Burgruine Falkenstein Testbericht

ab 21,43
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2009

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Turbinefan

Ein nicht zu Ende geträumter Traum

Pro:

Herrliche Aussicht, wenig Touristen

Kontra:

Schlechtes Wetter

Empfehlung:

Ja

Hallo zusammen,
König Ludwig II., ich glaube, dass schon jeder von ihm gehört hat. Der Märchenkönig Bayerns ist eine der schillernsten und umstrittensten „Figuren“ der Geschichte und lebte seine Träume wie kein zweiter.
Einen ganz besonderen „Traum“ konnte er nicht mehr verwirklichen, denn auch dieser König musste oder wollte irgendwann sterben.
Es wurde ein nicht zu Ende geträumter Traum.
Sein Traum bestand in der Errichtung eines Schlosses, viel schöner als Schloss Neuschwanstein.
In meinem Bericht geht es heute um den unvollendeten Traum des Königs, die Burgruine Falkenstein.


Wo liegt diese Burgruine?

Während eines Urlaubs in Füssen im Ostallgäu, fuhren wir nach Pfronten, nahe der Grenze zu Österreich um die Burgruine zu besichtigen.
Pfronten liegt ca. 12 km entfernt von Füssen und ist über die B 310 zu erreichen. Von München kommend geht es über die B 12 bis Marktoberdorf, von dort Richtung Pfronten.
An dieser Stelle mal ein Kompliment an die Stadtväter Bayerns. Die Ausschilderung in den Städten und Gemeinden ist wahnsinnig gut, hier verfährt sich niemand.


Wie geht es weiter?

Leicht führen uns Wegweiser und Hinweisschilder zum Fuße des Manzenberges, auf dessen Felskopf sich die Burgruine Falkenstein befindet.
An der Fahrstraße hinauf zur Burg werden wir durch ein Ampelsystem und einer Schranke gestoppt.
Weil die Straße einspurig verläuft, sind die Auffahrtzeiten durch ein Ampelsystem geregelt.
Die ersten 15 Minuten jeder Stunde gesperrt (Abfahrten), die restlichen 45 Minuten Auffahrt erlaubt. Die Auf- und Abfahrten sind allerdings kostenpflichtig.
Es müssen für die Auffahrt 3,00 Euro und 2,00 für die Abfahrt bezahlt werden. Nähere Informationen findet der Besucher am Ticketautomaten.
Es stellt sich nun die Frage, weiter mit dem Auto oder zu Fuß, denn es gilt einen Höhenunterschied von knapp 360 Metern zu überwinden.
Diese Ruine liegt auf einer Höhe von 1277 m und ist damit die höchstgelegene Burgruine Deutschlands.
Natürlich entschieden wir uns für den Fußmarsch. Wir lassen das Auto stehen und ziehen ein Parkplatz-Ticket für 2,50 Euro
Aber in welche Richtung gehen wir? Es gibt viele Möglichkeiten, sprich Wanderwege, um zur Burgruine zu gelangen. Wir als „Flachlandtiroler“, ungeübte Wanderer mit „Jesuslatschen“ an den Füßen und mit ein paar Kilo zuviel auf den Hüften, entschieden uns für den Aufstieg entlang der Auffahrtstraße.
Vom Parkplatz aus, führen ausgeschilderte Wanderwege nach oben, aber wir wollten nichts riskieren.
Also, auf geht`s.


Der Weg nach oben!

Erst einmal sieht eine geteerte Strasse nicht gerade wanderfreundlich aus, aber wir hatten uns für diesen Weg entschieden und zogen los.
Mit einigen Flaschen Wasser im Rucksack, Sonnenbrille auf der Nase und Hütchen auf der Platte ging es los.
Ich kann euch sagen wir haben es nicht bereut diesen Weg zu gehen. Die Straße führt stetig um den Berg herum nach oben. Die Steigung ist nicht zu stark und gut zu bewältigen, wenn man nicht zu viel Gepäck bei sich hat.
Auch Eltern mit Kleinkindern schaffen diesen Weg bequem, egal ob das Kind im Wagen liegt oder in einem Tragetuch.
Auf dem Weg nach oben, muss einfach pausiert werden, um die herrliche Aussicht genießen zu können. Selbst Kleinigkeiten, z.B. seltene Pflanzen (ich weiß nicht mal ob die selten sind, aber bei uns findet man so etwas nicht), ziehen den Betrachter in seinen Bann.
Entlang der Straße ist natürlich mit Verkehr zu rechnen, aber zum ersten gibt es genug Möglichkeiten den Autos auszuweichen und zum zweiten, es gibt nur wenig Wagemutige die hier mit dem Auto hinauf fahren, denn Leitplanken oder ähnliches gibt es nicht.
Während des Aufstiegs machte sich in mir eine noch nie empfundene Ruhe breit, es war einfach nur „Wahnsinn“. Es sollte noch besser kommen.

Oben angekommen! Denkste…
Der Schweiß floss (wir hatten 23 Grad Celsius im Schatten, in der Sonne bestimmt 35 Grad Celsius). Bis hierher waren wir ca. 60 Minuten unterwegs, Fotopausen und Getränkeaufnahme eingerechnet. Vor uns ein Parkplatz auf dem einige Autos standen.
Ein Schild „Willkommen auf dem Falkenstein“ ließ uns im Glauben, den Aufstieg geschafft zu haben. Wie gesagt….Denkste!!
Wir befanden uns jetzt auf einer Höhe von 1250 Metern, direkt am Burghotel Falkenstein.

Ein Blick nach oben, verriet uns, jetzt wird es hart. Der Aufstieg bis hierhin war relativ „einfach“, aber jetzt kam es knüppelhart. Die letzten knapp dreißig Meter Höhenunterschied galt es über Stock und Stein und Wurzel zu überwinden. Mein lieber Schwan….ging das steil nach oben.


Haben sich Schweiß und Mühen gelohnt?

Ein glasklares Ja. Oben angekommen….der helle Wahnsinn.
Nun muss ich sagen, wir hatten auch verdammtes Glück. Strahlend blauer Himmel und Sonne pur. Bei Regenwetter wird es bestimmt ein trauriger Ausflug.
Als erstes fiel uns auf, wenig Touristen…also viel Platz um diese atemberaubende Aussicht zu genießen. Aussicht auf die umliegende Landschaft hat der Besucher von einer Holzplattform aus, die erst von einiger Zeit im Innern der Ruinenmauern errichtet wurde.
Wie bereits erwähnt, hatten wir wunderschönes Wetter und konnten den wahnsinnig schönen Ausblick genießen.
Was haben wir gesehen?

Als erstes ist der Besucher nur am Staunen. Berge, Gleitschirmflieger, Täler, Seen, Städte im Miniaturbereich….einfach irre.
Wer genau hinsieht, erkennt die Stadt Pfronten mit ihren kleinen Ortsteilen (immerhin 13), die famosen Tannheimer Berge und die Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg.
Die Tannheimer Berge sind eine Untergruppe der Alpen im Allgäu.
Nur mal nebenbei erwähnt, eine Fahrt durch das Tannheimer Tal ist Erholung, Natur und innerer Friede pur…..das könnt ihr ungesehen glauben.
Gleitschirmflieger ziehen an den Hängen der Alpen entlang und die Tierwelt hat ihren touristischen Tag, denn viele stellen sich zur Schau (Adler, Seinböcke u.v.m.).
Um die Ruine herum schlängelt sich ein schmaler Weg, den der Besucher aber niemals verlassen sollte. Zu viele Gefahren lauern an den steilen Abhängen.
Überall befinden sich Informationstafeln. Hier ist es möglich, sich über die Geschichte der Burg zu informieren und mit einer kleinen freiwilligen Spende zum Erhalt der Burgruine beizutragen.
Nun heißt es Abschied nehmen und den Rückweg antreten. Allerdings bleiben Fragen offen, warum wollte König Ludwig II. hier oben ein Schloss errichten? Hat er damals schon „Touristisch“ gedacht? Wollte er noch mehr Ruhe von allem Weltgeschwafel haben?
Vielleicht wollte er auch nur seinem Sein ein einzigartiges Denkmal setzen.


Der Abstieg:

So wir hinauf gegangen sind, wollten wir auch wieder hinab. Für uns war es der sicherste und leichteste Weg.
Angekommen am Burghotel, war uns nach einer Erfrischung in Form eines Eisbechers zu Mute.
Plätze reichlich vorhanden, also ran und bestellt. Preise…..naja….wahrscheinlich der Burg (Höhe) entsprechend.
Nach kurzer Verweildauer geht es auf der Teerstraße weiter bergab.
Ahh, noch ein Tipp, schaut euch doch mal auf der Internetseite des Burghotels Falkenstein die Ausstattung der Zimmer an. Wer möchte nicht in solch einem Zimmer seine Hochzeitsnacht verbringen?
Das Burghotel wird auch als Adlerhorst von Falkenstein bezeichnet. Wer einmal dort oben war, weiß warum.


Stopp!!
Bei unserem Aufstieg haben wir doch glatt den Wegweiser Richtung Mariengrotte übersehen.
Macht doch nichts… frisch gestärkt nehmen wir einen kleinen, flachen und holprigen Pfad Richtung Mariengrotte.
In der Felswand direkt unterhalb der Burgruine Falkenstein, befindet sich die Mariengrotte.
Es ist einfach beeindruckend, wie dieses scheinbar einfache und doch überragende Kunstwerk in eine Felswand projektiert wurde.

Hier findet der Besucher, Betrachter oder Gläubige folgende Inschrift:

An dieser Grotte lieber Wanderer,
halte still und mache Rast.
Bei Gottes-Mutter find`st du Frieden,
Ruhe vor der Erdenlust.
Bitte jetzt und allezeit,
dass im Leben sie bewahre,
dich vor Krankheit, Sorg und Sünd.

Da wird man doch nachdenklich, oder?
Nach kurzem Innehalten geht es wieder zurück zur Teerstraße und der Abstieg wird fortgesetzt.
Es besteht auch die Möglichkeit den Weg an der Mariegrotte vorbei zum Abstieg zu benutzen, aber da wir nicht wussten was uns erwartet und der Winter noch Rückstände hinterlassen hatte, verzichteten wir auf dieses Abenteuer.


Geschichtliches:

Wie bereits erwähnt, liegt die Ruine auf dem Felskopf des Manzenberges.
1883 erwarb der Bayernkönig Ludwig II. diese Ruine und wollte an ihrer Stelle eine Märchenburg, noch viel schöner als das Schloss Neuschwanstein, errichten. Allerdings starb der König zu früh um diesen Plan in die Tat umzusetzen. Es existieren aber noch Skizzen und ein Modell der Märchenburg. Diese sind im König Ludwig II. Museum in Herrenchiemsee zu sehen.
Bis zu seinem Tod waren lediglich eine Wasserleitung und eine Zufahrtsstraße fertiggestellt.
Nach seinem Tod, wurden alle Bauarbeiten eingestellt und die Burg Falkenstein wieder verkauft.

Urkundlich erwähnt wird die Burg erstmals 1290, den Namen „Falkenstein, erhielt die Burg erst im 15. Jahrhundert.
Bis 1582 diente die Burg als Sitz der Vögte.
Weil die damalige Landesregierung ein Eigentor schoss, wurde die Burg Falkenstein zur Ruine. Im Übereifer des Gefechts wurde beschlossen, die Burg niederzubrennen. So sollte verhindert werden, dass ein absolut sichere und intakte Burg dem protestantischem Volk in die Hände fiel. Das gleiche Schicksal ereilte die Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg, (auch Tiroler Vorposten genannt), dessen Mauern von der Aussichtsplattform Falkenstein sichtbar sind. Diese Niederbrennung erfolgte Ende des Dreißigjährigen Krieges.
Und was taten die Protestanten?…sie änderten ihre Route und ließen die Burg links liegen…das Abfackeln war umsonst!!

Meine Meinung:

Ein Besuch der Burgruine ist in jedem Fall empfehlenswert. Allein die Aussicht ist schon faszinierend, einfach unglaublich schön.
Getränke sollten unbedingt mitgeführt werden, denn bis zum Burghotel ist es ein weiter Weg und die Preise dort sind deftig.
Bis zum Burghotel ist es auch möglich, Kinder im Kinderwagen nach oben zu schaukeln, aber direkt bis zur Ruine unmöglich, es sei denn, der Wagen wird hinauf getragen.
Schwierigkeiten bis ganz nach oben zu kommen, dürften auch Leute mit einer Gehbehinderung haben, aber am Burghotel gibt es genug Möglichkeiten sich zu setzen und so den Ausblick zu genießen.
Der Ausblick von ganz oben, ist allerdings noch viel schöner.
Jeder Besucher sollte darauf achten, dass er nur die ausgeschilderten Wege benutzt, da es sonst gefährlich werden kann.
Die Ruine selbst bietet wenig Spektakuläres. Vier Steinmauern und in der Mitte die neu geschaffene Aussichtsplattform.
Einen Vorteil hat die Burgruine gegenüber den bekannten Schlössern in der Umgebung, hierher kommen nur wenig Touristen, so dass auf der Aussichtplattform kein Gedränge entsteht.
Wichtig ist natürlich schönes Wetter, denn bei Regen oder Nebel, kann die Tour zur großen Enttäuschung werden.
Ein Besuch der Ruine ist an jedem Tag im Jahr möglich, allerdings kann es bei Eis und Schnee zu Behinderungen kommen und der Auf- und Abstieg gefährlich werden.

Vielen Dank für die Lesungen, Kommentare und Bewertungen

52 Bewertungen, 18 Kommentare

  • Humpen77

    01.10.2010, 20:01 Uhr von Humpen77
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht! Lieben Gruß

  • Manuela2205

    04.07.2010, 11:34 Uhr von Manuela2205
    Bewertung: sehr hilfreich

    da war ich auch schon

  • paula2

    03.07.2010, 16:13 Uhr von paula2
    Bewertung: besonders wertvoll

    liebe Grüße

  • ronald65

    03.07.2010, 09:52 Uhr von ronald65
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg

  • Striker1981

    29.06.2010, 13:40 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER ;)

  • pinna

    26.06.2010, 00:01 Uhr von pinna
    Bewertung: besonders wertvoll

    Richtig gut beschrieben...lg...bw

  • catmum68

    06.06.2010, 14:40 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • Lale

    06.06.2010, 02:43 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    DAS wäre was für mich... Allerbesten Gruß

  • ChrisS91

    05.06.2010, 14:43 Uhr von ChrisS91
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreicher Bericht!

  • Polarlicht1960

    04.06.2010, 23:50 Uhr von Polarlicht1960
    Bewertung: sehr hilfreich

    EINEN GUTEN START INS SONNIGE WE WÜNSCHT DIR LARISSA

  • oxalife

    04.06.2010, 21:26 Uhr von oxalife
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße

  • hameln58

    04.06.2010, 20:57 Uhr von hameln58
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW und liebe Grüße Gina

  • Powerdiddl

    01.06.2010, 16:28 Uhr von Powerdiddl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lg und einen schönen Tag.

  • Kuschelsocke77

    31.05.2010, 22:59 Uhr von Kuschelsocke77
    Bewertung: besonders wertvoll

    Das wäre ja nicht nur was für die Hochzeitsnacht. ;-)

  • TheHammer

    31.05.2010, 17:38 Uhr von TheHammer
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter bericht, weiter so!

  • citycrush

    31.05.2010, 16:59 Uhr von citycrush
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht =) SH und eine schöne Woche Lg

  • sigrid9979

    31.05.2010, 16:52 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche einen schönen Wochenanfang

  • morla

    31.05.2010, 16:44 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen guten wochenstart. lg. petra