Katzenbach, John Die Anstalt Testbericht

ab 6,52
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Erfahrungsbericht von Astarte

Engel des Wahns

Pro:

Spannung, Charaktere, tiefgründige Fragen, Perspektivenwechsel

Kontra:

Das Ende ist voraussehbar, leicht klischeehaft

Empfehlung:

Ja

// „Ein Wartungsmann. Ein geistig Behinderter. Ein verschwundener Verwaltungsangestellter. Ein Mann, der Selbstgespräche führt. Ein anderer, der auf seinem Stuhl zu schlafen schien. Eine Frau, die sich für die Reinkarnation einer ägyptischen Prinzessin aus dem Altertum hielt …..“//

Direkt aus dem „Leben“ gegriffen, beziehungsweise aus dem fast 800 Seiten starken Wälzer, welcher mich die letzten Tage begleitet hat. Ich spreche von dem neuesten Werk John Katzenbachs, ein Autor, der bis dahin unbekannt war und durch die Empfehlung einer guten Bekannten (keineswegs die Lobpreisungen in den Medien) zu mir fand. Die Rede ist von

DIE ANSTALT

aber ich spare mir an dieser Stelle weitere einleitende Worte und werde im Folgenden versuchen, Euch ein wenig dem Abgrund näher zu bringen, der sich hier aufgetan hat und noch immer ein wenig nachwirkt.

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DER AUTOR:

John Katzenbach war ursprünglich Gerichtsreporter für den "Miami Herald" und die "Miami News" und hat bisher acht Spannungsromane veröffentlicht. Gleich mit seinem Debüt, "In the Heat of the Summer", wurde er für den Edgar Award nominiert, einige Zeit später noch einmal mit "The Shadow Man". Seine beiden jüngsten Psychothriller, "Die Anstalt" und "Der Patient", beides Bestseller, wurden von der US-Kritik mit Lob überschüttet. John Katzenbach lebt mit seiner Familie im westlichen Massachusetts.

(Quelle: droemer-knaur.de)

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DAS BUCH:

Zum äußeren Erscheinungsbild brauche ich wohl nicht mehr allzu viel zu sagen, da ein Bild ja hier eingestellt wurde. Dass die Hand auf dem Cover im Dunkeln leuchtet, habe ich auch nur durch Zufall erfahren, finde ich aber äußerst passend zum Inhalt. Denn in der Dunkelheit kommen die Abgründe zum Vorschein, greift die Angst und das Unbekannte nach Dir. Schöne Idee.

Einzuordnen ist das Buch in das
Genre Thriller / Psychothriller,
als Taschenbuchausgabe 748 Seiten stark
und kostet bei Amazon derzeit € 8,95, neu ab € 3,-,
bei Ebay und Co. höchstwahrscheinlich noch günstiger zu haben.
ISBN: 3426629836,
Deutsche Erstausgabe vom Juni 2006. erschienen im Knaur Verlag.


ZUM INHALT:

Francis war schon lange nicht mehr allein. Denn seine Stimmen begleiten in Tag für Tag. Sie geben ihm Ratschläge, weisen ihn an, gewisse Dinge zu tun oder zu unterlassen, sind sowohl bester Freund wie auch schlimmster Feind. Nachdem Francis Petrel aber seine Familie angreift, wird er zwangsweise in die Klinik eingeliefert. Dort ist er zunächst schockiert von den Methoden der psychologischen Behandlung, wir befinden uns in den siebziger Jahren, findet dann aber schnell Anschluss und auch einen echten Freund, Peter, welcher zeitgleich mit Francis wegen Brandstiftung zur Beobachtung eingeliefert wird.

Als er sich gerade ein bisschen eingelebt hat, sofern dass möglich ist, finden er und Peter die neue Nachtschwester ermordet auf. Aller Verdacht fällt auf „Lanky“, welcher in einem Anfall von Wahn die Schwester tags zuvor attackiert hatte, da er glaubte, das Böse in ihr zu sehen. Doch Francis, in der Anstalt auch C-Bird genannt, und viele der anderen Mitpatienten glauben nicht an Lankys Schuld, zu viele Indizien sprechen dagegen.

So scheint die Vorgehensweise des Mörders auf einen Serienmörder hinzudeuten, der außerhalb der Klinikmauern schon des Öfteren sein Unwesen getrieben hat. Eine junge Staatsanwältin kommt mit an Bord und untersucht mit der Hilfe von C-Bird und Peter den Mord, stößt dabei aber immer wieder auf die Grenzen der Vernunft, sodass innerhalb einer „verrückten“ Welt auch andere Pläne geschaffen werden müssen, die dieser gerecht werden.

Der Mörder, bzw. „der Engel“ aber spielt sein eigenes Spiel, auch lassen weitere Morde nicht auf sich warten, wenn diese auch im Klinikalltag vom Personal heruntergespielt als normale Wesenszüge der „Irren“, und mit Fortlauf der Geschichte fallen immer mehr Personen in den Kreis der Verdächtigen, jeder wird skeptisch beäugt und als Leser weiß man bald nicht mehr, wem man vertrauen kann und wem nicht oder ob die ganze Geschichte nicht sogar nur in C-Birds Kopf stattfindet. Erschwerend für das Ermittlertrio kommt noch hinzu, dass die Anstaltsleitung und diverse Personen der „Außenwelt“ ihnen immer wieder Steine in den Weg legen…

20 Jahre später erzählt Francis die ganze Geschichte neu, schreibt alles mit Bleistift auf die Wand seines kleinen Appartements, durchlebt alle Ängste und Schmerzen noch einmal und vor allem, muss dem „Engel“ wieder ins Gesicht blicken, der wahnwitzige, aber auf seine Art hochintelligente Mörder von damals und damit auch dem Abgrund seiner eigenen Seele. Gefangen zwischen Schuld, Angst, Trauer und einer leisen Erkenntnis seiner eigenen Realität wird der Leser zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergezogen, welche seltsame Parallelen aufweisen und der Paranoia immer neue Wege zeigen…


KURZFASSUNG (KLAPPENTEXT):

Das Böse. Das Grauen, Die Klinik.

Vor zwanzig Jahren, als junger Mann, ist Francis Petrel gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Mehrere Jahre hat er dort zugebracht – bis die Anstalt nach einer Mordserie geschlossen wurde.

Noch immer hört Francis Stimmen, nimmt Medikamente. Die Erinnerung an die traumatischen Geschehnisse von damals ängstigt ihn, und er beginnt aufzuschreiben, was er erlebt hat – mit Bleistift, auf den Wänden seiner Wohnung. Wer war der mysteriöse „Engel des Todes“, der damals sein Unwesen trieb? Gibt es ihn überhaupt? Oder existiert er nur in Francis´ Schreckensphantasien?“


CHARAKTERE:

Francis Petrel oder auch C-Bird („Sea-Bird“ – für Seevogel):
Der Hauptcharakter und auch Erzähler der Geschichte kommt als zwar kranker, aber auch äußerst feinfühliger und intelligenter Mensch rüber. Er hört Stimmen, welche zwar durch die Medikamente in den Hintergrund geraten, aber eigentlich nie vollends verklingen. Er durchsteht viele Ängste, ist in den richtigen Momenten aber mutiger als seine Umwelt es von ihm erwartet. C-Bird ist ein Mensch voller Widersprüche, Ängste und wohl der einsamste Charakter der Geschichte, eben weil er so vieles sieht und versteht, von dem seine Umwelt nichts wissen will, weil sie es rein auf die Krankheit schieben oder mangels Sensibilität gar nicht erst verstehen. Auch kann er sich durchaus in das Denken eines Mörders hineinversetzen, gerade in der Welt der „Verrückten“

Peter „the Fireman“: Ein Feuerwehrmann und später auch Ermittler, der selber eine Kirche in Schutt und Asche legt. Ein Mensch, der nach außen hin geradlinig und selbstbeherrscht wirkt, auch die Massen zu führen weiß, ist innerlich von Wut und Rachegelüsten zerfressen. Doch ist er „der Normale“ umgeben von „Irren“, auch wenn durch das Verweilen in der Anstalt so langsam einiges an Fassade abbröckelt. Durch die Freundschaft zu C-Bird wird aber deutlich, dass er keineswegs nur der harte Kerl ist, sondern durchaus auch zu einem erweiterten Grad der Feinfühligkeit fähig ist.

Dr. Evans / Dr. Evil: Der leitende Psychologe der Anstalt. Wie dem Spitznamen zu entnehmen ist, ein eher schlecht zu ertragender Zeitgenosse, da er mit seinen Patienten extrem geringschätzig umgeht und diese überhaupt nicht ernst nimmt. Er sieht sich als Führer einer irre geleiteten Herde und glaubt, ebenso wie Dr. Chefarzt Dr. Gulptilil, mit ein paar Medikamenten und obskuren Gesprächen entlang der „Linie normal“ seine Patienten wieder gesellschaftsfähig machen zu können. Anpassung und das Abtöten von persönlichem Potential gehört da unter Anderem zu seinen Behandlungsmethoden.

Lucie Jones: Die junge Staatsanwältin, welche auf den Fall angesetzt wurde, und deren Gesicht durch eine Narbe entstellt ist, ihr aber auf ihre Art Schönheit verleiht. Sie hat ihr eigenes Trauma hinter sich aufgrund einer Vergewaltigung vor vielen Jahren und ist seitdem im Bereich Sexualdelikte tätig. Lucy hat einige Schwierigkeiten, sich in die Welt der Anstalt hineinzuversetzen, vor allem, da sie eine präzise und faktengeleitete Vorgehensweise schätzt, sieht sich aber bald als einen Teil dieser kleinen Welt und muss ihre eigenen Ängste neu kennen lernen und einem versteckten Teil von ihr selbst ins Auge blicken.

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Charaktere, die ich gerne hier aufführen würde. So zum Beispiel „Napoleon“, oder „Kleopatra“, die der Geschichte noch mal zusätzliche Würze verleihen. Auch die Pfleger Little Black und Big Black währen ein paar Sätze wert. Doch möchte ich den Bericht nicht unnötig in die Länge ziehen und bleibe bei diesen vieren.


//“Die Wahrheit ist eine unsichere Angelegenheit, und ich habe so meine Probleme damit. Wie jeder Verrückte. Deshalb kann es passieren, dass ich sie richtig wiedergebe und trotzdem verzerre. Vielleicht ist sie übertrieben. Vielleicht ist es nicht genau so passiert, wie ich es in Erinnerung habe. Vielleicht ist mein Gedächtnis auch von der jahrelangen Einnahme der Medikamente derart strapaziert, dass ich die Wahrheit nie mehr zusammenbekomme …“//


MEINE GEDANKEN / MEINUNG:

Da mir das Buch von einer guten Bekannten empfohlen wurde, deren Urteil ich schon vertraue, legte ich auf eine gewisse Erwartungshaltung an das Buch. Diese wurde zu 85 % erfüllt.

So war ich direkt auf den ersten Seiten mitten in der Geschichte, John Katzenbach hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich bis auf einige wenige Seiten in keinster Weise gelangweilt hat. Die Geschichte ist durchweg spannend, oftmals fesselnd, so dass ich, auf dem Arbeitsweg lesend, tatsächlich fast meine Haltestelle verpasst hätte.

Die Charaktere fand ich alle auf ihre Art authentisch und ich konnte mich gut in die jeweilige Gefühlswelt hineinversetzen. Einiges scheint vielleicht ein wenig arg klischeehaft, doch ich denke, dass gerade die Übertreibung an vielen Stellen zum Nachdenken anregt. Wie ich anderen Berichten entnehmen konnte, empfanden viele das Buch als langatmig. Das kann ich absolut nicht bestätigen. Denn gerade diese Geschichte erfordert für ihre Spannung und Abgründigkeit die Schilderung der jeweiligen Ängste und Zwiespälte sowie die Hintergrundgeschichten, welche überhaupt zum Krankheitsbild der einzelnen Personen geführt haben.

Humor findet durchaus seinen Platz zum Beispiel in den Spitznamen der Patienten oder auch Angestellten der Klinik. Dr. „Gupl-a-pill“ zum Beispiel, welcher für jeden Wehwehchen und geistige Gebrechen die passende Medikation zur Hand hat.


Paranoia

Im Verlauf der Geschichte springt einiges von den Charakteren auf den Leser über. Katzenbach schafft es, die persönlichen und auch allgemeinen Ängste zu übertragen. Jeder wird irgendwo verdächtigt, dabei erscheint der Engel gleichzeitig übernatürlich wie menschlich. Die Geschehnisse wirken bizarr und doch essentiell lebendig, scheinen Antworten zu gegen und immer wieder neue Fragen aufzuwerfen. Die bildliche Dunkelheit wirkt immer bedrohlicher und hat mich geradezu in ihren Bann gezogen.


Zeitenströme

Sehr gelungen finde ich den Wechsel der Perspektive. C-Bird, der vor zwanzig Jahren als junger Mann von seinen Wahrnehmungen erzählt und Francis, der heute alles nachempfindet. Dabei scheinen sich die Vorkommnisse in der Gegenwart und Vergangenheit immer mehr anzugleichen, Francis verliert sich in seinen damaligen Seelenschmerzen, spricht mit Toten, die sich je nach Stand der Geschichte sogar äußerlich verändern und leidet 20 Jahre danach scheinbar sogar mehr als damals. Auch das Vorkommen von weitern Personen in der Gegenwart, die Francis immer wieder aus seinem Wahn herauszuholen versuchen, verstärken dieses Gefühl noch. So wird der Ausbruch immer weiter hinausgezögert und die Spannungskurve noch ein wenig mehr strapaziert, so dass es für mich zeitweise unmöglich war, das Buch aus der Hand zu legen.


Weltenpuzzle

//„Ich glaube, nur Dichter verklären den Wahn als eine Art befreiende Kraft, während das Gegenteil richtig ist. Jede Stimme, die ich hörte, die Angst, die mich quälte, der Zwang dem ich erlag, die vielen Puzzleteile, die mein trauriges Selbst zusammenfügten, nichts von alldem hatte mit Befreiung (…) oder einer positiven Form von Einmaligkeit zu tun … „//

Während des Lesens überkam mich immer wieder die Frage nach Realität. Ich weiß, einige werden sagen, nicht schon wieder die ewige Sinnsuche. Doch Katzenbach bleibt nicht nur an der Oberfläche, er führt durchaus ein Stück weiter in die Abgründe der Seele. Einzigartigkeit wünscht sich jeder und sei es, indem man eine Rolle spielt, zum Beispiel die der Kleopatra. Dass derartige Obsessionen krankhaft sind, steht wohl außer Frage. Doch wie real ist denn die „normale Welt“ und wie glücklich sind die Menschen mit ihren Normen, ihrer Moral und ihrer Gleichheit. Faszinierend auch der Aspekt, dass die Patienten in der Klinik absichtlich ihre Medikamente nicht nahmen, weil sie Angst hatten, ihre Visionen oder Halluzinationen könnten verschwinden und sie sich dadurch bewusst werden müssten, wie einsam und sterblich sie doch eigentlich sind. Denn hier in dieser kleinen Anstaltswelt sind sie auf ihre Art etwas Einmaliges, da werden sämtliche Schmerzen schon fast als Freund angesehen. Denn hier geht es ja niemandem besser, nicht wahr?

Dieses „draußen – drinnen Gefüge“ besteht ja auch real in Kliniken und Gefängnissen und der Autor fügt es sehr wirkungsvoll in seine Geschichte ein.


Einmal krank, immer krank?

Durch den Chefarzt Dr. Gulptilil und den Psychologen Dr. Evans wird auch dieses Thema wirkungsvoll aufgegriffen. So werden Menschen, die einmal als auffällig oder gar „verrückt“ galten, doch von Vielen nie mehr richtig ernst genommen. Alles, was außerhalb der Norm ist, gilt als den Haaren herbeigezogen und muss medikamentös behandelt werden. Feinfühligkeit oder Einsamkeit wird als Krankheit angesehen, sehr schnell ist das Raster zur Hand und die Schublade geschlossen. Natürlich soll die Psychologie nicht grundsätzlich angegriffen werden, aber gerade in den siebziger Jahren waren die Zustände ja bekanntermaßen nicht so „optimal“. Auch stellt sich der Leser die Frage, ob nicht mittlerweile jegliches Thema, welches nicht auf die Straße des Gewöhnlichen gehört, so zum Beispiel auch Ableger der Esoterik, gerne als „krank“ abgestempelt wird.


Kritikpunkte

Dass Katzenbach viel zwischen den Zeilen schreibt und tiefgründige Aspekte als Begleitpunkt seiner Geschichte aufgreift, habe ich ja mehrere Male betont.

Leider weist die Story an sich einige Punkte auf, die nicht ganz schlüssig oder logisch erscheinen. Auch empfinde ich das Ende als ein wenig enttäuschend und zu einfach. Ohne, dass ich jetzt alles verraten möchte und dem geneigten Leser womöglich die Spannung verderbe, so waren die letzten 50 Seiten doch zu schnell beendet. Auch wird die Geschichte hier plötzlich zu „real“, ganz so als wollte Katzenbach die Geschichte schnell fertig bringen.

Er verlässt hiermit den tiefgründigen und leicht übersinnlichen Weg der vorangegangenen Seiten und ich habe mich irgendwie etwas abgeschnitten gefühlt.

Auch fühlte ich mich oftmals an „Einer flog über das Kuckucksnest“ erinnert, ich will nicht direkt sagen, dass Ideen abgekupfert wurden, aber etwas störend war es schon. Denn somit waren einzelne Handlungsstränge durchaus vorhersehbar und die Spannung dadurch leicht gestört.


Insgesamt

Ich denke, es dürfte klar rüber gekommen sein, dass ich trotz der kleinen Schwachpunkte von dem Buch mehr als begeistert war. Es ist vielleicht gar nicht mal die Geschichte an sich, die mich so gefesselt hat, sondern eher das Seelen- und Gefühlsleben der Personen, besonders aber C-Bird, der mit einer brutalen Ehrlichkeit gegenüber sich selbst die Geschichte noch einmal erlebt und dabei fast bis auf den Grund seiner Wünsche, Ängste und Träume vordringt. Vor allem das Hinauszögern der Geschichte empfand ich als besonders fesselnd, schade nur, dass es dann nicht zu dem fulminanten Ende kommt. Aber vielleicht ist es auch genau der Punkt, denn Katzenbach damit betonen will. Der Weg der Erkenntnis mag noch so steinig sein und beschwerlich sein, wirklich ankommen kann niemand, und was wir erkennen, führt dann vielleicht eher zu einer Art glücklicher Bescheidenheit.

So kann ich das Urteil vieler anderer Leser nicht teilen, die das Buch als langatmig oder sogar oberflächlich betrachten. Man muss sich schon ein Stück darauf einlassen, ich habe mich selbst in einigen Punkten wieder gefunden und muss sagen, das Buch hallt nach und wirft viele Fragen auf. Wie laut das Echo ist, muss jeder selbst entscheiden.

Vier Sterne und eine klare Empfehlung meinerseits!


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LESEPROBE:

„Jetzt versuchte sie, sich all diese Erinnerungen, Selbstvorwürfe und Angstattacken wieder ins Gedächtnis zu rufen und etwas zu finden, was tatsächlich helfen konnte, denn das hier was dasselbe wie damals. Nur dass sie diesmal mehr als Jugend, Unschuld und Schönheit zu verlieren hatte. Sie schrie sich an und zwang ihre Phantasie, durch Schmerz und Verzweiflung hindurch eine Möglichkeit zur Gegenwehr zu finden.

Sie war dem Engel vollkommen ausgeliefert, von Menschen umgeben und dennoch so isoliert und verlassen, als befänden sie sich auf einer einsamen Insel oder tief in einem dunklen Wald. Hilfe gab es ein Stockwerk höher. Hilfe gab es am Ende des Flurs hinter einer verschlossenen Tür. Hilfe war überall. Hilfe war nirgendwo.

Der Tod war ein Mann mit einem Messer, der sie zu Boden drückte. Er besaß alle Macht; sie begriff, dass all die Planung, Obsession, Vorfreude auf diesen Augenblick wie ein Stromkreis durch den Engel zirkulierte. Jahre der Zwanghaftigkeit und Begierde, die in diesem Moment erfüllt werden sollten. Sie wusste, dass diese Situation alles, was sie am Juridicum gelernt hatte, weit überstieg, so dass sie seinen Triumph gegen ihn selbst wenden musste, uns so sagte sie nicht Aufhören! oder Bitte! oder auch nur Wieso? sondern spuckte zwischen den geschwollenen Lippen und halb ausgeschlagenen Zähnen eine Bemerkung aus, die reiner Fiktion und purer Arroganz entsprang. „Wir haben die ganz Zeit gewusst, dass Du das warst … „

63 Bewertungen, 22 Kommentare

  • testwriter

    14.02.2010, 22:22 Uhr von testwriter
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönen valentinstag... lg

  • Sommergirl

    02.11.2009, 18:30 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: besonders wertvoll

    toller Bericht, sehr informativ!

  • anne7539

    20.10.2009, 17:20 Uhr von anne7539
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich fand den unheimlich schwer zu lesen. LG Anne

  • Gemini_

    13.10.2009, 23:01 Uhr von Gemini_
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße von Gemini_!

  • anonym

    29.11.2006, 22:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lG von Diana (c;

  • rubyk

    27.11.2006, 21:43 Uhr von rubyk
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht, super interessant! LG Isa

  • lan

    19.11.2006, 18:19 Uhr von lan
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, gruß lan

  • Gozo-Bernie

    17.11.2006, 20:16 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruss aus dem Mittelmeer - bernie

  • campimo

    13.11.2006, 20:58 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    :o) liebe Grüße

  • mami_online

    22.10.2006, 23:54 Uhr von mami_online
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht!

  • HiRD1

    15.10.2006, 11:02 Uhr von HiRD1
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~~ SH. Gruß, Ralf ~~

  • stegi

    15.10.2006, 01:33 Uhr von stegi
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Martin

  • swissflyer

    13.10.2006, 14:58 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    :-)) SH ((-:

  • pointofview

    27.09.2006, 01:37 Uhr von pointofview
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schade ... ich liebe Psychothriller, aber ich kann es nicht leiden, wenn das Ende bzw. die Auflösung nicht gelingt, ganz zu schweigen von dem Gefühl, dass der Autor es zu einem solchen "zwingt" :-( Andererseits - wie viele Titel gibt es heutzuta

  • morla

    26.09.2006, 22:07 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • bigmama

    26.09.2006, 21:03 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Anett

  • WINNIE24

    26.09.2006, 19:28 Uhr von WINNIE24
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH!! GLG WINNIE :-)

  • marina71

    26.09.2006, 15:21 Uhr von marina71
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse Bericht, hast dir viel Mühe gemacht. lg

  • superlativ

    26.09.2006, 15:11 Uhr von superlativ
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße!

  • anonym

    26.09.2006, 11:24 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter Bricht ,SH vo mir.LG Bernd

  • phobee

    26.09.2006, 10:44 Uhr von phobee
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich! LG, Pia

  • Schattenesserin

    26.09.2006, 10:04 Uhr von Schattenesserin
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)