Pride and Prejudice - Stolz und Vorurteil (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 07/2010
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Erfahrungsbericht von dottigross_juliaa
Ich gestehe: ich bin ein \"Darcimaniac\"!
Pro:
Sehr gute Besetzung | Viel Romantik | Schöne Szenen
Kontra:
Leider gekürzte Fassung - wichtige Szenen rausgeschnitten | Fehler im Ton
Empfehlung:
Ja
Es gibt Trekkis, Muggels etc. und es gibt eine kleine, aber eingeschworene Gemeinschaft: die \"Darcimaniacs\". Es gibt nicht viele davon, aber sie sind etwas besonderes... und ich gehöre zu ihnen...
| Darcimaniac
Was ist ein Darcimaniac? Ein Darcimaniac ist ein \"Verfallener\", meist weiblich, unterschiedlichsten Alters. Ein Darcimaniac wird nie einen anderen Helden akzeptieren. Es gibt nur einen: Mr. Darcy!
\"Stolz und Vorurteil\" - Der Film
+++++++++++++++++++++++
Zuerst zur Story, die im 17./18. Jhd. spielt und so umfangreich ist, dass ich sie nur unter größter Mühe gekürzt wieder geben kann.
Mister und Misses Bennet müssen ihre fünf Töchter verheiraten, da diese nach dem Tod ihrer Eltern mittellos sein werden. Das gesamte Erbe fällt nämlich tranditionell an den nächsten männlichen Erben - in diesem Fall an Mister Collins. Als eines Tages ein neuer Pächter namens Mr. Bingley im Nachbargut Netherland einzieht, der sehr vermögend, gutaussehend und im heiratsfähigen Alter ist, wird ihm natürlich sofort die Aufwartung gemacht. Auf diversen Bällen kommen sich Mr. Bingley und die älteste Tochter der Bennets, Jane, auch tatsächlich näher. Dieses zarte Zuneigung wird jedoch von Mr. Darcy - Bingleys Freund - im Keim erstickt. Er ist der Meinung, die Bennets seien nicht der richtige Umgang für seinen Freund, der gesellschaftlich doch weit über dieser ländlichen Gemeinschaft steht.
Mr. Darcy, der \"hochmütige und unangenehme\" Mann, entwickelt jedoch eine Zuneigung zur intelligenten und scharfsinnigen Elisabeth \"Lizzy\" Bennet - der zweitältesten Tochter der Bennets. Doch auch er will keine Verbindung zu ihr eingehen, weil ihn sowohl Lizzys Mutter - Misses Bennet - als auch deren zwei flatterhaften Töchter Kitty und Lydia äußerst unangenehm sind. Ihr geistlose Niveau und die Tatsache, dass Misses Bennet ihre Töchter \"reich verheiratet\" sehen will, stoßen ihn ab.
Als dann die jüngste Tochter Lydia mit Mr. Wickham - einem alten \"Freund\" Darcys - durchbrennt und Schande über Familie Bennet bringt, ist es schon zu spät. Mr. Darcy hat sich haltlos in Lizzy verliebt und versucht alles, diesen Skandal wieder ins Reine zu bringen. Er findet die beiden Ausreißer und veranlasst ihre Hochzeit.
Lizzy hat von Darcys edlen Bemühungen nichts mitbekommen, glaubt sie doch noch immer, er hätte sich vor vielen Jahren gegenüber Wickham schändlich verhalten. Auf einer Reise, die sie unter anderem nach Derbyshire führt, wo sie in Abwesenheit Mr. Darcys dessen Herrschaftssitz besichtigt, ändert sie ihre Meinung. Ganz offensichtlich ist Mr. Darcy bei seinen Angestellten sehr angesehen und seine Haushälterin lobt seinen guten Charakter in den höchsten Tönen. Hier ergibt sich eine wunderschöne Schlüsselszene, auf die ich später noch eingehen möchte...
Wer den Inhalt des Films bereits kennt, soll bitte verzeihen, dass ich die Reihenfolge nicht genau eingehalten habe. Doch da ich eine stark verkürzte Inhaltsangabe wieder geben wollte, musste ich im Zeitverlauf ein wenig freizügig sein. Außerdem wollte ich nicht zu viel verraten, um die Spannung nicht zu nehmen.
Die Personen
+++++++++++
| Mr. Darcy
Mr. Darcy ist eine der beiden Hauptfiguren aus dem Jane Austen-Roman \"Price and Prejudice\" - \"Stolz und Vorurteil\". Er ist ein stolzer Mann, reich, gutaussehend und überheblich. So schreibt Jane Austen in ihrem gleichnamigen Roman folgendes: ... \"Von seinem Charakter hatte man nun eine feste Meinung. Er war der hochmütigste, unangenehmste Mann der Welt, und jedermann hoffte, dass er niemals wieder erscheinen würde\".
Mr. Darcy wird von dem heute 45-jährigen Colin Firth dargestellt und man konnte mit ihm keinen besseren Schauspieler finden. Er ist bekannt für seine ausdrucksstarken Darstellungen kniffliger Charakter. So spielte er schon in \"Der englische Patienten\" und \"Shakespeare in Love\". Sein schauspielerisches Talent kommt gerade in der Rolle des ernsten und distanzierten Darcy zur Geltung - vor allem, wenn man bedenkt, dass er privat ein sehr fröhlicher Mensch ist, der gerne und viel lacht.
Colin Firth ist meiner Meinung nach die Idealbesetzung des Mr. Darcy und wohl der Hauptgrund, warum \"Darcy\" seine eingeschworene Fan-Gemeinde besitzt. In einem Interview soll er sich jedoch einmal wie folgt beschwert haben: \"Sollte ich einmal vorhaben, meinen Beruf zu wechseln, um Astronaut zu werden und dann zum Mars fliegen wird es bistimmt in der Presse heißen: Mr. Darcy betritt als erster Mensch den Mars!\"
| Miss Elisabeth \"Lizzy\" Bennet
Die zweite Hauptfigur dieses Romans ist Miss Elisabeth Bennet - meist Lizzy genannt. Sie ist die zweitälteste und intelligenteste Tochter der Bennets. Im Gegensatz zu ihrer älteren Schwester sieht sie nicht immer nur das Gute in einem Menschen, sondern beobachtet jeden einzelnen ganz genau. Sich selbst nimmt sich selten ernst und so können ihr auch die spitzen und demütigenden Bemerkungen Mr. Darcys nichts anhaben. Doch die Beleidigungen, die gegen ihre Familie gerichtet sind, verletzen sie sehr. Jennifer Ehle ist eine Idealbesetzung für diese Rolle. Ihre Mimik, die viele Dinge erklärt, ohne das ein einziges Wort gesprochen wurde, ist sehr ausdrucksstark. So kann sie mit ihrem Augenaufschlag, einer halben Drehung des Kopfes, ein verdrehen der Augen Lizzys innerste Gefühle ausdrücken.
Zwischen Mr. Darcy und Lizzy Bennet entsteht ein Spannungsfeld, dass mich und sicherlich alle anderen Fans fasziniert. Die entstehende Liebesbeziehung, die noch viele Hürden zu nehmen hat, ist voller Romantik. Kein Wunder also, dass - so habe ich gelesen - die beiden Darsteller auch privat eine Zeitlang ein Paar waren.
| Misses Bennet
Lizzys Mutter ist eine dumme und laute Person und wird in perfekter Weise von Allison Steadman dargestellt. Misses Bennet findet immer einen Grund, übel gelaunt zu sein, was sich - ihrer Aussage nach - auf ihre Nerven nieder schlägt. Ihr Mann, Mr. Bennet, hat es im Jane Austen-Roman mit folgendem Satz auf den Punkt gebracht: ... \"Du irrst dich, meine Liebe. Ich habe großen Respekt vor deinen Nerven. Sie sind meine alten Freunde. Ich habe dich voller Hochachtung seit mindestens zwanzig Jahren von ihnen reden hören.\"
Misses Bennet hat nur eine Sorge: Sie will ihre fünf Töchter möglichst reich verheiraten.
| Mister Bennet
Lizzys Vater (Benjamin Whitrow) ist ein liebenswerter, charmanter Mann, der einen typisch englischen Humor besitzt. Mit seiner Ironie - die von seiner Frau und anderen dummen Personen selten verstanden wird - unterhält er das Publikum \"in vortrefflichster Weise\". Die intelligente und schlagfertige Lizzy ist seine Lieblingstochter und seine Sorge gilt einzig ihrem seelischen Glück. Da er kein vermögender Mann ist und zudem fünf Töchtern eine Mitgift überlassen muss, sehen seine finanzielle Verhältnisse sehr düster aus. Er befürchtet, dass seine Töchter irgendwann mittellos sein werden, da sein Besitz an den nächsten männlichen Erben - Mister Collins - fällt. Deshalb ist er froh, als sein Neffe beschließt, eine seiner Töchter zu heiraten. Doch muss es ausgerechnet seine Lieblingstochter Lizzy sein?
| Die übrigen Töchter
Jane, Kitty, Mary und Lydia spielen eher eine Nebenrolle, wobei letztere die Familie in gesellschaftliche Schwierigkeiten bringt. Sie brennt mit einem Leutnant durch, der in der Nähe von Meryton stationiert ist. Dadurch wird die Familie in Verruf gebracht und es steht zu befürchten, dass die anderen vier Mädchen nicht mehr \"günstig verheiratet\" werden können.
Jane, die älteste Tochter, ist auch die Hübscheste von allen. Sie verliebt sich in Mr. Bingley, was auf Gegenseitigkeit beruht. Die für die Familie Bennet \"günstige Verbindung\" wird jedoch von Mr. Darcy zunächst verhindert, weil dieser der Meinung ist, dass die Bennets für seinen Freund kein standesgemäßer Umgang sind. Ich finde Susannah Harker, als Jane-Darstellerin, durchaus gut gewählt, wobei ich sie nicht als hübsch bezeichnen möchte. Aber \"Schönheit\" wurde im 18. Jahrhundert auch anders interpretiert als heute.
Kitty (Polly Maberly) ist eher eine unauffällige Romanfigur. Sie ist ebenfalls nicht sonderlich intelligent und auch nicht sehr hübsch, so dass sie im Reigen ihrer Schwestern - und neben der quirrligen Lydia (Julia Sawalha) - unter geht.
Mary, ein sehr belesenes Persönchen wird durch Lucy Briers dargestellt. Die Rolle der Mary wurde in der deutschen Version stark verkürzt. So bekommt der Zuschauer nicht einmal mit, dass sie zu Mister Collins eine gewissen Zuneigung entwickelt und ihn ein wenig anhimmelt.
| Mister Collins
Dumm, ergeben, von einfachem Gemüt und ein hingebungsvoller Verehrer der reichen Lady Catherine de Bourgh. Als Geistlicher darf er durchaus heiraten und sucht sich - nachdem er erfahren hat, dass Jane schon vergeben ist - selbstbewusst die zweitschönste Tochter der Bennets aus. Der Heiratsantrag und der daraus folgende Dialog zwischen Mr. Bennet und seiner Tochter gehört zu den Schlüsselszenen dieses Films. Doch darüber möchte ich später mehr erzählen. Mister Collins wird von David Bamber verkörpert und man hätte auch diese Rolle nicht besser besetzen können. Er spielt diesen unangenehmen und widerlichen Typen perfekt.
| Mister Bingley wird von der Autorin wie folgt beschrieben: ... \"sah gut aus und besaß die Umgangsformen eines Gentleman, er hatte ein sympathisches Gesicht und ein ungezwungenes, natürliches Wesen.\" Crispin Bonham-Carter spielt den liebenswürdigen und immer arglosen jungen Mann sehr überzeugend. Besonders gutaussehend finde ich ihn allerdings nicht. Sein Typ passt aber gut zu Jane.
Meine Meinung
++++++++++++
Nun zu meiner Meinung zu dieser Triologie. Für mich ist das der romantischste Dreiteiler, den ich je gesehen habe. Seit ungefähr sieben Jahren freue ich mich darauf, dass das ZDF diesen Film wiederholt. Als ich dann erfuhr, dass eine DVD auf den Markt kommt, jubelte ich und bestellte sie mir gleich nach Erscheinen. \"Stolz und Vorurteil\" zeichnet sich vor allem durch seine perfekte Besetzung aus. Bis in die kleinste Nebenrolle hinein, wurden die passenden Darsteller gewählt. So könnte ich mir Mr. Collins nicht besser vorstellen, als er durch David Bamber gespielt wird. Mr. Darcy, alias Colin Firth, ist die Idealbesetzung. Sowohl seine Ausstrahlung als auch die ruhige Art, mit der er diese Figur verkörpert, hätte kein anderer Schauspieler besessen. Nicht Hugh Grant, nicht Pierce Brosnan - niemand wäre idealer für diese Rolle gewesen. Im Oktober 2005 soll eine neue Kinoversion heraus kommen und ich bin gespannt, ob die \"Darcimaniacs\" die neue Besetzung (Darcy: Matthew MacFadyen) akzeptieren. Es wird schwer werden!!!
Da ich auch den Roman \"Stolz und Vorurteil\" gelesen habe, muss ich natürlich auch Vergleiche zwischen dem Geschriebenen und dem Film ziehen. Ich muss sagen, die filmische Umsetzung weicht nur in wenigen Kleinigkeiten vom Buch ab. Die gekonnte Auswahl der Schauspieler trägt sogar dazu bei, dass man die Figuren des Romans \"bildlicher\" vor sich hat. Als Beispiel möchte ich die ironischen Bemerkungen Mr. Bennets erwähnen. Wenn ich seine spitzfindigen Kommentare lese, sehe ich ihn vor mir stehen und verstehe die Ironie seiner Worte besser, als ich es ohne den Film tun würde.
Ich möchte anhand einiger Beispiele zeigen, was mir an diesem Film besonders gefallen hat...
| Standesunterschiede
Lizzy besucht ihre Schwester, die aufgrund einer Erkältung ans Bett gefesselt und in Bingleys Haus untergebracht ist. Sie ist fast vier Meilen über Felder und matschige Wege gewandert und ihre Schuhe und ihr Rock sind verschmutzt. In diesem Zustand trifft sie unerwartet auf Mr. Darcy, der gerade einen kleinen Rundgang durch den Garten macht. Da es sich für eine Dame der höheren Gesellschaft nicht ziemt, eine so lange und unwegsame Strecke zu wandern, wundert sich Darcy doch sehr über Lizzy - findet sie in diesem Moment allerdings auch äußerst hinreisend. Lizzy wiederum deutet Darcys erstaunen als herablassende Art.
Hier werden unter anderem die Standesunterschiede verdeutlicht, die zwischen den beiden herrscht. Eine Frau aus Darys Gesellschaft würde sich nie so benehmen, wie es Lizzy tut.
| Abweisung
Lizzy erhält von Mr. Collins einen Heiratsantrag, den sie - dem seltsamen Kauz - natürlich ablehnt. Daraufhin wird sie zu ihrem Vater gerufen, der ihr mitteilt, dass sie sich nun wohl von einem Elternteil trennen müsse. Denn wenn sie Mr. Collins nicht heirate, würde ihre Mutter sie nie wieder sehen wollten. Wenn sie es täte, dann würde ER sie nie mehr sehen wollen. Diese amüsante Szene sehe ich immer wieder gern, zeigt sie doch überdeutlich Mr. Bennets ironischen Humor.
| Annäherung
In der deutschen Filmversion wurde eine sehr wichtige Schlüsselstelle gekürzt, was mich sehr ärgert. Ein wichtiger Schritt zur Annährung zwischen Mr. Darcy und Lizzy ist der erste Tanz, den sie miteinander führen. In der englischen Version beginnt Lizzy zaghaft das Gespräch, indem sie ihn aufzieht, dass man doch während des Tanzes ein Gespräch führen müsse - das sei allgemein so üblich. Diese Szene spielt eine wichtige Rolle für den weiteren Verlauf, denn dort beginnt Darcy, tiefere Gefühle für Lizzy zu empfinden. Gerade weil dieses Gespräch während des Tanzes in einen kleinen Disput endet, erkennt Darcy Lizzys Scharfsinn und Intelligenz und deshalb hätte man diese Szene niemals kürzen dürfen.
| Heiratsantrag
Endlich ist es soweit. Darcy gesteht sich seine Liebe zu Lizzy ein und macht ihr einen Heiratsantrag. Die Art und Weise ist allerdings so außergewöhnlich, dass ich diese Szene oft mehrmals hintereinander ansehe. Er legt ihr sehr drastisch seine Abneigung gegen ihre Familie dar, teilt ihr mit, dass es gegen seine Prinzipen verstößt, er aber nichts gegen seine Gefühle tun kann und sie deshalb bittet, ihn zu heiraten. Sie lehnt jedoch ab...
| Meinungsänderung
Nachdem Darcy Lizzy über den Disput aufgeklärt hat, der ihn mit Mr. Wickham verbindet, muss sie sich eingestehen, eine ungerechtfertigtes Vorurteil gegenüber Darcy entwickelt zu haben. Als sie nun eine Rundreise mit ihrer Tante unternimmt und dabei Darcys Herrensitz besichtigt, kommt es zu einer wunderschönen Szene (= Bad im See), die der Drehbuchautor eigenmächtig eingefügt hat und die so im Roman nicht vorkommt.
Mr. Darcy kehrt einen Tag zu früh von einer Reise zurück, und beschließt, sich im nahegelegenen See abzukühlen. Er ahnt nicht, dass Lizzy gerade sein Anwesen besichtigt hat und nun in seinem Park spazieren geht. Mit durchnässten Kleidern macht er sich auf den Weg zum Haus und läuft seiner Angebeteten direkt in die Arme. Beiden ist es furchtbar peinlich. Lizzy schämt sich dafür, dass sie das Anwesen betreten hat und es ist ihr unangenehm, von ihm dabei ertappt zu werden. Darcy - immer noch sehr verliebt - steht völlig unpassend gekleidet vor seiner Angebeteten...
Ein absoluter Höhepunkt des Films! Meine Lieblingsszene! Lizzy wird in diesem Moment bewusst, dass sie Darcy liebt...
Jane Austen war schon zu Lebzeiten eine anerkannte Autorin. Das war Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts durchaus nicht üblich. \"Stolz und Vorurteil\" spiegelt genau die Zeit wider, in der auch die Autorin lebte. Die Damen der feinen Gesellschaft beschäftigten sich mit musischen Dingen (Stricken, Zeichnen, Musizieren) und hatten sonst kaum eigene Rechte. Beruflich erfolgreich - so wie es Austen anstrebte - durften Frauen damals nicht sein. Außerdem war es durchaus üblich, dass Ehen aufgrund des Standes geschlossen wurden. Jane Austen blieb bis zu ihrem frühen Tode ledig, eine Tatsache, die - meiner Ansicht nach - den Inhalt ihres Romans abrundet.
Die Story des Filmes nimmt mich jedesmal - obwohl ich ihn inzwischen schon ein Dutzend Mal gesehen habe - so in Anspruch, dass ich für die hübschen Landschaftsaufnahmen und die eleganten Kleider keinen Blick habe. Auch die dezente Hintergrundmusik möchte ich erwähnen, die sehr gewählt wurde.
Fakten zur DVD
++++++++++++
Bild: PAL 4:3
Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0
Laufzeit: ca. 270 Minuten
Extras: Making Of, Filmographien
FSK: 12 Jahre
Englische Originalfassung von 1995
Direcotr: Simon Langton
Producer: Sue Birthwistle
Executive Producer: Michael Wearing
Screenplay: Andrew Davis
Music: Carl Davis
Die Triologie ist auf zwei DVD\'s gebrannt, wobei ich anfangs etwas irritiert war, dass sich auf der ersten Scheibe zwei getrennte Episoden befinden. Als die erste Episode zu Ende war und das Stand-by-Bild des DVD-Players erschien, nahm ich an, ich müsste die zweite DVD einlegen. Doch dort begann gleich der dritte Teil, so dass ich wieder die erste Scheibe zur Hand nahm und mich dort durchs Menü klickte.
Schade fand ich auch, dass die deutsche DVD \"Stolz und Vorurteil\" nur deutschsprachige ist. Das liegt wohl daran, dass man die deutsche Version extra fürs ZDF geschnitten hat, womit nicht nur über eine halbe Stunde Film der Schere zum Opfer fiel, sondern auch die englische Fassung. Ein weiterer Grund, warum man den Film nicht hätte kürzen dürfen!!
Die erste DVD hat einen Fehler in der Tonspur. Anfangs dachte ich, es läge an unserem DVD-Player, aber dieses Problem scheint auch an anderen Geräten aufzutreten. Als die Bennets vom Kirchgang nach Hause zurück kehren und ihre Jacken in der Halle ablegen, springt der Ton - zu vermute ich - von Digital 2.0 auf Digital 6.0 um. Es dauert ca. 20 Sekunden, bis sich der Ton wieder reguliert. Ich erschrecke jedes Mal, obwohl ich weiß, dass dieses Problem an dieser Stelle auftaucht.
Die zweite DVD hat zwei Aussetzer, die ich nicht mehr genau zuordnen kann. Sie fallen auch nicht sehr auf und ich kann darüber hinweg sehen.
Die Bildqualität ist - so denke ich - überarbeitet worden, als man den Dreiteiler für die DVD-Version zuschnitt. Die Farben, die Schärfe und andere wichtige Darstellungskriterien sind, meiner Meinung nach, recht gut. Man merkt jedenfalls nicht, dass dieser Film im Jahre 1995 entstanden ist. Würde \"Stolz und Vorurteil\" in den 90er Jahren spielen, würde es anhand der Frisuren und der Kleidung, die die Schauspieler tragen, wahrscheinlich mehr auffallen. Da die Geschichte aber im 17./18. Jahrhundert spielt, ist dieses Kriterum hinfällig.
Die zweite DVD beinhaltet einen Bonus-Track, der aus diversen Informationen zu den Dreharbeiten besteht. Er ist nicht sonderlich interessant, sieht man vom Interview mit Colin Firth ab. Es werden aber ein paar Einzelheiten über das Privatleben der Autorin verraten, die recht informativ sind.
Fazit
++++
Ich könnte stundenlang über \"Stolz und Vorurteil\" erzählen. Aber das würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Ich hoffe, ich konnte euch meine Begeisterung über diesen Film deutlich machen. Die männlichen Leser meines Berichts werden gemerkt haben, dass \"Stolz und Vorurteil\" wohl eher \"Frauensache\" ist. Dem kann ich nicht widersprechen. Ich denke, dass es überwiegend weibliche Fans sind, die diese Triologie immer und immer wieder anschauen können. Außerdem: Wer den Film sieht, sollte das Buch lesen - wer das Buch liest, sollte den Film sehen! Erst dann ist dieses Erlebnis vollkommen!
Ich finde es jedoch schade, dass bei der deutschen Film-Version so viele interessante und für den Verlauf der Handlung wichtige Stellen rausgeschnitten wurden. Für diesen Frevel sollte ich sämtliche Punkte abziehen!!! Da ich mich aber - aufgrund meiner schlechten Englischkenntnisse - nicht an die englische Verfilmung traue, bin ich selbst schuld, und darf nicht zu viel Kritik üben.
Deshalb: 5 Sterne für diesen Kult-Film.
In diesem Sinne... alles bleibt anders... eure Dotti
| Darcimaniac
Was ist ein Darcimaniac? Ein Darcimaniac ist ein \"Verfallener\", meist weiblich, unterschiedlichsten Alters. Ein Darcimaniac wird nie einen anderen Helden akzeptieren. Es gibt nur einen: Mr. Darcy!
\"Stolz und Vorurteil\" - Der Film
+++++++++++++++++++++++
Zuerst zur Story, die im 17./18. Jhd. spielt und so umfangreich ist, dass ich sie nur unter größter Mühe gekürzt wieder geben kann.
Mister und Misses Bennet müssen ihre fünf Töchter verheiraten, da diese nach dem Tod ihrer Eltern mittellos sein werden. Das gesamte Erbe fällt nämlich tranditionell an den nächsten männlichen Erben - in diesem Fall an Mister Collins. Als eines Tages ein neuer Pächter namens Mr. Bingley im Nachbargut Netherland einzieht, der sehr vermögend, gutaussehend und im heiratsfähigen Alter ist, wird ihm natürlich sofort die Aufwartung gemacht. Auf diversen Bällen kommen sich Mr. Bingley und die älteste Tochter der Bennets, Jane, auch tatsächlich näher. Dieses zarte Zuneigung wird jedoch von Mr. Darcy - Bingleys Freund - im Keim erstickt. Er ist der Meinung, die Bennets seien nicht der richtige Umgang für seinen Freund, der gesellschaftlich doch weit über dieser ländlichen Gemeinschaft steht.
Mr. Darcy, der \"hochmütige und unangenehme\" Mann, entwickelt jedoch eine Zuneigung zur intelligenten und scharfsinnigen Elisabeth \"Lizzy\" Bennet - der zweitältesten Tochter der Bennets. Doch auch er will keine Verbindung zu ihr eingehen, weil ihn sowohl Lizzys Mutter - Misses Bennet - als auch deren zwei flatterhaften Töchter Kitty und Lydia äußerst unangenehm sind. Ihr geistlose Niveau und die Tatsache, dass Misses Bennet ihre Töchter \"reich verheiratet\" sehen will, stoßen ihn ab.
Als dann die jüngste Tochter Lydia mit Mr. Wickham - einem alten \"Freund\" Darcys - durchbrennt und Schande über Familie Bennet bringt, ist es schon zu spät. Mr. Darcy hat sich haltlos in Lizzy verliebt und versucht alles, diesen Skandal wieder ins Reine zu bringen. Er findet die beiden Ausreißer und veranlasst ihre Hochzeit.
Lizzy hat von Darcys edlen Bemühungen nichts mitbekommen, glaubt sie doch noch immer, er hätte sich vor vielen Jahren gegenüber Wickham schändlich verhalten. Auf einer Reise, die sie unter anderem nach Derbyshire führt, wo sie in Abwesenheit Mr. Darcys dessen Herrschaftssitz besichtigt, ändert sie ihre Meinung. Ganz offensichtlich ist Mr. Darcy bei seinen Angestellten sehr angesehen und seine Haushälterin lobt seinen guten Charakter in den höchsten Tönen. Hier ergibt sich eine wunderschöne Schlüsselszene, auf die ich später noch eingehen möchte...
Wer den Inhalt des Films bereits kennt, soll bitte verzeihen, dass ich die Reihenfolge nicht genau eingehalten habe. Doch da ich eine stark verkürzte Inhaltsangabe wieder geben wollte, musste ich im Zeitverlauf ein wenig freizügig sein. Außerdem wollte ich nicht zu viel verraten, um die Spannung nicht zu nehmen.
Die Personen
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| Mr. Darcy
Mr. Darcy ist eine der beiden Hauptfiguren aus dem Jane Austen-Roman \"Price and Prejudice\" - \"Stolz und Vorurteil\". Er ist ein stolzer Mann, reich, gutaussehend und überheblich. So schreibt Jane Austen in ihrem gleichnamigen Roman folgendes: ... \"Von seinem Charakter hatte man nun eine feste Meinung. Er war der hochmütigste, unangenehmste Mann der Welt, und jedermann hoffte, dass er niemals wieder erscheinen würde\".
Mr. Darcy wird von dem heute 45-jährigen Colin Firth dargestellt und man konnte mit ihm keinen besseren Schauspieler finden. Er ist bekannt für seine ausdrucksstarken Darstellungen kniffliger Charakter. So spielte er schon in \"Der englische Patienten\" und \"Shakespeare in Love\". Sein schauspielerisches Talent kommt gerade in der Rolle des ernsten und distanzierten Darcy zur Geltung - vor allem, wenn man bedenkt, dass er privat ein sehr fröhlicher Mensch ist, der gerne und viel lacht.
Colin Firth ist meiner Meinung nach die Idealbesetzung des Mr. Darcy und wohl der Hauptgrund, warum \"Darcy\" seine eingeschworene Fan-Gemeinde besitzt. In einem Interview soll er sich jedoch einmal wie folgt beschwert haben: \"Sollte ich einmal vorhaben, meinen Beruf zu wechseln, um Astronaut zu werden und dann zum Mars fliegen wird es bistimmt in der Presse heißen: Mr. Darcy betritt als erster Mensch den Mars!\"
| Miss Elisabeth \"Lizzy\" Bennet
Die zweite Hauptfigur dieses Romans ist Miss Elisabeth Bennet - meist Lizzy genannt. Sie ist die zweitälteste und intelligenteste Tochter der Bennets. Im Gegensatz zu ihrer älteren Schwester sieht sie nicht immer nur das Gute in einem Menschen, sondern beobachtet jeden einzelnen ganz genau. Sich selbst nimmt sich selten ernst und so können ihr auch die spitzen und demütigenden Bemerkungen Mr. Darcys nichts anhaben. Doch die Beleidigungen, die gegen ihre Familie gerichtet sind, verletzen sie sehr. Jennifer Ehle ist eine Idealbesetzung für diese Rolle. Ihre Mimik, die viele Dinge erklärt, ohne das ein einziges Wort gesprochen wurde, ist sehr ausdrucksstark. So kann sie mit ihrem Augenaufschlag, einer halben Drehung des Kopfes, ein verdrehen der Augen Lizzys innerste Gefühle ausdrücken.
Zwischen Mr. Darcy und Lizzy Bennet entsteht ein Spannungsfeld, dass mich und sicherlich alle anderen Fans fasziniert. Die entstehende Liebesbeziehung, die noch viele Hürden zu nehmen hat, ist voller Romantik. Kein Wunder also, dass - so habe ich gelesen - die beiden Darsteller auch privat eine Zeitlang ein Paar waren.
| Misses Bennet
Lizzys Mutter ist eine dumme und laute Person und wird in perfekter Weise von Allison Steadman dargestellt. Misses Bennet findet immer einen Grund, übel gelaunt zu sein, was sich - ihrer Aussage nach - auf ihre Nerven nieder schlägt. Ihr Mann, Mr. Bennet, hat es im Jane Austen-Roman mit folgendem Satz auf den Punkt gebracht: ... \"Du irrst dich, meine Liebe. Ich habe großen Respekt vor deinen Nerven. Sie sind meine alten Freunde. Ich habe dich voller Hochachtung seit mindestens zwanzig Jahren von ihnen reden hören.\"
Misses Bennet hat nur eine Sorge: Sie will ihre fünf Töchter möglichst reich verheiraten.
| Mister Bennet
Lizzys Vater (Benjamin Whitrow) ist ein liebenswerter, charmanter Mann, der einen typisch englischen Humor besitzt. Mit seiner Ironie - die von seiner Frau und anderen dummen Personen selten verstanden wird - unterhält er das Publikum \"in vortrefflichster Weise\". Die intelligente und schlagfertige Lizzy ist seine Lieblingstochter und seine Sorge gilt einzig ihrem seelischen Glück. Da er kein vermögender Mann ist und zudem fünf Töchtern eine Mitgift überlassen muss, sehen seine finanzielle Verhältnisse sehr düster aus. Er befürchtet, dass seine Töchter irgendwann mittellos sein werden, da sein Besitz an den nächsten männlichen Erben - Mister Collins - fällt. Deshalb ist er froh, als sein Neffe beschließt, eine seiner Töchter zu heiraten. Doch muss es ausgerechnet seine Lieblingstochter Lizzy sein?
| Die übrigen Töchter
Jane, Kitty, Mary und Lydia spielen eher eine Nebenrolle, wobei letztere die Familie in gesellschaftliche Schwierigkeiten bringt. Sie brennt mit einem Leutnant durch, der in der Nähe von Meryton stationiert ist. Dadurch wird die Familie in Verruf gebracht und es steht zu befürchten, dass die anderen vier Mädchen nicht mehr \"günstig verheiratet\" werden können.
Jane, die älteste Tochter, ist auch die Hübscheste von allen. Sie verliebt sich in Mr. Bingley, was auf Gegenseitigkeit beruht. Die für die Familie Bennet \"günstige Verbindung\" wird jedoch von Mr. Darcy zunächst verhindert, weil dieser der Meinung ist, dass die Bennets für seinen Freund kein standesgemäßer Umgang sind. Ich finde Susannah Harker, als Jane-Darstellerin, durchaus gut gewählt, wobei ich sie nicht als hübsch bezeichnen möchte. Aber \"Schönheit\" wurde im 18. Jahrhundert auch anders interpretiert als heute.
Kitty (Polly Maberly) ist eher eine unauffällige Romanfigur. Sie ist ebenfalls nicht sonderlich intelligent und auch nicht sehr hübsch, so dass sie im Reigen ihrer Schwestern - und neben der quirrligen Lydia (Julia Sawalha) - unter geht.
Mary, ein sehr belesenes Persönchen wird durch Lucy Briers dargestellt. Die Rolle der Mary wurde in der deutschen Version stark verkürzt. So bekommt der Zuschauer nicht einmal mit, dass sie zu Mister Collins eine gewissen Zuneigung entwickelt und ihn ein wenig anhimmelt.
| Mister Collins
Dumm, ergeben, von einfachem Gemüt und ein hingebungsvoller Verehrer der reichen Lady Catherine de Bourgh. Als Geistlicher darf er durchaus heiraten und sucht sich - nachdem er erfahren hat, dass Jane schon vergeben ist - selbstbewusst die zweitschönste Tochter der Bennets aus. Der Heiratsantrag und der daraus folgende Dialog zwischen Mr. Bennet und seiner Tochter gehört zu den Schlüsselszenen dieses Films. Doch darüber möchte ich später mehr erzählen. Mister Collins wird von David Bamber verkörpert und man hätte auch diese Rolle nicht besser besetzen können. Er spielt diesen unangenehmen und widerlichen Typen perfekt.
| Mister Bingley wird von der Autorin wie folgt beschrieben: ... \"sah gut aus und besaß die Umgangsformen eines Gentleman, er hatte ein sympathisches Gesicht und ein ungezwungenes, natürliches Wesen.\" Crispin Bonham-Carter spielt den liebenswürdigen und immer arglosen jungen Mann sehr überzeugend. Besonders gutaussehend finde ich ihn allerdings nicht. Sein Typ passt aber gut zu Jane.
Meine Meinung
++++++++++++
Nun zu meiner Meinung zu dieser Triologie. Für mich ist das der romantischste Dreiteiler, den ich je gesehen habe. Seit ungefähr sieben Jahren freue ich mich darauf, dass das ZDF diesen Film wiederholt. Als ich dann erfuhr, dass eine DVD auf den Markt kommt, jubelte ich und bestellte sie mir gleich nach Erscheinen. \"Stolz und Vorurteil\" zeichnet sich vor allem durch seine perfekte Besetzung aus. Bis in die kleinste Nebenrolle hinein, wurden die passenden Darsteller gewählt. So könnte ich mir Mr. Collins nicht besser vorstellen, als er durch David Bamber gespielt wird. Mr. Darcy, alias Colin Firth, ist die Idealbesetzung. Sowohl seine Ausstrahlung als auch die ruhige Art, mit der er diese Figur verkörpert, hätte kein anderer Schauspieler besessen. Nicht Hugh Grant, nicht Pierce Brosnan - niemand wäre idealer für diese Rolle gewesen. Im Oktober 2005 soll eine neue Kinoversion heraus kommen und ich bin gespannt, ob die \"Darcimaniacs\" die neue Besetzung (Darcy: Matthew MacFadyen) akzeptieren. Es wird schwer werden!!!
Da ich auch den Roman \"Stolz und Vorurteil\" gelesen habe, muss ich natürlich auch Vergleiche zwischen dem Geschriebenen und dem Film ziehen. Ich muss sagen, die filmische Umsetzung weicht nur in wenigen Kleinigkeiten vom Buch ab. Die gekonnte Auswahl der Schauspieler trägt sogar dazu bei, dass man die Figuren des Romans \"bildlicher\" vor sich hat. Als Beispiel möchte ich die ironischen Bemerkungen Mr. Bennets erwähnen. Wenn ich seine spitzfindigen Kommentare lese, sehe ich ihn vor mir stehen und verstehe die Ironie seiner Worte besser, als ich es ohne den Film tun würde.
Ich möchte anhand einiger Beispiele zeigen, was mir an diesem Film besonders gefallen hat...
| Standesunterschiede
Lizzy besucht ihre Schwester, die aufgrund einer Erkältung ans Bett gefesselt und in Bingleys Haus untergebracht ist. Sie ist fast vier Meilen über Felder und matschige Wege gewandert und ihre Schuhe und ihr Rock sind verschmutzt. In diesem Zustand trifft sie unerwartet auf Mr. Darcy, der gerade einen kleinen Rundgang durch den Garten macht. Da es sich für eine Dame der höheren Gesellschaft nicht ziemt, eine so lange und unwegsame Strecke zu wandern, wundert sich Darcy doch sehr über Lizzy - findet sie in diesem Moment allerdings auch äußerst hinreisend. Lizzy wiederum deutet Darcys erstaunen als herablassende Art.
Hier werden unter anderem die Standesunterschiede verdeutlicht, die zwischen den beiden herrscht. Eine Frau aus Darys Gesellschaft würde sich nie so benehmen, wie es Lizzy tut.
| Abweisung
Lizzy erhält von Mr. Collins einen Heiratsantrag, den sie - dem seltsamen Kauz - natürlich ablehnt. Daraufhin wird sie zu ihrem Vater gerufen, der ihr mitteilt, dass sie sich nun wohl von einem Elternteil trennen müsse. Denn wenn sie Mr. Collins nicht heirate, würde ihre Mutter sie nie wieder sehen wollten. Wenn sie es täte, dann würde ER sie nie mehr sehen wollen. Diese amüsante Szene sehe ich immer wieder gern, zeigt sie doch überdeutlich Mr. Bennets ironischen Humor.
| Annäherung
In der deutschen Filmversion wurde eine sehr wichtige Schlüsselstelle gekürzt, was mich sehr ärgert. Ein wichtiger Schritt zur Annährung zwischen Mr. Darcy und Lizzy ist der erste Tanz, den sie miteinander führen. In der englischen Version beginnt Lizzy zaghaft das Gespräch, indem sie ihn aufzieht, dass man doch während des Tanzes ein Gespräch führen müsse - das sei allgemein so üblich. Diese Szene spielt eine wichtige Rolle für den weiteren Verlauf, denn dort beginnt Darcy, tiefere Gefühle für Lizzy zu empfinden. Gerade weil dieses Gespräch während des Tanzes in einen kleinen Disput endet, erkennt Darcy Lizzys Scharfsinn und Intelligenz und deshalb hätte man diese Szene niemals kürzen dürfen.
| Heiratsantrag
Endlich ist es soweit. Darcy gesteht sich seine Liebe zu Lizzy ein und macht ihr einen Heiratsantrag. Die Art und Weise ist allerdings so außergewöhnlich, dass ich diese Szene oft mehrmals hintereinander ansehe. Er legt ihr sehr drastisch seine Abneigung gegen ihre Familie dar, teilt ihr mit, dass es gegen seine Prinzipen verstößt, er aber nichts gegen seine Gefühle tun kann und sie deshalb bittet, ihn zu heiraten. Sie lehnt jedoch ab...
| Meinungsänderung
Nachdem Darcy Lizzy über den Disput aufgeklärt hat, der ihn mit Mr. Wickham verbindet, muss sie sich eingestehen, eine ungerechtfertigtes Vorurteil gegenüber Darcy entwickelt zu haben. Als sie nun eine Rundreise mit ihrer Tante unternimmt und dabei Darcys Herrensitz besichtigt, kommt es zu einer wunderschönen Szene (= Bad im See), die der Drehbuchautor eigenmächtig eingefügt hat und die so im Roman nicht vorkommt.
Mr. Darcy kehrt einen Tag zu früh von einer Reise zurück, und beschließt, sich im nahegelegenen See abzukühlen. Er ahnt nicht, dass Lizzy gerade sein Anwesen besichtigt hat und nun in seinem Park spazieren geht. Mit durchnässten Kleidern macht er sich auf den Weg zum Haus und läuft seiner Angebeteten direkt in die Arme. Beiden ist es furchtbar peinlich. Lizzy schämt sich dafür, dass sie das Anwesen betreten hat und es ist ihr unangenehm, von ihm dabei ertappt zu werden. Darcy - immer noch sehr verliebt - steht völlig unpassend gekleidet vor seiner Angebeteten...
Ein absoluter Höhepunkt des Films! Meine Lieblingsszene! Lizzy wird in diesem Moment bewusst, dass sie Darcy liebt...
Jane Austen war schon zu Lebzeiten eine anerkannte Autorin. Das war Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts durchaus nicht üblich. \"Stolz und Vorurteil\" spiegelt genau die Zeit wider, in der auch die Autorin lebte. Die Damen der feinen Gesellschaft beschäftigten sich mit musischen Dingen (Stricken, Zeichnen, Musizieren) und hatten sonst kaum eigene Rechte. Beruflich erfolgreich - so wie es Austen anstrebte - durften Frauen damals nicht sein. Außerdem war es durchaus üblich, dass Ehen aufgrund des Standes geschlossen wurden. Jane Austen blieb bis zu ihrem frühen Tode ledig, eine Tatsache, die - meiner Ansicht nach - den Inhalt ihres Romans abrundet.
Die Story des Filmes nimmt mich jedesmal - obwohl ich ihn inzwischen schon ein Dutzend Mal gesehen habe - so in Anspruch, dass ich für die hübschen Landschaftsaufnahmen und die eleganten Kleider keinen Blick habe. Auch die dezente Hintergrundmusik möchte ich erwähnen, die sehr gewählt wurde.
Fakten zur DVD
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Bild: PAL 4:3
Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0
Laufzeit: ca. 270 Minuten
Extras: Making Of, Filmographien
FSK: 12 Jahre
Englische Originalfassung von 1995
Direcotr: Simon Langton
Producer: Sue Birthwistle
Executive Producer: Michael Wearing
Screenplay: Andrew Davis
Music: Carl Davis
Die Triologie ist auf zwei DVD\'s gebrannt, wobei ich anfangs etwas irritiert war, dass sich auf der ersten Scheibe zwei getrennte Episoden befinden. Als die erste Episode zu Ende war und das Stand-by-Bild des DVD-Players erschien, nahm ich an, ich müsste die zweite DVD einlegen. Doch dort begann gleich der dritte Teil, so dass ich wieder die erste Scheibe zur Hand nahm und mich dort durchs Menü klickte.
Schade fand ich auch, dass die deutsche DVD \"Stolz und Vorurteil\" nur deutschsprachige ist. Das liegt wohl daran, dass man die deutsche Version extra fürs ZDF geschnitten hat, womit nicht nur über eine halbe Stunde Film der Schere zum Opfer fiel, sondern auch die englische Fassung. Ein weiterer Grund, warum man den Film nicht hätte kürzen dürfen!!
Die erste DVD hat einen Fehler in der Tonspur. Anfangs dachte ich, es läge an unserem DVD-Player, aber dieses Problem scheint auch an anderen Geräten aufzutreten. Als die Bennets vom Kirchgang nach Hause zurück kehren und ihre Jacken in der Halle ablegen, springt der Ton - zu vermute ich - von Digital 2.0 auf Digital 6.0 um. Es dauert ca. 20 Sekunden, bis sich der Ton wieder reguliert. Ich erschrecke jedes Mal, obwohl ich weiß, dass dieses Problem an dieser Stelle auftaucht.
Die zweite DVD hat zwei Aussetzer, die ich nicht mehr genau zuordnen kann. Sie fallen auch nicht sehr auf und ich kann darüber hinweg sehen.
Die Bildqualität ist - so denke ich - überarbeitet worden, als man den Dreiteiler für die DVD-Version zuschnitt. Die Farben, die Schärfe und andere wichtige Darstellungskriterien sind, meiner Meinung nach, recht gut. Man merkt jedenfalls nicht, dass dieser Film im Jahre 1995 entstanden ist. Würde \"Stolz und Vorurteil\" in den 90er Jahren spielen, würde es anhand der Frisuren und der Kleidung, die die Schauspieler tragen, wahrscheinlich mehr auffallen. Da die Geschichte aber im 17./18. Jahrhundert spielt, ist dieses Kriterum hinfällig.
Die zweite DVD beinhaltet einen Bonus-Track, der aus diversen Informationen zu den Dreharbeiten besteht. Er ist nicht sonderlich interessant, sieht man vom Interview mit Colin Firth ab. Es werden aber ein paar Einzelheiten über das Privatleben der Autorin verraten, die recht informativ sind.
Fazit
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Ich könnte stundenlang über \"Stolz und Vorurteil\" erzählen. Aber das würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Ich hoffe, ich konnte euch meine Begeisterung über diesen Film deutlich machen. Die männlichen Leser meines Berichts werden gemerkt haben, dass \"Stolz und Vorurteil\" wohl eher \"Frauensache\" ist. Dem kann ich nicht widersprechen. Ich denke, dass es überwiegend weibliche Fans sind, die diese Triologie immer und immer wieder anschauen können. Außerdem: Wer den Film sieht, sollte das Buch lesen - wer das Buch liest, sollte den Film sehen! Erst dann ist dieses Erlebnis vollkommen!
Ich finde es jedoch schade, dass bei der deutschen Film-Version so viele interessante und für den Verlauf der Handlung wichtige Stellen rausgeschnitten wurden. Für diesen Frevel sollte ich sämtliche Punkte abziehen!!! Da ich mich aber - aufgrund meiner schlechten Englischkenntnisse - nicht an die englische Verfilmung traue, bin ich selbst schuld, und darf nicht zu viel Kritik üben.
Deshalb: 5 Sterne für diesen Kult-Film.
In diesem Sinne... alles bleibt anders... eure Dotti
25 Bewertungen, 2 Kommentare
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11.04.2006, 19:44 Uhr von Anja79
Bewertung: sehr hilfreichEin großes Lob für diesen ausführlichen und anschaulichen Bericht! Ich bin selbst Fan von "Stolz und Vorurteil"!
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01.08.2005, 20:33 Uhr von XoceansoulX
Bewertung: sehr hilfreichtoller bercht, außerdem! lg
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