Gladiator (DVD) Testbericht

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Gladiator-dvd-historienfilm
ab 4,32
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Realjackass

Now we are free...

Pro:

Gigantisches Epos, actionreiche Schlachten, wunderschöne Bilder, exzellente Schauspieler und eine Filmmusik, wie sie nur von Hans Zimmer stammen kann

Kontra:

?

Empfehlung:

Ja

Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nie von Ridley Scott`s "Gladiator" gehört hat - jenem 100 Millionen Dollar teurem Sandalenepos, das im Jahr 2000 die Kinokassen klingeln ließ und mit Preisen nur so überhäuft wurde. Da ich damals noch zu jung war, mir den Streifen auf der großen Leinwand anzusehen, musste ich tapfer auf einen VHS/DVD Release warten, was sich als quälende Prozedur erwies, da mir damals von vielen Seiten vorgeschwärmt wurde, was für ein unglaublich guter Film "Gladiator" anscheinend sei. Als Universal den Streifen dann aber endlich auf DVD veröffentlichte, gab es natürlich kein Halten mehr. Mittlerweile hat "Gladiator" es sogar geschafft, sich zu einem meiner Lieblingsfilme zu mausern. Wieso das so ist, steht im folgenden Bericht.




Story
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180 n. Chr.
Der General Maximus (Russel Crowe) führt die Truppen des römischen Kaisers Marcus Aurelius (Richard Harris) in eine Schlacht gegen den letzten, noch Wiederstand leistenden germanischen Stamm. Danach, so glaubt man, stünde der Weltherrschaft des Römischen Reiches nichts mehr im Weg. Wie zu erwarten war, gehen Maximus´ Truppen als Sieger aus der blutigen Schlacht hervor, Rom hat seinen letzten Feind besiegt. Doch etwas bedrückt Marcus Aurelius: Er ist sich sicher, dass er bald sterben wird, weshalb er Maximus, der für ihn wie ein Sohn ist, bittet, sich nach seinem Tod um Rom zu kümmern um dort mit der Korruption aufzuräumen. Sein wirklicher Sohn Commodus (Joaquin Phoenix) wäre nicht geeignet für das Amt des Imperators, da er verschlagen und hinterhältig ist. Maximus lehnt dieses Angebot ab, nach Jahren des Krieges möchte er nur noch zurück zu seiner Familie. Als Commodus diese Ablehnung durch seinen Vater erfährt, ermordet er ihn, was ihn zu dessem offiziellen Nachfolger macht. Er lässt alles nach einem natürlichen Tod Aussehen, doch Maximus ist natürlich klar, dass Commodus dahintersteckt.

Dieser sieht in Maximus eine Gefahr und lässt seine Familie umbringen, der Feldherr selbst soll exekutiert werden. Maximus schafft es aber zu entkommen und reitet in die Heimat, wo er seine Frau und seinen Sohn tot vorfindet - brutal geschändet und umgebracht von Commodus´ Leuten. Der völlig entkräftete Maximus wird von den Dienern des ehemaligen Gladiatoren Proximo (Oliver Reed) gefunden, versklavt und in die Arena eines kleinen Dorfes geschickt, wo er von nun an als Gladiator kämpfen soll. Maximus beweist sich als bester Kämpfer weit und breit, weshalb Proximo ihn und einige andere seiner Gladiatoren nach Rom bringt. Dort veranstaltet Commodus in dem gigantischen Kolosseum seit einiger Zeit spektakuläre Gladiatorenkämpfe, um so das römische Volk für sich zu gewinnen.

Maximus einzigstes Ziel ist es, sich an Commodus zu rächen. Deshalb macht er sich einen Namen als Gladiator, gewinnt jeden Kampf und wird zum Helden des Volkes. Unterstützung erhält er dabei auch von Lucilla (Connie Nielsen), Commodus´ Schwester. Der Imperator sieht in Maximus eine ernstzunehmende Gefahr und setzt alles daran, ihn zu töten..




Schauspieler
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Die Rolle des Heerführers Maximus wird gespielt von Russell Crowe, der eigentlich jedem ein Begriff sein sollte, der meint, sich in der Filmwelt auszukennen. Der Australier war schon in etlichen Filmen zu sehen, von denen die bekanntesten neben "Gladiator" wohl "L.A. Confidential", "Master and Commander" und "A Beautiful Mind" sein dürften. Crowe, der hin und wieder schon durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht hat, hat bisher bisher zwei Oscars gewonnen, einen für seine Darstellung des Maximus, was für sich sprechen sollte. Anfangs ist er noch der typische Held, der jede Schlacht erfolgreich gewinnt und der für den Imperator wie ein eigener Sohn ist. Als aber Commodus seine Familie umbringen lässt, wird er nur noch von Rache getrieben. Mir hat Crowes Darstellung des verbitterten Helden gefallen, er wirkt stets glaubhaft und überzeugend.. Für diese Rolle hat er sich eigens Muskelmasse antrainiert und den Umgang mit Schwertern trainiert, das Resultat kann sich wirklich sehen lassen. Crowe kämpft in der Arena, als ob er nie etwas anderes getan hätte.

Mindestens genau so bekannt wie Russell Crowe ist Joaquin Phoenix, der schon in zahlreichen Filmen mitspielte, aber erst an der Seite von Nicholas Cage in dem Thriller "8MM" richtig von sich reden machte. Danach ging es mit Phoenix´ Karriere schlagartig voran, er bekam Rollen in Streifen wie "Signs" und "The Village". In "Gladiator" hat er aber definitiv seine bisher größte Rolle. Die Art und Weise, wie er den intriganten Sohn des Kaisers spielt, ist ebenso genial wie beeindruckend. Commodus leidet unter der Abweisung seines Vaters und ist schon seit seiner Kindheit in seine Schwester Lucilla verliebt. Durch die Ermordung seines Vaters hat er die Macht in Rom an sich gerissen und will nun auch den Senat entmächtigen, um alleine herrschen zu können. Der einzige, der ihm dabei gefährlich werden könnte ist Maximus, weshalb er diesen töten möchte. Ich habe Joaquin Phoenix schon in so manchem Film gesehen, doch derart vom Hocker gehauen wie hier hat er mich noch nie. Er bringt Commodus sehr gerissen, aber auch hinterlistig rüber, es erscheint sehr glaubhaft, wie Commodus mehr und mehr gößenwahnsinnig wird.

Auch in den Nebenrollen ist "Gladiator" perfekt besetzt. Angefangen bei Ralf Moeller, über Connie Nielsen bis hin zu Oliver Reed, der kurz vor dem Ende der Dreharbeiten leider verstorben ist. Hier gibt es an den Schauspielern rein garnichts zu meckern, sie alle passen in ihre jeweilige Rolle.




Daten zum Film
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Originaltitel: Gladiator
Alternativtitel: The Gladiators
Land: USA (2000)
Regie: Ridley Scott
Buch: David Franzoni, John Logan, William Nicholson
Länge: ca. 148:28 Min.
Freigabe: FSK 16
Indiziert: Nein
@ Realjackass




Die beste Version
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Die DVD Vermarktungsstrategie dieses Films ist das beste Beispiel dafür, wie die großen Firmen den Käufern das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Zuerst erschienen zwei DVDs des Films, eine übliche Single Disc und desweiteren eine hübsche 2 Disc Special Edition, in deren Besitz auch ich bin. Diese Scheibe hat alles was man braucht, die Extras sind zahlreich und informativ, die Qualität fast schon perfekt.

Nun dachten sich die netten Herren von Universal aber allem Anschein nach, dass man mit einem derart genialen Film, wie "Gladiator" es zweifelsohne ist, locker noch mehr Geld scheffeln könnte und so wurde eine Extended Special Edition auf den Markt geschmissen. In dieser ist der Film in einer längeren, um zusätzliche Szenen erweiterte Fassung zu sehen, die allerdings von Ridley Scott so nicht gewollt war, was auch in einem Vorwort von ihm klargemacht wird. Wer "Gladiator" nicht schon besitzt, kann hier notfalls zugreifen, keine Frage, doch solltet ihr schon im Besitz der normalen 2 Disc Edition sein, könnt ihr euch das Geld für die Extended Special Edition sparen.




Kritik
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Ridley Scott gehört ohne Frage zu den interessantesten Regisseuren Hollywoods, es ist immer wieder spannend mit anzusehen, welchen Stoff er sich als nächstes vornimmt. Desweiteren hat er nicht nur die beiden Klassiker "Alien" und "Blade Runner", sondern auch einen weiteren meiner zahlreichen Lieblingsfilme, nämlich "Hannibal" gedreht. Ich würde nicht soweit gehen, Scott zu meinen Favoriten unter den US-Regisseuren hinzuzufügen, doch dankbar bin ich ihm für einige seiner Werke auf jeden Fall. Das beste Beispiel hierfür ist "Gladiator", den ich mir immer wieder ansehen könnte und der, obwohl ich ihn schon vier oder fünf Mal gesehen habe, bisher noch nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Hier haben wir es mit dem aufwändigsten und teuersten Sandalenfilm seit "Ben Hur" zu tun, was sich aber gelohnt hat, "Gladiator" ist jeden Dollar, den er gekostet hat, wert.

Dass Scott noch nie ein Minimalist war, das hat er schon des öfteren bewiesen, doch was er hier auf den Bildschirm zaubert, ist einfach nur atemberaubend. Schon der Anfang lässt einen vor Ehrfurcht erstaunen, wenn sich tausende römische Soldaten in einem verschneiten Wald eine unbarmherzige und blutige Schlacht gegen die Germanen liefern. Dies alles wirkt derart echt und glaubhaft insziniert, dass es an Perfektion grenzt. Der leicht bläuliche Unterton des Bildes, der alles in eine gespentische Atmosphäre hüllt, die wunderschöne Winterlandschaft und die exzellenten Kampfszenen, dies stimmt einen optimal auf den Film ein. Allerdings sollte niemand erwarten, dass in "Gladiator" zweieinhalb Stunden lang die Schwerter geschwungen werden, im Gegenteil: Ridley Scott präsentiert geniale Kampfszenen, an die man sich noch lange erinnern wird, doch diese sind noch längst nicht alles. Die Handlung ist zwar nicht besonders vielschichtig oder extrem anspruchsvoll, aber sie wird so präsentiert, dass man ihr stets gespannt folgt und auch in den längeren Dialogszenen keine Langeweile aufkommt. Es kann nämlich nicht bestritten werden, dass der Streifen hin und wieder etwas spannungsarm ist, doch dies ist, wie gesagt, kein Kritikpunkt. "Gladiator" ist ein Actiondrama um Trauer, Liebe, Kampf und Rache, dabei wird natürlich auch auf die ersten beiden Aspekte zur Genüge eingegangen.

Ridley Scott hat ein wahrhaft perfektes Bild des alten Roms geschaffen. Die Stadt selbst ist dabei ebenso faszinierend wie opulent ins Bild gesetzt und an Gigantomie kaum noch zu übertreffen. Die Baukunst des Kolosseums erinnert dabei an den Nazi-Architekten Albert Speer und wirkt gigantisch, atemberaubend. Natürlich ist das richtige Kolosseum nicht so groß wie das hier gezeigte, doch da sich "Gladiator" onehin nicht an historische Fakten hält, ist dies nicht weiter wichtig. Wo wir aber schon bei Gigantomie sind: Natürlich strotzen auch die Gladiatorenkämpfe nur so von überwältigender, unglaublicher Bildkraft. Hier kämpfen dutzende Männer gegeneinander, auch Tiger und Streitwagen kommen zum Einsatz. Diese spektakulären Kampfszenen wechseln sich gut mit den Stellen ab, an denen die Story weitererzählt wird.

Was ich an diesem Film auch besonders schätze, sind seine beeindruckenden, fast schon poetischen Bilder, die er des öfteren zeigt und die traumhafte, wunderschöne Musik die das Geschehen perfekt untermalt. Maximus´ Frau und sein Sohn werden von Commodus´ Leuten umgebracht und treten daraufhin ins Jenseits ein, ein Ort, an den sich Maximus von diesem Zeitpunkt auch wünscht. Hin und wieder flüchtet er sich mit seinen Gedanken zu seiner Familie und wie dies optisch und musikalisch umgesetzt wurde, ist einfach nur genial. Eine Hand, die sanft durch ein Weizenfeld gleitet, das Bild ist, wie in der Anfangsszene, bläulich gefiltert. Hans Zimmer und Lisa Gerrard (Dead Can Dance) haben meiner Meinung nach eine der besten Filmmusiken aller Zeiten geschaffen, die in meiner persönlichen Rangliste direkt nach der aus "American Beauty" ihren Platz findet. Traumhaft schöne Kompositionen von Hans Zimmer, die perfekt zu Ridley Scott´s prachtvollen Bildern passen, werden untermalt mit der elfengleichen Stimme der Sängerin Lisa Gerrard. Diese Filmmusik eignet sich zum träumen und entführt einen immer wieder aufs neue in die Welt des antiken Roms.




Fazit
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Gigantisch, atemberaubend und bewegend: "Gladiator" ist ein Epos, das seinesgleichen sucht. Wer Action sucht, wird hier voll und ganz bedient, aber Ridley Scott´s Streifen nur darauf zu beschränken wäre falsch, denn "Gladiator" hat noch ganz andere Qualitäten. Da hätten wir die Schauspieler, allen voran natürlich Russell Crowe, die ihre Sache allesamt unglaublich gut und glaubhaft machen. Auch die Musik hätte meiner Meinung nach einen Oscar verdient, denn diese passt perfekt in jede Szene und jagt einem im Minutentakt einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Ein im Grunde genommen trauriges Epos über Schmerz und Rache, das trotz einer Laufzeit von knapp 150 Minuten zu keiner Sekunde langweilig wird! Deshalb vergebe ich letztendlich auch die Höchstwertung:

10 von 10 Punkten und eine Empfehlung!

Mfg
Realjackass

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Lidlefood

    13.01.2006, 20:06 Uhr von Lidlefood
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich