Droemer Die Teufelshaube - Ariana Franklin Testbericht

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  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von margy

die teufelshaube

5
  • Niveau:  sehr anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Die gebundene 448seitige Ausgabe des Buches erschien im Droemer Verlag am 19. März 2008 in deutscher Sprache. Unter der ISBN 978-3426197400 kostet es 19,95 €. Übersetzer aus dem Englischen: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

Buchumschlag:

Pilze mit weißen Stielen und grüner Haube wachsen im Farn. Der Hintergrund ist düster und dunkel.

Autor:

Ariana Franklin ist das Pseudonym der Schriftstellerin Diana Norman , die für Die Totenleserin den Namen ihrer Mutter gewählt hat. Sie tat dies, da dieser Roman eher ein Thriller sei und somit in anderes Genre gehöre. Der Roman hat drei Fortsetzungen bekommen.
Diana Norman starb am 27. Januar 2011 in Hertfordshire.

Weitere Bücher der Autorin:

Die Totenleserin
Der König und die Totenleserin
Der Fluch der Totenleserin

Klappentext:

England, 1172: Die Geliebte Heinrichs II. stirbt an den Folgen einer unheimlichen Vergiftung. Der König tobt – während seine Gemahlin, die machthungrige Eleanor von Aquitanien, triumphiert. Doch steckt wirklich sie hinter dem grausamen Anschlag? Die Rache des Königs wäre unerbittlich – und würde einen Krieg entfachen, der sein mühsam befriedetes Land endgültig zerstören würde! Nur eine ist in der Lage, die Zeichen richtig zu deuten: Adelia, die Totenleserin. Seit Sir Rowley sich für das Bischofsamt und damit gegen Adelia entschieden hat, hat die junge Pathologin aus Salerno jede Begegnung mit ihm vermieden. Jetzt bittet der Vertraute des Königs sie um Unterstützung bei seinen Ermittlungen. Nur widerwillig lässt sie sich auf die Zusammenarbeit ein. Im tiefverschneiten Oxfordshire bietet sich ihnen ein grausiger Anblick: Die Geliebte des Königs sitzt, über einen Brief gebeugt, an einem Tisch – im Tod zum Eisblock erstarrt. Wer hat sie so sorgfältig arrangiert? Und warum hat das Mordopfer in seinen letzten Minuten Briefe verfasst, die pikanterweise an die Königin gerichtet sind? Ebenso wenig kann sich Adelia einen Reim auf das plötzliche Auftauchen der Königin machen. Als Adelia und Rowley gezwungen werden, sich ihrem Gefolge anzuschließen, können sie nur eines mit Gewissheit sagen: Der Mörder ist unter ihnen ...

Inhaltsübersicht:

Für Dr. Mary Lynch, M.D. (...)
Prolog
Kapitel 1 bis Kapitel 13
Anmerkung der Autorin
Danksagung

Leseprobe aus dem Prolog:

Das Echo der beiden Männerstimmen, das durch die unterirdischen Gänge hallte, klang einerseits verzerrt, erweckte aber andererseits den Eindruck einer geschäftlichen Besprechung. Was auch zutraf. In gewisser Weise.
Ein Mörder erhielt Anweisungen von seinem Auftraggeber. Der, so fand der Mörder, die Dinge unnötig verkomplizierte, wie das bei seinen Auftraggebern öfter der Fall war.
Es war immer dasselbe. Da sie sich nicht zu erkennen geben wollten, tauchten sie derart maskiert oder verhüllt auf, dass ihre Anweisungen kaum zu verstehen waren. Da sie nicht mit dir gesehen werden wollten, fand das Treffen irgendwo draußen in einer gottverlassenen Gegend oder in einem stinkenden Keller wie diesem statt. Und sie waren nervös, weil sie Angst hatten, du würdest sie nach der Übergabe der Anzahlung niederstechen und das Weite suchen.

Leseprobe, Kapitel 1:

Die Frau auf dem Bett war nicht mehr imstande, zu schreien. Bis auf das Trommeln ihrer Füße und das Schlagen ihrer Fäuste waren ihre Krämpfe so lautlos, als vollführe sie eine Pantomime der Qual.
Die Fürbitte der drei Nonnen, die bei ihr knieten, hätte gespielt sein können; jede bewegte nur lautlos den Mund, denn jedes Geräusch, sogar das Zischeln eines geflüsterten Gebetes, löste bei der Patientin eine neue Konvulsion aus. Sie hatten die Augen geschlossen, um ihr Leiden nicht mit ansehen zu müssen. Nur die Frau, die am Fußende des Bettes stand, schaute mit ausdrucksloser Miene zu.

Schreibstil:

lebendig, grausam, brutal, detailliert, flüssig, leicht verständlich, atemberaubend, bewegend, entsetzlich

Meinung:

Eleanor von Aquitanien war erst Königin von Frankreich, dann auch von England, Mutter von Richard Löwenherz. Sie wurde 1122 in Poitiers im Poitou geboren und starb am 1.4.1204 im Kloster Fontevrault in Frankreich. Ihr Vater: Herzog Wilhelm X. von Aquitanien (1099–1137), die Mutter: Aenòr de Chateleràud (1105–1130). Ihr Großvater mütterlicherseits war der Vizegraf von Chateleràud (Châtellerault). Sie war die älteste Tochter und erbte nach dem Tod des Vaters das Herzogtum Aquitanien. Den einzigen Bruder, den sie hatte, starb noch vor seinem Vater.
1137 heiratete Eleanore den Kronprinz von Frankreich, Ludwig VII in der Kathedrale von Bordeaux. Von 1147 bis 1149 ging sie mit ihrem Mann auf einen Kreuzzug. Eleonore war ihrem Mann nicht treu. Immer wieder hatte sie neue Liebhaber. Ludwig löste seine Ehe dann schließlich auf. Eleonore heiratete dann ein zweites Mal im Jahr der Bekanntgabe der Annulierung. Es ging um Heinrich Plantagenet, Graf von Anjou und Herzog der Normandie. 1154 wurde er zum König von England gekrönt, besaß Macht und Einfluss. In dieser Ehe ging ihr Mann fremd und vergnügte sich ständig mit anderen Frauen. Sie verbündete sich mit ihren Söhnen und ging gegen ihren Mann vor. Das führte dazu, dass Heinrich II seine Ehefrau auf die Insel Oléron verbannte und sie dort bewachen ließ. 1189 starb ihr Mann und sie kam wieder frei. Sie wurde 82 Jahre alt und starb in dem Kloster, in das sie sich kurz vor ihrem Tod begab.
Eleonore war eine leichtfertige Frau, sie war gepackt vom Ehrgeiz und kaltblütig, eine Politikerin, die zu führen wusste, aber auch eine Frau, die sich jedem Mann hingab.
Das erst einmal zu den Hauptfiguren des Romans. Letztendlich kommt noch Adelia ins Spiel, die für die Aufklärung des Mordes an einer Geliebten Henry II ermitteln soll. Dabei handelt es sich um Rosamund Clifford. Heinrich II von England verbot Adelia die Heimreise. Sie hat eine Tochter und der Vater ihres Kindes arbeitet als Bischof im Dienste des Königs.
Da Eleanore immer machte, was sie wollte, gerät sie unter Verdacht, Rosamund Clifford mit der Teufelshaube, heimischen Pilzen, vergiftet zu haben. Sie sah die Frau als ihre Nebenbuhlerin, als eine Rivalin und hätte sie deshalb umgebracht. Adelia ist gerade dabei, die Tote zu untersuchen, als die Frau des Königs das Zimmer betritt. Adelia merkt sofort, dass Eleonara nicht hinter dem Mord steckt und muss den wahren Mörder oder die Mörderin finden.
Brutal und grausam, sehr düster wie auch der Umschlag des Buches stellt uns die Schriftstellerin das Mittelalter vor. Was deutlich wird, ist, das der Mann alle Rechte besitzt und das Sagen hat, die Frauen haben dem Mann zu gehorchen und untertan zu sein. Aggressionen durch das Denken an Macht und Herrschaft, so geht der Ehemann mit seiner Frau um. Ihm ist es auch egal, wie sie sich fühlen mag, wenn sie herausfindet, das er mit anderen Frauen ins Bett geht.
Eleonore ist eine Frau, die nach Macht und Anerkennung strebt. Zu was wäre der König und Ehemann in der Lage, wenn sie die Mörderin wäre? Sein Jähzorn, das Anstauen der Gefühle in ihm würden ihn sicher zu einer reißenden Bestie machen.
Adelia ist eine Frau, die als Totenleserin arbeitet. An Zeichen des Körpers an der Toten will sie herausfinden, wer sie ermordet hat. Adelia findet die Tote vor. Sie sitzt an einem Tisch und liegt auf den Briefen, die sie gerade im Begriff war zu schreiben. Diese Briefe richten sich an die Königin.
Das alles spielt in England im Jahre 1172. Die Tote befindet sich im Zimmer des Turmes. Knollenblätterpilze, auch Teufelshaube genannt, waren das Gift, das die Geliebte des Königs umbrachte. Adelia geht hin und schneidet den Bauch der Toten auf und findet die Pilze. Sehr geheimnisumwoben ist das beschrieben.
Dann geschehen noch weitere Morde. In Bildern und sehr detaillierten Schilderungen erschien das England des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Voller Farben ist die Kulisse und in vielen kleinen Einzelheiten. Adelia wird hervorgehoben mit trockenem Humor und ich lächelte oftmals während des Lesens. Der König selbst wirkt sarkastisch in seinen spitzfindigen Bemerkungen.
Das erste Kapitel des Buches beginnt mit den Krämpfen und dem Zustand der Geliebten, die in den letzten Atemzügen mit dem Tod ringt. Der Roman insgesamt kommt mit wenigen Längen sehr gut aus, ist interessant und spannend geschrieben, sehr unterhaltsam.

17 Bewertungen, 4 Kommentare

  • dboho

    23.11.2012, 12:17 Uhr von dboho

    sehr schöner Bericht.. ;) würde mich über deine Meinung über meine Berichte freuen ;) LG

  • kabel_rinchen_binder

    20.11.2012, 00:22 Uhr von kabel_rinchen_binder
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich! über gegenlesung würde ich mich freuen:) lg

  • katjafranke

    19.11.2012, 23:29 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA

  • XXLALF

    19.11.2012, 22:56 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und einen schönen abend