Battlefield 2 (PC Spiel Shooter) Testbericht

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ab 82,76
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5 Sterne
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Erfahrungsbericht von Lindi

das beste Multiplayer Spiel seit Battefield 1942!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Alles fing vor ein paar Jahren ganz unscheinbar an: Wie viele vermuten ist nicht Battlefield 1942 der Anfang gewesen, sondern ein ganz unscheinbares Programm mit dem Titel Codename Eagle. Dieses bekam eher durchwachsene Wertungen und hatte seinen Schwerpunkt noch auf Singleplayermissionen, aber auch schon einen Multiplayermodus der bereits viele Elemente enthielt, die heute für die Battlefieldreihe typisch sind. Schon damals konnte man mit verschiedenen Fahr- und Flugzeugen die Gegend unsicher machen (obwohl die Flugzeugsteuerung m.M. nach eine Katastrophe war.) Dann kam ein paar Jahre später Battlefield 1942 auf den Markt, welches sich auch dank einiger netter Modifikationen und Add-Ons schnell zu einer festen Größe im Multiplayerbereich mausern konnte. Man hatte dazugelernt. Battlefield Vietnam hingegen wusste die Fans nicht so recht zu überzeugen.
Jetzt ist endlich der langersehnte neueste Ableger Battlefield 2 eingeschlagen und beweisst dass Digital Illusions die Kunst des virtuellen Krieges doch noch beherrschen.


Der Kampf um die Flagge
Worum geht es in Battlefield 2 überhaupt? Nun, wer die Vorgänger kennt, liest hier vermutlich nichts neues. Zunächst einmal ist Battlefield hauptsächlich ein reines Multiplayerspektakel. Es gibt zwar auch einen Singleplayermodus, der ist aber ähnlich wie der Trainingsmodus von Söldner nur zum üben gedacht damit man für die Onlinematches fit ist. Zumindest stellen sich die Bots nicht allzu blöd an, so dass man mit dem Trainingsmodus durchaus eine Weile seinen Spaß haben kann. Prinzipiell geht es darum, dass sich jeweils zwei von drei Fraktionen (Araber, Chinesen und Amerikaner) auf zwölf verschiedenen Maps im sog. Conquestmodus (andere wie z.B. Capture the Flag gibt es nicht - noch nicht) um Flaggenpunkte balgen. Je nachdem ob die Spielerzahl auf 16, 32 oder 64 Mitspieler eingestellt ist, wird die Map noch entsprechend variiert, indem Mapgrenzen, Flaggenpunkte und die Anzahl der Fahrzeuge den Verhältnissen angepasst werden. Die meisten Matches sehen in der Regel so aus, dass jedes Team am Anfang einen Flaggenpunkt am jeweils entgegengesetzten Ende der Karte hält. Jeder eroberte Flaggenpunkt kann dabei als Einstiegspunkt genutzt werden wenn man nach dem Bildschirmtot wieder ins Spiel respawnt. Dazwischen liegen dann mehrere neutrale Flaggenpunkte die vom eigenen Team eingenommen und möglichst gehalten werden müssen. Das geht ganz einfach (sofern keine Gegner dazwischenfunken natürlich) indem man sich in dessen Nähe begibt und wartet bis die eigene Flagge gehisst wurde. Je mehr Mitspieler des eigenen Teams sich in der Nähe der Flagge aufhalten desto schneller geht’s. Sobald eine Fraktion es schafft, mehr Flaggenpunkte zu halten als der Gegner, gehen diesem sog. Tickets verloren. Jedes Team hat davon eine begrenzte Menge und wenn die Tickets einer Fraktion auf Null gesunken sind hat es die Runde verloren. Tickets sind gleichzeitig auch die Rückfahrscheine ins virtuelle Schlachtfeld: jedesmal wenn ein Spieler ins Pixelgras beisst und neu bei einem Flaggenpunkt startet geht ein Ticket dabei drauf. Ein weiteres Szenario das in manchen Maps vorkommt wäre noch, dass am Anfang einer Runde eine Partei alle Flaggenpunkte bis auf einen hält und die andere Mannschaft dementsprechend aggressiv vorgehen muss, dafür aber auch am Anfang als Ausgleich mehr Tickets hat. Tja, das war so das Grobe. Nun zu den Details.


Klassenkampf
Wie in den Vorgängern gibt es auch bei Battlefield 2 wieder verschiedene Spielerklassen die so ziemlich jede Vorliebe abdecken: Der Sturmsoldat z.B. ist der typische Allrounder ohne Spezialfähigkeiten. Der Sanitäter hingegen ist recht schwach auf der Brust, kann dafür aber angeschlagene Teamkameraden heilen und mittels Elektroschocker sogar Tote wieder auferstehen lassen (vorausgesetzt es passiert rechtzeitig). Der Elektroschocker lässt sich sogar als fiese Nahkampfwaffe missbrauchen. Dann gibt es da noch den altbekannten Scharfschützen (dessen Waffen aber leider nicht so effektiv sind wie man sich das vielleicht wünscht.) Meine persönliche Lieblingsklasse ist übrigens der Spec-Ops, eine Art moderner Ninja. Seine Waffe ist ganz brauchbar und er hat den Vorteil, dass er Sprengstoffpakete auslegen und per Fernbedienung zünden kann. Einfach ein paar Ladungen in die Nähe eines Flaggenpunktes legen, ab ins nächste Gebüsch und warten bis ein sorgloser Gegner ankommt um die Flagge einzunehmen. Man kann sich die Schadenfreude kaum vorstellen wenn der arme Tropf kurz vor dem ersehnten Ziel ins Nirvana gesprengt wird! Sogar die Möchtegernruler in ihren fetten Panzern sind den Sprengfallen nicht gewachsen. Noch mehr Angst müssen die Lenker der dicken Stahlmonster höchstens vor dem Anti-Tank-Schützen haben, der diesen mittels Raketenwerfer auf den Pelz rückt (dafür aber mit einer popeligen Maschinenpistole vorlieb nehmen muss). Aber auch wenn ein Panzer schon bedenklich anfängt zu qualmen ist noch nicht aller Tage Abend: der Pionier als Spielerklasse kann beschädigte Fahrzeuge und bestimmte Einrichtungen wie Artillerie nämlich reparieren und zudem Wege verminen. Als letzte Klasse ist noch der Supporter zu erwähnen der ein dickes, aber recht ungenaues Maschinengewehr für Sperrfeuer mitschleppt und andere Teammitglieder mit Munition versorgen kann.


Leck mich doch an der Panzerkette!
Wie bereits angedeutet gibt es auch in Battlefield 2 wieder jede Menge Fahrzeuge. Der Buggy z.B. eignet sich dank seiner enormen Geschwindigkeit prima dazu um schnell von A nach B zu gelangen. Dafür ist das Ding nur relativ schwach bewaffnet und gepanzert. Die meisten Vehikel haben übrigens mehrere Sitzplätze. Der angesprochene Buggy z.B. hat drei: einer macht den Fahrer und zwei weitere bedienen die Bord-MGs. Richtig effektiv sind die Fahrzeuge also erst wenn möglichst viele Teammates mitfahren. Ein voll besetzter Panzer mit seinen sechs Sitzplätzen (ein Fahrer, einer oben auf dem Turm am MG und zwei MG-Schützen an jeder Seite) ist ein ernstzunehmender Gegner. Dafür gibt es aber umso mehr Punkte wenn man so einen gut gefüllten Blecheimer abschiessen kann. Neben den diversen Bodenfahrzeugen kann man sich auch Hubschrauber und Düsenjäger schnappen. Letztere sind recht schwer zu steuern, dafür aber auch sehr schnell. Eigentlich schon fast zu schnell. Auf kleinen Karten riskiert man ständig die Mapgrenzen zu überfliegen.
Leider ist es nicht immer ganz einfach an das Fahrzeug seiner Wahl zu gelangen: an den Spawnpunkten der Fahrzeuge bilden sich mitunter ganze Menschentrauben oder es bricht ein fröhliches Teamkilling vom Zaun weil irgendjemand Angst hat ein anderer könnte ihm das Vehikel seiner Träume streitig machen. Aber das ist etwas womit Battlefield-Veteranen ja Erfahrung haben.


Tu was ich sage!
Ein neues Feature in der Battlefield-Reihe ist der Commandermodus (den man sich allerdings u.a. beim Konkurrenten Söldner abgeschaut hat): Jede Runde wird per Abstimmung ein Commander gewählt der dann auf einer abrufbaren Übersichtskarte einige nette Spielereien durchführen kann. Besonders beliebt sind dabei die verheerenden Artillerieschläge: Einfach ein Ziel auf der Karte anwählen und kurz darauf geht ein Granathagel nieder der so ziemlich alles plättet was nicht rechtzeitig aus der Gefahrenzone fliehen kann. Ausserdem kann der Commander noch Nachschubpakete abwerfen lassen (die schon den einen oder anderen unachtsamen Soldaten erschlagen haben), Aufklärungsdrohnen losschicken (die in einem begrenzten Bereich alle Feinde anzeigen) und Wegpunkte fürs Team setzen. Jede Aktion lässt sich allerdings nur alle paar Minuten durchführen. Die abgespeckte Variante ist der Squadleader. Hier kümmert man sich nur um seine eigene, maximal sechs Mann starke Gruppe und kann allenfalls Wegpunkte vorgeben. Ganz unten in der Befehlskette steht dann das einfache Squadmitglied. In welchem Squad man spielt, kann man übrigens jederzeit aussuchen. Per Voice over IP Technik (also Sprachübertragung per Headset) kann man sich auch mit seinen Leuten unterhalten, sofern das vom Server unterstützt wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind zudem die Punkte, die man für jede erfolgreiche Aktion erhält. Egal ob man nun Gegner fraggt, Flaggen erobert, Teammitglieder heilt oder Fahrzeuge repariert, für alles was dem Team zugute kommt gibt es Punkte. Und wer die meisten Punkte hat steht halt oben in der Liste. Die Punkte sind aber nicht nur für\'s Ego wichtig sondern auch wenn man auf den sog. Ranked-Servern spielt. Ähnlich wie bei einem Onlinerollenspiel oder dem bekannten Americas Army werden Erfolge im Spiel auf diesen zentralen Servern abgespeichert. Hat man nun in einer Klasse fleissig genug Punkte gesammelt steigt man im Rang auf: Neben glitzernden Orden darf man sich dann auch über neue und teils bessere Waffen freuen. Das ist übrigens auch der Grund warum gerade die Ranked Server meist rappelvoll sind. Leider kann man nicht mal eben schnell einen eigenen Ranked Server aufmachen. Das dürfen nur spezielle Anbieter die mit EA einen Vertrag abgeschlossen haben. In Deutschland übernimmt das übrigens K-Play, eine Abteilung des Krawall-Gaming-Network. So will man verhindern das Cheater sich einen höheren Rang erhacken.


Auf dem Feld der Ehre ist noch keiner an Augenkrebs gestorben
Grafisch braucht sich Battlefield 2 keinesfalls zu verstecken. Mit einem entsprechend ausgestatteten Rechner sieht das Spiel wirklich sehr gut aus. Entsprechend ausgestattet heisst aber halt auch mehr oder weniger High-End. Mindestens 1 GB RAM dürfen es schon sein, besser noch 2 GB(!). Ausserdem sollte man mindestens 2GHz unter der Haube und mindestens eine Radeon 9700pro im Rechner haben wenn man auf 1024x768 mit mittleren Details spielen will. Besitzer einer Geforce 4 Karte werden unverständlicherweise gleich ganz ausgeschlossen. Dabei zeigt ein inoffizieller Patch dass auch diese Karte durchaus brauchbar mit Battlefield 2 funktionieren kann. Vielleicht hat EA Gnade und liefert die Geforce4-Funktionalität in einem nächsten offiziellen Update noch nach.
Die verschiedenen Szenarien (neblige Sümpfe in China, eine arabische Stadt in der Wüste nebst eindrucksvoller Moschee, ein gewaltiger, noch im Bau befindlicher Staudamm etc.) wurden sehr detailliert gestaltet und bieten jede Menge taktische Möglichkeiten. Auch die Soundeffekte gehen in Ordnung. Es gibt sogar für jede Armee eigene Funksprüche in der jeweiligen Landesprache. Musik wird nur im Hauptmenü und während des Ladevorgangs gespielt und ist ein Mischmasch aus Rock und chinesischer sowie arabischer Musik.

Zu wenig?
Battlefield 2 ist zweifellos ein sehr gutes Spiel. Das es die 90er-Hürde im Moment nicht überspringen kann liegt an einigen Mängeln die mich noch stören. So ist z.B. der Serverbrowser quälend langsam und provoziert mitunter Abstürze auf den Desktop. Wieso werden Besitzer von Geforce 4 Karten ausgeschlossen (wo es doch scheinbar geht)? Wieso nimmt mein Panzer Schaden wenn ich gegen Sandsäcke fahre? Auch wer Innovationen erwartet hat wird eher enttäuscht, denn auch der Commandermodus ist im Grunde nichts Neues. Es ist halt immer noch Battlefield mit aufgemotzter Grafik und Detailverbesserungen. Aber Spaß macht es und das nicht zu knapp! Und was wäre wichtiger wenn nicht das?

7 Bewertungen