The Wrestler (DVD) Testbericht




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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Prisca
Wrestling war sein Leben
Pro:
beeindruckende Lebensgeschichte eines Wrestlers - klasse gespielt
Kontra:
für manch einen vielleicht stellenweise etwas zu blutig
Empfehlung:
Ja
*** DER WRESTLER ***
in meinen DVD Player geschoben.
Auch wenn ihr kein Freund dieser „Sportart“ seid, lest doch trotzdem erst einmal weiter. Vielleicht findet ihr ja doch gefallen an diesem Film.
*** INHALTSANGABE ***
Robin Rominski, in den achtziger Jahren besser bekannt als „Randy, The Ram“, hat die besten Tage bereits hinter sich gelassen. Er ist ein Wrestler mit Leib und Seele, doch seit seinem großen Erfolg gegen „Der Ayatollah“ schlägt er sich im wahrsten Sinne des Wortes statt vor großem jubelndem Publikum in kleinen, spärlich besuchten Turnhallen durchs Leben. Was dem Publikum hier geboten wird, hat nichts mehr mit großen Wrestlingkämpfen zu tun – es geht nur noch darum, Blut zu sehen. Die Kämpfe sind abgesprochen bis zum letzten Detail – es wird mit allen fairen und vor allem unfairen Mitteln gekämpft – mit Brettern, die mit Stacheldraht umwickelt sind, mit Tackernadeln, die man seinem Gegner – und sich selbst in den Körper jagt, mit Rasierklingen mit denen man sich selbst stark blutenden Wunde zufügt.
Der Lohn dafür ist erbärmlich. Alles was Randy bleibt, ist ein heruntergekommener Wohnwagen. Alkohol und Medikamente, mit denen er seinen Körper immer wieder auf neue aufputscht um den nächsten Tag durchzustehen. Die Stripperin aus dem Nachtclub, den er jeden Abend besucht, der einzige echte menschliche Kontakt, den er noch zu haben scheint. Seine Ehe ist längst gescheitert, seine Tochter hat er jahrelang nicht gesehen.
Ein Herzanfall nach einem extremen Kampf scheint ihn zur Besinnung zu bringen. Wenn er sein Leben nicht ändert, die Medikamente absetzt, das Wrestling aufgibt … dann ist sein früher Tod vorprogrammiert. Doch kann er sein Leben noch einmal herumreißen … kann er wieder Kontakt zu seiner Tochter aufbauen, einen festen Job finden, einen Beziehung führen?
*** MEINE EINDRÜCKE ***
Selbst heute noch wirkt der Film in mir nach. Er hat mich wirklich sehr beeindruckt. Zuallererst – besonders während der ersten halben Stunde – während seiner teilweise sehr extremen Wrestlingscenen. Ich selbst habe vor Jahren gern mal Wrestling im Fernsehen gesehen. Das es dabei nicht immer sanft zugeht, das gepöbelt wird und die Gegner auch schon mal mit Stühlen aufeinander einprügeln, das ist mir also nicht neu (genauso wenig, wie die Tatsache, das es beim Wrestling weniger um Sport als um Show geht) Aber was einem hier geboten wird – was Randy sich und seinem Körper zumutet – das geht über die Grenzen des normalen Wrestlings heraus. Hier geht es um Blut – um viel Blut. Ich habe mehr als einmal schnell weg geguckt, weil ich jetzt nicht unbedingt mit ansehen wollte, die Randy sich mit einer Rasierklinge die Stirn aufschneidet, nur weil er nach einen harten Sturz immer noch nicht blutet. Und die Kamera keinesfalls wegblendet sondern richtig draufhält.
Nein, gerade diese erste halbe Stunde ist sicher nichts für Zartbesaitete – und ich habe mich bei dem Gedanken ertappt wie dieser Film es geschafft hat eine FSK 16 zu bekommen. Da habe ich andere Filme gesehen, die weniger zeigen und als nicht jugendfrei gelten. Der einzige Unterschied ist vielleicht, das es in diesen Filmen um 'echte Verbrechen' geht und hier 'nur' um die extremen Auswüchse eines Sports.
Wie dem auch sei – so brutal diese Szenen teilweise anmuten – sie faszinieren auch auf eine erschreckende Art. Sie zeigen, wie weit Randy heruntergekommen ist. Sie zeigen, das alles was ihm jemals in seinem Leben etwas bedeutet hat, das Wrestling ist.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen - kommt Randy menschlich rüber. Man verspürt Mitleid mit ihm, auch wenn er sich mit seinem Leben arrangiert zu haben scheint. Erst der schwere Herzanfall bringt ihn zum Nachdenken. Wem bedeutet er denn noch etwas – außer seinen alten Fans? Auch wenn die inzwischen rar gesät sind.
Eine Szene nimmt den Zuschauer mit auf eine Wrestling-Convention mit Altstars. Nur ein paar wenige Besucher verirren sich hierher, aber immerhin darf Randy noch das eine oder andere Autogramm schreiben und sich ein paar mal photographieren lassen. Anderen geht es noch schlechter. Sie sitzen im Rollstuhl, haben resigniert und mit ihrem Leben abgeschlossen.
Randy beschließt ein Leben ohne Wrestling zu riskieren. Anfangs zögerlich, aber durchaus erfolgreich. Seine Tochter scheint sich ihm nach anfänglichem Widerstand wieder etwas zu öffnen. Er findet einen Job hinter einer Delikatessentheke eines Supermarktes. Seine Beziehung zu der Stripperin im Club vertieft sich. Randy macht das Beste daraus. Vielleicht ist dieser Part des Filmes mit das beste. Hier schleicht sich nicht nur Hoffnung sondern auch ein wenig Humor in den Film. Randy hat noch nicht aufgegeben. Vielleicht gibt es noch etwas anderes als in seinem Leben als Wrestling …
Aber es kommt nicht unerwartet, als die Situation langsam beginnt zu bröckeln. Als Zuschauer spürt man die ganze Zeit, dass das Leben es nicht so gut meinen kann für Randy. Das es in seinem Leben gar keinen Platz für ein 'Happy end' geben kann. Es kommt wie es kommen muss: Randy kommt zu dem Entschluss, dass es in seinem Leben immer nur eines gegeben hat: Wrestling. So überrascht es nicht, dass er allen Warnungen zum Trotz die Chance auf den großen Wiederholungskampf: „The Ram“ gegen „The Ayatollah“ nicht ungenutzt verstreichen lassen will. Zurück in die Vergangenheit, zurück in die großen Hallen wo die Fans ihm begeistert zugejubelt haben …
Das Ende des Films ist übrigens offen. Richtig toll gemacht – vor allem, als nach der letzten Szene (der praktisch mitten drin abbricht) zunächst einmal nur ein schwarzer Bildschirm erscheint – dann Musik – und erst dann setzt der eigentliche Abspann ein. Es ist, als wenn der Regisseur dem Zuschauer Zeit lassen will über das Gesehene nachzudenken und für sich selbst zu entscheiden, wie er das Ende denn nun verstehen will. Wie gesagt, es ist ein offenes Ende … obwohl es für mich doch ziemlich klar ist. Vielleicht auf dem ersten Blick ein Widerspruch, aber wenn ihr den Film gesehen habt, werdet ihr verstehen, was ich meine.
*** DARSTELLER UND IHRE ROLLEN ***
Ich denke, bei diesem Film kann ich mich hier kurz fassen. Denn der Film steht und fällt mit seinem Hauptdarsteller: Mickey Rourke. Ich weiß, einige lieben ihn, andere hassen ihn. In den achtziger Jahren galt er als durchaus talentierter Schauspieler und er hat mit Filmen wie „ 9 ½ Wochen“ und „Angel heart“ von sich reden gemacht. Irgendwann wurden seine guten Filme immer weniger und die Leute haben sich nur noch an den 'Rüpel', den 'Alkoholiker und Drogenabhängigen', den 'heruntergekommenen Schläger' Rourke erinnert, der sich schließlich nicht nur als Schauspieler sondern auch als Profiboxer versucht hat. Auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden war, was er aus seinem Leben gemacht hat (oder was uns die Medien erzählen wollten, dass er es gemacht hat – ich will einfach mal dahin gestellt lassen, wie viel davon nur aufgebauscht war, weil man mal wieder eine Story wollte) – auf eine Art habe ich ihn immer gemocht, denn ich hatte das Gefühl, dass er sich selbst treu geblieben ist.
Wenn ich mir jetzt den Film 'Der Wrestler' ansehe, dann kann ich nicht anders als gewisse Parallelen erkennen. Es ist so, als als wenn die Rolle von Randy Mickey Rourke wie auf dem Leib geschrieben ist – als wenn er sie nicht nur zu spielen brauchte, sondern genug eigene Erfahrungen mit einer ähnlichen Lebensgeschichte hatte, dass er einfach nur er selbst sein konnte. Dadurch bekommt der Film eine ganz besondere Art von Ausstrahlung.
Niemand anders als Mickey Rourke hätte diese Rolle so spielen können. Ich denke nur mit Schrecken daran, was er eigentlich nur dritte Wahl für diese Rolle war – nach Silvester Stallone (nichts gegen Rocky, ich mag diese Filme, aber Randy ist ein ganz anderes Kaliber auch wenn es auf dem ersten Blick Ähnlichkeiten zu geben scheint) oder Nicolas Cage (wer ist bloß auf den Gedanken gekommen ?!?)
Andere Darsteller in dem Film? Klar, es ist ja ein Solostück – da könnte man noch Marisa Tomei als Cassidy, Randys 'Stripteasefreundin' oder Evan Rachel Wood als seine Tochter zu nennen. Rollen die, wie ich finde, gut besetzt, aber viel zu klein sind, um länger im Gedächtnis zu bleiben.
Die Rollen von Randy's Gegnern in den gezeigten Kämpfen werden des öfteren von realen Wrestlern besetzt – so übernimmt Necro Butcher den Part von Randy's Gegner in dem Hardcorematch, dass ihm beinahe das Leben kostet. Ernest Miller ist als Ayatollah im Endkampf zu sehen.
*** WEITERE FAKTEN ZU FILM UND DVD ***
The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (OT The Wrestler)
gedreht 2008 in USA
Regie: Darren Aronofsky
Filmmusik: Der Titelsong wurde von Bruce Springsteen geschrieben, der dafür einen Golden Globe erhielt. Der Song bei Randy's Endkampf ist Sweet Child o’Mine von der US-amerikanischen Hardrock-Gruppe Guns N’ Roses, den Mickey Rourke während seiner Zeit als Profiboxer ebenfalls als Einmarschmusik genutzt hat.
Auszeichnungen: Der Film selbst gewann 2008 den 'Goldenen Löwen. Mickey Rourke wurde ein Jahr später mit dem Golden Globe und dem BAFTA Award ausgezeichnet, ebenfalls waren er (für die beste männlich Hauptrolle) und Maria Tomei (für die beste weibliche Nebenrolle) für einen Oscar nominiert.
Laufzeit: 105 Minuten
FSK: 16 Jahre ( was ich ehrlich gesagt an einigen Stellen des Films für etwas fragwürdig halte – jedenfalls gibt es genug FSK 18 Filme die weniger Blut zeigen als einige Szenen dieses Films)
Ton: Deutsch, Englisch ( beides Dolby Digital 5.1 )
Untertitel: Deutsch
Bild: 16:9 - 1.77:1
Bild und Ton sind in Ordnung, wie man es bei einer DVD erwarten kann – allerdings gibt es hier auch nichts, was man jetzt besonders hervorheben müsste.
Preis: schwankend, je nach DVD Ausgabe. Die normale DVD hat einen Neupreis um die 10,-- Euro, es gibt aber Sonderausgaben (wie die von mir beschriebene Arthaus Collection American Independent Cinema – eine Ausgabe, die sich in der DVD Ausstattung nur im Bildformat von der normalen DVD Fassung unterscheidet) für die man dann schon um die 15,00 Euro hinlegen darf. Da muss man sich halt entscheiden, ob einem diese Ausgabe 5,00 Euro mehr wert ist – ich gebe zu, ich habe sie auch nur, weil ich sie bei Tauschticket ertauscht habe und mir die Ausgabe ziemlich egal war. Ich wollte einfach nur den Film mein eigen nennen.
Extras: hier findet man nicht viel – nur ein Interview mit Mickey Rourke und ein Making off. Beides allerdings recht informativ, nicht das übliche 08/15 Gerede, das man sonst häufig auf DVD's findet.
*** MEIN FAZIT ***
Ein toller Film. Ein Film, den ich auch 'Nicht-Wrestler-Fans' durchaus ans Herz legen kann, denn hier geht es weniger um die Geschichte des Wrestlings (obwohl hier durchaus einige realistische Züge erkennbar sind) sondern um die Geschichte eines Mannes, der versucht hat, seinen Platz im Leben zu finden …
Eine Warnung an Zartbesaitete sollte man allerdings aussprechen – die Wrestlingszenen gerade im ersten Drittel des Films gehen über 'normales Wrestling' hinaus – sie sind intensiv und verdeutlichen Randy's Lebenssituation umso mehr – aber sie sind nicht immer leicht zu ertragen.
@ Prisca – Februar 2011
33 Bewertungen, 12 Kommentare
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20.03.2012, 11:26 Uhr von WINNIE24
Bewertung: besonders wertvollKlasse ein bw Bericht
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22.02.2012, 20:06 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW...Liebe Grüße Edith und Claus
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20.02.2012, 17:35 Uhr von Tweety30
Bewertung: besonders wertvollBW und liebe Grüße!
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19.02.2012, 22:07 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichlg andrea
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19.02.2012, 22:05 Uhr von morla
Bewertung: besonders wertvollschönen sonntag noch lg. petra
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19.02.2012, 21:37 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: besonders wertvollAuch auf dieser Plattform die Höchstnote: BW! Helau und närrisch-jecke Karnevals-Sonntagsgrüße Nr. 1 für heute sendet Miraculix1967
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19.02.2012, 18:23 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreich...und einen schönen sonntag
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19.02.2012, 18:21 Uhr von check_ass
Bewertung: besonders wertvollSehr schön geschrieben, hat mir gefallen. Wünsche einen schönen Sonntag. Freue mich über jede Gegenlesung Lg Marit
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19.02.2012, 17:00 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichGut geschrieben, Saludos Negerle
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19.02.2012, 14:45 Uhr von Walter1974
Bewertung: sehr hilfreichGefällt mir sehr gut, habe auch neue Berichte drin und freue mich auf deine Bewertung
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19.02.2012, 14:39 Uhr von 0Laggy0
Bewertung: sehr hilfreichDer lief letztens glaube ich auf Arte oder so? Jedenfalls fand ich den Film recht interessant
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19.02.2012, 14:37 Uhr von Colly24
Bewertung: sehr hilfreichHallo es grüsst Colly24, meine Berichte heute auch schon bewertet? frech grins




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