Die Chemie des Todes (Taschenbuch) / Simon Beckett Testbericht

ab 9,81
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von jansdarling2002

Mörder gesucht – Ein Dorf tut sich zusammen

Pro:

Spannend, gut beschriebene Charaktere, guter Schreibstil, einfach alles

Kontra:

gibt nichts auszusetzen

Empfehlung:

Nein

Hi Leute,
nach zahlreichen Fehlgriffen in Sachen Literatur – welche es noch nicht mal lohnt zu beschreiben, weil sie einfach so langweilig waren, dass ich diese Werke noch nicht mal zu Ende gelesen habe, und das will bei mir etwas heißen, soll es heute endlich mal wieder um ein Werk gehen, welches mir wahre Freuden bereitet hat zu lesen……

Simon Beckett – Die Chemie des Todes

Viel Spaß beim lesen


Eckdaten zum Buch
Originaltitel: The Chemistry of Death (erschienen 2006 bei Bantam, London)
Titel: Die Chemie des Todes (erschienen 2007 im Rowohlt Verlag)
Übersetzer: Ins Deutsche übersetzt von Andree Hesse
Seitenzahl: 431
Genre: Thriller
ISBN: 3-449-24197-0
Preis: 9,90€ für die Taschenbuchausgabe


Eckdaten zum Autor
Bevor sich der Autor Simon Beckett der Schreiberei widmete arbeitete er in den Bereichen Hausmeisterei, Lehrer (Englisch und Spanisch) sowie als Schlagzeuger in mehreren Bands.
Auch die Tätigkeit des Journalisten ist ihm nicht fremd, hier konnte er bei diversen Reportagen die Polizeiarbeit kennen lernen und diese Erfahrungen in sein Werk einbauen.
Für sein Erstlingswerk “Die Chemie des Todes“ – für den er die Figur David Hunter geschaffen hat – recherchierte er auch unter anderem auf der berühmten ››Body Farm‹‹ des FBI´s.
Simon Beckett lebt mit seiner Frau in Sheffield, sein zweiter Roman “Kalte Asche“ ist mittlerweile erschienen.


Inhaltliches
Der einst erfolgreiche Rechtsmediziner David Hunter – gebeutelt vom Schicksal…seine Familie kam bei einem folgenschweren Unfall ums Leben – zieht sich aus dem Großstadtleben zurück und von daher kam es ihm ganz recht, dass im ländlichen Manham eine Stelle als Assistenzarzt angeboten wurde, welche er annimmt. Da zugezogene immer einen schweren Stand in kleinen Dörfern mit einer eingeschworenen Gemeinde haben, lebt er etwas für sich, aber das soll sich schlagartig ändern, denn in einem Waldstück wird die Leiche einer Frau gefunden, bei der es sich um Sally Palmer handelt, eine Frau die auch David Hunter kannte. Der Mord ist kein normaler Mord, denn da wo einst die Schulterblätter saßen sind Schwanenschwingen eingelassen.

Chief Inspektor Mackenzie ist mit dem Mord ein wenig überfordert, denn er will auch nicht so recht Spuren finden, die ihm irgendwelche Erkenntnisse bringen, von daher bitter er David Hunter zur Hilfe, dieser sträubt sich anfänglich, denn er möchte nicht an die Vergangenheit erinnert werden, aber der griesgrämige Chief Inspektor ist unerbittlich ….und gewinnt letztendlich durch seine Hartnäckigkeit. Hunter sagt für diesen einen Fall seine Hilfe zu.

Aber nicht nur die Hartnäckigkeit Mackenzies ist ausschlaggebend dafür, denn mittlerweile ist eine weitere junge Frau – Lyn Metcalf – verschwunden, der sonst so idyllische Ort Manham mit seinem Bewohnern gerät in Aufruhr, jeder verdächtigt jeden….und die Polizei unter Leitung von Mackenzie gibt ihr bestes, aber die Suche nach Lyn Metcalf gestaltet sich als schwierig, denn in dem am Ort anschließenden Waldstück sind fiese Drahtfallen und Schlingen ausgelegt, die bei dem einen oder anderen für böswillige Verletzungen sorgen.

Die Situation spitzt sich weiter zu, als weitere Leichen gefunden werden….David Hunter hat seine vermeintliche Schuldigkeit getan, und die Leiche von Sally Palmer untersucht, aber der Chief Inspektor Mackenzie ist anderer Meinung und bekniet Hunter, auch die weiteren forensischen Untersuchen zu erledigen, welchen Hunter nur sehr widerstrebend zustimmt, denn der Arzt (Henry Maitland), bei welchem er die Assistenzstelle bestreitet, muss sich nun doch um die Patienten kümmern, welche er nach und nach an Hunter abgegeben hatte.
Dadurch das Hunter immer und immer wieder in der Rechtsmedizin im nächst größeren Ort ist, statt sich um die Patienten zu kümmern, wird das Misstrauen der Bewohner Manhams gegenüber Hunter immer größer und die Wut auf den mysteriösen Mörder nimmt immense Ausmaße an.
So langsam wird es ungemütlich im idyllischen Manham, es werden Sündenböcke gesucht, der Ortsansässige Pfarrer Scarsdale läuft ebenso zu Höchstform auf, wie auch der Mörder… denn die junge Lehrerin Jenny Hammond verschwindet, mit der sich David Hunter ein wenig angefreundet hatte……

Wer ist der Mörder, der seine Opfer eigentlich auch noch mittels toter Tiere warnt? Wer sorgt im beschaulichen Manham für Angst und Schrecken? Liegen die Bewohner Manhams mit Ihren Vermutungen richtig?


Hier gilt wie immer, wer das wahre Ende wissen möchte, der solle sich das Buch entweder kaufen, oder auch aus der Bücherei ausleihen.


Meine Meinung
Soll ich es Euch gleich verraten, oder erst zum Schluss? Ok ok, ich fand das Buch einfach richtig klasse, und wieso das verrate ich Euch nun

Handlung
Ok, von der Handlung her ist es letztendlich nichts neues, es hat immer wieder vermeintliche Krimis / Thriller gegeben, bei denen Morde geschehen sind, und dieser manchmal durch religiöse Bibelzitate oder sonstige Relikte gekürt wurden, so sind auf den ersten Blick die Schwanenschwingen nicht verwunderlich, allerdings spielen diese und andere am Tatort hinterlassene Relikte nachher eine größere Rolle, dieses wird dem Leser allerdings erst klar, je weiter er sich in das gelungne Erstlingswerk von Simon Beckett vertieft.
Und das gelingt ohne Probleme…

Spannung….
Ist hier das Wort, denn die hat der Autor hier von Anfang an perfekt aufgebaut, gehalten, ja sogar noch kontinuierlich gesteigert, wenn auch nur in kleinen Schritten, aber spannungstechnisch gesehen ist das Erstlingswerk schon super, nicht so wie man es von zahlreichen anderen englischen Autoren gewohnt ist, langatmig und nach britischer Manier bedeckt gehalten. Nein, Simon Beckett hat hier das genaue Gegenteil geleistet, er hat hier sein Fachwissen aus den Recherchen und Reportagen zur Polizeiarbeit genial aufgearbeitet und hier eine ungewöhnlich glaubwürdige Arbeit der Polizei bei den Ermittlungen geliefert. Zu dem hat er sich zu den Orten des Geschehens anhand seiner Phantasie und auch der Realität einen klasse zur Handlung passenden Ort zurecht gestutzt, welcher die Handlung und auch die Charaktere sehr gut unterstützt und in Szene setzt.

Charaktere
Auch hier gibt es meinerseits großes Lob an den Autor. Man kann hier wahrlich die Mühe herauslesen, die sich Simon Beckett gemacht hat, um allen handelnden Charakteren ein passendes Gesicht zu verpassen, die es dem Leser erleichtern, sich den jeweiligen sehr gut vor dem inneren Auge vorzustellen. Besonders den eher mürrischen Chief Inspektor Mackenzie, der wird einem im Verlauf der Geschichte echt sympathisch.

So beschreibt er die verschwundenen Frauen als eher eigenbrötlerisch, die anderen Dorfbewohner hinterlassen beim Leser da eher den wahren britischen Eindruck, das ein Zugezogener Bürger – und das auch noch aus einer Großstadt – “Dreck“ am Stecken oder zumindest etwas anderes zu verbergen haben muss, und lassen diesen das auch spüren. Und als sich im Orte Manham die Situation zuspitzt, kann man die knisternde Spannung und auch das Misstrauen aller Bewohner als Leser regelrecht spüren, zumal diese noch durch den fanatischen Pfarrer Scarsdale angeheizt werden…was andersrum zur Folge hat, das der eine oder andere Dorfbewohner vom sonst gesitteten Glauben auf Rache umschwenkt und sich der Gesinnung des Pfarrers anschließt, ob das so gut geht?

Umfeld
Neben anschaulich dargestellten Charakteren und einer annehmbaren Story, ist auch das perfekte Umfeld als Hintergrundszene geschaffen worden, ein idyllischer kleiner englischer Ort, welcher am Rande des Waldes liegt, welcher wiederum mit der einen oder anderen zerfallenen Ruine aufwarten kann, was meines Erachtens nach für eine zusätzliche und auch vorstellbare Kulisse sorgt und somit einen gewissen “Touch“ gibt, so stellt man sich halt die kleinen Dörfchen auf englischem Boden vor. Dazu kommen noch kleinere Wetterspielchen seitens des Autors, welche hier auch Ihr Quäntchen an Spannung und Unterhaltung sowie Atmosphäre beitragen.

Kriminalistik
Ja, ein in meinen Augen schon ein Punkt, welcher kurz erwähnt werden sollte. Ich rätsele ja immer gerne mit, und so auch hier – keine Angst hier wird nichts verraten – aber hier hatte ich dann etwas zu knabbern, das soll nicht heißen, dass ich auf keinen Nenner gekommen bin, aber ich habe mich hier doch in der Tat zweimal aus Glatteis führen lassen…das zeugt doch von einer gut durchdachten Geschichte und einer spannenden Jagd nach einem Mörder. Im Nachhinein war ich dann erstaunt, wie verkehrt ich lag.

Ausdruck / Stil / Gestaltung & Co.
Ich hatte es ja schon bei dem einen oder anderen Buch kritisiert, dass es entweder unglaublich viele Rechtschreibfehler aber auch Übersetzungsfehler gab, hier kann ich den Leser beruhigen, mir sind hier keinerlei Fehler aufgefallen, also kann man erkennen, dass sich hier vom Übersetzer wirklich Mühe gegeben wurde. Hier wurden auch keine Verben vertauscht, die dem Satz einen ganz anderen Sinn geben. Das war ja mal wirklich eine Freude, ein Buch ohne solche eben erwähnten Fehler.
Von der Ausdrucksweise her, merkt man, dass man es mit einem britischen Autoren zu tun hat, zwar sind hier auch harte und blutige Szenen beschrieben, aber in etwas gemächlicher Art und Weise – sprich nicht so reißerisch und sensationslüstern wie manch anderer Autor das praktiziert. Klar, so ganz ohne Blutige Szenen kann man ein Mordopfer nicht beschreiben, aber wenn dann solche Szenen anstehen, sind diese zwar schaurig aber halt nicht reißerisch dargestellt.
Simon Beckett hat sich einen klaren und nicht zu ausschweifenden Stil angeeignet, welchen er während des ganzen Werkes auch beibehält, hatte ich auch schon in anderen Werken die Erfahrung gemacht, dass anfänglich ein klarer Stil ist und sich dann der Autor ab Mitte des Buches in Ausschweifungen verliert, das man das Gefühl bekommt, der Autor weiß selbst nicht mehr, was er da schreibt. Hier kann ich definitiv Entwarnung geben, die einmal angefangene prägnante Schreibweise wird über das ganze Werk beibehalten.
Die Gestaltung des Buches ist neutral gehalten, wobei die Kapitel – insgesamt 31 und ein Nachwort – mit kleinen grauen Kreuzen kenntlich gemacht wurden. Die einzelnen Kapitel sind ebenfalls noch mal mit gut angebrachten Absätzen aufgeteilt, so dass man hier schnell mal eine Pause beim Lesen einlegen kann.


Abschließend
Eigentlich wollte ich ja um britische Autoren einen Bogen machen, nachdem ich den einen oder anderen Fehlgriff hatte, aber irgendwie hatte mich schon der Klappentext und die ebenfalls auf der Rückseite abgedruckte Aussage von der bekannten Autorin Mo Hayder angesprochen ››Ich fand DIE CHEMIE DES TODES einfach überwältigend und gut – und so wunderbar unheimlich ‹‹…. Und so kann ich es auch bezeichnen, mich hat es gefesselt, und dank des flüssigen und klaren Schreibstils war es recht flott zu lesen. Nun ja, manchmal versprechen Klappentexte und Aussagen anderer bekannter Autoren nicht so ganz den Geschmack des Lesers, aber hier hat die Aussage gepasst. Und der Bezeichnung des Werkes als Thriller kann ich bedenkenlos zustimmen.

Bewertung
Na was soll ich sagen? Volle 5 Sterne und eine spannende Empfehlung für alle Krimifans und die die es noch werden wollen.

Kleiner Rat meinerseits: Nicht gerade abends lese, wenn Ihr in der Frühe rausmüsst.

Herzlichen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren sagt wie immer
Eure Jansdarling2002 à Chrissy


Dieser Bericht wird auch auf anderen Plattformen unter dem gleichen Nicknamen erscheinen!

30 Bewertungen, 13 Kommentare

  • Striker1981

    12.10.2008, 13:07 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • giselamaria

    14.09.2008, 16:09 Uhr von giselamaria
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht!! sh berichtet! schönen Sonntag noch und herzliche Grüße Gisela

  • Prisca

    30.12.2007, 15:53 Uhr von Prisca
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ach ja, lesen müsste ich auch mal wieder! LG

  • gerrhosaurus1978

    15.12.2007, 22:12 Uhr von gerrhosaurus1978
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG, Daniela

  • Baby1

    28.10.2007, 09:42 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • lila25l

    20.10.2007, 23:58 Uhr von lila25l
    Bewertung: sehr hilfreich

    GUT, wie immer!

  • olsenbande

    14.10.2007, 11:53 Uhr von olsenbande
    Bewertung: sehr hilfreich

    klingt wirklich spannend

  • panico

    05.10.2007, 00:20 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico :-)

  • sandraberg

    12.09.2007, 16:08 Uhr von sandraberg
    Bewertung: sehr hilfreich

    so, nach langer zeit knöpf ich mir das yopi-CIS wieder mal vor. ich will meine leser ja nicht länger warten lassen, hatte jetzt aber nie zeit. die neuen "bewertungs-pflichten" (rechnen, kommentar,..) find ich mist! ich hoff, ihr habt mich nicht v

  • anonym

    10.09.2007, 13:49 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüßle Rene´ + SH :-)

  • anonym

    08.09.2007, 11:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris

  • anonym

    08.09.2007, 07:23 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich lese gegen Du auch ??? LG daddy

  • Mondlicht1957

    08.09.2007, 00:07 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG pet