Sieben Leben (DVD) Testbericht

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ab 8,07
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

„Es gab hier einen Selbstmord ~ das Opfer bin ich.“

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nicht ganz der O-Ton, doch nicht minder unter die Haut gehend gestalten sich die Eingangssekunden des knapp 118minütigen Dramas

===Sieben Leben=== in dem Will Smith erneut mit Regisseur Gabriele Muccino nebst den Produzenten von „Das Streben nach Glück“ zusammenarbeitete.

Spätestens bei dem Folgesatz

„In 7 Tagen erschuf Gott die Welt. Und in 7 Sekunden habe ich meine zertrümmert.“ war ich

persönlich völlig gefangen, ohne mich vorher nochmal mit der _Handlung auseinanderzusetzen. Die persönliche Erfahrung lehrte mich, Buch wie auch DVD- Klappentexte weiträumig zu ignorieren, und so dauerte es fast schon ein wenig zu lang, bis ich mich in dem Geschehen überhaupt ein wenig zurechtfinden konnte.

Tatsächlich bekam ich erst nach Abschluss des Filmgenusses und einigem hin- und herüberlegen die „7 Leben“ zusammen, die hier titelgebend sind. Egal, wie ich zählte: sieben Personen waren es für mich bis heute morgen nie. Somit ist immerhin bewiesen, dass man sich mit dem Gesehenen noch eine geraume Weile beschäftigt ~ was man durchaus als Lob verstehen kann. Der Film selbst erzählt sich in einer Art Rückblende, die wiederum einzelne Rückblenden aufweist ~ hin und wieder fällt es nicht leicht, zu wissen, was nun eigentlich aktueller oder noch vergangener passiert. Eine gewisse Konzentrationsfähigkeit sollte somit bei dem Zuschauer gegeben sein. Was sich sodann langsam aufdröselt, ist folgendes:

Hauptakteur Will Smith stattet als Finanzberater Ben Thomas diversen Schuldnern seinen Kontrollbesuch ab und entscheidet meist vor Ort, wem er einen Zahlungsaufschub gewährt, wer diesen nicht verdient hat und wer eigentlich etwas ganz anderes verdient hätte. Seine detaillierteren Absichten offenbaren sich erst im späteren Filmverlauf, vorab erscheint Ben Thomas dem Zuschauer als fast schon über-harten Angestellten, eine Rolle, die man Will Smith kaum abzunehmen bereit ist, erst recht nicht dahingehend, welch wahnsinnig traurigen, gebrochenen Blick jener oftmals in die Kamera wirft.

Der Umstand, dass sein Freund Dan (Barry Pepper) ähnlich verzweifelt zu sein scheint, wirft natürlich weitere Fragen auf und verleiht dem Film eine Spannung, die sich leider etwas ausreizt, eben weil zu früh beinahe völlig auf der Hand liegt, auf was das Ganze ansatzweise hinauslaufen soll: es geht um Wiedergutmachung, Liebe, Selbstaufgabe, Selbstopferung und dem gelebten Überbegriff „Gutes Tun“. Das definitive „wieso und wozu“ bleibt hingegen im Hintergrund; obschon man dank der genannten Rückblenden bereits ahnen konnte, wo hier der Zen verborgen liegt. Was an für sich nicht schlimm ist ~ sofern es sich sodann nicht mit einer beinah völligen Parallelgeschichte hinzöge.
Mag sein, dass die aufkeimende Gefühlslage bezüglich der herzkranken Emily Posa (Rosaria Dawson) „7 Lieben“ noch eine Spur dramatischer gestaltet ~ meines Erachtens nach weist eben jene Entwicklung beinahe unnötige Details und Längen auf; eben weil man wie gesagt ohnehin schon weiß, dass hier kaum etwas so ist, wie es für die jeweiligen Protagonisten den Anschein macht. Nichtsdestotrotz kann, will und werde ich kaum abstreiten, dass es inmitten der Handlung einen absoluten Kawumm-Effekt gab, der förmlich an die Nieren geht.

So vorhersehbar vieles auch gewesen sein mag ~ so überraschend stellt sich ein winziges Detail dar, welches das zu vor gesehene noch einmal auf den Kopf stellt. Ein wenig. Oder gar ganz. Man weiß es nicht.
Was ich hingegen weiß: „7 Leben“ berührt, ohne zu übertreiben, verursacht eine Gänsehaut nach der anderen und erinnert nicht nur aufgrund der Besetzung an „Das Streben nach Glück“. Die Ereignisse sind weitestgehend authentisch, regen zum Nachdenken an und lassen vereinzelte Zuschauer sicherlich mit den Tränen kämpfen.
Wer hingegen zu Will Smith eine ähnliche Nicht-Beziehung verspürt wie ich im Bezug auf Nicolas Cage, der wird mit dem Film kaum etwas anfangen können oder gar wollen. „Stadt der Engel“ mag an für sich ein wahnsinnig schöner Film gewesen sein ~ mir allerdings geht Nicolas Cage in seinen Knautschgesicht-Rollen derartig auf die Nerven, dass ich schon von der Vorschau genug hatte. Ähnlichen Effekt dürfte somit „7 Leben“ für jene Gucker haben, die Will Smith höchstens noch in „Der Prinz von Bel Air“ ertragen konnten und ihm weder abnehmen können noch wollen, wenn dieser mit den Tränen kämpft.

Meiner eigenen Fasson nach überzeugt der Protagonist hier auf gesamter Linie; seine Verzweiflung, seine Wut, seine Trauer sowie seine Entscheidungen scheinen voller Herzblut und -schmerz gefüllt, werden einfühlsam dargeboten und tragen somit zu einem nachwirkenden Filmerlebnis voller Tiefe und Demut bei.

Wenige Szenen, in denen man – schon allein Dank der dänischen Dogge – schmunzeln kann, lockern die Atmosphäre hin und wieder auf, ohne den Zuschauer von einem Tal ins nächste zu schubsen.

===Summa summarum=== habe ich ja bereits erwähnt, dass ich anfänglich so meine Schwierigkeiten hatte, wie die Macher überhaupt auf sieben Personen kamen. Dementgegen stelle ich die These auf, dass andere Gucker eher ihre Schwierigkeiten damit haben dürften, die meinige Problematik nachvollziehen zu können. Doch sei's drum. „7 Leben“ bietet durchaus eine Menge Diskussionsmaterial, lässt den willigen Zuschauer über sich selbst nachdenken und hinterlässt nicht zuletzt eine Mischung von Hoffnung, Zuversicht und tiefem Mitgefühl.

Lediglich wegen der im Hinblick auf die ausschweifende Romantikentwicklung etwas zu frühen Offenbarung der eigentlichen Intention ein kleines Pünktchen Abzug, sonstig jedoch eine eindeutige Empfehlung.

27 Bewertungen, 5 Kommentare

  • babygiftzwerg

    06.01.2011, 19:24 Uhr von babygiftzwerg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. LG Ulrike

  • catmum68

    03.01.2011, 15:29 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • XXLALF

    03.01.2011, 14:41 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe grüße

  • Lanch999

    03.01.2011, 12:36 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht! Wünsch dir einen guten Start ins Neue Jahr! LG, Lanch999 :D

  • Lale

    03.01.2011, 11:50 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß und einen guten Start ins neue Jahr