Viva La Vida - Coldplay Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
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Erfahrungsbericht von [email protected]

Sein oder Nicht Sein, das ist hier die Frage.

5
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Coldplay Viva la Vida or Death and all his friends


Sein oder Nicht Sein, das ist hier die Frage.



Einführung:

Ich sage frei heraus: ich mag Coldplay. Und dass viele Menschen behaupten, dass deren Ideenreichtum nicht sehr groß ist, und nur aus schnell oder langsam besteht, dem kann ich nicht beipflichten. Meiner Meinung nach heben sich die Lieder von Coldplay stark vom vorherrschenden und wenig hochwertigen Mainstream Pop ab. Alternativ sind sie. Melancholisch. Bitter-süß. Auch oft von trauriger Realität. Wird man sich ihr bewusst, können die Tränen fließen. Die Musik von Coldplay ist gefühlvoll, ohne im Kitsch zu ertrinken. Meiner Meinung nach schaffen das nur wenige Künstler und Bands.
Und all den schönen Arrangements und alternativen Melodiegebilden verleiht Chris Martins Stimme noch mal einen Tick mehr Individualität und Alternativität.

Trotzdem wollten Coldplay, nach Reibereien und gar Trennungsgerüchten, etwas neues, vollkommen innovatives und einzigartiges erschaffen. Es sollte gar eine musikalische Revolution werden. Dass die Band über ihren eigenen Schatten springen könnte, haben viele angezweifelt.

„Viva la vida or death and all his friends“ ist ca. 3 Jahren das 4. Studioalbum der Band, die im Jahre 2000 ihr Debüt gab.



Cover:

Beim Cover haben sich Coldplay an einem Bild aus der französischen Romantik bedient. Es zeigt eine Szene, wie sie während der französischen Revolution entstanden sein könnte. Es ist stark, kraftvoll, patriotisch, anders als Bilder aus der deutschen Romantik, die eher Melancholie und Natur(-Symbolik) verwenden.
Ein Bild über die französische Revolution. Als Symbol für Coldplays musikalische Revolution?



Trackliste:

1. Life in Technicolor
2. Cemeteries of London
3. List
4. 42
5. Lovers in Japan
6. Yes
7. Viva la Vida
8. Violet Hill
9. Strawberry Swing
10. Death and all his friends
11. Lost (alternate version)



Einzelne Songs:

1. Life in Technicolor: ein Instrumental-Song, der mich durch seine amtosphärische Dichte an new classics oder gar lounge music denken lässt. So viele Klanggebilde. Die Klänge haben irgendwie eine beruhigende Wirkung auf mich. Das Lied entwickelt sich aus sich selbst. Das ist wirklich nicht mehr schwarz-weiß. Das ist das Leben in Farbe!


2. Cemeteries of London: Düster, dunkel startet dieses Lied… mysteriös. Fast hymnenhaft. Trotzdem ist es nicht ganz schwarz... es zeigt viele Graufacetten, die sich langsam ins schwarze entwickeln und wieder zurück. Vor allem der Refrain zeigt die Hymnenhaftigkeit. Super Song! Chris Martin zeigt schon bei diesem Lied mehr Facetten seiner Stimme als sonst...

„God is in the houses and god is in my head
And all the cemeteries in London“


3. Lost!: der Song startet mit einer überraschend fröhlichen Melodie, die eigentlich gar nicht zum Titel „Lost“ passt. Allerdings singt Chris Martin viele absteigende Melodien, die dem Song die Melancholie verpassen, die nötig ist. Wieder ist die Stimmung atmosphärisch. Stimmen- und Klanggebilde setzen sich zusammen. Ich kann sie gar nicht richtig beschreiben. Man muss es sich selbst anhören...

„I just got lost
Every river that I tried to cross
Every door I ever tried was locked
Ohhh and I'm...
Just waiting 'til the shine wears off “


4. 42: mit einem langsamen, sehr traurigen Pianointro und Chris Martins verzweifelter, zarter, verletzlicher Stimme startet das Lied… dann kommen Streicher hinzu. Sehr langsam und berührend ist dieses Lied. Jedenfalls der Anfang... dann kommt ein überraschend schneller Beat dazu, nach einer kleinen Pause. Interessant! Und die Melodie macht interessante Sprünge in die Luft, die E-Gitarre fliegt mit ihren Tönen in die Höhe... überraschend gut! Am Ende besinnt man sich allerdings wieder auf die Anfangsmusik zurück und wird ruhig... das Lied endet mit dem Piano, das leise verklingt...

„Those who are dead are not dead
They’re just living my head
And since I fell for that spell
I am living there as well“


5. Lovers in Japan/Reign of love: fröhlich klingt dieses Lied, schnell und atmosphärisch. Erinnert von seiner Atmosphäre und Klanggebilden an Beautiful World, allerdings ist dieses Lied fröhlich... das ist der Unterschied. Wer Klee kennt, wird sie in diesem Lied wiedererkennen. Trotzdem unverkennbar Coldplay. Und trotz der Schnelligkeit sehr beruhigend... Reign of love: dann folgt der zweite Teil des Liedes... wieder ein langsame Pianointro, diesmal aber mit positiverer Grundstimmung. Im Hintergrund sind ganz leichte E-Gitarren zu hören, die ein atmosphärisches Klanggebilde bilden. Dazu Chris Martins sanfte, ruhige Stimme. Herrlich.

„Lovers, keep on the road you're on
Runners, until the race is run
Soldiers, you've got to soldier on
Sometimes even right is wrong“

„How I wish
I’d spoken up
Or we’d be carried
In the reign of love“


6. Yes: ich weiß nicht, aber irgendwie ist dieses Lied düster und beängstigend. Es erinnert mich vom Anfang her irgendwie an Marilyn Manson... :-O Aber irgendwie doch packend und fesselnd... man kann nicht abschalten. Außerdem sind diese Streicher, die orientalische Melodien spielen, sehr interessant. Trotz der Ängstigung ist dieses Lied Kunst und sehr, sehr interessant.

„There we were dying of frustration,
saying, "Lord lead me not into temptation."
But it's not easy when she turns you on...
since they've gone.“


7. Viva la Vida : ein Teil des Albumtitels. Er wiederspiegelt Glanz, Hoffnung. Chris Martins Stimme fliegt empor. Man entdeckt Stimmfacetten die man ihm nicht zugetraut hätte. Gefühl, Freude an der Musik. Die Geigen am Anfang wirken nicht kitschig, sondern geben dem Song Stärke, Takt und Dynamik.

„Revolutionaries wait
For my head on a silver plate
Just a puppet on a lonely string
Oh who would ever wanna be king?“


8. Violet Hill : Melancholie, Kraft, das Zwischenspiel zwischen zart und stark, leise und laut ist hier gut ausbalanciert. Es hat diese Kraft, das Herz zu berühren und zeitweise auch die eine oder andere Träne zu entlocken. Die E-Gitarrenakzente während den Strophen sind hart und wirken doch melancholisch-verletzlich. Dann während dem kurzen Refrain die wieder zart werdende Stimme von Chris Martin. Es fesselt vom ersten Hören an und lässt einen dann nicht mehr los...

„When the future's architectured
By a carnival of idiots on show
You'd better lie low.

If you love me, won’t you let me know...“


9. Strawberry Swing: Einer der schwächeren Songs auf dem Album. Mir gefällt der Songaufbau nicht, die Melodie, der Text ist OK... aber irgendwie passt diese Fröhlichkeit in dem Lied nicht zu Coldplay. Mir fehlt da die Melancholie. Es ist mir etwas zuuuu leichtfüßig und frisch. Aber... Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Vielleicht denkt ihr ja anders darüber...

„They were sitting
They were talking in the strawberry swing
Everybody was for fighting
Wouldn't wanna waste a thing“


10. Death and all his friends: zart, leicht, verletzlich: so klingt der Anfang dieses Liedes. Dazu die hellen, dynamischen Gitarrenriffs, die dem ganzen wieder den Coldplay typischen Klang verleihen. Langsam entwickelt es sich weiter, das Lied, die Gitarren werden langsam schneller. Dann kommt Schlagzeug hinzu. Eine ungeahnte Stärke entwickelt sich, wieder, wie bei Cemeteries of London, ins Hymnenhafte. Das Ende verklingt ganz langsam und zart. Und greift wieder das Intro „life in technicolor“ auf. Eine stimmige Reise geht zu Ende.

“No I don't wanna battle from beginning to end;
I don't wanna cycle, recycle revenge;
I don't wanna follow death and all of his friends.”



Abschließende Meinung:

Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt. Mit den Worten Goethes kann man es nicht besser beschreiben.
Viva la vida or death and all his friends wiederspiegelt schwarz und weiß, gut und böse, Hoffnung und Hoffungslosigkeit. Die Bandbreite zwischen Liebe und Macht, zwischen Trauer und Freude findet sich auf dem Album wieder.
Die Texte sind tiefgründig, wie immer bei Coldplay. Bei diesem Album allerdings haben die Texte nochmals an Tiefgründigkeit zugenommen. Dazu wird ganz offen über Themen wie Liebe, Macht, Hass und Tod gesungen. Ich mag Musik nicht, die schöne Melodien hat, aber deren Texte keine Aussagekraft haben. Melodie plus Text stimmen bei Coldplay allerdings immer und passen.

Neue Facetten zeigt dieses Album. Die meisten Songs klingen frisch, irgendwie anders, abgestaubt. Wunderbar facettenreich und innovativ. Da bediente man sich an Einflüssen aus Weltmusik, Rock, Radiohead, Rammstein und weiteren. Trotzdem ist es immer noch Coldplay pur. Immer mit diesem Hauch Melancholie. Dazu trägt nicht nur, aber auch die Stimme des Frontsängers bei.

Den neuartigen Klang, den Mut über den eigenen Schatten zu springen, gaben auch die Produzenten Brian Eno und Marcus Dravs.
Die Streitereien in der Band wurden beiseite gelegt. Coldplay ist wie ein Phönix aus der Asche wiederauferstanden.
Danke dafür.

Wenn sich Madonna bei jedem Album (wohl auf Anraten ihrer Manager, nicht von sich selbst aus...?) neu „erfindet“, wieso sollte es Coldplay nicht auch tun?
Und deren Selbst-Neuinterpretation ist wesentlich authentischer...



Fazit:

Ein Meisterwerk voller Innovation und Facettenreichtum, und doch unverkennbar.



Quellenangaben:

http://www.moron.nl/lyrics/coldplay/viva-la-vida-or-death-and-all-his-friends/

57 Bewertungen, 18 Kommentare

  • blackangel63

    08.09.2008, 22:42 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    ScHoEnEn AbEnD - gRuSs AnJa

  • frankensteins

    04.09.2008, 14:31 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße Werner

  • try_or_die87

    29.07.2008, 16:56 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr Hilfreich! Liebe Grüße

  • Baby1

    09.07.2008, 08:49 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • anonym

    04.07.2008, 21:00 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ;O) Lieben gruß Sabrina

  • anonym

    02.07.2008, 16:28 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    hört sich interessant an

  • Lici17

    02.07.2008, 10:49 Uhr von Lici17
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse bericht, toll beschrieben! sh und lg

  • campino

    02.07.2008, 09:09 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH - liebe Grüße, Andrea

  • anonym

    02.07.2008, 00:29 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich - Lieben Gruß - schneider80

  • Laranjeira

    01.07.2008, 22:05 Uhr von Laranjeira
    Bewertung: sehr hilfreich

    lieben Gruß

  • bigmama

    01.07.2008, 22:05 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett

  • krullinchen

    01.07.2008, 22:01 Uhr von krullinchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse beschrieben...

  • senora

    01.07.2008, 21:53 Uhr von senora
    Bewertung: besonders wertvoll

    toller Bericht + LG senora

  • jacki0987

    01.07.2008, 21:14 Uhr von jacki0987
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut geschrieben

  • Svomed

    01.07.2008, 21:14 Uhr von Svomed
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr Hilfreicher Bericht Von Dir !

  • ingoa09

    01.07.2008, 21:13 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr ansprechender Bericht! Gruß Ingo

  • morla

    01.07.2008, 21:12 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönen abend noch lg. petra

  • kleine_fee

    01.07.2008, 20:51 Uhr von kleine_fee
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht!