Welche Farbe hat die Liebe? (Taschenbuch) / Katja Reuter Testbericht

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ab 9,85
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Erfahrungsbericht von Leseratte2009

sweet

Pro:

Unterhaltungswert, hohes Identifikationspotential gegeben durch verschiedene Charaktere, der Preis von 7,95 für 360 Seiten

Kontra:

War viel zu schnell ausgelesen! Wenn man schwere tiefsinnige Literatur sucht, bloß die Finger weg von diesem Roman. Leichte Kost!

Empfehlung:

Ja

Inhalt:
Jule (Fotografin, Mitte dreißig) bekommt von ihrer besten Freundin Tina (Flugbegleiterin, selber Jahrgang) eine Goldmitgliedschaft bei "Stayfriends" als verfrühtes Geburtstagsgeschenk. Jule fühlt sich überrannt und ist alles andere als erfreut... doch das ändert sich - als sie auf Erik, ihre erste große Liebe, trifft. Seine Eroberungstaktik scheint aufzugehen, denn als "Dauerverlobte" von Tom (Musiker, 42 Jahre alt) steht Jule recht bald vor der Frage aller Fragen: Tom oder Erik? Die Entscheidung fällt und der Alptraum des Alltags setzt ein! Mehr wird nicht verraten.

Meine Meinung:
Mich hat der Roman vollends begeistert und mitgerissen, Tom und Hauskater "Blindfisch" sind mir beim Lesen richtig ans Herz gewachsen, und ich musste des Öfteren herzhaft lachen. Auch "Ömchen" und "Chefchen" haben es mir angetan. Meiner Meinung nach wurden die recht unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten autentisch und lebensnah dargestellt. So konnte ich mich an der einen oder anderen Stelle sehr wohl wiederfinden. Dies war insbesondere bei der Beschreibung von Jules Familie und deren Essgewohnheiten der Fall. Auch das Kapitel "Erik ist scheintot" wird dem einen oder anderen, mit Sicherheit, sehr bekannt vorkommen. Die teilweise "völlig verpeilten Handlungsweisen" der Jule haben auch mich den Kopf ordentlich schütterln lassen. Denn wie kann man einem blinden "Hauskater" ein Gucci-Halsband mit Glöckchen umhängen...? Ich schließe mich da Toms Ironie an: "Könnte doch sein, dass der blinde Kater hier in der Wohnung Mäuse oder Singvögel fängt..." Ich persönlich, kenne ebenfalls derartig "durchgeknallte" Leute und musste schmunzeln! Ich habe diesen leicht, locker-flockig geschriebenen Roman verschlungen, war von Anfang bis Ende absolut in den Bann gezogen. Meine Erwartungen wurden erfüllt,
und jetzt werde ich meine beste Freundin, Melanie (Krankenschwester, Mitte dreißig) gleich morgen! mit einem verfrühten Weihnachtsgeschenk überrumpeln...

Leseprobe des Romans:
„Wie ich Sasha vor gut sieben Jahren kennenlernte, werde ich nie vergessen. Die Vorgeschichte: Zum Fünfundsechzigsten wollten wir Tante Lotti mit einem Stripper in Polizeiuniform überraschen. Als der durchtrainierte Bulle, zum Nahkampf bereit, vor dem Gartentor stand, entschuldigte Lotti sich sogleich wortreich wegen der lauten Musik, bevor der Stripper auch nur guten Tag sagen konnte. Meine ältere Schwester beruhigte Lotti: »Das ist kein echter Polizist, das ist unsere Überraschung.« Sie drehte die Boxen auf volle Lautstärke. Dann sein Auftritt, einfach gigantisch: Der Mann sprang auf den Gartentisch und schälte sich Stück für Stück die Uniform vom Leib. Lotti war begeistert! Durch mehrere Gläser Sherry zu einer gewissen Hemmungslosigkeit angestachelt, ließ sie sich sogar dazu bewegen, dem Mann kraftvoll auf sein nacktes Hinterteil zu klatschen, als dieser es ihr erwartungsvoll entgegen reckte.
Fünf Jahre später, zu Lottis Siebzigstem, feiert die Familie wie jedes Jahr ausgiebig und laut. Plötzlich steht
wieder ein Polizist am Zaun. In Erinnerung an die gelungene Geburtstagsüberraschung fünf Jahre zuvor, eilt
Lotti mit lüsternen Blicken zum Gartentor. »Kommen Sie rein, mein Herr, Sie scheinen gut gebaut zu sein.«
Tantchen schiebt den völlig verdutzten Polizisten vor sich her in Richtung Gartentisch. Ihre Augen funkeln.
Dieses Mal ist Lotti nicht durch seine Uniform eingeschüchtert, das Gegenteil ist der Fall. Sie holt aus, versetzt
dem armen Mann einen wollüstigen Klaps auf den Allerwertesten und kräht: »Geiler Arsch, ich muss
schon sagen!« Der Polizist schweigt einen Moment, dann räuspert er sich. »Ich weiß ja nicht, was Sie mit mir vorhaben, aber eigentlich komme ich wegen einer Beschwerde aus der Nachbarschaft. Die Musik ist zu laut – Ruhestörung.« Tante Lotti ist verwirrt. »Sie sind kein Stripper?« Der Beamte runzelt die Stirn. »Durchaus nicht!«
Jetzt dämmert es der armen Lotti, dass sie einen Fehler gemacht hat. Beschämt legt sie die Hände an
die Wangen, schüttelt den Kopf und murmelt immer wieder: »Oje, ojemine!«, bis meine Schwester Theresa
die Situation rettet, indem sie den Beamten fragt, ob sie ihn vielleicht mit Kaffee und Kuchen entschädigen
könne. Der Polizist lächelt verschmitzt. »Ja, können Sie, ich nehme die Einladung gerne an.« Zum großen Entsetzen
der Nachbarn feiert er sogar noch ein kleines Weilchen mit. Das war meine erste Begegnung mit Bullenfreund Sasha."

Wem dieser Auszug gefällt, der wird den Roman mögen!

Lieben Gruß von der Leseratte2009

27 Bewertungen, 5 Kommentare

  • minasteini

    18.12.2009, 09:43 Uhr von minasteini
    Bewertung: besonders wertvoll

    Schöne Buchvorstellung. LG Marina

  • sigrid9979

    18.12.2009, 08:41 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich...lg sigi

  • Lale

    18.12.2009, 01:05 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß

  • g0ldfish

    18.12.2009, 00:07 Uhr von g0ldfish
    Bewertung: sehr hilfreich

    gut berichtet! Lieben Gruß aus dem kalten Berlin

  • paula2

    17.12.2009, 23:59 Uhr von paula2
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße