Der seltsame Fall des Benjamin Button (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Dr_Ed
Youth is wasted on the young
Pro:
Inszenierung, DarstellerInnen
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Filme, bei denen eine Geschichte rückwärts erzählt wird, gibt es ja schon einige. Bestes Beispiel dafür, wie reizvoll so etwas sein kann, ist der Film „Memento“. Nun kommt ein Film in die Kinos, wo nicht die Geschichte rückwärts erzählt wird, sondern die Geschichte von einem Mann handelt, dessen Alterungsprozess rückwärts verläuft. Das Ganze basiert auf einer Kurzgeschichte des Schriftstellers F. Scott Fitzgerald, von dem auch „Der große Gatsby“ stammt. Ob das ebenso reizvoll ist, dazu mehr an dieser Stelle!
### DER INHALT ###
~~~ zuerst wieder die „MissVega bedient die Fast-Forward-Taste“ - Kurzversion ~~~
Anfang des 20. Jahrhunderts zu Ende des 1. Weltkriegs wird Benjamin Button als alter Greis mit dem Körper eines 85-jährigen geboren. Seine Mutter stirbt bei der Geburt und sein Vater ist über Benjamins äußeres Erscheinungsbild so entsetzt, dass er ihn auf der Treppe eines Altersheims aussetzt. Dort wird er von der schwarzen Wirtschafterin Queenie gefunden. Sie nimmt ihn zu sich. Anfangs werden Benjamin nur geringe Überlebenschancen eingeräumt, aber entgegen aller Prognosen überlebt Benjamin und sein Zustand bessert sich langsam aber stetig. Aber der einzige Mensch, der begreift, dass in dem Körper des alten Mannes eigentlich ein Kind steckt, ist die Enkelin einer Heimbewohnerin, die kleine Daisy. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe und innige Freundschaft. Obwohl beide bereits ahnen, dass sie füreinander bestimmt sind, müssen beide erst in die weite Welt hinausziehen und allerhand abenteuerliche und aufregende Dinge erleben, bevor ein Zusammenkommen überhaupt möglich erscheint.
~~~ und nun die „Dr.Ed spielt wieder die Zeitlupe“ - Langversion ~~~
Anfang des 20. Jahrhunderts, die Menschen in New Orleans feiern gerade ausgelassen das Ende des ersten Weltkriegs auf den Straßen als das wohlhabende Knopffabrikanten-Ehepaar Button einen Sohn auf die Welt bringt. Allerdings stirbt die Mutter bei der Geburt und als Vater Thomas Button (Jason Flemyng) einen Blick auf das Neugeborene wirft, bekommt er einen Riesenschreck: Das Baby sieht aus wie ein 85-jähriger Greis. Panisch schnappt er sich das Baby und rennt damit ziellos durch die Straßen. Schließlich bleibt er vor einem Altersheim stehen wo er das Baby auf den Treppenstufen aussetzt. Dort wird es dann von der schwarzen Wirtschafterin Queenie (Taraji P. Henson) und ihrem Freund Tizzy (Mahershalalhashbaz Ali) gefunden. Sie bittet den zufällig anwesenden Arzt, einen Blick auf den Säugling zu werfen. Der diagnostiziert diverse Alterskrankheiten im Endstadium und gibt dem Säugling nur wenige Tage zum Überleben.
Queenie entschließt sich trotzdem dazu, das Baby zu behalten und tauft es auf den Namen Benjamin. Entgegen aller Prognosen stirbt Benjamin nicht, sondern entwickelt sich von einem kraftlosen und taubblinden Tattergreis zu einem etwas wackelig auf den Beinen stehenden Senior (Brad Pitt). Zunächst fallen diese Verbesserungen nicht auf, da von langfristig heranrückender Jugend nicht mal ansatzweise etwas zu ahnen ist. Doch die Enkelin einer Heimbewohnerin, die kleine Daisy (Elle Fanning) merkt schnell, dass in der Hülle des alten Greises jemand steckt, der zu den gleichen Späßen und Spielereien aufgelegt ist wie andere Kinder, da Benjamin sich geistig nach vorne entwickelt, während sein Körper den umgekehrten Weg geht. So entwickelt sich zwischen den beiden eine innige Freundschaft. Im Laufe der Zeit wird aus Daisy eine wunderhübsche junge Frau, während Benjamin allmählich zum rüstigen Senior wird.
Da im Altersheim kein Platz mehr für Benjamin ist, zumal Queenie und Tizzy nun eine eigene Tochter in die Welt gesetzt haben, sucht sich Benjamin einen Job und heuert auf dem Schlepper von Captain Mike (Jared Harris) an. Dieser Job führt ihn während des mittlerweile ausgebrochenen 2. Weltkriegs nach Russland, denn schließlich müssen die beschädigten Schiffe der Alliierten geborgen werden. Dort lernt der äußerlich inzwischen 60-jährige Benjamin die Diplomatengattin Elizabeth Abbott (Tilda Swinton) kennen und zwischen entsteht eine Liebesaffäre. In ihrem früheren Leben war sie eine begeisterte Schwimmerin und wäre beinah die erste Frau gewesen, die den Ärmelkanal durchschwommen hat. Ihr Vorhaben scheiterte dann aber kurz vor Erreichen des Ziels an widrigen Wetterbedingungen und hat danach das Schwimmen ganz aufgegeben. Doch Benjamins und Elizabeths Wege trennen sich alsbald wieder.
Mit Ende des 2. Weltkriegs kehrt Benjamin wieder zurück nach New Orleans, wo er dann durch Zufall seinen leiblichen Vater kennenlernt. Aus Daisy (inzwischen gespielt von Cate Blanchett) ist mittlerweile eine gefeierte Ballettänzerin geworden, mit Auftritten am Broadway, als erste amerikanische Ballerina am Bolschoi-Theater und in Paris. Immer wieder kreuzen sich Benjamins und Daisys Wege, aber noch ist die Zeit nicht reif für ein Zusammenkommen. Erst als Daisy bei einem Unfall in Paris so schwer verletzt wird, dass sie ihre Karriere als Tänzerin aufgeben muss, erkennen die beiden, dass sie füreinander bestimmt sind...
### MEINE MEINUNG ###
Als ich aus dem Kino rauskam dachte ich spontan „Großes Kino, große Gefühle!“. Jedenfalls ist das kein Film, der so schnell in Vergessenheit geraten wird, denn er ist definitiv etwas besonderes. Zwar hat Drehbuchautor Eric Roth die gleichnamige Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald, die 1921 erschien gehörig umgeschrieben, aber diese Änderungen tuen dem Reiz der Geschichte keinen Abbruch. So spielt die Original-Kurzgeschichte schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts und im Original entwickelt sich Benjamin nicht nur äußerlich vom Greis zum Jugendlichen, sondern auch geistig. Darüberhinaus wächst Benjamin im Buch bei seinen leiblichen Eltern auf. Dagegen konzentriert sich die Geschichte im Film auf die Alltagsprobleme, die ein Mensch zu bewältigen hat, wenn sich seine körperliche Entwicklung gegenläufig zu seiner geistigen Entwicklung verhält.
Dadurch häuft sich natürlich einiges an emotionalem Potential an, um den Film stärker auf das Publikum wirken lassen zu können. So entsteht dann auch unter der Regie von David Fincher ein bildgewaltiges und dramaturgisch nahezu perfekt inszeniertes Epos über einen Menschen, der Zeit seines Lebens dazu gezwungen ist, gegen den Strom zu schwimmen und der den Zeitpunkt seines Todes mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorhersehen kann. Das Ganze berührt dann auch zum Teil schon philosophische und metaphysische Aspekte, ist aber trotzdem jederzeit ergreifend, spannend, lustig, skurril, absurd und abwechslungsreich, so dass man trotz der Länge des Films niemals das Gefühl hat, dass einem langweilig wird.
Darstellerisch wissen Brad Pitt und Cate Blanchett sehr zu überzeugen. Brad Pitt bestand ja darauf, Benjamin Button in allen Lebensphasen – von den Säuglingen am Anfang und zum Ende einmal abgesehen – selbst zu spielen, was ihm unter gnädiger Mithilfe diverser Computereffekte (die den Film wahrscheinlich so in der Form überhaupt erst möglich gemacht haben dürften) herausragend gelingt. Während er im Rentneralter wie ein ergrauter und buckeliger Robert Redford aussieht, erinnert er in seinen mittleren Jahren ein wenig an Tim Robbins und sieht erst in der „körperlichen“ Jugend auch wirklich so aus wie wir ihn als Brad Pitt kennen. Dagegen erinnert Cate Blanchett als Daisy in ihren Jugendjahren sehr an die ebenmäßige und ätherische Galadriel aus „Herr der Ringe“, wobei hier sicher auch digital nachgeholfen sein dürfte und im Alter über 50 wird dann zu so einfachen Mittelchen wie Halbmondbrille, Pferdeschwanz und ein paar grauen Haaren gegriffen.
### FAZIT ###
Auch wenn „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ gewisse Parallelitäten zu Filmen wie „Forrest Gump“ oder „Big Fish“ aufweist, lässt er sich nur schwer in eine Kategorie wie Biographie, Komödie, Liebesgeschichte oder Drama einordnen, sondern ist eher so etwas wie eine philosophische Abhandlung zum Thema „Was wäre wenn“ unter der Berücksichtigung der Erkenntnis George Bernard Shaws „Youth is wasted on the young“. Der Film ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert und wird auch zurecht als heißer Oscar-Kandidat gehandelt. Ende Februar wissen wir dann, ob's auch tatsächlich dafür gereicht hat!
### ABSPANN ###
Spielfilm USA 2008, 166 Min., FSK 12
Regie: David Fincher
Drehbuch: Eric Roth nach einer Geschichte von F. Scott Fitzgerald
Kamera: Claudio Miranda
Musik: Alexandre Desplat
~ Benjamin Button – Brad Pitt
~ Daisy als 6-jährige – Elle Fanning
~ Daisy als Erwachsene – Cate Blanchett
~ Caroline (Daisy's und Benjamin's Tochter) – Julia Ormond
~ Queenie – Taraji P. Henson
~ Tizzie – Mahershalalhashbaz Ali (wer bitteschön kann sich so einen Vornamen merken?)
~ Elizabeth Abbott – Tilda Swinton
~ Thomas Button – Jason Flemyng
~ Monsieur Gateau – Elias Koteas
~ Captain Mike – Jared Harris
~ Ricky Brody – Joshua Des Roches
~ Pleasant Curtis – Josh Stewart
u.v.a.
62 Bewertungen, 28 Kommentare
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20.04.2009, 02:12 Uhr von LiFo
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! Liebe Grüße, Lifo
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11.03.2009, 16:39 Uhr von Regan
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse, Nadine
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27.02.2009, 00:55 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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16.02.2009, 13:50 Uhr von racheane
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse, Anne
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12.02.2009, 01:20 Uhr von ingoa09
Bewertung: sehr hilfreichKlingt sehr interessant! Liebe Grüße, Ingo
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10.02.2009, 10:29 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichlg andrea
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08.02.2009, 09:18 Uhr von Zzaldo
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße sendet dir Stephan
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04.02.2009, 23:49 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichAllerliebste Grüße von panico :-)
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31.01.2009, 17:20 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr hilfreicher Bericht ich wünsch dir ein schönes Wochenende
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28.01.2009, 01:07 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollüberzeugt - werde ich mir ansehen
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24.01.2009, 20:23 Uhr von Michaela2015
Bewertung: sehr hilfreichich dachte ich schau mal wieder bei dir vorbei,lg michi
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23.01.2009, 08:22 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß von senora
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22.01.2009, 23:56 Uhr von jbrm
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße und SH, JBRM
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22.01.2009, 22:37 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht. LG
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22.01.2009, 22:31 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht! Schönen Abend, SH und LG Miraculix1967
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22.01.2009, 22:17 Uhr von rainbow90
Bewertung: sehr hilfreichGut geschrieben. Liebe Grüße
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22.01.2009, 22:13 Uhr von Jerry525
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß vom JERRY
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22.01.2009, 22:05 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichhast du super gemacht
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22.01.2009, 21:32 Uhr von Gemeinwesen
Bewertung: besonders wertvollGeorge flüstert mir zu, das at müsste ein on sein. Sonst hat er aber nix auszusetzen. Beste Grüße vom Gemeinwesen.
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22.01.2009, 21:28 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht. LG Marina
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22.01.2009, 21:18 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichMeine Lesung für dich, hoffe du guckst mal bei mir. 1:1 lesen ist immer gut
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22.01.2009, 21:06 Uhr von Iris1979
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht. LG Iris
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22.01.2009, 20:46 Uhr von monschischi
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht und schönen Abend noch ;-) LG Nadi
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22.01.2009, 20:45 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir einen schönen restlichen Abend und einen lieben Gruß sende ich dir.
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22.01.2009, 20:42 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichden werde ich mir anschauen
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22.01.2009, 20:37 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichFreue mich sehr über Gegenlesungen lg Sigi
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22.01.2009, 20:29 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichich wünsche dir einen schönen tag lg. petra
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22.01.2009, 20:28 Uhr von 4money
Bewertung: sehr hilfreich::LG und einen schönen Abend, würde mich auf eine gegenlesung freuen.. chris::
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