Ariana Franklin: Die Totenleserin Testbericht
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Erfahrungsbericht von templerthomas
Zu vorhersehbar und modern
Pro:
s.Bericht
Kontra:
s.Bericht
Empfehlung:
Ja
Daten:
Broschiert: 496 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 (1. April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426634902
ISBN-13: 978-3426634905
Preis: 9,20 (für Österreicher, 8,95 Euro für Deutsche)
Inhalt:
Die Totenleserin wird als historischer Roman angepriesen (etwa auf der Buchrückseite meines Taschenbuchs: "Ein großes Lesevergnügen! In diesem spannenden Roman wird das 12. Jahrhundert ungeheuer lebendig." (Kate Mosse)) ist aber eigentlich ein simpler Thriller.
In der Totenleserin geht es nämlich vor allem um grausame Kindermorde und deren Aufklärung.
Cambridge 1170 wird der kleine Peter tot aufgefunden. Sofort kommt das Gerücht auf das die Juden der Stadt das Kind gekreuzigt hätten. Es kommt zu einem Volksaufruhr bei dem der reiche Jude Chaim und seine Frau getötet werden. Die anderen Juden werden vom Sheriff in der Burg in Sicherheit gebracht. Als weitere Kinder tot aufgefunden werden hindert dies die Bevölkerung aber nicht auch diese Morde den Juden unterzuschieben. Dies beunruhigt König Henry II der in den Juden eine Einnahmequelle sieht. Er bittet seinen Vetter, den König von Sizilien, ihm zu helfen. Dieser beauftragt daraufhin seinen Spion Simon von Neapel, selbst ein Jude, Ermittlungen anzustellen. Der berühmteste Arzt von Salerno wird beauftragt einen geeigneten Arzt zur Hilfe zu stellen. Der stellt eine Ärztin, Adelia, für diesen Einsatz ab - mitsamt ihrer Amme (die die Fahrt nicht überleben wird) und ihrem sarazenischen Leibwächter, dem Eunuchen Mansur.
In England stösst dieses Trio auf einige Schwierigkeiten, erhält aber Unterstützung von Prior Geoffrey dem die Ärztin das Leben rettet. Schwieriger wird der Fall für Adelia als sie sich in den sich merkwürdigerweise immer einmischenden Steuereintreiber Sir Rowleyverliebt.
Eigene Meinung:
Die Zeit in der die Totenleserin spielt ist eine sehr interessante. Leider hat die Autorin hier nur oberflächlich recherchiert. Die Darstellung von Henry II, einem König der berüchtigt war für seine Wutanfälle, ist doch sehr daneben. Er lässt sich etwa am Ende des Romans von der Ärztin beleidigen weil sie ihm ja einmal wieder nützlich sein könnte. Auch sein Auftritt am Ende des Romans entspricht so gar nicht dem historischen Bild dieses Königs. Auch die Ermordung von Thomas Becket wird hier als "Unfall" bzw. "Missverständnis" dargestellt. Die Autorin ist hier sehr gnädig mit Henry II. Wenn man sich dessen Lebensgeschichte im großen ansieht wird aber klar das er nicht so besonnen war wie er hier dargestellt wird. Ein Mann der seine eigenen Söhne bekriegte hätte sich wohl kaum von einer gewöhnlichen Ärztin Frechheiten gefallen lassen.
Weitaus schlimmer ist jedoch wie die Autorin mit der Sprache umgeht. Sie verwendet permanent moderne Ausdrücke aber auch Redewendungen mit denen die Menschen des 12. Jahrhunderts wenig am Hut hatten (u.a. immer wieder demokratisch).
Dazu ist die Totenleserin, Adelia, eine moderne Frau die sich nicht um Religion kümmert, andauernd Salat essen will (im 12. Jahrhundert - mit Gülle gedüngt? äh) und den Eheantrag einer guten Partie ausschlägt... dann aber freudig den Weg der Geliebten geht um ihren Beruf als Ärztin fortführen zu können. Sehr unglaubwürdig. Für heutige Verhältnisse durchaus nachvollziehbar aber damals hätte wohl keine Frau eine solche Entscheidung getroffen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen. Die Autorin lässt hier auch aus wie schwierig das Leben für uneheliche Kinder, Bastarde, damals war. Vor allem stört aber wie modern Adelia handelt, redet und denkt. Wie eine Frau des 20 oder 21. Jahrhunderts. Dies begründet die Autorin damit das sie von einem vom Glauben abgefallenen Juden erzogen wurde. Das reicht definitiv nicht. Zudem macht sie den Fehler immer wieder allein loszuziehen. Einmal mag dies noch nachvollziehbar sein. Dies endet aber fast in einer Vergewaltigung (wie dies ihr in Sizilien auch schon passierte), führt aber nicht dazu das die Protagonistin dazulernt und Mansur immer mitnimmt.
Auch andere Figuren sind viel zu modern, mal abgesehen davon das der König von Sizilien wohl kaum einen Juden als Chefermittler eingesetzt hätte. Authentisch ist das Buch keineswegs. Das England des 12. Jahrhunderts hätte die Autorin auch austauschen können.
Den Titel historischer Roman oder historischer Thriller würde ich dem Buch aberkennen.
Auch die Darstellung der Juden ist zu oberflächlich. Hier hätte es viel Spielraum für interessante Annekdoten gegeben - die die Autorin verschenkt. Lediglich als Anmerkung erwähnt sie inwiefern die Zeit Henrys II für England (und eigentlich auch für uns alle) so immens wichtig war. Die Geschworenengerichte waren wirklich ein riesiger Sprung in der Rechtsgeschichte.
(Achtung Spoiler)
Was den Thrillerteil betrifft so ist leider viel zu früh klar wer der Mörder ist. Ab dem Fest war dies für mich glasklar. Das es dann noch eine Mittäterin gab war zwar die Pointe, die konnte mich aber auch nicht überzeugen. Dafür gelingt der Autorin die Hauptszene am Schluß sehr gut. Sie ist wirklich spannend und das Ende des Mörders stimmig. Hier zeigt die Autorin was sie kann.
Jedoch ist das Buch an sich recht unterhaltsam. Es gibt einige interessante Annekdoten (etwa wie man damals einen Catheter legte) und gelungene Dialoge. Vor allem bis zum Fest rätselt man auch mit wer der Kindsmörder sein könnte und bekommt einige interessante Szenen serviert.
Insgesamt kein schlechter Roman aber auch kein guter. Die Totenleserin ist streckenweise unterhaltsam, aber alles andere als ein Meisterwerk. Die Totenleserin ist ein oberflächlicher Thriller mit vermurkster Liebesgeschichte und bekommt daher 3 Sterne.
Fazit: bedingt empfehlenswert
64 Bewertungen, 20 Kommentare
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14.06.2010, 18:36 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
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13.06.2010, 11:41 Uhr von skye
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht, Gruß skye
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11.06.2010, 18:19 Uhr von pulsar388
Bewertung: sehr hilfreichWie gefällt dir mein erster Bericht?
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11.06.2010, 12:48 Uhr von mrasen
Bewertung: besonders wertvollSuper Bericht :)
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10.06.2010, 15:35 Uhr von anum74
Bewertung: sehr hilfreicheinen schönen Tag noch und LG
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10.06.2010, 14:51 Uhr von jenpitti
Bewertung: sehr hilfreichlg jenpitti
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10.06.2010, 00:17 Uhr von Powerdiddl
Bewertung: sehr hilfreichlg und einen schönen Donnerstag.
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09.06.2010, 15:32 Uhr von xSunnyx
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich .... Wünsche dir einen traumhaften, sonnigen Tag ... Liebe Grüße Katrin
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09.06.2010, 12:42 Uhr von austin77
Bewertung: sehr hilfreichdu liest bei mir und ich bei dir, so macht yopi Spaß. Liebe Grüße
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09.06.2010, 09:12 Uhr von Manuela2205
Bewertung: sehr hilfreichdann kann ich das Buch wohl von meinem Wunschzettel streichen
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08.06.2010, 22:21 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichhistorische Bücher sind eh nicht mein ding-gut geschrieben
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08.06.2010, 17:08 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichKlares sh. LG Marina
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08.06.2010, 17:05 Uhr von Shirty1980
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. Lg Shirty
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08.06.2010, 16:47 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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08.06.2010, 16:41 Uhr von Lakisha_1
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht. freue mich über deine Gegenlesung. Liebe Grüße
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08.06.2010, 16:41 Uhr von Grambo
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht von dir! Ich freue mich immer über Gegenlesungen und bin auch immer bereit für eine schnelle Leserunde. :) Liebe Grüße Grambo
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08.06.2010, 16:35 Uhr von warismoney
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht. Freue mich über jede Gegenlesung. lG, Domi
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08.06.2010, 16:18 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ganz liebe grüße
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08.06.2010, 15:36 Uhr von Sonja_483
Bewertung: sehr hilfreichsuper bericht ; ) würde mich über eine lesung von dir freuen lg
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08.06.2010, 15:31 Uhr von Ringer93
Bewertung: sehr hilfreichsuche immer leute für gegenlesungen
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