Borat (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
Unbedingt ansehen!
Pro:
"Borat" ist ein erstaunlicher, undgewöhnlicher Film - Prädikat: Anarcho-Satire einer neuen Qualität.
Kontra:
Nicht jede(r) wird mit "Borat" etwas anfangen können bzw. den Humor des Films mögen - aber das ist ja auch nicht nötig oder beabsichtigt.
Empfehlung:
Ja
„Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen“ heißt das hehre Ansinnen, das Borat antreibt, im für Borat typischen Radebrech. Wer wie ich „Borat“ im Kino verpasst hat, dem bietet die jüngst erschienene DVD-Version des Films Gelegenheit dazu, Versäumtes nachzuholen. Und von einem Versäumnis lässt sich hier wirklich guten Gewissens sprechen, denn sehenswert ist die Satire von Sacha Baron Cohen allemal.
Ob mensch sich mit dem Anarcho-Humor von Cohen anfreunden kann, ist eine ganz andere Frage. Und wie die Antwort darauf ausfällt, hat viel damit zu tun, wie satire-erprobt mensch ist. Als Lackmus- bzw. Lachmus-Test empfehlen sich m.E. z.B. die Geschichten, die Zeichner Walter Moers um seine Figur „Das kleine Arschloch“ spinnt: Wem das kleine Arschloch zu gemein und politisch zu inkorrekt ist, der wird wahrscheinlich mit Borat erst recht seine liebe Not haben. In 80 Minuten verstößt Kunstfigur Borat gegen so ziemlich jedes Tabu, gegen das sich verstoßen lässt.
An dieser Stelle Einzelheiten zu schildern, wäre ein mühseliges, undankbares Werk – umso mehr, als es Uneingeweihten den Spaß verdürbe: „Borat“ muss mensch wirklich mit eigenen Augen sehen.
Wer „Borat“ dann selbst erlebt hat, der wird auch die heftigen Reaktionen auf den Film nachvollziehen können: Dass sich zum Beispiel Kasachen dagegen verwahren, wenn sie der Film durch die Bank als hinterwäldlerische, zurückgebliebene Antisemiten mit Faible für Inzest und Vergewaltigung darstellt, kann nicht verwundern. Das ist natürlich Teil des Konzeptes für die Schock-Komik, mit der Cohen seine diversen Gegenüber aus der Reserve zu locken versucht. In den meisten Fällen gelingt ihm das auch ganz wunderbar.
Dabei setzt er quasi eine Methode mit anderen Mitteln fort, die schon Satiriker Ephraim Kishon mit schönem Erfolg genutzt hat. Der gab in Interviews schon mal verschmitzt zu, es bereite ihm diebisches Vergnügen zu beobachten, wie seine Besucher auf ein gegenüber dem Besuchersofa aufgehängtes Aktbild reagierten. Auch Cohen bringt seine Gegenüber in Verlegenheit. Allerdings beschränkt sich Cohens Zeigefreude nicht auf Aktbilder, sondern Cohen lässt auch schon mal selbst die Hüllen fallen: Die Episode, in der Borat und sein kasachischer Reise-Kompagnon splitterfasernackt eine Veranstaltung in einem Hotel sprengen, in dem die beiden übernachten, gehört zu den Staunen erregendsten Momenten des Films. Von solchen Auftritten können selbst deutsche Fußgängerzonen-Comedy-Anarchisten wie Hans-Werner Olm, Wigald Boning und Co. nur träumen.
D i e ¬_ D V D
Dem Vernehmen nach folgt die Gestaltung der DVD-Erstauflage des Films einem persönlichen Wunsch des Künstlers. Wer die DVD zum ersten Mal aus der Verpackung zieht, wird deshalb verdutzt ein zweites Mal hinsehen: Hoppla – hat mnesch es hier etwa mit einer Raubkopie zu tun?
Natürlich nicht – auch wenn das Label verdammt danach aussieht, als hätte wer einen handelsüblichen DVD-Rohling mit einem Folienstift selbst beschriftet.
Die gewollte Billig-Anmutung setzt sich im Menü der DVD fort. Auch hier wirkt alles unprofessionell und unsauber. Dazu gehört auch, dass Menü und Filmvorspann in russischem Text vorliegen, der dann durch lieblos wirkende deutschsprachige Einblendungen ersetzt wird. Das Bonusmaterial habe ich zwar noch nicht komplett gesichtet, aber für ein Zwischenfazit reicht’s allemal. „Borat“ sollte mensch sich im englischsprachigen Original ansehen – und zum Glück bietet die DVD den Originalton. Wer nicht ausschließlich auf seine Englischkenntnisse vertrauen möchte, kann sich deutsche Untertitel einblenden lassen – das erscheint mir jedenfalls sinnvoller, als auf die arg bemüht klingende deutsche Synchronisation zu vertrauen.
Das ist m.E. schon Grund genug, sich für die DVD zu entscheiden. Ein weiterer Grund, der für die DVD spricht, sind die geschnittenen Szenen. Die sind wirklich sehenswert und steigern das Vergnügen am Hauptfilm noch. Besonders gut gefallen hat mir persönlich Borats Besuch in einem amerikanischen Supermarkt, bei dem er sich von einem äußerst geduldigen Verkäufer bestätigen lässt, dass es sich bei jedem, aber wirklich ausnahmslos jedem von geschätzt 100 Artikeln (es können auch mehr sein – weniger sind es jedenfalls bestimmt nicht) um Käse handelt.
47 Bewertungen, 17 Kommentare
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01.04.2007, 01:40 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreich‹^› ‹(•¿•)› ‹^› Liebe Grüße aus Berlin
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30.03.2007, 12:08 Uhr von angi3000
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse!
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19.03.2007, 10:13 Uhr von AndreaBln
Bewertung: sehr hilfreich***sh***LG Andrea
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18.03.2007, 00:45 Uhr von Misslady
Bewertung: sehr hilfreichNaja mir haben die Trailer schon nich gefallen, aber muss ja nich jeder mögen :D
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17.03.2007, 13:02 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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15.03.2007, 21:54 Uhr von LadySimara
Bewertung: sehr hilfreich~~~Liebe Grüße Steffi~~~
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15.03.2007, 21:23 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG Damaris :-)
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15.03.2007, 19:46 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Biggi :-)
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15.03.2007, 18:43 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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15.03.2007, 17:26 Uhr von Wegeno
Bewertung: sehr hilfreich...::: Gruß Werner :::...
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15.03.2007, 17:08 Uhr von Sabate
Bewertung: sehr hilfreichviele grüsse Todd
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15.03.2007, 16:05 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan ;>))))
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15.03.2007, 15:05 Uhr von wusi
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht
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15.03.2007, 14:56 Uhr von sandrad198
Bewertung: sehr hilfreich**sh+lg** Sandra :o)
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15.03.2007, 14:42 Uhr von evafl
Bewertung: sehr hilfreich♪ ♫ ♪ ♫ ♪ sh! lg Eva ♪ ♫ ♪ ♫ ♪
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15.03.2007, 14:03 Uhr von novia
Bewertung: sehr hilfreichlg novia
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15.03.2007, 13:23 Uhr von nekano
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich ;) LG
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