Pocahontas (DVD) Testbericht

D
Pocahontas-dvd-zeichentrickfilm
ab 6,70
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von starfax

Disneys Trauerspiel

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Jetzt habe ich diesen Film schon so oft gesehen und habe ihn am Wochenende doch noch mal angesehen, nachdem ihn mir meine Schwägerin auf Video aufgenommen hat - und ich kann nur wieder urteilen - er ist einfach mein absoluter Lieblings - Disney!!!!


DIE STORY:

Auf der Jagd nach dem Gold der neuen Welt macht sich der englische Adlige Sir Ratcliffe mit einer großen Mannschaft und dem Abenteurer John Smith auf nach Virginia.
Dort finden sie zwar kein Gold, aber John Smith macht immerhin die Bekanntschaft des bezaubernden Indianermädchens (und Häuptlingstochter) Pocahontas, die ihn in die Geheimnisse der wilden Natur einweiht.
Als bei einem Scharmützel zwischen den Goldsuchern und den Indianern ein Indianer verletzt wird, scheint ein abschließender Kampf unausweichlich, denn die Indianer fühlen sich von den Fremdlingen in ihrer Existenz bedroht und Ratcliffe vermutet, die Indianer wüßten das Versteck des Goldes, wollten es aber für sich behalten.
Pocahontas und Smith, die sich ineinander verliebt haben, wollen das Blutvergießen vermeiden und suchen einen Weg zu vermitteln. Als aber der Indianer Cocoum, dem Pocahontas versprochen ist, sie bei einem Treffen mit Smith überrascht und Smith töten will, wird er von einem Kameraden Smiths erschossen.
Das bedeutet nun endgültig Krieg und zuallererst soll Smith vom Indianerhäuptling hingerichtet werden...

DER FILM:

Tjaaaaa....starker Tobak fürn Disney, was? Ist es auch, immerhin - nach dem \"König der Löwen\" der zweite Disneyfilm, in dem eine Leiche zu sehen ist (diesmal sogar ein Mensch!). Tatsächlich beruht der Film auch auf einer wahren Begebenheit (wieviel davon im Film wahr ist, mag man sich selber ausrechnen - das Ende jedenfalls ist pure Erfindung), aber Disney wäre nicht Disney, wenn man nicht gleich noch eine moralische Botschaft mithinein packen würde (nämlich den Pazifismus und die Liebe zur Natur, schließt sich ja nicht aus).
Dennoch, die ganze Dramatik gehört einfach in den Film: Es zeigt, daß Disney erwachsener geworden ist und ich finde nicht, daß Kinder vor solcher Thematik geschützt werden müßten - im Gegenteil, so wie sie hier verarbeitet wird (einfach und leicht verständlich aber eben doch auch poetisch und intelligent) ist sie gerade für Kinder geeignet. Und auch Kinder sollten sich durchaus mit soetwas wie Liebe, Tod, Krieg usw. auseinander setzen dürfen.
Ich erinnere mich noch, beim ersten Mal dachte ich noch \"schauerlich, wieviel Kitsch die da reingepackt haben\" - und tatsächlich gibt es einige Bilder, die nah am Kitsch gebaut sind, richtig stören tut nur eines, das mich sehr an die berühmte Riefenstahl - Optik erinnert und von Propagandaplakaten jeder Couleur hinreichend bekannt ist - aber natürlich dennoch seine Wirkung nicht verfehlt (Pocahontas und J.Smith schauen in den Sonnenuntergang während des Liedes über den Wind) - Kommentare hierzu sind erbeten...!
Insgesamt finde ich die Darstellungsweise sehr gut - die Indianer - und vor allem natürlich Pocahontas - als aufrechtes, stolzes und naturverbundenes Volk, die alte Weide (gesprochen von Hildegard Knef!!!) - ein wirklich mystischer Ort und natürlich die Landschaften sind atemberaubend und mit sehr viel Liebe zum Detail gezeichnet. Technisch nicht so brilliant wie etwa \"Tarzan\", aber dafür etwas ruhiger und, wie ich eben finde, mit etwas mehr Liebe.
Toll auch die Figuren. John Smith ist halt der gute alte \"good guy\", der alte Häuptling eben der weise alte Mann, aber Sir Ratcliffe ist superb und in seiner versnobten Art wieder köstlich. Auch sein Mops Percy hat brilliante Momente, aber schlichtweg genial sind der freche Waschbär und Flit, der Kolibri (oder isses ein Eisvogel???) - solch ein witziges Team gabs schon lange nicht mehr.
Und dann noch ein Wort zur Musik:
Also warum Disney daraus noch kein Musical gemacht hat, ist mir ein Rätsel. Tolle Lieder, (in der deutschen Synchro auch gute Stimmen - bis auf die von John Smith, der etwas jugendlich vor sich hin vibriert und dabei nur knapp die Töne trifft und halten kann) und die optische Umsetzung eben genial - etwa die Kriegschöre am Schluß oder das tolle Lied über den Wind (den Titel weiß ich leider nicht mehr)..
Also, der Herr Menken hats eben immer noch raus, schade daß er nicht mehr bei Disney ist, sondern der Konkurrenz von Dreamworks musikalisch aushilft - aber vielleicht ist so ein Wechsel ja doch auch mal ganz gut...
Übrigens hat Pocahontas kein Happy End - Taschentücher dürfen gezückt werden.
Leider war Pocahontas nicht mehr so erfolgreich wie \"König der Löwen\", aber es reichte doch noch zum weitermachen...hoffentlich noch sehr lange!

FAZIT:

Wirklich ein Film für die ganze Familie - vielleicht nicht gerade für die Machos unter den Jungens, aber Muttis, Töchter und ich bin sicher, auch viele Papas werden ihre Freude haben.

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