All Inclusive (DVD) Testbericht

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ab 10,63
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Erfahrungsbericht von LilithIbi

„Das sollen Shorts sein? Das ist eine Maxi-Binde!“

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

~ Jener Spruch stammt aus dem Film

===All inclusive===
auf den ich bereits zur Kinolaufzeit regelrecht wild war. Doch wie das halt so ist... kam ich erst kürzlich in den fraglichen Genuss des 114minütigen Vince Vaughn-Produktes.

Tatsächlich wusste ich von der _Handlung lediglich soviel, dass eine Gruppe befreundeter Paare ihren Urlaub auf einer Insel verbringen wollte; der Haken an der ganzen Sache jedoch ein mit-gebuchter Paartherapie-Kurs sein sollte, welcher einerseits zwar mit fragwürdigen Aktionen aufwartet, andererseits jedoch die einzelnen Paare tatsächlich über den Charakter ihrer Beziehung ins Grübeln bringt....

===In der Umsetzung===
sieht das Ganze dann so aus, als das dem Zuschauer während der ersten halben Stunde die einzelnen Persönlichkeiten vertraut gemacht werden sollen. Wie es bei solchen Filmen stetig der Fall ist, trifft eine Schrulligkeit hier auf die nächste: während das eine Paar regelrecht versessen auf Power-Point-Präsentationen ist, der andere eine rund 20Jahre jüngere Freundin hat, leidet vermeintlicher Hauptprotagonist Dave (Vince Vaughn) unter den Schwierigkeiten, welche eine Hausrenovierung mit sich bringt. Ihm ist es völlig egal, welche Türgriffe Bonnie (Malin Akerman) auswählt, ebenso kann er sich nur wenig für Bodenfliesen erwärmen ~ der Umstand, dass der jüngste Sohn darüber hinaus stetig mit ihm Ehebett schläft, nimmt der Ehe scheinbar die letzte Würze.

Kaum auf dem Urlaubsort Eden angekommen, scheinen die diversen Therapiestunden tatsächlich herauszukristallisieren, dass in der Ehe kein „wir“ mehr existiert.

„All inclusive“ besticht somit tatsächlich nicht nur doch punktuell genialen Humor, sondern weiß darüber hinaus zum Nachdenken anzuregen und einen Hauch Dramatik zu platzieren.

Die Sprüche sind meist der Natur, wie der wissende Zuschauer sie bereits aus „Trennung mit Hindernissen“ kennt ~ nicht allzu platt, sonder eher hinterrücks, teilweise gemein und nur im ersten Augenblick amüsant. Leider wurde hier versucht, aus kleineren, durchaus gelungenen Gags eine Art „runnig gag“ zu kredenzen ~ was stattdessen jedoch eher dazu beträgt, gewisse Komik zu über- oder gar auszureizen. Die Figur des Yoga-Lehrers ist nur bei der ersten Begegnung spaßig, schnell reizt sich der Drang zum over-sexen derartig aus, dass ich nicht weiß, was bei der nächsten Miniatur-Badehosen-Szenerie noch komisch sein soll.

Dementgegen besticht unabstreitbar Jean Reno in der Rolle des regelrecht durchgeknallten Therapeuten Marcel; der offen gestanden ein wenig allzu sehr an Jack Nicholsons Auftritt in „Die Wutprobe“ erinnert, um mich ausschließlich zu begeistern.

Kluge Aussagen wie
_„Manchmal muss man erstmal gehen, um wiederkommen zu können“_

oder aberwitzige Kommentare Marke

_„dann kauf ihr ein Hello Kitty Buch, es muss doch kein Motorrad sein!“_

sind es, die „All inclusive“ sehenswert machen; was nicht heißen soll, dass man sich diesen Film unbedingt kaufen muss. Einmal ansehen reicht hier vorerst, künftig freut man sich womöglich, wenn dieser im Free-TV gesendet wird ~ aber so richtig rund, dass man ihn tatsächlich im heimischen Regal stehen haben muss, gestaltet er sich nicht.

Irgendwann läuft „All inclusive“ einfach aus der selbst kredenzten Spur, schwächelt arg und versucht jener Abflauung durch möglichst viel Spannung, etwas Nervenkitzel und neuer Dramatik entgegenzuwirken ~ bugsiert sich damit bedauerlicherweise jedoch mehr und mehr in Richtung overacting und frugaler Albernheit.

Schade, denn an für sich gibt es kaum Filme, in denen jeder einzelne Darsteller in jeder dargebotenen Gefühlslage zu überzeugen vermag, wie es hier der Fall.

===Summa summarum===
ist und bleibt „All inclusive“ eine Art Romantikkomödie, in der weder das eine noch das andere zu kurz kommt. In der endgültigen Schlussszene mag der Humor etwas zu platt gewählt sein, um nicht ein eher unzufriedenes Gefühl zu hinterlassen; doch alles in allem konnte mich die Regiearbeit von Peter Billingsley, an dem das Drehbuch von Jon Favreau sicherlich nicht ganz unbeteiligt ist, überzeugen.

Wo die Dialoge und Szenenentwicklungen ein wenig schwächeln, da gleichen absolut traumhafte Hintergrundbilder das Gesehene aus; man verzeit sogar, dass der vermeintliche Haiangriff so derbst computeranimiert ausschaut. Nicht, dass ich erwartet hätte, einen echten Zitronenhai bewundern zu dürfen ~ aaaaber... nuja. Irgendwas ist ja immer.

Komödien sind bekanntlich nicht so mein Tee ~ doch eben weil „All inclusive“ durch unvermuteten Tiefsinn zu bestechen weiß, zum einen wahnsinnig dramatisch, zum anderen wahnsinnig romantisch und nicht zuletzt bitterböse ist, bekommt der Film von mir 4 Sternchen sowie eine Leih-, wenn auch keine Kaufempfehlung.

„Trennung mit Hindernissen“ wuppt da doch einfach mehr.

37 Bewertungen, 8 Kommentare

  • Powerdiddl

    10.09.2010, 12:28 Uhr von Powerdiddl
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG, Heidi

  • morla

    08.09.2010, 15:02 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • tina08

    08.09.2010, 14:21 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße .... Tina

  • Iris1979

    08.09.2010, 11:56 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. LG Iris

  • Lanch999

    08.09.2010, 11:24 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht! LG von Lanch999

  • sigrid9979

    08.09.2010, 11:19 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Berichtet.... Lg Sigi

  • XXLALF

    08.09.2010, 10:37 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe grüße

  • katjafranke

    08.09.2010, 10:36 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein SH von der KATJA