Level 9. Testbericht

Level-9
ab 505,95
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Auf yopi.de gelistet seit 07/2007
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von BulmaZ

Wir schaffen unsere eigene Wirklichkeit.

2
  • Niveau:  anspruchslos
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  kein Humor
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Alle paar Tage stehe ich vor derselben schweren Entscheidung: Welcher Roman soll mich als nächstes auf meinem Weg mit Bus und Bahn begleiten, welches mich vor dem einschlafen unterhalten? Keine leichte Wahl bei gefühlten 200 ungelesenen Romanen. Umso verständlicher ist es wohl, dass ich beim letzten Mal tatsächlich fast blind und ohne groß zu überlegen zugegriffen habe. Meine Wahl fiel diesmal wieder einmal nach langer Zeit auf einen Thriller. Diesen hier:

Level 9 – David Morrell

+++ Bezugsquelle & Preis +++

Gekauft habe ich das Taschenbuch seinerzeit bei www.buecher.de.
Dort habe ich 7,95 € bezahlt.

+++ Eckdaten +++

Titel: Level 9
Originaltitel: Scavenger
Autor: David Morrell
Übersetzung: Christine Gaspard
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 401 Seiten [zzgl. Nachwort „Zeit und Welt genug“]

+++ David Morrell +++

David Morrell (* 24. April 1943 in Kitchener, Kanada) ist ein kanadisch-US-amerikanischer Schriftsteller und Professor für Amerikanische Literatur. Morell ist Erfinder der Figur des John Rambo und gilt als einer der populärsten Autoren von Spannungsliteratur in den USA. Sowohl durch Young als auch Klass inspiriert, begann Morrell 1970 mit den Arbeiten an seinem ersten und bis heute wohl bekanntesten Roman, „First Blood“, der 1972 erschien und die Figur des John Rambo einführte. Der Roman wurde 1982 mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle verfilmt (deutscher Titel: „Rambo“) und gehört mit einem weltweiten Einspielergebnis von 126 Millionen US-Dollar zu den kommerziell erfolgreichsten Filmen seiner Zeit.
2006 gilt Morrell als einer der populärsten und erfolgreichsten Autoren von Spannungsliteratur in den USA. Morrell veröffentlichte bis Ende 2006 insgesamt 28 Bücher (24 Romane und vier weitere Werke), die in 26 Sprachen übersetzt wurden und regelmäßig in Bestsellerlisten geführt werden.

Quelle: www.wikipedia.de

+++ Level 9 +++

Als Frank Balenger und seine Freundin Amanda von der Manhatten History Society zu einer Vorlesung über so genannte Zeitkapseln eingeladen werden, lassen sie sich nicht lange bitten. Zu groß ist ihre Neugier, mehr über fast vergessene Artefakte zu erfahren, die Menschen vor Hunderten von Jahren für die Nachwelt hinterlassen haben. Bei der Vorlesung eingetroffen, wundern sich die beiden allerdings schnell, wieso nach und nach sämtliche andere Gäste die Veranstaltung verlassen.
Kurz darauf findet Amanda sich zusammen mit vier anderen Menschen in einem Gebäude wieder, nicht wissend, wie sie dorthin gekommen ist.

Bald meldet sich der Gamemaster zu Wort, der den fünf Auserwählten erklärt, dass sie sich in einem Spiel befinden, für das sie 40 Stunden Zeit hätten, es zu gewinnen. Sie sollen die Kammer weltlichen Begehrens finden, ein Artefakt, das vor mehr als hundert Jahren versteckt wurde und der Nachwelt dienen sollte. Amanda und die vier anderen finden sich bald auf einem riesigen freien Areal wieder, das vollkommen verlassen ist und müssen ums nackte Überleben kämpfen…

Zeitgleich setzt Frank Balenger alles daran, Amanda wiederzufinden.
Denn auch für ihn hat der Gamemaster sich etwas einfallen lassen. Während Balenger allen möglichen Hinweisen nachgeht, die der Gamemaster ihm gibt, wächst stets die Angst, dass er Amanda durch einen Wahnsinnigen verlieren könnte. Genauso wie seinerzeit seine Frau im Paragon Hotel…

+++ Eindrücke +++

Folgeromane haben es nicht unbedingt leicht.
Vor allem dann nicht, wenn ihre Vorgänger seinerzeit erfolgreich waren und viele Thrillerfans für sich gewinnen konnten. So stellt sich also vor allem auch in Anbetracht des Inhaltes die Frage: Kann „Level 9“ die Qualität von „Creepers“ erreichen? Oder ist dieser Nachfolger nur ein müder Abklatsch? Nun, zumindest der Plot klingt nicht danach. Zwar auch nicht unbedingt nach dem großen innovativen Wurf, aber auch alles andere als langweilig und eintönig.

Ja, man kennt das irgendwie spätestens seit „Saw“ und/ oder „Cube“: Sich vollkommen fremde Menschen finden sich an einem Ort wieder, von dem sie nicht wissen, wo er sich befindet, geschweige denn, wie sie dorthin gekommen sind. Alle verbindet sie irgendetwas, wenn auch nur im weiteren Sinne. Herr über die nichtsahnenden gestrandeten Schäfchen ist irgendein vermeintliches Genie, das ihre Leben in seinen Händen hält. Nein, das ist alles andere als neu. Aber dennoch erweckt es immer wieder ein gewisses Interesse, was vielleicht nicht zuletzt daran liegt, dass ein Szenario dieser Art schon vorher gut funktioniert hat und uns unterhalten konnte. Fraglich ist nun eben nur, ob auch ein David Morrell eine so gute Umsetzung schafft, dass das Szenario mit allem, was dazu gehört stimmig ist und den Leser fesseln kann, so wie er es erwartet und angesichts so mieser Thrillerlektüre, mit der er immer wieder überschwemmt wird, auch verdient.
Angenehm überrascht ist man demnach, wenn man mit „Level 9“ beginnt. Im ersten Drittel kann David Morrell tatsächlich die gute alte „Saw“ – Spannung aufbauen, derer man sich wirklich nicht entziehen kann. [Da passiert es auch mal, dass man an der Station, an der man eigentlich aussteigen muss, vorbeifährt.] Das Szenario wird so dermaßen beängstigend, aber auch subtil dargestellt, wie man es ganz sicher nicht erwartet hätte. Dadurch, dass Morrell zu Beginn gänzlich auf eine direkte und offensichtliche Bedrohung der Figuren durch den ominösen Gamemaster verzichtet, wirkt die gesamte Darstellung bedrohlich. Denn es ist klar, dass den unfreiwilligen Spielern nichts Gutes bevorsteht. Offenbaren sich dann auch nach und nach die Gefahren, Tücken und Gemeinheiten des Spiels, ist man umso gebannter. Kurzum – es hätte so schön spannend sein können. Wäre da nicht der eher dröge Mittelteil. Hinzu kommt die eigentlich vollkommen banale, hier aber ausschlaggebende Tatsache, dass es nicht allzu viel gibt, das den Plot tatsächlich vorantreibt. Die Geschichte scheint zunehmend unausgegoren, streckenweise sogar schmerzlich unlogisch. Man erhält den Eindruck, Morrell habe eine durchaus gute, aber nur vage Idee gehabt, die er unbedingt gleich in einen Roman hat bannen müssen. Vielleicht wäre ein wenig mehr Sorgfalt nicht verkehrt gewesen, die dem Roman nicht nur mehr Spannung verliehen hätte, sondern gleichzeitig auch ein paar mehr Wendungen. So ist „Level 9“ leider nach dem ersten guten Drittel nur noch fast belangloser Durchschnitt.

Dabei trägt David Morrells Schreibstil allerdings glücklicherweise wieder dazu bei, dass man „Level 9“ recht flott durchgelesen haben dürfte. Denn der Autor hält sich nicht mit überflüssigen Ausschmückungen oder Beschreibungen auf. Vielmehr dosiert er sowohl wichtige Informationen als auch Dialoge und viele Actionszenen genau richtig. Vor allem bei letzteren fällt auf, dass Morrell genau das richtige Maß heraus hat. Actionszenen neigen ja leider oftmals dazu, zu lang und damit zu ermüdend zu sein. Jene hier Szenen sind genau richtig. Sie lockern den Roman angenehm auf, geben ihm Dynamik und Tempo. Die Dialoge hingegen wirken stellenweise etwas platt und fast schon nebenbei zusammengeschustert, als ob der Autor keine Lust auf wörtliche Rede gehabt hätte. Angenehm ist dann aber dennoch, dass er sich in seinen [vermutlich] fiktiven historischen Rückblicken, sofern relevant für den Plot, in Sachen weiten Ausholens nur soweit bitten lässt, wie es für den Leser interessant ist. Auffällig ist auch, dass er jene Rückblicke nicht zu kompliziert werden lässt, sodass der Bezug zum gegenwärtigen Plot stets klar erkennbar ist. So ist der Stil zusammenfassend gesehen zwar keineswegs etwas Besonderes und hat auch ganz sicher keinerlei Wiedererkennungswert, passt aber dennoch gut zum Roman an sich, zum Plot und zu dem, was man wohl ganz allgemein von einem Buch wie diesem erwartet.

Genau das, was man erwartet, sind auch die Figuren. Demnach ist es auch nicht zu viel vorweggenommen, zu erwähnen, dass die vier Spieler neben Amanda eigentlich nur Nebendarsteller und somit Kanonenfutter sind. Es war klar und kommt somit nicht überraschend.
Demnach blieben zwei Protagonisten – die bereits aus „Creepers“ bekannten Frank Balenger und seine Freundin Amanda Evert. Wenn man ganz ehrlich sind, heben auch sie sich nicht nennenswert von allen anderen ab. Tatsächlich bleiben sie sogar recht farblos. Auch, wenn man beide bereits aus erwähntem Vorgänger kennt, trägt dies nicht zu einem Wiedererkennungswert bei. Balenger ist die typische Thrillerhauptfigur, der Held, der Retter – wie auch immer man ihn nennen will. Charakterliche Nuancen sind absolut keine zu erkennen, was allerdings für sich genommen auch wieder auf einen gewissen Charakter schließen lässt. Er ist der Excop, der seit den Geschehnissen im Paragon – Hotel nach wie vor von Angstzuständen geplagt wird und in psychiatrischer Behandlung ist. Da kommt das aktuelle Trauma in Form des unfreiwillig interaktiven Spiels doch genau richtig.
Ähnlich verhält es sich mit Amanda. Zwar wirkt sie charakterlich hinsichtlich der Geschehnisse im Paragon – Hotel gefestigter, aber auch sie kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Sie bringt keinerlei Stärken oder Schwächen mit sich, die der Leser tatsächlich spüren oder erkennen könnte. Schade – leben doch viele Romane fast ausschließlich von ihren markanten Figuren.

Unterm Strich kann man sich „Level 9“ also eigentlich sparen.
Wer nicht viel Anspruch hat und keine allzu großen Hoffnungen in Thrillerlektüre jedweder Art legt, dem dürfte dieser Roman von David Morrell vermutlich recht gut gefallen. Er unterhält den Leser eben eine Weile auf durchschnittliche Weise, man vergisst ihn aber auch recht bald wieder. Durchschnitt eben. Dennoch wartet der Roman nichtsdestotrotz mit einem äußerst spannenden ersten Drittel, angenehm dosierter Action und einem netten Plot auf, weswegen man ihn auch keineswegs als ganz mies bezeichnen kann. Eine herausragende Thrillerleistung aber sollte man dennoch nicht erwarten.

Im Übrigen sei noch erwähnt, dass man „Creepers“ nicht gelesen haben muss, um den Geschehnissen in „Level 9“ vollständig folgen zu können. Da der Plot des Romans aber zumindest in Rudimenten immer wieder einmal Teil dieser Handlung ist bzw. oft angeschnitten wird, empfiehlt es sich vielleicht, zuerst diesen Roman zu lesen. Allein schon deswegen, weil er einfach besser war.

49 Bewertungen, 6 Kommentare

  • tina08

    08.09.2010, 11:55 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ..... Tina

  • XXLALF

    08.09.2010, 10:40 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe grüße

  • Iris1979

    08.09.2010, 10:04 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. LG Iris

  • sigrid9979

    08.09.2010, 08:38 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Berichtet.... Lg Sigi

  • morla

    08.09.2010, 00:00 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • Lale

    07.09.2010, 23:00 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*