war was für mich.



//DIE STORY//

hat nur begrenzt was mit dem Filmtitel „Der ewige Gärtner“ zu tun. Obschon Justin Quayle (Ralph Fiennes) gerne im Garten umherwuselt, hat dieses „event“ mehr eine Schlüsselfunktion im gesamten Machwerk des Regisseurs Fernando Meirelles bzw. des Buches von John le Carré.

Vielmehr geht es hier um Justins Ehefrau Tessa (Rachel Weisz), die Justin anno dazumal bei einer seiner Vorträge kennen- und lieben lernte. Eben diese machte sich in Kenia für die Menschenrechte, medizinische Versorgung der Einwohner sowie allen anderen zwischenmenschlichen Belangen stark, half als Journalistin nicht nur mit ihren Artikeln sondern war auch stets da, wo Hilfe gebraucht wurde. Inmitten ihren Recherchen stieß sie auf einen Medizinskandal, der sie zu guter letzt das Leben kosten sollte....

Um Tessas rätselhaften „Unfall“-Tod aufzuklären, macht auch Justin sich auf den Weg und verfolgt Tessas Spuren ~ bzw. ihre Recherchen über jene Medikamente, die Tessa verteufelte. Nach und nach deckt auch Justin ungeheuerliches auf. Und auch er gerät nach und nach mehr in Gefahr, als er sich je hätte vorstellen können.



//DIE DARSTELLER//

..kamen mir zwar vereinzelt bekannt vor; doch einen Namen oder gar eine weitere Rolle konnte ich den einzelnen Schauspielern nicht zuordnen.

Nachdem selbst ich mich mal ein wenig schlau gemacht habe, kann ich immerhin darüber informieren, dass Ralph Fiennes, der Justin spielt, ebenfalls bei „Schindlers Liste“ oder auch „Der englische Patient“ eine der Hauptrollen verkörperte.

Rachel Weisz hatte ihren bekanntesten Aufritt in den beiden Teilen der „Mumie"; wobei ich sagen muss, dass ich in dem Moment, als ich dies las, keinen „klick“Moment verspürte. Rachel Weisz hat sich demzufolge nicht als „besonders eindrucksvoll“ herausgestellt, sonst würde ich dieser Information zumindest doch schon in der ersten Sekunde Glauben schenken. So bin ich aber selbst jetzt noch unsicher, ob dies wirklich die selbe Person war. ~ Nun denn, nehmen wir dies als Zeichen der "perfekten Schauspielerischen Wandlungsfähigkeit“!
Zumal ich ja auch sagen muss, dass Rachel die Rolle der Tessa absolut überzeugend spielt, und das in jede einzelnen Gefühlsdarstellung.

Obschon natürlich noch andere Personen in diesem Film eine nicht minder ausfüllende Rolle spielten, verzichte ich auf die genauere Bennennung; eben weil ich die einzelnen Namen allesamt mit einem Fragezeichen versehen muss.



//MEINUNG//

Wie gesagt, ich hätte mir den Film selbst nicht wirklich von alleine angesehen, eben weil sich das ganze zu sehr nach dem obligatorischen Spionage- und Vertuschungskram anhörte. Und wer James Bond nicht grade mit Jubelschreien begegnen würde, trotzdem aber mehr oder minder „gezwungen“ wurde, sich drei Filme von diesem anzusehen, der macht um solche Thematiken zukünftig doch eher einen Bogen.

Da ich meiner Perle aber uneingeschränkt vertraue und auch nach der Lektüre von „Schwarze Messe“ regelrecht verstört war und sich bis dato keiner bereit erklärte, mit mir die Jonny Cash Verfilmung anzusehen, fand ich mich also doch vor diesem Filmchen wieder. Und das, ohne auch nur den Ansatz einer Ahnung zu haben, dass das ganze mehr als 2 Stunden dauern würde (exakt: 129 min)! Nicht, das ich was gegen Filme mit „Überlänge“ hätte, doch wenn man wirklich in einen Film gerät, der sich dahinzieht wie Kaugummi ist das ganze nicht wirklich erfreulich.

Diese „Angst“ wurde ich jedoch recht schnell los ~ „Der ewige Gärtner“ war keine Minute langweilig; selbst in den Momenten, wo man ansatzweise von „Kitsch pur“ sprechen konnte, waren „in Ordnung“.

Ein wenig verwirrend hingegen war die Rückblenderei, die ohne Einblendung eines entsprechenden Hinweises zelebriert wurde. Mag sein, dass ich die einzige bin, die sowas nie auf den ersten Moment checkt; doch ich für meinen Teil brauchte wirklich eine Sekunde, um zu checken, dass die Frau, die Justins Vortrag in der Luft zerriss, Tessa noch zu Lebzeiten war.

Nach und nach wurde mir dann auch klar, um was es eigentlich wirklich ging: zum einen zweifelsohne um die Menschenversuche in Afrika und Tessas Aufopferung; das ganze aufzuklären.
Gleichzeitig geht es aber auch um den dunklen Schatten, der auf Justins und Tessas Ehe liegt; eben weil Tessa – typisch Frau – ihre Geheimnisse hat und Justin nicht in alles einweiht, was sie tut bzw. herausfindet.

Dass sie dies vereinzelt tut, um Justin (und dessen Gefühle) zu schützen, kann er natürlich nicht wissen ~ und seine Ahnungen, dass es nicht grade zum besten um seine Beziehung steht, trägt er hinaus in seinen Garten. Wo er nach und nach mehr Zeit verbringt, sich seinen Pflanzen widmet, Abstand von der verfahrenen Situation gewinnt ~ und leider wohl auch von seiner Frau.

Der Zuschauer selbst wird in die Perspektive Justins gezogen; und somit denkt auch er, dass es stimmt, was Justin denkt: das Tessa eine Affäre mit ihrem angeblich platonischen Freund und Projektgefährten hatte. Erst recht, als Justins Busenkumpel Sandy Tessa anbietet, ihr einen vertraulichen Brief zu zeigen – sofern sie mit ihm ins Bett geht – und sie diesem „Deal“ zustimmt; drängt sich der Verdacht auf, dass Tessa wirklich eine berechnende Frau ist, die notfalls über die sprichwörtlichen Leichen geht, um „ihr Ding durchzuziehen“.

Erst nach und nach offenbart sich Justin und dem Zuschauer, dass andersherum ein Schuh draus wird, und Tessa wohl offensichtlich ermordet wurde, um ein „Forschungsprojekt“ nicht zu gefährden.


~ Die ganze Story klingt im ersten Moment – um nicht zu sagen: gelesen – wie ein trockenes Thema ohne wirkliche Höhen und Tiefen. Doch wer den Film sieht, der wird merken, wie das ganze eben doch berührt und unter die Haut geht.
Nicht wirklich die Bilder sind es, die schocken ~ vielmehr das, was erzähltechnisch offenbart wird, brennt sich in die Seele des Betrachters.
Die Szene, in der man die ganzen Afrikaner sieht, die für ihr Medikament anstehen, wirkt an und für sich für sich selbst und könnte beim genauen Überdenken für eine Gänsehaut sorgen ~ doch als man dann erfährt, was hinter dem ganzen steckt, ist eben jene für die nicht so abgebrühten unter uns Garantie.

Einziger Kritikpunkt dürfte hier die Altersfreigabe sein: obschon es keinerlei wirklicher Gewaltszenen oder gar pornographische Sequenzen in „Der ewige Gärtner“ gibt, darf ich im Andenken an diverse „Jugendliche heutzutage“ mittel bis stark bezweifeln, ob jene überhaupt das „gewisse Verständnis oder auch nur Interesse“ zu dem ganzen aufbringen werden.

Nicht, dass ich hier behaupten will, dass den meisten ohnehin am Popo vorbeigeht, was fernab von uns vorgeht ~ doch ich spreche eben auch von mir selbst, wenn ich sage, dass man mit 12 Jahren hinter ganz anderen Thematiken Tiefgang vermutete. Und ich denke eben auch an meine damalige Klasse, die im 8. Schuljahr mit dem Film „Ghandi“ so rein gar nichts anfangen konnte. Nett zu sehen war er, keine Frage ~ aber ob sich da wirklich was eingeprägt hat, ist doch eher zweifelhaft.

Da die Frage der „geistigen Reife“ aber auch nichts mit dem Alter zu tun hat; kann man gleichzeitig aber auch nicht wirklich über die FSK 12 Einteilung meckern ~ eben weil wir zudem in einem Land leben, welches die FSK 14 Angabe (noch?) nicht für sich entdeckt hat.



//ERGO//

Man kann sagen, was man will ~ aber es gibt immer wieder Filme, die einfach überraschen; und sei es nur dem Umstand zu verdanken, dass die Titel nicht wirklich gelungen (oder eben Inhaltsbezogen) gewählt wurden. Meiner Ansicht nach kommt der Aspekt des „ewigen Gärtners himself“ im Film selbst zu kurz; man kann bei der genaueren nachfilmischen Analyse nur davon ausgehen, dass es ein Hauptproblem in Tessas und Justins Ehe war, dass Justin sich stets in seinem Garten verkroch und Tessa somit nicht mehr an ihm herankam; teilweise aber eben auch nicht an ihn herankommen wollte.

Interessant wäre an dieser Stelle natürlich zu wissen, inwieweit das Buch, aus welchen der Film entstand, auf diesen Aspekt Bezug nimmt ~ doch da ich dieses Werk nunmehr eher unwahrscheinlich lesen werde, bleibt diese Frage offen.

Ein wenig offen bleibt auch der letztendliche Ausgang des Filmes: zwar kann man sich das ein oder andere ausmalen; aber ob Tessa bzw. Justin im Nachhinein doch etwas „erreicht“ haben... das wird der Fantasie überlassen.

Doch Negativist wie ich nun mal bin, gehe ich davon aus, dass schlussendlich auch in diesem Zusammenhang die Dramatik des ganzen überwiegt.

Bleibt uns also nur die erlernte Weisheit, dass man abgelaufene Medikamente besser über den Hausmüll entsorgt als zur Apotheke „zur fachgerechten Entsorgung“ zurückzubringen.

10 Bewertungen, 5 Kommentare

  • morla

    11.10.2006, 21:18 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • marina71

    08.10.2006, 18:58 Uhr von marina71
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde den Film echt gut und die Musik ist auch einfach klasse! LG

  • Elli04

    08.10.2006, 18:42 Uhr von Elli04
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht, schönes Wochenende noch.

  • anonym

    08.10.2006, 17:28 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • swissflyer

    08.10.2006, 17:14 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~~ I wish a beautiful and calm Sunday ~~