Der seltsame Fall des Benjamin Button (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 10/2010
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
Gegangen, wie gekommen: mit nichts und allein.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
==Benjamin Button==
noch ein wenig länger dahin, als es für darüber informierte der Fall gewesen sein könnte. Nun, somit war die Überraschung, die der Film an sich bereit hielt, immerhin auf diese Art und Weise gegeben ~ wenn schon die _Handlung wenig davon parat halten sollte.
Obschon es für Leute, die sich hin und wieder nichtmal mit dem DVD-Rückentext aufhalten, durchaus ein ganz besonderes Erlebnis ist, sich auf die Geschehnisse einzulassen, und der Funke auch rasch übersprang... nunja, dazu später mehr.
In den ersten Filmminuten wird der Zuschauer mit einer typischen Sterbeszene im Krankenhaus konfrontiert. Eine ältere Frau, Daisy (Kate Blanchett), bittet ihre Tochter, ihr noch einmal das Tagebuch vorzulesen, welches sie in ihrem Köfferchen aufbewahrte. Es handelt sich hierbei um das Tagebuch des Benjamin Button; und somit lässt sich bereits an dieser Stelle erahnen, in welcher Verbindung die alte Frau mit jenem Mann stand.
Die Person des Benjamin (Brad Pitt) ist von Anfang an eine Besondere ~ der ein oder andere wird wissen, dass es tatsächlich eine Krankheit gibt, in der Kinder bereits „vergreist“ auf die Welt kommen. Jener Film hier treibt diese Idee auf die Spitze: Benjamin wurde geboren, als gerade eine rückwärtslaufende Uhr installiert wurde und wird somit Jahr für Jahr jünger.
Beim Anblick seines Sohnes erschrickt der Vater, Mr. Button, zutiefst und legt den Säugling auf den Stufen des örtlichen Altenheims ab. Die junge Queenie, die selbst keine Kinder bekommen kann, nimmt sich ihm an und zieht ihn groß. Oder eben klein, je nachdem, wie man das jetzt benennen kann.
Im Grunde handelt der Film von nichts anderem als Benjamins Lebensgeschichte, seine damit verbundenen Erfahrungen, die hier auffällig unauffällig vonstatten gehen. Liebe, Tod, Arbeit, Trennung, Krieg, Freundschaften... alles ist für Benjamin irgendwie anders, doch da er es eben nur auf diese Weise kennt, stört es ihn auch nicht... Wohnungskatzensyndrom, sozusagen.
==Die Umsetzung==
fasziniert aufgrund der Thematik und der liebevollen Atmosphäre anfänglich durch und durch. Dadurch, dass die spätere Tochter Daisys jene Ereignisse vorliest, bekommt der Film nochmal einen persönlicheren Charakter, wobei es bemerkenswerterweise nichtmal stört, dass die weibliche Erzählstimme in eine männliche überfließt.
Darüber hinaus ist „Benjamin Button“ gespickt mit allerlei Lebensweisheiten, wie sie nur eben solcherlei farbigen Menschen, die der Film darstellt, in sich vereint haben können. Vieles, was dortig gesagt wird, hüpfte mir direkt ins Herz; Sinnsprüche sind ohnehin meines, und unabstreitbar sind es oft die Farbigen, die wie bei den filmisch gezeigten Umständen, in denen der Kindsvater sein Baby im Fluss ertränken möchte, schlussfolgern, dass die Vergreisung des Säuglings ein Wunder sei ~ „Nur nicht die Art Wunder, die man gerne sieht.“
Allem positiven zum Trotz muss ich jedoch sagen, dass sich der Film regelrecht dahinzieht.
Es ist recht schnell klar, in welche Richtung sich das Ganze entwickeln würde, Überraschungen gibt es so gut wie keine; dank des Filmtitels ist es keine große Offenbarung, dass Mr. Button sich schließlich als Benjamins Vater zu erkennen gibt. Anderes wurde dafür meiner Ansicht nach viel zu sehr unter den Teppich gekehrt. Wer will, findet zig Fragen, die er bezgl. Benjamins Leben stellen könnte. Ging er je zur Schule? Hat ihn mal ein Arzt untersucht? Wie hat er was gelernt? Warum wundern sich eigentlich keinerlei Personen über seine Rückwärtsentwicklung? Und wieso wirkt seine Ziehmutter Queenie eigentlich nicht so, als ob sie altert?
Fakt ist, dass man sich solche Fragen hier, ähnlich wie bei „Das Mädchen aus dem Wasser“, einfach nicht stellen darf, eben weil diese dem Film das mystische nehmen würden, um das es irgendwo geht. Besonderen Tiefsinn bzgl. jener Krankheit selbst darf man also nicht erwarten, sondern sich eher auf eine etwas andere Liebesgeschichte einstellen, der es vereinzelt an Dramatik nicht fehlt.
Wirklich dramatisch jedoch der bereits angesprorchene Umstand, wie wahnsinnig lang sich der Film in die Länge
zieht. Puh, was war der lang. Mag sein, dass ich es ein wenig anders empfunden hätte, wenn ich nicht von der a-typischen 1 ½ Std. Unterhaltung ausgegangen wäre... doch es gibt nichts daran zu rütteln, dass es fast schon nervig war, wie oft eine „oh du meine Güte, die alte Frau ist tot!!!“ Szene suggeriert wurde, die stetig damit umgerissen wurde, das jene dann doch noch mal vor sich hinstöhnte.
Das hab ich dann irgendwann auch gemacht, wenngleich in einem etwas anderen Zusammenhang.
Es nervte einfach.
Vielleicht bin ich generell zu mäkelig, vielleicht war meine gestrige Stimmung einfach „falsch“, doch ich hätte mir eindeutig mehr Spannung erwünscht. Wie gesagt, es ist schnell klar, auf welches Finale die Darbietung hinauslaufen würde; warum ich dann unbedingt mehrfach Ballerina-Szenen ansehen musste, die obendrein mit für mich grauenhafter Jazz-Musik untermalt wurde... uffa. Gut, es mir ist bewusst, dass Daisy ihr Ballett geliebt hat, wie schlimm somit die weitere Entwicklung für sie war... aber trotzdem. Das Thema ein, zweimal anzureißen, hätte gereicht. Das Segelbott war mir auch schnuppe.
Und irgendwann bin ich zwischendurch eingeschlafen.
==Summa summarum==
kann ich vielleicht somit nicht wirklich sagen, ob „Benjamin Button“ dann doch '''den Knaller parat hält''', den ich schlicht und ergreifend verpasst habe. Rund eine halbe Stunde war ich „weg“, und hatte nicht den Eindruck, irgendwas tiefschürfendes oder auch nur ansatzweise wichtiges nicht gesehen zu haben. Der Film endet, wie es zu erwarten war, ein wenig melodramatisch im guten Sinne, anrührend und tatsächlich bezaubernd ~ aber wenn ich Cutter (im beruflichen Sinne, wohlgemerkt) wäre, ich hätte mehr als eine Stunde gekürzt.
Meiner Unterstellung nach wäre der Film ohne die großartige Leistung der beiden – darüber hinaus sehr bekannten und beliebten - Hauptdarsteller ohnehin nur ansatzweise so hochgelobt worden.
Die Darstellungsweise der Thematik soll zauberhaft, rätselhaft und irgendwie wundersam-anrührend sein, wohl ähnlich, wie es bei „Edward mit den Scherenhänden“ der Fall war. Obschon man auch bei diesem Vergleichswerk gewisse Fragen ganz einfach nicht stellen darf oder gar will, geht diese Rechnung hier nicht ganz auf ~ einiges wird für meinen Geschmack zu locker-leicht präsentiert, während das Darstellungs-Gewicht zu intensiv auf Benjamins Zeit auf der See gelegt wurde. Völlig uninteressant ist dieses zwar nicht, doch auch nicht so ausschlaggebend, dass mir auch nur ansatzweise klar ist, was der Macher und damit eigentlich so großartiges auf den Weg geben wollte.
Ergo des Ergos: mein Fall war es nicht wirklich; einmal ansehen reicht absolut. Darüber hinaus habe ich keinerlei Interesse daran, die verpennten Szenen irgendwann einmal nachzuholen ~ und ich denke, das spricht dann tatsächlich mal für sich.
31 Bewertungen, 7 Kommentare
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28.05.2010, 16:39 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
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28.05.2010, 15:01 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH für deinen guten Bericht,LG Bernd.
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28.05.2010, 13:53 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichSH von mir. Wünsche dir einen schönen Freitag. Freue mich über Gegenlesungen meines neuen Berichtes. LG BUNNY84
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28.05.2010, 13:39 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ganz liebe grüße
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28.05.2010, 12:04 Uhr von boby
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Testbericht, und sehr hilfreich. Viele Grüße Robert (;
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28.05.2010, 12:02 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Sigrid..
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28.05.2010, 11:49 Uhr von Shirty1980
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. Lg Shirty
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