Ein falscher Traum von Liebe Testbericht

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Erfahrungsbericht von verbatim

"Kein normales Kind schreit nachts!"

  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  kein Humor
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  jedermann

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

=== Hallo liebe Leser und Leserinnen ===
In meinem heutigen Bericht möchte ich euch heute ein buch vorstellen, was nichts mit den Thrillern zu tun hat, die ich sonst so gerne lese um einfach mal abzuschalten. Da ich aufgrund einer Verletzung am Fuß gerade sehr viel Zeit habe und mein Fuß im besten Falle 24 Stunden hochlegen soll, kann das Fernsehprogramm schon manchmal langweilig werden. Da sucht man sich ein neues Buch und hofft, dass die Langeweile schwinden wird. Ich bin nun schneller im Lesen, weil ich in letzter Zeit in dieser Hinsicht viel trainiert habe. Ich habe nicht oft das Gemüt mir eine angebliche Reality- Show anzusehen und deswegen greife ich viel lieber zu einem neuen Buch. Ein Bericht bei Ciao machte mich schließlich auf ein Buch aufmerksam, von welcher Thematik ich noch nichts gelesen habe, aber die ich durch befreundete Mädchen sehr gut nachvollziehen kann: Erfahrungen von Missbrauch. Ich bin in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen und als ich dieses Buch gelesen habe, war ich mit jeder Seite fröhlicher über diese Tatsache. Das Buch heißt: „Ein falscher Traum von Liebe“ und wurde von Christine Birkhoff geschrieben, die ihre eigenen Erfahrungen aufgeschrieben hat.

=== Aussehen ===
Bereits am Cover erkennt man, dass es hier um ein sehr ernstes Thema geht und es sich um keinen Thriller handelt. Ein junges Mädchen schaut mit sehr trüben Augen den Leser an und in diesen Augen steht nichts weiter als : „Hilf mir!“. Am unteren Rand des Covers stehen dann der Name der Autorin und darunter der Titel des Buches. Links am Rand sieht man dann ganz in klein unten den Namen des Verlags und oben in großen Buchstaben das Wort „Erfahrungen“ geschrieben. Dieses Wort macht den Leser drauf aufmerksam, dass er hier kein fiktives Buch liest, sondern das dieses Buch wirklich die Empfindungen des Mädchens auf dem Cover beschreibt.
Wie immer findet man auf der Rückseite den Klappentext und hier ist kein großes Design mehr zu erwarten, aber die Autorin zeigt sich in der linken oberen Ecke in einem kleinen Bild. Hier kann man dann die erwachsene Frau sehen, die dieses Buch geschrieben hat.
Die Schrift im Buch kann man mit Times New Roman auf dem PC in Schriftgröße 10 vergleichen.

=== Allgemeines ===
Seitenanzahl: 444
Preis: 7,95 Euro als Taschenbuch
ISBN: 978-3-404-61609-1
Verlag: Bastei Lübbe

=== Die Autorin ===
„Christine Birkhoff, Jahrgang 1965, gehört zu den wenigen Opfern von Kindesmisshandlung und sexuellem Missbrauch, die öffentlich zu ihrem Schicksal stehen. Das Gefühl der Ohnmacht prägt ihre Kindheit. Später, iM Berufsleben als Polizeibeamtin, wiederholte sich dieses Gefühl: Ohnmacht gegenüber den Tätern. Denn die Fälle, die Polizei und Ärzte zweifelsfrei als Kindesmisshandlung und/oder sexuellem Missbrauch zu identifizieren vermögen, stellen nur die Spitze des Eisbergs dar! Sie sind das eine Prozent aller Fälle, in denen Eltern nichts mehr vertuschen können!
Christine Birkhoff kämpft vor allem für bessere Prävention. Und die muss generationsübergreifend geschehen. Damit aus den Opfern von heute nicht die Täter von morgen werden. Heute ist Christine Birkhoff Unternehmerin. Sie lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter im Ruhrgebiet.“ (lt. Bastei Lübbe- Verlag)

=== Inhaltsangabe ===
In diesem Buch kann man keine Schauergeschichten aus Amerika lesen, sondern das Schicksal einer Frau, wie sich aus den Fängen ihrer nicht nur schlimmen, sondern ihrer miserablen Kindheit, befreien konnte. Lossagen kann sie sich von ihren Erlebnissen nie, aber sie erzählt in diesem Buch, wie sie immer wieder versuchte ein normales Leben zu führen. Mit der Geburt ihrer Tochter brach ihre selbst erbaute Schutzmauer ein und die Erlebnisse ihrer Kindheit holten sie ein.
Christine Birkhoff beschreibt ihr Leben seit sie als kleines Mädchen etwas mitbekam. Was davor geschah, wissen nur die Eltern und Christine möchte es wahrscheinlich auch gar nicht wissen.

=== Pädophilie ===
Der Begriff wird aus dem griechischen hergeleitet und bedeutet so viel, wie Kind und Freundschaft in einem Wort. Wir verwenden den Begriff heutzutage dafür eine Neigung zu beschreiben, wo der Mensch sexuelles Interesse an Personen hat, welche noch nicht die Pubertät erreicht haben.
Folgende Merkmale sind bei der Pädophilie anzuführen:
• Das sexuelle Interesse gilt Kindern, die sich vor der Pubertät im Sinne der Geschlechtsreifung befinden.
• Das sexuelle Interesse ist dabei primär, das heißt ausschließlich bzw. überwiegend und ursprünglich auf Kinder ausgerichtet.
• Das sexuelle Interesse ist zeitlich überdauernd.
Die einzige Prävention, die momentan vom Staat und anderen Institutionen angestrebt wird ist: die Kinder von einem möglichen Kindesmissbrauch in Kenntnis zu setzen und vor allem Eltern und Lehrer zu informieren. Opfer von einem Kindesmissbrauch sind in ihrer Wahrnehmung der Welt auf Lebenszeit geschädigt.
Pädophile, die gegen ihre Neigung etwas tun möchten, können sich an extra ausgebildete Psychiater wenden und auch Opfer sollten einen Psychiater aufsuchen.
Mir geht das Thema sehr nahe, weil ich als Kind ein Mädchen kennen lernen durfte, welches von ihren Eltern zum Geldverdienen auf den Strich geschickt worden ist. Auch wenn die Eltern verhaftet worden sind, wurde sie ihres Lebens nicht mehr froh. Ihr Vater missbrauchte sie ebenfalls, um ihren „Marktwert“ zu testen. Sie hat sich zwar an Psychologen gewandt, aber verkraftete es nicht, dass sie keine Familie mehr hatte. Sie konnte mit diesem Missbrauch nicht umgehen und brachte sich selbst um.
Zur Anzeige kommen jährlich ca. 15.000 Fälle der Pädophilie. Die Dunkelziffer beläuft sich auf ca. 60.000!!!
(Quelle: Die Zeit)

Diesen Absatz habe ich nun aus einem meiner früheren Berichte kopiert, da ich hier auch über Pädophilie und Kindesmissbrauch geschrieben habe. Sicherlich ist es eine Kopie, aber immerhin eine Kopie meines eigenen Textes.

=== Spiel, Spaß und Spannung ===
Christine Birkhoff litt bei dem Schreiben dieses Buches und ich möchte nicht wissen, wie oft die Autorin über dem Skript zusammen gebrochen war und sich so ihre eigenen Geister ins Leben gerufen hatte. Das merkt man deutlich am Text und mit jeder Zeile mehr kann man das Leid spüren, welches der Autorin wieder fahren sein muss. Ich finde es unglaublich, dass sich eine Frau traut über ihr Schicksal zu schreiben. Unglaublich. Viel mehr Frauen (und auch Männer) sollten die Chance nutzen ihren seelischen Schmerz in einem Buch nieder zu schreiben. Dass die Autorin schon seit ihrer Kindheit das Bedürfnis hatte diese Erlebnisse aufzuschreiben, merkt man daran, dass sie früher Tagebuch geführt hatte.
Von Spaß braucht bei diesem Buch keine Rede zu sein und das Thema verleitet auch keinen Spaß zu haben. Vielleicht der Stiefvater, der sich über die Äußerungen seiner Stieftochter lustig macht, aber keinem anderen Leser wird hier sich einmal der Mundwinkel nach oben bewegen. Meine Mundwinkel zogen sich eigentlich mehr nach unten, weil ich traurig war, dass solche Erlebnisse so lange unentdeckt bleiben. Meine Freundin hatte den Missbrauch und die seelischen Schmerzen auch jahrelang durchmachen müssen und war froh, dann in einem Kinderheim aufgenommen zu werden. Sie konnte dann mit einem Freier in späteren Jahren zur Polizei gehen und denen alles zu erzählen, so dass sie schließlich mit 13 Jahren dem Gefängnis zu Hause entkommen konnte. Die Autorin jedoch konnte sich erst mit der Volljährigkeit den Zwängend es Heims entziehen und auch dann noch nicht richtig. Ein anderer Kontinent verschaffte ihr ein wenig Ruhe im Leben, aber noch lange keine seelische Ruhe. Auch meiner Freundin ging es ähnlich, bis sie sich schließlich von ihren seelischen Zwängen befreite.
Das Buch ist spannend, denn man möchte wissen, wie sich diese unheimlich starke Frau schließlich von den seelischen Zwängen befreien kann. Wie sich ihr späterer Ehemann verhalten wird und vor allem, wie sie ihr Leben meistert. Ich möchte an dieser Stelle nicht nur für das Buch ein Lob aussprechen, sondern auch für die unheimliche Kraft der Autorin.

=== LESEPAUSE ===
„ „Kein normales Kind schreit nachts!, schrie meine Mutter wie von allen Sinnen, und ein höllischer Schmerz zuckt durch meine Kopfhaut. An den Haaren schleifte sie mich aus dem Bett, zerrte mich wutentbrannt zur Dusche und drosch auf mich ein. „Du Miststück! Das hast du extra gemacht! Du bist ein Ekel! Hätte ich gewusst, was aus dir geworden ist, hätte ich dich gleich nach der Geburt wieder rein geschoben!“ (Seite 12)


Gleich den Anfang dieses Buches finde ich am heftigsten, doch wenn man das persönliche Schicksal auf die Jahre der Autorin hin betrachtet, dann nahmen die körperlichen Erniedrigungen sogar zu. Die fehlende mütterliche Liebe wird ihr weiteres Leben bestimmen und durch nichts anderes zu ersetzen sein!


== °°°FAZIT°°° ==
Die Erfahrungen der Autorin werden mehr als gefühlsmäßig dargestellt, weil sie ihre eigenen Erinnerungen sind. Wenn man sich ein wenig für das Thema Pädophilie & Kindesmissbrauch interessiert, muss man dieses Buch gelesen haben.
Das Buch fasziniert und erschreckt zugleich. Lachen kann man nicht, aber dafür weinen. Opfer von Missbrauch sollten durch viel mehr Autorinnen und Autoren ermunternd werden ihre eigenen Geschichten öffentlich zu erzählen.
Deswegen: 5*Sterne und eine absolut klare Empfehlung!!!


Liebe Grüße eure Jasmin

41 Bewertungen, 9 Kommentare

  • mima007

    24.11.2011, 11:25 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • frankensteins

    23.11.2011, 23:24 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    schade dass ich kein bh mehr über habe, hätte es dir zu gerne gegeben, da ich die gleiche Ansicht habe. Es sollte viel mehr dagegen getan werden. Leider kommen die wahen Schuldigen aus Schichten die es untereinander auch noch tolerieren.

  • ChrisS91

    23.11.2011, 21:42 Uhr von ChrisS91
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreicher Bericht!

  • anonym

    23.11.2011, 15:53 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    prima beschrieben, lg willi

  • schmusenase

    23.11.2011, 15:35 Uhr von schmusenase
    Bewertung: besonders wertvoll

    Herzliche Grüße aus dem wolkenverhangenen Rheinland!

  • katjafranke

    23.11.2011, 14:41 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA

  • Miraculix1967

    23.11.2011, 13:53 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein interessanter Bericht! LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • Lucky130

    23.11.2011, 13:31 Uhr von Lucky130
    Bewertung: besonders wertvoll

    Ohne Worte aber mit BW!

  • Mondlicht1957

    23.11.2011, 13:21 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüße