Rise Of Nations Gold (PC Strategiespiel) Testbericht

Rise-of-nations-gold-pc-strategiespiel
ab 10,23
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Erfahrungsbericht von schorschl

Nur die Besten Zutaten

Pro:

sehr schöne Grafik, fast perfekte Steuerung, Einführung/Einleitung

Kontra:

kein Kontra

Empfehlung:

Ja

0. Einleitung
1. Was ist Rise of Nations
2. Mehr als nur eine Welteroberung
3. Systemvoraussetzungen (vom Hersteller empfohlen)
4. Fazit


0.Einleitung

Wer bei dieser Hitze freiwillig stundenweise vor dem PC sitzen bleibt, noch dazu wenn der PC auf dem Dachgeschoss untergebracht ist, der muss schon einen triftigen Grund dafür haben. Und so ist es auch, die Ursache für diese Art von Folter findet man in Form des PC-Spieles \'Rise of Nations\', auf deutsch der \'Aufstieg der Nationen\'.


1. Was ist Rise of Nations

An für sich würde ich dieses PC-Spiel im Genre der Echtzeitstrategie-Spiele ansiedeln, irgendwie passt dies aber dort nicht so richtig dort hinein, schließlich sich verschieden Einflüsse anderer Genre vorhanden. Vielleicht macht genau diese Mischung des Reiz des Spieles aus.

Die typische Handlungen eines Echtzeitstrategiespieles wie Ressourcen sammeln um daraus Gebäude zu bauen und weiter die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zufördern, sind vorhanden.

Verantwortlich für das Spiel zeichnet sich die Softwareschmiede \'Big Huge Games\', maßgeblichen Einfluss hatte Brian Reynolds. Dieser bringt seine Erfahrung aus Civilisation 2 und Alpha Centauri mit ein. Der Eindruck des Spieles kommt also nicht von ungefähr, zeichnet sich doch die Handschrift von Sid Meier ab. Es scheint als habe man Age of Empires und die Civilisation -Reihe mit einander kombiniert. Schließlich werden Städte gebaut, mit welchen man den Einflussbereich seines Territoriums erweitert. Angereichert wird das Ganze dann noch um die Schlachten im Stile eines Westwood-Klassikers, wie z.B. C&C. Ist der Kampf gewonnen, so ist das Angriffsziel danach nicht zerstört, sondern vielmehr erobert. Dies kennen wir z.B. von Cossacks, hier konnte man ebenfalls Gebäude erobern. Mit dem erweiterten Territorium können auch die in diesem Gebiet vorhanden Rohstoffe abgebaut werden. Allerdings finden die Kampfhandlungen im Rundenmodus statt. Wer hier Ähnlichkeiten mit der ‚Battle Isle’ -Serie und auch dem Brettspiel Risiko vermutet, liegt gar nicht mal so falsch.

Man hat 18 Nationen/Völker zur Auswahl, diese werden in bekannter Manier von einer Evolutionsstufe zur anderen geführt. Jede Nation hat seine Eigenheiten, welche sich z.B. im Kampfverhalten wiederspiegeln. Es gilt also ein Heer mit ausgewogenen Truppen zu bilden, welche sich auch gegenseitig schützen können, da evtl. Schwächen einer Einheit damit ausgeglichen werden. In Gegensatz zu \'Empire Earth\' verzichtet man bei \'Rise of Nations\' auf fiktive Schlachten in der Zukunft, die Evolutionsstufen enden damit in der Gegenwart.

Ursprünglich wurde das Spiel in Verbindung mit Kampagnen entwickelt, dies ist ja auch nicht Neues bei Echtzeitstrategiespielen. Kurzerhand wurde diese allerdings über Bord geworfen und man findet sich \'nur\' noch in einem Welteroberungsmodus wieder, nach eigenen Angaben des Herstellers, hielt man die Kampagnen zu linear und sah die Bewegungs- und Entwicklungsfreiheit des Spieler wohl zu eingeengt.


2. Mehr als nur eine Welteroberung

Startet man das Spiel ‚Rise of Nations’, dann erhält man zunächst einmal ein Intro welches einem auf die folgenden Erlebnisse einstimmen soll. Die Qualität des Intros darf als hochwertig bezeichnet werden, allerdings mehr als zweimal schaue ich mir die Sequenzen nicht an.

Im nachschließenden Menü empfehle ich Euch in jedem Fall erst einmal die Tutorials durch zu spielen. Der erfahrende ‚Age of Empires’ - Spieler wird sich hier sehr schnell zurecht finden. Wenn Ihr diese Lernspiele durchgeackert habt (nicht sehr schwer), dann ersucht Euch gleich am Welteroberungsmodus, hier durfte ich erst einmal Verwirrung erfahren. Gibt es da plötzlich eine strategische Karte, in welcher man Armeen verschiebt, Bonuskarten werden nach einem Sieg gutgeschrieben und in einem der nächsten Spiele wieder ausgespielt. Hier findet man also Merkmale auch dem bekannten Brettspiel ‚Risiko’. Die einzelnen Eroberungsfeldzüge werden nicht wie bei Risiko auf dem Brett ‚ausgewürfelt’, sondern in Form eines klassischen ‚Age of Empires’ - Spieles ausgetragen. Während die Eroberungsfeldzüge in Echtzeit gespielt werden, sind die Handlungen auf der strategischen Karten rundenbasierend.

Die Spielsequenzen haben gegenüber AoE auch Elemente verschiedener Aufbauspiele erhalten. So wird zum Beispiel wie bei der Siedler-Reihe durch Bau einer neuen Stadt das Territorium erweitert und man kann auch nur in diesem Territorium Gebäude zum Abbau von Holz, Erz oder dergleichen errichten. Hat man zwei oder mehr Städte, dann sollte man auch Karawanen erstellen, diese verbinden die Städte noch untereinander.

In AoE I + II konnte man im Dorfzentrum das Zeitalter, und die damit verbundenen Technologien und damit wiederum verbundenen stärkeren militärischen Einheiten, vorantreiben. Jetzt mit ‚Rise of Nations’ wurde dieses Zeitalter um vier weitere Teilaspekte erweitert: Militär, Staatswesen, Handel und Wissenschaft, die einzelnen Stufen innerhalb des Bereiches dienen wiederum als Vorraussetzung für weitere Technologien. Diese Aufteilung der einzelnen Bereiche kennen wir aus der Civilisation - Reihe.

Im Welteroberungsmodus will der Gegner in 90 Minuten unfreiwillig erobert sein (je nach Ziel der Mission), daher muss man manchmal aus Zeitgründen einen Mix mit ausreichend vorangeschrittener Technologie und dem richtigen Angriffszeitpunkt wählen, manchmal ist es sogar sehr hilfreich auch sehr früh anzugreifen. Hat man eine feindliche Stadt erobert, so wird diese innerhalb weniger Minuten assimiliert zur eigenen Stadt. Demnach sollte man auf das Zerstören der gegnerischen produzierenden Gebäude verzichten, da diese dann auch in den eigenen Besitz übergehen. Ausnahme: man muss den Gegner zunächst schwächen um an sein Ziel zu gelangen.

Die Atmosphäre im Spiel und um das Spiel ist gelungen und professionell, der Sound ist passend zum Spiel gewählt und untergemalt die Geschehnisse sehr gut. Das Spiel findet in der Eroberungsphase nach wie vor in einer 2-D isometrischen Sicht statt, gegenüber Age of Empires 2 ist die Grafik deutlich verfeinert und damit auch verbessert. Ein Grafikfeuerwerk wie bei Warcraft 3 findet man nicht, ist jedoch meiner Meinung nach auch nicht notwendig oder wäre dies gar förderlich. Man sollte allerdings eine große Auflösung wählen, soweit Prozessor und Grafikkarte dies zulassen, denn durch die verschiedenen Einblendungen wird oftmals viel Spieloberfläche verdeckt.

Wer denkt, mit der Welteroberung hat man das Spiel durch, der irrt, es gilt die verschiedenen Nationen und deren Eigenheiten zu erkunden. Weiter stellt einem das Spiel in höheren Schwierigkeitsstufen eine hohe Messlatte, da gilt es auch mit Allianzen zum Ziel zu langen.


3. Systemvoraussetzungen (vom Hersteller empfohlen)

Pentium PC ab 500 MHz, 128 MB RAM, 3D-Grafikkarte (mindestens 16 MB), 800 MB freier Festplattenspeicher. Meinerseits läuft das Spiel mit einem AMD 1500+, 256 MB RAM, Geforce TI200 und reichlich Platz auf der Festplatte ohne Makel. Scrollen und Gameplay sind flüssig.


4. Fazit

Frei nach dem Motto: Von jeden ein wenig, aber nur das Beste, dann bekommen wir schon ein gutes Produkt, scheint hier aufzugehen. Entscheiden wird aber der Spieler, der Verbraucher, welcher das Spiel kauft und dann auch intensiv spielt. Im Zuge der immer größer werdenden Flut von Ego- und Taktik-Shootern, sehe ich hier ein Game, welches den Markt und die Szene beleben kann. Schaun\' mer mal.


Gruß Michael

Vielen Dank für Lesen und ggf. Bewertung und Kommentieren.

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Sommergirl

    15.05.2007, 18:15 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sooo, ich arbeite mich mal durch Deine alten Berichte durch, die werden ja schnell mal vernachlässigt....