Erfahrungsbericht von DocMuellfreak
Hollywood geht unter die Griechen
Pro:
Bilder, Sound, grandiose Kampfszenen
Kontra:
geschichtliche Übereinstimmung, Besetzung
Empfehlung:
Ja
Nabend zusammen!
Gestern war mal wieder Kinotag, und ich war zusammen mit ein paar Freunden in „Troja“. Angekündigt als ein gewaltiges Epos, das rund 200 Millionen Dollar an Produktionskosten verschlungen hat. Gewaltig, wenn man bedenkt, dass unser Abifilm grade mal 150 Euro gekostet hat und trotzdem ein Erfolg hier in der Stadt war ;-). Aber gut. Ich möchte euch meine Erfahrung mit diesem Film nicht vorenthalten und euch meine Meinung dazu wissen lassen.
Im folgenden gibt es wieder die von mir gewohnte Gliederung:
- Die Story
- Eigene Meinung zur Story
- Darsteller/Figuren
- Eigene Meinung zu Derstellern/Figuren
- Sonstiges
- Bewertung
- Fazit
Die Story:
OoOoOoO
Die Story wird wahrscheinlich vielen bekannt sein. Agamemmnon (Brian Cox) ist der machthungrige Herrscher von Mykene. Er hat in vielen Schlachten alle anderen griechischen Herrscher als „Untertanen“ gewonnen. Soll heißen, er befiehlt eine Schlacht, und alle folgen. Nun ist es so, dass er einen Bruder hat, mit Namen Menelaos (Brendan Gleeson), seines Zeichens König von Sparta. Dessen Frau Helena (Diane Kruger) ist ihm untreu und verliebt sich in den Prinzen von Troja, Paris (Orlando Bloom). Was Menelaos nicht gefällt, kommt Agamemmnon sehr zu Gute. Menelaos hatte zuvor mit Troja Frieden geschlossen. Agamemmnon aber will Troja erobern, denn dies ist das einzige Königreich, welches nicht unter seinem Kommando steht. Zusammen ziehen sie also mit sämtlichen anderen Griechen in die Schlacht gegen Troja. Offizieller Grund ist die Rache Menelaos, aber der wirkliche Grund für Agamemmnon ist, wie gesagt die Eroberung Trojas. Da Troja bisher noch nie besiegt worden ist, hat Agamemmnon Achilles (Brad Pitt) in sein Boot geholt. Dieser ist ein Halbgott und strebt nach der Unsterblichkeit seines Namens. Er ist der größte Krieger Griechenlands. Nun senden die Griechen 1000 Schiffe nach Troja aus, um denen die Stirn zu bieten. Helena und Paris sind bereits zusammen mit dem Thronfolger Trojas, Hector (Eric Bana) zurückgekehrt. Die nun anstehende Schlacht soll allerdings nicht stattfinden, wenn es nach Paris geht. Deswegen stellt er sich Menelaos in einem Zweikampf. Als dieser sich anschickt gegen Paris zu gewinnen, sticht Hector ihn nieder. Die ist der endgültige Auslöser des Krieges. Nun folgen atemberaubende Kamerafahrten durch die Schlachtszenen. Nach mehreren Schlachten und einer erneuten Liebesbeziehung zwischen Achilles und der trojanischen Tempeldienerin und Cousine Paris/Hectors Briseis (Rose Byrne) und einem für Hector tödlichen Zweikampf mit Achilles, gelingt es den Griechen mit Hilfe des bekannten trojanischen Pferdes die Stadt einzunehmen.
Eigene Meinung zur Story:
OoOoOoOoOoOoOoOoOoO
Die Story an sich ist nun nicht die neuste. Um genau zu sein, ist sie schon ein paar tausend Jahre alt. Das ganze basiert auf der Geschichte Homers. Leider ist sie arg verfälscht worden. Hierfür werde ich nur ein Beispiel nennen. Der Tod Agamemmnons. In diesem Film wird er von Briseis erstochen. In der Geschichte Homers dagegen wird er nachdem er Troja eingenommen hat und wieder zurück in Sparta ist, von seinen eigenen Kindern umgebracht. Wie gesagt, das ist nur eine von einigen Verfälschungen, die diesen Film schlechter machen, als er sein könnte.
Die Umsetzung der Schlachtszenen ist super gelungen. Man fühlt irgendwie die Grausamkeit der Krieger, aber zu sehen ist nicht viel. Es sind unheimlich schnelle Kamerafahrten und harte Schnitte während der Szenen zu beobachten. Mein Tipp: Nicht zu weit vorne sitzen, sonst könnte einem schlecht werden von den wilden Fahrten und Schnitten. Die Liebesgeschichte zwischen Paris und Helena bzw. zwischen Achilles und Briseis ist eine eigene. Meiner Meinung leider ab und zu etwas zu sehr ausgeweitet, aber im Großen und ganzen schon schön knapp gehalten. Schließlich bin ich persönlich nicht wegen der Liebesszenen ins Kino gegangen, sondern um ein Epos zu sehen, wo es ordentliche Schlachten zu sehen gibt, um zu sehen, was man aus 200 Millionen Dollar machen kann. Und so eine Liebesszene kostet ja nun mal nicht die Welt.
Also wie gesagt. Insgesamt gesehen, konnte man sich die Story ganz gut ansehen, aber sie entspricht nicht so wirklich der Originalvorlage Homers.
Darsteller/Figuren:
OoOoOoOoOoOoO
Brian Cox (Agamemmnon) spielt den machthungrigen Herrscher Mykenes. Er ist der Bruder des betrogenen Menelaos. Er ist es, der unbedingt Troja als „Untertanen“ haben will um seine Macht noch weiter auszudehnen. Während des Krieges gerät er mit Achilles arg aneinander, was ihm nicht unbedingt zu Gute kommt.
Brad Pitt (Achilles) spielt einen Halbgott und zugleich Anführer seiner Mannen, ist ein arroganter und rebellischer Krieger. Er gilt als der größte seinerzeit und ist schier unbesiegbar. Er ergreift nie für irgendjemanden Partei. Es ist sein Wille der Unsterblichkeit seines Namens, der ihn dazu bringt gegen Troja zu kämpfen. Als allerdings sein Vetter im Krieg stirbt, wird der Kampf persönlicher für ihn. Und er entwickelt eine Liebe zu Briseis, einer trojanischen Tempeldienerin. Auf Grund dieser Liebe fällt er auch während des Kampfes.
Orlando Bloom (Paris) spielt den jüngeren Sohn des trojanischen Königs. Er verliebt sich auf einer Reise nach Sparta in die Frau des dortigen Königs und nimmt sie mit nach Troja. In einem Zweikampf mit Menelaos, Spartas König, zieht er den Kürzeren, wird allerdings von seinem Bruder gerettet. Aufgrund einer Verletzung nimmt er am Kriegsgeschehen selber im Folgenden nicht mehr Teil, allerdings ist er es, der Achilles niederstreckt.
Eric Bana (Hector) mimt einen der Größten Feldherren seiner Zeit. Er ist der älteste Sohn des trojanischen Königs und somit dessen Thronfolger. Er ist es, der seinen Bruder Paris vor Menelaos rettet und er ist es auch, der die Armee Trojas beinahe zum Sieg führt. In einer Schlacht tötet er allerdings den Vetter von Achilles, und muss sich diesem in einem Zweikampf stellen, den er verliert und stirbt. Woraufhin Achilles seinen Leichnam schänden will.
Brendan Gleeson (Menelaos) spielt den Bruder Agamemmnons, den König Spartas, den gehörnten Ehemann. Er überredet seinen Bruder mit ihm in die Schlacht zu ziehen um seine Schande zu rächen. Allerdings kommt es nicht zu der erhofften Genugtuung, denn als er in einem Zweikampf gegen seinen Nebenbuhler Paris die Oberhand gewinnt, und zu entscheidenden Hieb ausholt, wird er von Hector niedergestreckt.
Diane Kruger (Helena) spielt die Königin Spartas, die sich in Paris verliebt und ihn nach Troja begleitet. Ihr und Paris ist dieser Krieg zu verdanken. Sie will keinen Helden als Mann, sondern einen, der sie liebt, und der mit ihr alt wird. Sie hat Angst um Paris, als er gegen Menelaos antritt. Während des Krieges sitzt sie stets an der Seite Priamos, Trojas König. Zum Schluss gelingt ihr mit einigen anderen Trojanern die Flucht aus der Stadt.
Sean Bean (Odysseus) spielt den Anführer Ithakas. Er ist weniger der Kämpfer, als der listige Feldherr. Er ist es, der Achilles überredet mit in die Schlacht gegen Troja zu ziehen. Er ist auch der einzige Freund Achilles unter den ganzen Königen Griechenlands. Seine Rolle ist aber eher klein gehalten.
Ross Byrne (Briseis) spielt eine Tempeldienerin. Sie entkommt, als sämtliche Tempeldiener während der „Landungsszene“ getötet wurden. Allerdings wird sie von Agamemmnon gefangen genommen. Achilles sieht und verliebt sich in sie. Diese Liebesbeziehung ist von großer Bedeutung, denn sie ist es, der Achilles seinen Tod zu verdanken hat.
Peter O’Toole (Priamos) spielt den greisen König Trojas. Er sieht sich die Schlacht von den Stadtmauern aus an, und er muss zusehen, wie Hector sein geliebter Sohn und Thronfolger von Achilles getötet und geschändet wird. Doch er beweist Mut, indem er in das griechische Lager schleicht, und sich Achilles öffnet. Er setzt sein Leben aufs Spiel, damit er seinem Sohn eine gerechte Bestattung zukommen lassen kann. Nachdem Achilles ihm dies gewährt, überlebt er das Ende des Krieges allerdings trotzdem nicht.
Meinung zu den Darstellern:
OoOoOoOoOoOoOoOoOoOo
Brian Cox spielt seine Rolle meiner Meinung nach sehr gut. Er hat den ganzen Film über einen herrlich bitter bösen Gesichtsausdruck. Seine Rolle scheint ihm zu liegen. Man nimmt ihm den machthungrigen Herrscher ganz schnell ab.
Brad Pitt. Tja, was soll man zu ihm sagen? Er ist einer der bekanntesten Schauspieler Hollywoods. Er ist zweifelsohne auch ein guter, und er hat sich für seine Rolle auch gut durchtrainiert und zeigt auch viel nackte Haut. Doch macht das eine gute schauspielerische Leistung aus? Ich denke nicht. Er ist der „Schönling“ Hollywoods, aber ist er ein Krieger? Ich denke nicht. Er macht das Beste aus seiner Rolle, aber er ist für mich kein Darsteller eines großen Kriegers. Ich denke ein Viggo Mortensen hätte hier besser in die Rolle gepasst. Ich schätze seine Leistung eher im niedrigen Mittelfeld ein.
Orlando Bloom ist ein ähnlicher Fall wie Brad Pitt. Auch er ist in meinen Augen kein Krieger. Er ist eher der Frauenversteher. So würde ich ihn einschätzen. Seine Rolle passt daher auch ganz gut. Er ist zu feige um sich dem sicheren Tod zu stellen, und er hält sich aus dem Krieg größtenteils heraus. Allerdings habe ich ihn auch schon in stärkeren Rollen gesehen. An die Leistung eines Legolas oder William Turner kommt er leider nicht heran.
Eric Bana dagegen hat mich wieder etwas mehr überzeugt. Er sieht nicht nur aus wie ein Krieger, er spielt auch wie ein Krieger. Jemand, der weiß, wie stark er ist. Er wirkt nicht überheblich in dem Film. Man sieht ihm seine Entschlossenheit Troja zu retten an, und glaubt es ihm auch. Eine passende Besetzung für diese Rolle.
Brendan Gleeson als Menelaos. Dazu gibt es irgendwie nicht so viel zu sagen. Er hat eine eher kleine Rolle, die er aber ausfüllt. Ich möchte nicht über ihn als Schauspieler urteilen, weil er hier nicht viel Gelegenheit bekommen hat zu zeigen, was er kann, aber das, was er zeigen konnte hat mir gefallen. Ich habe ihm seinen Rachdurst abgenommen. Und das ist für mich wichtig, dass man einem Schauspieler seine Rolle glaubt.
Diane Kruger als die schönste Frau der Welt. Ich weiß ja nicht. Optisch sicherlich ein Genuss, aber schauspielerisch auch? Meiner Meinung nach schon. Sie schien zu wissen, was sie angerichtet hat, und sie hat sich meiner Meinung nach auch gut in die Rolle hineingelebt. Einziges Manko an ihr war, dass sie sich letztendlich relativ schnell wieder zu Paris zurückgezogen hat, als sie eines Nachts von Hector erwischt wird, wie sie sich den Griechen stellen wollte. Da hätte sie etwas besser spielen können.
Sean Bean hat, ähnlich wie bei Brendan Gleeson, eine sehr kleine Rolle bekommen. Er kommt rüber wie der brüderliche Typ, der aber auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, wenn es denn sein muss. Das passt genau auf seine Rolle, denn Odysseus war ein listenreicher Feldherr. Und wie kann man Listen besser anbringen als mit einer brüderlichen, ruhigen Art. Meiner Meinung nach super dargestellt, aber wie gesagt leider auch nur eine sehr sehr kleine Rolle.
Ross Byrne zähle ich jetzt nicht zu den überragenden Schauspielerinnen dieses Stücks. Ich würde eher sagen sie liefert eine solide Leistung ab. Nicht schlecht, aber auch nichts umwerfendes. Dementsprechend kann ich auch nicht viel zu ihrer Leistung sagen.
Peter O’Toole ist auch wenig zu sehen. Seine Rolle ist meiner Meinung nach auch Mittelmaß. Sie setzt sich aber aus einigen kleinen schlechteren Szenen zusammen, wie zum Beispiel die Szene mit Paris, wo es um das Schwert Trojas geht, und einer größeren sehr genialen Szene zusammen. Als er bei Achilles im Zelt sitzt, kniet, was auch immer, spielt er den erschütterten, traurigen Vater, der seinen geliebten Sohn verloren hat mehr als glaubwürdig. Einfach genial. Aber eine gute Szene reicht nicht für eine sehr gute Leistung.
Sonstiges:
OoOoOoO
Missfallen hat mir neben der teilweise falschen Besetzung, dass die Geschichte Homers doch arg verfälscht worden ist. Eine Sache habe ich oben bereits angesprochen. Weitere Beispiele möchte ich jetzt nicht geben, da es für einige, die die Geschichte nicht so gut kennen weniger relevant ist.
Eine Sache, die ich noch ansprechen möchte ist die Sache, ob man den im Kino sehen sollte, oder auf DVD. Meiner Meinung nach ist Troja ein Kinofilm, wenn auch nicht der best. Aber solche Schlachtszenen sind Sachen, die einfach nur im Kino auf einer riesigen Leinwand vernünftig rüberkommen.
Bewertung:
OoOoOoOo
Story: 3 Sterne
- Uralte Geschichte, die Verfilmt worden ist, allerdings mit vielen geschichtlichen Fehlern.
Darsteller: 3 Sterne
- Bis auf ein oder zwei Schauspieler die hervorstechen vieles nicht so gut besetzt. Böse Enttäuschung für mich war Brad Pitt
Sonstiges: 2 Stern
- Aufgrund der Schlachtszenen sollte man ins Kino gehen. Deswegen von mir zwei Sterne, da es nicht wenige Schlachten gibt.
Ergebnis: 3 Sterne
Fazit:
OoOo
Ein Film, für den man ein Epos-Fan sein sollte. Auf Grund der teilweise schlechten Besetzung wird er seinen Ankündigungen nicht gerecht. Auf Grund der geschichtlichen Disharmonien wird er auch nicht besser. Allerdings ist es ein Kinofilm, da viele Szenen auf einem Fernseher nicht so gut rüberkommen, denke ich.
Wer auf gute Kamerafahrten steht, der ist hier richtig. Kameratechnisch war der Film super. Auch vom Sound her konnte ich mich nicht beklagen. Aber das reißt die anderen Mankos nicht wieder raus.
Absolut faszinierende Bilder in diesem Film gab es meiner Meinung nach auch nur 2 Stück. Zum einen der Überblick über die Flotte Griechenlands (1000 Schiffe sehen faszinierend aus, auch wenn ich sie nicht nachgezählt habe), und die Aufsicht auf die sich gegenüberstehenden Armeen. Ganz schön viele Statisten. Meine Güte ;-)
Gestern war mal wieder Kinotag, und ich war zusammen mit ein paar Freunden in „Troja“. Angekündigt als ein gewaltiges Epos, das rund 200 Millionen Dollar an Produktionskosten verschlungen hat. Gewaltig, wenn man bedenkt, dass unser Abifilm grade mal 150 Euro gekostet hat und trotzdem ein Erfolg hier in der Stadt war ;-). Aber gut. Ich möchte euch meine Erfahrung mit diesem Film nicht vorenthalten und euch meine Meinung dazu wissen lassen.
Im folgenden gibt es wieder die von mir gewohnte Gliederung:
- Die Story
- Eigene Meinung zur Story
- Darsteller/Figuren
- Eigene Meinung zu Derstellern/Figuren
- Sonstiges
- Bewertung
- Fazit
Die Story:
OoOoOoO
Die Story wird wahrscheinlich vielen bekannt sein. Agamemmnon (Brian Cox) ist der machthungrige Herrscher von Mykene. Er hat in vielen Schlachten alle anderen griechischen Herrscher als „Untertanen“ gewonnen. Soll heißen, er befiehlt eine Schlacht, und alle folgen. Nun ist es so, dass er einen Bruder hat, mit Namen Menelaos (Brendan Gleeson), seines Zeichens König von Sparta. Dessen Frau Helena (Diane Kruger) ist ihm untreu und verliebt sich in den Prinzen von Troja, Paris (Orlando Bloom). Was Menelaos nicht gefällt, kommt Agamemmnon sehr zu Gute. Menelaos hatte zuvor mit Troja Frieden geschlossen. Agamemmnon aber will Troja erobern, denn dies ist das einzige Königreich, welches nicht unter seinem Kommando steht. Zusammen ziehen sie also mit sämtlichen anderen Griechen in die Schlacht gegen Troja. Offizieller Grund ist die Rache Menelaos, aber der wirkliche Grund für Agamemmnon ist, wie gesagt die Eroberung Trojas. Da Troja bisher noch nie besiegt worden ist, hat Agamemmnon Achilles (Brad Pitt) in sein Boot geholt. Dieser ist ein Halbgott und strebt nach der Unsterblichkeit seines Namens. Er ist der größte Krieger Griechenlands. Nun senden die Griechen 1000 Schiffe nach Troja aus, um denen die Stirn zu bieten. Helena und Paris sind bereits zusammen mit dem Thronfolger Trojas, Hector (Eric Bana) zurückgekehrt. Die nun anstehende Schlacht soll allerdings nicht stattfinden, wenn es nach Paris geht. Deswegen stellt er sich Menelaos in einem Zweikampf. Als dieser sich anschickt gegen Paris zu gewinnen, sticht Hector ihn nieder. Die ist der endgültige Auslöser des Krieges. Nun folgen atemberaubende Kamerafahrten durch die Schlachtszenen. Nach mehreren Schlachten und einer erneuten Liebesbeziehung zwischen Achilles und der trojanischen Tempeldienerin und Cousine Paris/Hectors Briseis (Rose Byrne) und einem für Hector tödlichen Zweikampf mit Achilles, gelingt es den Griechen mit Hilfe des bekannten trojanischen Pferdes die Stadt einzunehmen.
Eigene Meinung zur Story:
OoOoOoOoOoOoOoOoOoO
Die Story an sich ist nun nicht die neuste. Um genau zu sein, ist sie schon ein paar tausend Jahre alt. Das ganze basiert auf der Geschichte Homers. Leider ist sie arg verfälscht worden. Hierfür werde ich nur ein Beispiel nennen. Der Tod Agamemmnons. In diesem Film wird er von Briseis erstochen. In der Geschichte Homers dagegen wird er nachdem er Troja eingenommen hat und wieder zurück in Sparta ist, von seinen eigenen Kindern umgebracht. Wie gesagt, das ist nur eine von einigen Verfälschungen, die diesen Film schlechter machen, als er sein könnte.
Die Umsetzung der Schlachtszenen ist super gelungen. Man fühlt irgendwie die Grausamkeit der Krieger, aber zu sehen ist nicht viel. Es sind unheimlich schnelle Kamerafahrten und harte Schnitte während der Szenen zu beobachten. Mein Tipp: Nicht zu weit vorne sitzen, sonst könnte einem schlecht werden von den wilden Fahrten und Schnitten. Die Liebesgeschichte zwischen Paris und Helena bzw. zwischen Achilles und Briseis ist eine eigene. Meiner Meinung leider ab und zu etwas zu sehr ausgeweitet, aber im Großen und ganzen schon schön knapp gehalten. Schließlich bin ich persönlich nicht wegen der Liebesszenen ins Kino gegangen, sondern um ein Epos zu sehen, wo es ordentliche Schlachten zu sehen gibt, um zu sehen, was man aus 200 Millionen Dollar machen kann. Und so eine Liebesszene kostet ja nun mal nicht die Welt.
Also wie gesagt. Insgesamt gesehen, konnte man sich die Story ganz gut ansehen, aber sie entspricht nicht so wirklich der Originalvorlage Homers.
Darsteller/Figuren:
OoOoOoOoOoOoO
Brian Cox (Agamemmnon) spielt den machthungrigen Herrscher Mykenes. Er ist der Bruder des betrogenen Menelaos. Er ist es, der unbedingt Troja als „Untertanen“ haben will um seine Macht noch weiter auszudehnen. Während des Krieges gerät er mit Achilles arg aneinander, was ihm nicht unbedingt zu Gute kommt.
Brad Pitt (Achilles) spielt einen Halbgott und zugleich Anführer seiner Mannen, ist ein arroganter und rebellischer Krieger. Er gilt als der größte seinerzeit und ist schier unbesiegbar. Er ergreift nie für irgendjemanden Partei. Es ist sein Wille der Unsterblichkeit seines Namens, der ihn dazu bringt gegen Troja zu kämpfen. Als allerdings sein Vetter im Krieg stirbt, wird der Kampf persönlicher für ihn. Und er entwickelt eine Liebe zu Briseis, einer trojanischen Tempeldienerin. Auf Grund dieser Liebe fällt er auch während des Kampfes.
Orlando Bloom (Paris) spielt den jüngeren Sohn des trojanischen Königs. Er verliebt sich auf einer Reise nach Sparta in die Frau des dortigen Königs und nimmt sie mit nach Troja. In einem Zweikampf mit Menelaos, Spartas König, zieht er den Kürzeren, wird allerdings von seinem Bruder gerettet. Aufgrund einer Verletzung nimmt er am Kriegsgeschehen selber im Folgenden nicht mehr Teil, allerdings ist er es, der Achilles niederstreckt.
Eric Bana (Hector) mimt einen der Größten Feldherren seiner Zeit. Er ist der älteste Sohn des trojanischen Königs und somit dessen Thronfolger. Er ist es, der seinen Bruder Paris vor Menelaos rettet und er ist es auch, der die Armee Trojas beinahe zum Sieg führt. In einer Schlacht tötet er allerdings den Vetter von Achilles, und muss sich diesem in einem Zweikampf stellen, den er verliert und stirbt. Woraufhin Achilles seinen Leichnam schänden will.
Brendan Gleeson (Menelaos) spielt den Bruder Agamemmnons, den König Spartas, den gehörnten Ehemann. Er überredet seinen Bruder mit ihm in die Schlacht zu ziehen um seine Schande zu rächen. Allerdings kommt es nicht zu der erhofften Genugtuung, denn als er in einem Zweikampf gegen seinen Nebenbuhler Paris die Oberhand gewinnt, und zu entscheidenden Hieb ausholt, wird er von Hector niedergestreckt.
Diane Kruger (Helena) spielt die Königin Spartas, die sich in Paris verliebt und ihn nach Troja begleitet. Ihr und Paris ist dieser Krieg zu verdanken. Sie will keinen Helden als Mann, sondern einen, der sie liebt, und der mit ihr alt wird. Sie hat Angst um Paris, als er gegen Menelaos antritt. Während des Krieges sitzt sie stets an der Seite Priamos, Trojas König. Zum Schluss gelingt ihr mit einigen anderen Trojanern die Flucht aus der Stadt.
Sean Bean (Odysseus) spielt den Anführer Ithakas. Er ist weniger der Kämpfer, als der listige Feldherr. Er ist es, der Achilles überredet mit in die Schlacht gegen Troja zu ziehen. Er ist auch der einzige Freund Achilles unter den ganzen Königen Griechenlands. Seine Rolle ist aber eher klein gehalten.
Ross Byrne (Briseis) spielt eine Tempeldienerin. Sie entkommt, als sämtliche Tempeldiener während der „Landungsszene“ getötet wurden. Allerdings wird sie von Agamemmnon gefangen genommen. Achilles sieht und verliebt sich in sie. Diese Liebesbeziehung ist von großer Bedeutung, denn sie ist es, der Achilles seinen Tod zu verdanken hat.
Peter O’Toole (Priamos) spielt den greisen König Trojas. Er sieht sich die Schlacht von den Stadtmauern aus an, und er muss zusehen, wie Hector sein geliebter Sohn und Thronfolger von Achilles getötet und geschändet wird. Doch er beweist Mut, indem er in das griechische Lager schleicht, und sich Achilles öffnet. Er setzt sein Leben aufs Spiel, damit er seinem Sohn eine gerechte Bestattung zukommen lassen kann. Nachdem Achilles ihm dies gewährt, überlebt er das Ende des Krieges allerdings trotzdem nicht.
Meinung zu den Darstellern:
OoOoOoOoOoOoOoOoOoOo
Brian Cox spielt seine Rolle meiner Meinung nach sehr gut. Er hat den ganzen Film über einen herrlich bitter bösen Gesichtsausdruck. Seine Rolle scheint ihm zu liegen. Man nimmt ihm den machthungrigen Herrscher ganz schnell ab.
Brad Pitt. Tja, was soll man zu ihm sagen? Er ist einer der bekanntesten Schauspieler Hollywoods. Er ist zweifelsohne auch ein guter, und er hat sich für seine Rolle auch gut durchtrainiert und zeigt auch viel nackte Haut. Doch macht das eine gute schauspielerische Leistung aus? Ich denke nicht. Er ist der „Schönling“ Hollywoods, aber ist er ein Krieger? Ich denke nicht. Er macht das Beste aus seiner Rolle, aber er ist für mich kein Darsteller eines großen Kriegers. Ich denke ein Viggo Mortensen hätte hier besser in die Rolle gepasst. Ich schätze seine Leistung eher im niedrigen Mittelfeld ein.
Orlando Bloom ist ein ähnlicher Fall wie Brad Pitt. Auch er ist in meinen Augen kein Krieger. Er ist eher der Frauenversteher. So würde ich ihn einschätzen. Seine Rolle passt daher auch ganz gut. Er ist zu feige um sich dem sicheren Tod zu stellen, und er hält sich aus dem Krieg größtenteils heraus. Allerdings habe ich ihn auch schon in stärkeren Rollen gesehen. An die Leistung eines Legolas oder William Turner kommt er leider nicht heran.
Eric Bana dagegen hat mich wieder etwas mehr überzeugt. Er sieht nicht nur aus wie ein Krieger, er spielt auch wie ein Krieger. Jemand, der weiß, wie stark er ist. Er wirkt nicht überheblich in dem Film. Man sieht ihm seine Entschlossenheit Troja zu retten an, und glaubt es ihm auch. Eine passende Besetzung für diese Rolle.
Brendan Gleeson als Menelaos. Dazu gibt es irgendwie nicht so viel zu sagen. Er hat eine eher kleine Rolle, die er aber ausfüllt. Ich möchte nicht über ihn als Schauspieler urteilen, weil er hier nicht viel Gelegenheit bekommen hat zu zeigen, was er kann, aber das, was er zeigen konnte hat mir gefallen. Ich habe ihm seinen Rachdurst abgenommen. Und das ist für mich wichtig, dass man einem Schauspieler seine Rolle glaubt.
Diane Kruger als die schönste Frau der Welt. Ich weiß ja nicht. Optisch sicherlich ein Genuss, aber schauspielerisch auch? Meiner Meinung nach schon. Sie schien zu wissen, was sie angerichtet hat, und sie hat sich meiner Meinung nach auch gut in die Rolle hineingelebt. Einziges Manko an ihr war, dass sie sich letztendlich relativ schnell wieder zu Paris zurückgezogen hat, als sie eines Nachts von Hector erwischt wird, wie sie sich den Griechen stellen wollte. Da hätte sie etwas besser spielen können.
Sean Bean hat, ähnlich wie bei Brendan Gleeson, eine sehr kleine Rolle bekommen. Er kommt rüber wie der brüderliche Typ, der aber auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, wenn es denn sein muss. Das passt genau auf seine Rolle, denn Odysseus war ein listenreicher Feldherr. Und wie kann man Listen besser anbringen als mit einer brüderlichen, ruhigen Art. Meiner Meinung nach super dargestellt, aber wie gesagt leider auch nur eine sehr sehr kleine Rolle.
Ross Byrne zähle ich jetzt nicht zu den überragenden Schauspielerinnen dieses Stücks. Ich würde eher sagen sie liefert eine solide Leistung ab. Nicht schlecht, aber auch nichts umwerfendes. Dementsprechend kann ich auch nicht viel zu ihrer Leistung sagen.
Peter O’Toole ist auch wenig zu sehen. Seine Rolle ist meiner Meinung nach auch Mittelmaß. Sie setzt sich aber aus einigen kleinen schlechteren Szenen zusammen, wie zum Beispiel die Szene mit Paris, wo es um das Schwert Trojas geht, und einer größeren sehr genialen Szene zusammen. Als er bei Achilles im Zelt sitzt, kniet, was auch immer, spielt er den erschütterten, traurigen Vater, der seinen geliebten Sohn verloren hat mehr als glaubwürdig. Einfach genial. Aber eine gute Szene reicht nicht für eine sehr gute Leistung.
Sonstiges:
OoOoOoO
Missfallen hat mir neben der teilweise falschen Besetzung, dass die Geschichte Homers doch arg verfälscht worden ist. Eine Sache habe ich oben bereits angesprochen. Weitere Beispiele möchte ich jetzt nicht geben, da es für einige, die die Geschichte nicht so gut kennen weniger relevant ist.
Eine Sache, die ich noch ansprechen möchte ist die Sache, ob man den im Kino sehen sollte, oder auf DVD. Meiner Meinung nach ist Troja ein Kinofilm, wenn auch nicht der best. Aber solche Schlachtszenen sind Sachen, die einfach nur im Kino auf einer riesigen Leinwand vernünftig rüberkommen.
Bewertung:
OoOoOoOo
Story: 3 Sterne
- Uralte Geschichte, die Verfilmt worden ist, allerdings mit vielen geschichtlichen Fehlern.
Darsteller: 3 Sterne
- Bis auf ein oder zwei Schauspieler die hervorstechen vieles nicht so gut besetzt. Böse Enttäuschung für mich war Brad Pitt
Sonstiges: 2 Stern
- Aufgrund der Schlachtszenen sollte man ins Kino gehen. Deswegen von mir zwei Sterne, da es nicht wenige Schlachten gibt.
Ergebnis: 3 Sterne
Fazit:
OoOo
Ein Film, für den man ein Epos-Fan sein sollte. Auf Grund der teilweise schlechten Besetzung wird er seinen Ankündigungen nicht gerecht. Auf Grund der geschichtlichen Disharmonien wird er auch nicht besser. Allerdings ist es ein Kinofilm, da viele Szenen auf einem Fernseher nicht so gut rüberkommen, denke ich.
Wer auf gute Kamerafahrten steht, der ist hier richtig. Kameratechnisch war der Film super. Auch vom Sound her konnte ich mich nicht beklagen. Aber das reißt die anderen Mankos nicht wieder raus.
Absolut faszinierende Bilder in diesem Film gab es meiner Meinung nach auch nur 2 Stück. Zum einen der Überblick über die Flotte Griechenlands (1000 Schiffe sehen faszinierend aus, auch wenn ich sie nicht nachgezählt habe), und die Aufsicht auf die sich gegenüberstehenden Armeen. Ganz schön viele Statisten. Meine Güte ;-)
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