HDK Signo 2 Testbericht

Hdk-signo-2
ab 16,75
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Summe aller Bewertungen
  • Design:  durchschnittlich
  • Ausstattung:  gut
  • Handhabung & Komfort:  durchschnittlich
  • Qualität & Verarbeitung:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

?Leicht? ist nicht immer ?einfach?: Erfahrungen aus der Frühneuzeit der Festnetz-Telefonie

2
  • Design:  schlecht
  • Ausstattung:  durchschnittlich
  • Handhabung & Komfort:  schlecht
  • Qualität & Verarbeitung:  gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

- eine gewisse Robustheit. Die dem Gerät insofern gut ansteht, als sie auch erforderlich ist.

Kontra:

- das Design lässt zu wünschen übrig. Schließlich ist gutes Design etwas anders als gutes Aussehen.

Empfehlung:

Nein

Die redensartliche Vorzeit, die zuweilen beschworen wird, hat etwas gemein mit den Telefonen, die es in ihr gab: die Farbe.



Im finsteren Mittelalter der Telefonie waren Telefone noch aus Bakelit. Meist waren diese Modelle schwarz und ziemlich wuchtig. Später wurden die Modelle dann etwas leichter in Form wie auch in der Farbgebung: Das Standardmodell FeTAp 615 (Bundespostalisch für Fernsprechtischapparat), das der damalige Telefonie-Monopolist Deutsche Bundespost seinen Kunden ab 1961 verordnete, war zwar gestalterisch gesehen eine ziemlich graue Maus, dafür aber praktisch unverwüstlich.

Irgendwann in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts schlug dann die Stunde der Designfernsprechapparate. Nachdem die Festnetzgeräte in den 70er Jahren langsam etwas farbiger geworden waren, mischten sich unter die guten alten Wählscheiben-Modelle jetzt zunehmend auch Geräte mit Tastenfeld. Das erste dieser Modelle hieß, wenn ich mich recht erinnere, Alpha. Nach und nach löste Alpha den grauen Wählscheiben-Vorgänger ab. Dann, Anfang der 90er, folgte mit Signo der nächste Paradigmenwechsel. Aus der Telefonsparte der Deutschen Bundespost war inzwischen längst die Telekom geworden, an der marktbeherrschenden Stellung hatte sich freilich nichts geändert: Wer telefonieren wollte, tat das bis auf ganz wenige Ausnahmen per Festnetztelefon ? und das stammte von der Telekom. Günstige Alternativen zu den Modellen, die man nolens volens von der Telekom anmietete, gab?s zwar, und man durfte sie auch kaufen ? aber man durfte sie nicht nutzen.

Das alles hat sich glücklicherweise geändert, und auch ich habe mein Signo inzwischen in Rente geschickt. Vorher habe ich auch den einschlägigen Mietvertrag zwischen der Telekom und mir gekündigt. Das hatte ich längst vorgehabt, aber immer wieder verschoben; die Möglichkeit, den Posten für die monatliche Signo-Miete einzusparen, hatte es schon seit Jahren gegeben.

Inzwischen telefoniere ich übrigens größtenteils mit einem der eingangs erwähnten uralten Bakelit-Modelle. Dass das so ist, hat auch etwas mit dem Modell Signo zu tun. Das ist im Katalog des Edel-Kaufhauses ?manufactum? zwar vor Jahr und Tag schon mal sehr lobend erwähnt worden (ich glaube, da war damals von einem modernen Design-Klassiker die Rede), aber den Grund dafür habe ich nie ganz verstanden. Vielleicht belegt das Lob fürs Signo aber auch einfach nur einmal mehr, dass im Land der Blinden ein Auge wirklich schon reicht, damit man die Königswürde erlangen kann.

Zunächst mochte ich das Modell Signo zwar ganz gern. Paradoxerweise war der Grund dafür aber der gleiche, aus dem ich im Laufe der Jahre eine starke Aversion gegen Signo entwickelte: Signo ist mir einfach zu leicht. Das geringe Gewicht des Geräts wird spätestens dann zum Problem, wenn der Kunststoff des Verbindungskabels zwischen Gerät und Hörer mit der Zeit spröde geworden ist. Das führt dann dazu, dass sich das Kabel mit schöner Regelmäßigkeit zu einem nachgerade gordischen Knotengewirr verheddert. Will man dann den Hörer abheben, weil einen wer anruft, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder fixiert man das Tischgerät geistesgegenwärtig mit der einen Hand fest auf dem Untergrund, während man mit der anderen beherzt am Hörer zerrt, auf dass sich der Knoten ruckartig löse. Oder aber man denkt gar nicht daran, solche Vorsicht walten zu lassen ? und hebt den Hörer einfach so ab. Das hat dann allerdings zur Folge, dass der Knoten sich nicht zum Kabel entwirrt und dass das zu kurz angeleinte Signo einem entgegen springt ? oder einfach von der Unterlage bodenwärts kracht, weil sich der garstige Kabelknoten ruckartig und unkontrolliert auflöst.

Mir ist das unzählige Male passiert, und genauso oft habe ich den Anrufer vertrösten müssen: ?Moment?, habe ich in solchen Fällen in den Raum gebrüllt, ?ich muss erstmal dieses verfluchte Telefonkabel hier entwirren!? Wenn mir das gelungen war, ich die Hörmuschel endlich ans Ohr befördert hatte und den Anruf endlich entgegennehmen konnte, war die Freude natürlich erst recht groß, wenn sich der Anrufer dann als Angestellter irgendeines Call-Centers entpuppte, der einem irgendwas verkaufen möchte.

In solchen Fällen kann man leider nicht einmal wutentbrannt den Hörer auf die Gabel schmettern, denn eine wirkliche Gabel hat das Signo nicht mehr. Lediglich auf einer Seite der zweiteiligen Auflagemulde für den Hörer ragt noch ein Zinken hervor. Und wenn wir schon dabei sind: So sicher wie bei den Vorgänger-Modellen liegt der Hörer leider auch nicht mehr auf ? auch hier wird deutlich, dass die Bauweise des Leichtgewichts Signo schwerwiegende Nachteile hat.

Immerhin war das Gerät selbst ziemlich unverwüstlich. In all den Jahren, in denen der Apparat regelmäßig von irgendwelchen Tischen, Stühlen oder anderen Einrichtungsgegenständen im Sturzflug zu Boden gegangen ist, hat es keinen wesentlichen Schaden genommen. So hakelig das Gerät in der Handhabung war, so vergleichsweise einfach war die Bedienung der grundsätzlichen Funktionen. Wie man die Lautstärke und Geschwindigkeit des Klingeltons persönlichen Vorlieben anpasst, ist dankenswerterweise auf der Unterseite des Gerätes in Form eines kleinen, gut verständlichen Reliefs dargestellt; wie man zwischen altem (hier: analogem) Mehrfrequenzwahlverfahren und zeitgemäßem Impulswahlverfahren wechselt, weiß ich zwar nicht mehr, aber auch das war relativ einfach und erforderte, wie auch die Klingelton-Manipulation, nur die Eingabe einer bestimmten Zahlenkombination übers Tastenfeld. Was die Gesprächsqualität angeht, kann ich auch nicht meckern ? diesbezüglich ist mir Signo weder besonders positiv noch besonders negativ aufgefallen.


R e s ü m e e

?Signo? hat mir lange Jahre gute Dienste geleistet. Trotzdem bin ich froh darüber, dass ich das Modell inzwischen ausrangiert habe. Aufgrund seines geringen Gewichts hat das Tischgerät keinen allzu festen Stand ? im Vergleich mit ?Signo? wird deutlich, wie komfortabel sowohl moderne schnurloses Modelle als auch seine alten, sehr massiven Vorgänger sind.

43 Bewertungen, 13 Kommentare

  • Iris1979

    27.06.2008, 09:48 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • ingoa09

    23.06.2008, 14:10 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich! Gruß Ingo

  • MasterSirTobi

    02.05.2008, 04:07 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Bericht gefällt mir wirklich gut. SH

  • Wegeno

    23.04.2008, 10:45 Uhr von Wegeno
    Bewertung: sehr hilfreich

    ....und etwas hast Du vergessent: Man konnte bei Wind nicht auf dem Balkon telefonieren. Es wäre sonst auf Grund des leichten Gewichts bestimmt in irgendeine Himmelsrichtungen davongeflogen. schöne Grüße -->> Werner

  • bea1502

    20.04.2008, 02:10 Uhr von bea1502
    Bewertung: besonders wertvoll

    bw von mir für deine tolle umschreibung... meins war damals bordeaux... lg bea

  • Mondlicht1957

    20.04.2008, 01:14 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich LG Pet

  • alge52

    19.04.2008, 18:53 Uhr von alge52
    Bewertung: besonders wertvoll

    Man das waren Zeiten wie bei Fred Feuerstein! Habe aber noch dieses ganz klobige schwarze und das ist auch noch in Betrieb! Für den Bericht bekommst du mein erstes vergebenes BW!

  • anonym

    18.04.2008, 18:13 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein guter Bericht! LG Kati

  • emanuels

    18.04.2008, 16:02 Uhr von emanuels
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg

  • anonym

    16.04.2008, 19:51 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, lg willi

  • bigmama

    16.04.2008, 17:51 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett

  • anonym

    16.04.2008, 14:50 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH für deinen guten Bericht.LG Bernd

  • swissghostly

    16.04.2008, 14:45 Uhr von swissghostly
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht