Sanctum Testbericht

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ab 24,48
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von BulmaZ

Engel können tödlich sein.

4
  • Niveau:  anspruchslos
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor einer ganzen Weile schon, hatte ich über einen Roman berichtet, der mich wider Erwarten vollkommen überrascht hat. Aufgrund eben dieser Überraschung wollte ich mehr von dem Autor, der mir so viele spannende Lesestunden beschert hat. Da mir auch dieser Roman abermals gefiel und es sich zudem auch noch um einen Zweiteiler handelte, war es wohl obligatorisch, dass ich mir auch den Nachfolger holen musste. Dabei handelt es sich um

Sanctum - Markus Heitz

-=Bezugsquelle & Preis =-

Gekauft habe ich den Roman bei eBay für ca. 9,00 € inklusive Porto.
Neu kostet das Buch 12,95 €.

-=Kaufgrund=-

Eigentlich steht alles zu diesem Punkt bereits in der Einleitung, daher fasse ich mich an dieser Stelle auch gewohnt kurz. "Sanctum" wollte ich unbedingt haben, weil mir der Vorgänger "Ritus" relativ gut gefallen hat. Zwar war es kein Roman, der so richtig fesseln konnte, eine gewisse Spannung war aber dennoch vorhanden. Außerdem endet "Ritus" quasi mittendrin, sodass man den Nachfolger lesen muss, wenn man wissen möchte, worum es eigentlich geht bzw. wie sich die ganze Sache auflöst. Denn im ersten Band dieses Zweiteilers werden eigentlich nur Fragen aufgeworfen. Die Antworten gibt's erst in "Sanctum".

-=Eckdaten zum Roman=-

Titel: Sanctum
Autor: Markus Heitz
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 2006
Genre: Fantasy / Horror
Seitenanzahl: 606 Seiten

-=Der Autor=-

Markus Heitz (* 10. Oktober 1971 in Homburg) ist ein deutscher Fantasy- und Science-Fiction-Autor.
Nachdem Heitz 1991 sein Abitur an der katholischen Privatschule Johanneum in Homburg abgeschlossen und im folgenden Jahr seinen Grundwehrdienst in Bexbach verrichtet hatte, studierte er bis ins Jahr 2000 Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Anschließend arbeitete er als freier Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. 2003 erhielt er für seinen ersten Roman Die Dunkle Zeit 1 - Schatten über Ulldart den Deutschen Phantastik-Preis in der Kategorie Bestes Roman-Debüt National.
Heute lebt er - nach seinem Durchbruch mit dem Roman Die Zwerge - als freier Autor und Mitbesitzer eines Irish Pubs und einer Studentenkneipe[1] in Zweibrücken.
Quelle: www.wikipedia.de

-=Die Story=-

1767, Rom
Die Äbtissin Gregoria und der Wildhüter Jean Chastel sind inzwischen nach Rom gereist, da die Bestie aus dem Französischen Gévaudan ganz offensichtlich in der ewigen Stadt sein muss. Bei der Bestie handelt es sich um den Comte de Morangiés, wie Jean von dessen Vater erfahren hat. Auch war es der Comte, der Jeans Sohn Antoine zu einem Werwolf gemacht hat. Auf der Jagd nach dem Adligen stellen sich dem tapferen Wildhüter aber noch einige andere Widersacher entgegen. Einer davon scheint ein zweites Wandelwesen in Form eines Panthers zu sein, der nachts durch Rom streift und Übeltäter jeglicher
Bilder von Sanctum - Roman / Markus Heitz
Sanctum - Roman / Markus Heitz Sanctum
Sanctum
Art zur Strecke bringt…

Währenddessen tritt ein Mann an Gregoria heran, der von ihr verlangt, die Oberin eines Frauenordens zu werden, der dazu erschaffen werden soll, Wandelwesen zu jagen und zu töten. Die Mitglieder dieses Ordens sollen künftig als Seraphim bekannt sein. An der wirklichen Intention Lentolos, wie sich der Mann nennt, zweifelt Gregoria allerdings. Will er wirklich nur die Werwesen töten und damit den Jesuitenorden auslöschen, der sich die Bestien zunutze machen will?
Und vermag eine Flüssigkeit namens Sanctum, das das Blute Christi sein soll, wirklich diese gottlosen Wesen zu heilen?
2004, Kroatien
Eric von Kastell, der Jäger der Werwesen und Letzter seiner Familie, ist immer noch hinter dem Werwolfwelpen her. Allerdings ist er bei Weitem nicht der einzige, der den Welpen in seiner Obhut wissen will. Zum einen wäre da der Orden der Lycáon, der die Werwesen als heilige Geschöpfe verehrt und so werden will wie sie. Zum anderen gibt es noch einen Frauenorden, die Seraphim, die den Welpen ebenfalls haben wollen, um ihn mithilfe des Sanctums zu heilen. Eric gerät schnell zwischen die Fronten und muss sich entscheiden - auch um Lenas Willen, die nach wie vor von den Seraphim festgehalten wird. Denn auch die Wolfsforscherin wurde von einem Wandelwesen gebissen und trägt fortan den Samen des Bösen in sich…

-=Eigene Eindrücke=-

Für diejenigen interessierten Bücherwürmer unter euch, die den ersten Teil "Ritus" nicht kennen bzw. auch den entsprechenden Bericht dazu nicht gelesen haben, wird es sicher schwer sein, einen Faden anhand der Inhaltsangabe aufnehmen zu können. Diese Tatsache zeigt auch nicht zuletzt, dass es sich tatsächlich nicht lohnt, "Sanctum" zu lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Nun, das ist ja meist so. Aber oftmals werden die wichtigsten Zusammenhänge in den Nachfolgeromanen ja noch einmal kurz und prägnant zusammen gefasst. Dem ist hier gar nicht so. So musste sogar ich mich kurzzeitig ein wenig rein finden, denn immer hin habe ich seit "Ritus" schon wieder einige andere Romane gelesen. Am besten wäre es demnach also, beide Romane direkt hintereinander zu lesen. Dies möchte ich aber keineswegs als Kritikpunkt benennen. Es ist lediglich eine Tatsache, die ich für wichtig zu erwähnen halte.

Nun aber hin zum Roman - "Sanctum".
Die Geschichte beginnt ohne große Umschweife mit einem Prolog, der den Leser erst einmal ein wenig verwirrt. Zumindest ging es mir so. Denn entgegen meiner persönlichen Annahme, geht es nicht sofort mit einem der Hauptcharaktere Jean oder Eric los, sondern mit einem Gespräch des Comte mit einigen anderen Adligen. Dieser Prolog bietet allerdings eine Menge Aufhänger in Sachen Spannung. Denn wieder werden viele Fragen aufgeworfen, die nach wie vor unlösbar erscheinen und weitere Probleme für Jean Chastel und Äbtissin Gregoria darstellen.
Bemerkenswert finde ich nach wie vor, wie gut Markus Heitz die beiden Epochen rein sprachlich voneinander abzugrenzen vermag. Wie bereits in "Ritus" kann man allein anhand der Rhetorik erkennen, in welcher Zeit man sich grade befindet. Dabei wirkt die Sprache aus dem 18. Jahrhundert aber zum Glück immer noch nicht irgendwie abgehoben oder verschnörkelt. Sicher mag sie auf den ersten Blick ungewohnt erscheinen. Aber man gewöhnt sich doch recht schnell dran und dann wird sie auf einmal auch absolut angemessen. Es wäre ja auch irgendwie unglaubwürdig, wenn Jean Chastel im 18. Jahrhundert genau die gleichen Schimpf- und Fluchwörter benutzen würde wie Eric von Kastell im 21. Jahrhundert. Dieser gekonnte Sprung zwischen den Jahrhunderten gibt "Sanctum" den gewohnten Reiz, den ich schon beim Vorgänger so mochte [bei "Kinder des Judas" übrigens auch].
Wer den ersten Teil bereits gelesen hat, den Zweiten aber noch nicht, der wird sicher wissen wollen, ob die beiden Handlungsstränge denn hier nun endlich mal auf die ein oder andere Weise zusammen treffen. Dazu kann ich nur sagen - ja, das tun sie. Grade darauf war ich neben dem weiteren Verlauf der Geschichte sehr gespannt. Denn geahnt habe ich hinsichtlich einer Verbindung ja schon so einiges. Immerhin gibt es ja unübersehbare Gemeinsamkeiten [siehe die Nachnamen -Chastel und von Kastell]. Bei einer so banalen Verbindung bleibt es allerdings nicht. Wie man anhand der Inhaltsangabe vielleicht schon gesehen hat, gibt es in der Welt von Eric von Kastell den Frauenorden der Seraphim immer noch. Sie sind nach wie vor darauf aus, die Werwesen zu heilen und nicht sie zu töten. Dabei gehen sie kaum anders vor, als gute 200 Jahre zuvor. Außerdem reist Eric von Kastell gegen Ende des Romans ins Französische Gévaudan - den Ort, an dem alles begonnen hat. Besser könnte sich der Kreis kaum schließen. Sicher ist die eine simple Vorgehensweise des Autors. Dennoch wirkt sie meiner Meinung nach. Schließlich muss es ja nicht immer einen abgehobenen Plot geben. Der Plot in "Sanctum" ist meiner Ansicht nach vollkommen schlüssig in sich selbst. Es werden alle Fragen und Unklarheiten geklärt.
Allerdings gibt es dann doch noch einen kleinen Kritikpunkt, den ich benennen möchte. Gab es in "Ritus" schon viele Kampfszenen, gibt es in "Sanctum" noch mehr. Jedenfalls meinem Empfinden nach. Vor allem kommen eben diese Szenen hier so vollkommen unerwartet. Es nie so, dass es große Vorbereitungen auf eine finale Schlacht gibt. Vielmehr schlägt die ganze Situation quasi von Zeile zu Zeile um. Meist ist das ja ganz spannend, aber irgendwann hat es mich dann doch ein bisschen gestört. Denn grade ab der Mitte dominieren die zugegebenermaßen sehr blutigen Kampfszenen recht stark. Sprachlich sind sie zwar zweifellos gelungen, dennoch geben sie dem Leser nicht so sehr viel. Für mich ganz persönlich ist dies ein bisschen zuviel Action, die der Roman nicht unbedingt gebraucht hätte, um gut zu sein.

Was grade bei einem Fortsetzungsroman ja eigentlich selbstverständlich sein sollte, es aber gar nicht immer ist, ist die Weiterentwicklung der Figuren. Die gibt es hier durchaus.
Besonders auffällig sind diese bei den beiden sich heimlich Liebenden Jean Chastel und Äbtissin Gregoria.
In "Ritus" war Jean Chastel jemand, der aufgrund von Schicksalsschlägen und einem wachen Verstand, der Kirche und allem, was damit zusammenhängt, extrem kritisch und zuweilen sogar blasphemisch gegenübersteht. Dies tut er hier zwar hin und wieder gegenüber von arroganten Bischöfen auch noch, dennoch hat sich seine innere Einstellung gewandelt. Dafür gibt es viele Faktoren, die den Ausschlag gegeben haben. Ein ganz wichtiger wäre wohl die gottesfürchtige Äbtissin Gregoria, für die Jean mehr fühlt als bloße Freundschaft. Sie hat ihm gezeigt, dass der Glaube an Gott durchaus echt sein kann und nicht nur praktiziert wird, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch während seiner halsbrecherischen Jagten nach der Bestie, geschehen so einige Dinge, die über Glück weit hinaus gehen.
Fast das ganze Gegenteil davon ist wohl Äbtissin Gregoria. Zwar wendet sie sich keineswegs von ihrem Glauben oder der Kirche ab, wohl aber betrachtet sie die Talarträger mit kritischerem Auge und berechtigtem Argwohn. Gregoria ist mehr denn je eine intelligente Frau, die sich nichts erzählen lässt. Sie hat ihren eigenen Kopf, was sie hin und wieder auch in große Gefahr bringt. Gregoria ist eine sehr warmherzige und ehrlich Frau, der man als Leser eigentlich voll und ganz ein normales und biederes Leben mit Jean Chastel wünscht, so, wie sie es sich eben auch wünscht.
Der zweite Hauptcharakter Eric von Kastell hat sich meiner Ansicht nach auch etwas weiterentwickelt. Zumindest was seine Einstellung Frauen gegenüber angeht. Dass er die Wolfsforscherin Lena Haruka anbetet und sie die erste Frau ist, für die er wirkliche Gefühle hegt, ist ja schon in "Ritus" klar. Hier wird es anhand seiner verzweifelten Suche nach ihr aber noch deutlicher. Auch zeigt sich seine offenbar doch vorhandene weiche Seite dadurch, dass er sein kleines Bettabenteuer aus "Ritus", Severina, mitnimmt auf seine Reisen. Denn er fühlt sich verbunden mit ihr - und das rein freundschaftlich. Dass er lange Zeit versucht, sich dagegen zu wehren wird vor allem daran deutlich, dass die beiden sich auch nach dem zweiten Mal Sex immer noch siezen. Man kann den inneren Konflikt Erics nachvollziehen, was Severina und Lena angeht. Das macht ihn deutlich menschlicher und sympathischer als noch im Vorgängerroman.

Alles in allem konnte mich auch "Sanctum" nicht unbedingt vom Hocker reißen. Die Qualität hingegen ist die gleiche durchaus Gute wie in "Ritus". Daher vergebe ich auch hier wohlverdiente vier Sterne. Die beiden Schreibstile sind sehr gut gemacht und passen zur jeweiligen Epoche. Lediglich der Kampfszenen gibt es hier ein paar zu viele. Auch verwirren einige Französische bzw. Italienisch Adelstitel ein wenig. Dies war allerdings schon im Vorgänger ein Punkt, den ich bemängelt habe. In Sachen Spannung findet der geneigte Leser mit "Sanctum" einen durchaus gelungenen Roman wieder, den man tatsächlich unbedingt durchlesen möchte, um zu wissen, wie es denn nun ausgeht. Zwar driftet die Geschichte hin und wieder in leicht verwirrende Richtungen, dies tut dem Lesespaß aber meiner Ansicht nach keinen Abbruch. Daher eine Empfehlung an alle, die "Ritus" gelesen haben. Für alle anderen lohnt sich "Sanctum" kaum. Für diejenigen gilt - erstmal mit Teil 1 anfangen.

32 Bewertungen, 5 Kommentare

  • tina08

    30.08.2011, 13:11 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • leseflippi

    30.08.2011, 00:18 Uhr von leseflippi
    Bewertung: besonders wertvoll

    Die beiden Bücher muss ich haben. Sonnige Grüße aus Gran Canaria

  • morla

    29.08.2011, 15:58 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • Luna2010

    29.08.2011, 11:26 Uhr von Luna2010
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr gerne ein SH. Ich habe gestern übrigens viele neue Berichte reingestellt. Ich lese schon seit langem bei dir und würde mich in diesem Fall über Gegenlesungen sehr freuen. Danke dir

  • katjafranke

    29.08.2011, 09:52 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen lieben Gruß von der KATJA