Kinder des Judas Testbericht
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Erfahrungsbericht von vampire-lady
die Ewigkeit dauert
Pro:
einfach gut!
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Meiner Ansicht nach hat Heitz ein ausgesprochen gutes Händchen dafür über eigentlich alte Hüte zu schreiben und da am Ende doch einen modernen Fantasyroman draus zu machen. Zumindest gilt das für seine Zwerge-Reihe und auch für die beiden Werwolfbücher. In „die Zwerge“ hat er mir die Kleinen so nahe gebracht, dass ich Elfen mittlerweile langweilig finde und daher war ich auch mal bereit mich auf Werwölfe einzulassen, über die mag ich eigentlich so gar nichts lesen. Außerdem hat Heitz ein Herz für die Bösen, das kommt immer wieder durch. Trotzdem schreibt er nicht dieses fürchterlich politisch korrekte Zeug was seit einiger Zeit in Fantasygenre die Runde macht. Da tauchen ja immer mehr vegetarische Tanderadei-Orks die durch die Nebel tanzen und nicht platt gehauen werden dürfen. Bei Heitz ist das Böse einfach nicht schwarz sondern hat seine Grautöne.
„Die Kinder des Judas“ war dann auch Pflicht, weil es endlich mal um Vampire gehen sollte. Und dafür hat der Autor tief gegraben und seine Schularbeiten gemacht, was alte Volkslegenden und Schreiber vor Bram Stoker betrifft, die über Vampire geschrieben haben, um vom typischen Dracula-Bild wegzukommen, das die meisten Leute heute so haben (und selbst das nebenbei bemerkt nicht mal richtig). Aus diesem Grunde trifft man in Heitz Roman auch nicht einen bestimmten Typus Vampire. Eine Nebenfigur wird auch später sogar mit Zigeunern durch die Dörfer reisen, um verschiedene Typen kennen zu lernen, zu köpfen, zu pfählen und zu verbrennen. Im Endeffekt hat man so eines der wenig wirklich guten Vampirbücher vor sich, die in den letzten Jahren geschrieben wurden. Endlich mal weg von dem ganzen Pomp von Anne Rice, der erotikbeladen Frauenfantasy (die teilweise trotzdem Spaß machen) und vor allen weg von gewissen Figuren die in der Sonne glitzern statt zerbröseln. Heitz tut sich da äußerst wohltuend hervor und legte dieses Jahr auch noch ein Sachbuch „Vampire, Vampire“ nach.
Zunächst sieht es so aus, dass in „die Kinder des Judas“ von zwei verschiedenen weiblichen Figuren die Rede ist. Ein Handlungsstrang beginnt in Leipzig 2007. Die Erzählerin des Buches hat recht unterschiedliche Vorlieben, wie sie ihr Leben gestaltet. Die begleitet Schwerkranke auf ihrem letzten Weg und als Ausgleich arbeitet sie als Türsteherin und prügelt sich bei illegalen Kämpfen die im Internet übertragen werden. Nebenbei überwacht sie ihre Nachfahren, teils mit einem liebenden und mitfühlenden Auge, wenn es hart auf hart kommt, aber auch mit Napalm. Ja die Erzählerin hat „Fight Club“ gesehen und eine deutliche Schwäche für den Film. Sie führt ein gut eingerichtetes, aber irgendwo doch langweiliges Leben. Schnell wird deutlich, dass die Figur kein normaler Mensch ist. Sie bezeichnet sich selbst nicht unbedingt als Vampir, kommt dem Bild aber nahe.
Der zweite Handlungsstrang ist die Geschichte von Jitka/Scylla, welche die Erzählerin in Romanform niederschreibt. Die Erzählung führt nach Osteuropa, Ende des 17. Jahrhunderts. Hier erlebt das Mädchen Jitka wie ihre Mutter von den Türken hingerichtet wird. Wenig später taucht der bisher nicht existente Vater auf und nimmt sie zu sich. Jitka ist ein außergewöhnlich intelligentes und starkes Mädchen, das der Erzählerin bereits in jungen Jahren stark ähnelt. Sie hat einen deutlich weichen und wissbegierigen Charakterzug, gleichzeitig beschließt sie aber schon früh, Rache für ihre Mutter zu nehmen und nimmt sich Scylla als Vorbild, nach der sie sich nun auch nennt. Ohne es selbst zu merken, wächst sie in einer etwas merkwürdigen Umgebung auf. Ihr Vater isoliert sie von anderen Menschen und legt äußersten Wert auf ihre wissenschaftliche Ausbildung. Ungewöhnlich und daher „teuflisch“ für seine Zeit und die dörfliche Umgebung hat er ein Labor in dem er fröhlich Leichen seziert und präpariert. Nebenbei lernt Scylla zu kämpfen und Vampire zu vernichten. Ziel ist es Scylla in die Organisation der Cognatio einzuführen, der auch der Vater angehört. Scyllas Vater und die Cognation bergen aber auch ihre Geheimnisse, denen Scylla fast zu spät auf die Spur kommt. Normale Menschen sind schon einmal anders. Und wieder sind wir bei Vampiren. Wo sich ein angeblich wissenschaftlicher Haufen gegen die anderen Formen scheinbar zusammengerottet hat. Scylla ist dabei ein bestimmtes Schicksal vorbestimmt, aber sie wird ihren eigenen Weg gehen.
Scylla ist eine Figur die sich in jungen Jahren immer wieder gängeln lässt, weil sie zwar intelligent aber irgendwo auch naiv ist. Daher ist sie dann am besten, wenn sie das Problem erkannt hat und dagegen angeht. Sie entwickelt dabei einen gewissen Pragmatismus und versteht es die gegebenen Dinge effizient zu nutzen (sei es ihre Körper, ihre Fähigkeiten oder andere Leute). Trotz weiterer Verluste folgt sie nicht stur und blind ihrem Rachepfad, sondern hat auch einen Blick für angenehmere Aspekte ihrer Existenz. Der Leser erlebt viele Facetten dieser Figur – vom mitleidigem Todesengel, über eine schlagkräftige Killermaschine, zur Mutter oder zur blutrünstigen Gräfin. Auch die Erzählerin zeigt diesen Reichtum an Facetten, wirkt aber alt, traurig und resigniert. Das Niederschreiben von Scyllas Geschichte dient als Ausgangspunkt zu einigen endgültigen Entscheidungen, die aber erst nach einem Kampf und einer neuen Bekanntschaft getroffen werden können.
Was ich in diesem Roman ebenfalls gelungen fand, sind die Umgebung und die Stimmungen im Buch. Da werden Kutschen von dämonischen Pferden gezogen, über den Himmel zucken die Blitze und irgendwo brennt eine alte Mühle. Oder eine Zigeunergruppe transportiert einen Sarg durch eine Schneelandschaft um ein paar Dörfer weiter eine Leiche auszugraben und zu pfählen. Die Erzählerin handhabt das später wie gesagt effektiver mit Napalm. Da werden dann doch wieder Bilder auf alten „Horrorfilmen“ wach. Das ganze ist gewürzt mit einigen makabren Einfällen – gerade noch im Gefecht, jetzt schon präpariert im Labor, natürlich in Einzelteilen. Nur nichts verschwenden. Heitz lässt diese Stimmungen entstehen ohne der meist rasanten Handlung wirklich das Tempo zu nehmen. Was aber dabei ein wenig kurz kommt, sind die Ereignisse in der Gegenwart zum Ende des Buches. Der Showdown hat nahezu apokalyptische Ausmaße was die Anzahl der Gegner betrifft – dafür kommt ihr Feind ein wenig zu kurz.
39 Bewertungen, 15 Kommentare
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17.10.2008, 23:38 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße. LG MasterSirTobi
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16.09.2008, 18:09 Uhr von stefan103
Bewertung: sehr hilfreichsehr guter Bericht, Gruss Stefan
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12.09.2008, 14:34 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr informativer Bericht, liebe Grüße
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08.09.2008, 20:57 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Gruesse von mima007
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08.09.2008, 19:19 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER
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06.09.2008, 16:58 Uhr von Libelle_70
Bewertung: sehr hilfreichschön geschrieben, mach ein paar Absätze rein - LG
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06.09.2008, 13:54 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße Werner
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05.09.2008, 18:11 Uhr von giselamaria
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht - aber, bisschen mehr gliedern würde das Lesen erleichtern!! dennoch: sehr gut berichtet! schönes Wochenende und lieben Gruß gell Gisela
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05.09.2008, 03:50 Uhr von cosch
Bewertung: sehr hilfreichLG von cosch
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05.09.2008, 01:03 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Abend und liebe Grüße aus dem Münsterland :-)
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05.09.2008, 00:51 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse aus Berlin
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05.09.2008, 00:25 Uhr von Tuffi2106
Bewertung: sehr hilfreichSH, lieben Gruß! Tuffi
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04.09.2008, 23:57 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichsChOeNeN aBeNd !!!.....
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04.09.2008, 23:50 Uhr von paula2
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße
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04.09.2008, 23:16 Uhr von Daisy_Bluemchen
Bewertung: sehr hilfreichviele Grüße ... Daisy
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