The Westerner (Adventure PC Spiel) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2010
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Erfahrungsbericht von schalkman
Es war einmal im Wilden Westen...
Pro:
Grafik; Sound; intutive Steuerung; gute Rätsel; witzig; professionelle Sprecher; gut ausgearbeitete Charaktere; sogar mit Bonusspiel
Kontra:
etwas kurz; manchmal kleinere Differenzen mit der Steuerung; keine reinen Logikrätsel
Empfehlung:
Ja
1. Entwickler
===============
Gute Adventures sind rar geworden. Nur noch selten kommen mitreißende Adventures vom Format eines Monkey Island, Baphomet\'s Fluch oder Runaway auf den Markt. Oft müssen wir Adventure-Fans und mit Durchschnittsware oder gar keinen Spielen zufrieden geben. Doch ein neuer Stern am Adventure-Himmel geht auf: „The Westerner“ von den spanischen Entwicklern „Crimson Cow“. Das Spiel ist erst Anfang März rausgekommen und der Neupreis beträgt nur circa 35 Euro im Handel (10 Euro weniger als andere Spiele!). Natürlich gibt\'s das ganze bei Ebay noch mal eine Ecke günstiger.
2. Systemanforderungen
===============
Mindestanforderungen:
733 MHz Prozessor
128 MB Ram
1 GB HDD
32 MB Grafikkarte
3. Genre
===============
„The Westerner“ ist ein waschechtes „Point.- and Klick-Adventure“, allerdings nicht wie Runaway oder Baphomet\'s Fluch 1 & 2 in 2D, sondern in schönster 3D Grafik. Ob dieses Experiment gelingt, könnt ihr in den Punkten „Grafik“ und „Steuerung“ nachlesen. Wer das jetzt nicht wirklich verstanden hat, kann sich noch mal ein bisschen Wissen aus dem Punkt „Gameplay“ rauslesen ;)
4. Story
===============
Unverhofft stolpert der Western-Held Fenimore Fillmore in ein großes Abenteuer. Bei seinen Streifzügen durch den Wilden Westen kommt er eines Abends in die Nähe von Starek City, wo er Zeuge eines Gesprächs wird, das sein Leben in den nächsten 24 Stunden vollkommen verändern sollte: Starek, der Großgrundbesitzer der Gegend versucht den Farmern das Land abzukaufen, wer nicht verkaufen will, dessen Farm wird niedergebrannt und wird vertrieben...
Da Fenimore eigentlich keinen Streit will, versucht er sich zurückzuziehen, doch landet dabei auf einem Kaktus, springt darauf zwischen den Farmer Joe Bannister und Stareks Männer und verhindert die Brandschatzung der Bannister-Farm.
Anschließend lädt Joe Bannister ihn zum Abendessen mit der Familie Bannister ein und versucht Fenimore, während er ihm die Problematik mit Starek erklärt, zum Bleiben auf der Farm zu überreden. Doch da es Gemüse zum Abendessen gibt (was soll es auch sonst auf der Bannister\'schen Gemüsefarm geben?) und Fenimore dieses nicht verträgt (ausgeprägte Gemüse-Allergie!), fällt er in Ohnmacht und wacht erst am nächsten Morgen wieder auf.
Natürlich ist es jetzt Ehrensache für Fenimore Fillmore den Farmern in ihrem Kampf gegen Starek tatkräftig zur Seite zu stehen. Im einzelnen muss Fenimore dabei folgende Grundaufgaben erfüllen:
- Verstärkung für die Farmer beschaffen
- Farmverteidigungsmaterial kaufen
- Stareks Verstärkung aufhalten
Dazu ist es nötig eine Bank zu überfallen, einen inhaftierten Farmer zu befreien, eine Eisenbahnbrücke in die Luft zu sprengen und natürlich geht es auch noch darum, das Herz einer Frau zu erobern...
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Witzig, stimmig und logisch – Diese Story beinhaltet wirklich alles, worauf es ankommt
5. Gameplay
===============
Ein Adventure besteht hauptsächlich aus Rätseln (Logik-Puzzles oder Sammel-Rätsel) und Gesprächen. Während die Gespräche weitestgehend sehr gut gelungen sind (siehe auch „Sound“), erreichen die Rätsel leider kein Spitzenniveau. Zu jedem Zeitpunkt sind sie wirklich fair und lösbar, das muss man den Entwicklern hoch anrechnen, aber trotzdem gehen sie nie über ein „Finde Gegenstand A, bringe ihn zu Person B und erhalte dafür Gegenstand C“-Schema hinaus. So muss man beispielsweise ein Foto von Jesse James einem kleinen Mädchen geben, um dessen Hund für die Aufnahme einer Duftspur auszuleihen. Um an das Foto zu kommen muss man dem in Starek City ansässigen Doktor einen Zahn ziehen, doch bevor man das wiederum machen kann, muss man dem Doc erst mal ein Betäubungsmittel (Wiskey der Marke XXX) bringen und eine geeignete Zange finden. Auf diese Weise löst sich nach und nach jedes Rätsel. Das Prinzip mag zwar im ersten Moment etwas monoton erscheinen, doch durch ständig wechselnde Personen, Probleme und Schauplätze kann man so was schon etliche Stunden durchhalten. Trotzdem fehlen mir irgendwie große Mechanismen, die verstanden und richtig betätigt werden müssen, eben ein Rätsel, das man nur durch logisches Denken und nicht durch Gelaber, Sammeln und Vertauschen von Gegenständen lösen kann.
Was ich persönlich auch nicht so toll finde ist, dass man für den Transport zwischen den sieben Schauplätzen (davon eine Stadt mit fünf Gebäuden), zahlen muss, denn Fenimores Pferd Ray will pro „Station“ mit einer Mohrrübe gefüttert werden, wobei man diese zuerst auf der Farm der Bannister\'schen Farm anbauen muss. Hierfür wollen einige Eimer Wasser gefüllt und auf das Karottenbeet entleert werden, was ab dem dritten mal eigentlich nur noch lästig ist. Sollte einem mal der Karottenvorrat ausgehen und man mitten in einer Location stecken bleiben, so muss man erst mal ein paar Mohrrüben suchen, denn an jedem der Schauplätze liegt mindestens eine Karotte einfach so herum.
Ähnlich wie mit den Karotten verhält es sich mit dem Geld. Während die Adventure-Konkurrenz vollkommen ohne Geld auskommt, muss man in „The Westerner“ öfter als nur einmal eine „Hand voll Dollar“ hinblättern, um an Gegenstände heranzukommen oder eines der Zarzaparilla-Duelle (dazu später mehr) zu bestreiten. Diese Dollars müssen aus allen möglichen Schubladen und Schränken „zusammengeklaut“ werden, bis man am Ende genug Geld für alle Waren aus „Jacksons Store“ hat.
Die gerade angesprochenen Zarzaparilla-Duelle sind den Beleidigungs-Kämpfen aus „Monkey Island“ sehr ähnlich und müssen sogar bestritten werden, da sie für die Lösung des Spiels unumgänglich sind. Insgesamt muss man sich in der Bar gegen vier Gegner durchsetzen, wobei ein Duell allerdings einen Dollar kostet und man erst mal eine gehörige Summe investieren muss, um sich ein entsprechendes Beleidigungs-Repertoire anzueignen. Dabei läuft der Wettkampf folgendermaßen ab: Der Gegner fängt an und spricht eine Beleidigung aus, wie z.B. „Du trinkst so zaghaft wie eine Frau!“, darauf müsste man „...und du bist nach einem Glas schon blau“ antworten. Wer jetzt genau hingelesen hat, merkt, dass es bei den Duellen auf den Endreim ganz besonders ankommt. Beleidigung und Antwort müssen sich reimen! Insgesamt gibt es an die 15 Beleidigungen und Antworten, was eigentlich ein ganz witziges Minispiel ist.
A propos Minispiel: Ein weiteres Minispiel sind Schießeinlagen im Spiel. So muss man bei einer Schießbude vier immer schwerer werdende Runden überstehen, um an den Hauptpreis, eine Winchester zu kommen, oder im großen Endkampf Stareks Männern die Pistolen aus den Händen schießen (ups... hab ich jetzt zu viel veraten?). Diese kleinen Actioneinlagen sind nicht allzu schwer und fördern eher den Spielspass als ihn zu bremsen.
Damit auch die drei Haupträtsel (Banküberfall; Gefängnisausbruch; Bahnbrückensprengung) nicht zu schwer werden, kann man sich in „Jacksons Store“ Zeitungen kaufen, in denen Lösungshinweise stehen. Dies erleichtert die Arbeit für Anfänger gehörig.
Was allerdings die Arbeit für alle etwas stört sind die Spielabstürze. Zwar sind es nicht allzu viele, aber dennoch stören sie, besonders wenn man nicht vorher gespeichert hat und einen langen Spielabschnitt noch mal durchspielen muss, um an den Punkt zu kommen, wo das Spiel abgestürzt ist.
Nach circa zehn bis fünfzehn Stunden dürfte auch ein durchschnittlicher Spieler die Endsequenz sehen, doch jetzt sollte man sich nicht sagen, dass das viel zu wenig ist, aber viele Actionspiele sind auch nicht länger als „The Westerner“...
Einzelwertung: 8/10 Punkten – Abgesehen von ein paar kleinen Fehlern, technischen Schwierigkeiten und fehldenden Logikrätseln ganz gut
6. Grafik
===============
Die Grafik ist große Klasse. Zwar gibt es im Vergleich zu „The Westerner“ nur „Monkey Island 4“ und „Baphomet\'s Fluch 3“, die als Adventures auch auf 3D-Grafik setzen, aber mit beiden kann „The Westerner“ locker mithalten. Abgesehen von kleinen Grafikfehlern (wirklich nicht vielen), hat das Spiel wirklich die beste 3D-Grafik im Genre zu bieten. Besonderes Schmankerl dabei: Die Gesichtszüge wurden durch Anwendung einer neuen Technik absolut perfektioniert. Nie waren Computerfiguren schöner schockiert, gelangweilt oder überrascht – Die Gesichtszüge verraten einfach alles, was in dem Charakter vor sich geht.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Keine Kritik, besser als die Konkurrenz und besonders gut gemachte Mimikanimationen
7. Sound
===============
Zwar bewegen sich einige Lippen nicht zum gesprochenen Synchron, aber die Sprecher sind hochprofessionell, jeder Charakter im Spiel hat seine eigene und vor allem passende Stimme mit hohem Wiedererkennungswert. Auch die Hintergrundmusik ist durchweg gut gewählt, so dass man gut unterhalten und nie gelangweilt wird.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Auch in diesem Bereich die verdiente Höchstbewertung
8. Steuerung
===============
Das Experiment „3D-Point & Click“ ist im großen und ganzen Gelungen. Es steuert sich deutlich besser als die Konkurrenz, die wahlweise mit Tastatur, Gamepad oder Joystick spielbar ist. Aber auch bei der tollen Maussteuerung gibt es manchmal Probleme, denn an einige Ecken auf den Schauplätzen kommt man nur schwerlich und die dritte Dimension, die Tiefe führt manchmal zu klicktechnischen Missverständnissen.
Einzelwertung: 4/5 Punkten – Allgemein ganz gut gelungen, aber im speziellen leider etwas zu ungenau und umständlich
9. Fazit
===============
Alles in allem ist „The Westerner“ ein sehr gutes Adventure, das einen ähnlichen Humor hat wie „Monkey Island“ und dieser führt bei jedem Spieler wohl zu gnadenlosen Lachattacken. Auch die Charaktere von Fenimore Fillmore („The Westerner“) und Guybrush Threepwood („Monkey Island“) gleichen sich, aber stufen sich angenehm voneinander ab. Die Rätsel sind wie gesagt weder zu leicht, noch zu schwer oder unlogisch, dennoch fehlen die ganz harten Logik-Nüsse, wie z.B. Riesige Mechanismen, die verstanden werden wollen. Doch diesen Missstand macht „The Westerner“ durch die Mini-Schieß-Spielchen und die Zarzaparilla-Duelle locker wieder wett, denn die machen echt Laune. Positiv anzurechnen ist es dem Game auch, dass man fast jederzeit weiß, was man als nächstes tun muss und nur einmal ratlos von Schauplatz zu Schauplatz pilgert, um den nächsten Auftrag aufzuspüren.
Besonders herausheben möchte ich an dieser Stelle auch mal die technische Seite des Spiels: Die Grafik ist der Konkurrenz meilenweit überlegen, „The Westerner“ ist das erste 3D-Adventure mit wirklich funktionierender Steuerung (wenn auch noch nicht 100 %ig ausgefeilt), Musik und Sprachausgabe sind hochprofessionell und entsprechend gut. Lediglich die Abstürze, die ab und zu mal passieren verschlechtern das sensationell gute Gesamtbild, daher kann ich guten Gewissens knappe fünf Sterne und eine unbedingte Empfehlung für „The Westerner“ geben.
Übrigens ist neben dem Originalspiel auch das Vorgängerspiel in der derzeitigen Verkaufsversion mitgeliefert (vielleich folgt dazu auch noch mal ein Test).
Gesamtwertung: 27/30 Punkten
Abschlussbewertung: 5/5 Sternen, \"exzellent\"
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Gute Adventures sind rar geworden. Nur noch selten kommen mitreißende Adventures vom Format eines Monkey Island, Baphomet\'s Fluch oder Runaway auf den Markt. Oft müssen wir Adventure-Fans und mit Durchschnittsware oder gar keinen Spielen zufrieden geben. Doch ein neuer Stern am Adventure-Himmel geht auf: „The Westerner“ von den spanischen Entwicklern „Crimson Cow“. Das Spiel ist erst Anfang März rausgekommen und der Neupreis beträgt nur circa 35 Euro im Handel (10 Euro weniger als andere Spiele!). Natürlich gibt\'s das ganze bei Ebay noch mal eine Ecke günstiger.
2. Systemanforderungen
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Mindestanforderungen:
733 MHz Prozessor
128 MB Ram
1 GB HDD
32 MB Grafikkarte
3. Genre
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„The Westerner“ ist ein waschechtes „Point.- and Klick-Adventure“, allerdings nicht wie Runaway oder Baphomet\'s Fluch 1 & 2 in 2D, sondern in schönster 3D Grafik. Ob dieses Experiment gelingt, könnt ihr in den Punkten „Grafik“ und „Steuerung“ nachlesen. Wer das jetzt nicht wirklich verstanden hat, kann sich noch mal ein bisschen Wissen aus dem Punkt „Gameplay“ rauslesen ;)
4. Story
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Unverhofft stolpert der Western-Held Fenimore Fillmore in ein großes Abenteuer. Bei seinen Streifzügen durch den Wilden Westen kommt er eines Abends in die Nähe von Starek City, wo er Zeuge eines Gesprächs wird, das sein Leben in den nächsten 24 Stunden vollkommen verändern sollte: Starek, der Großgrundbesitzer der Gegend versucht den Farmern das Land abzukaufen, wer nicht verkaufen will, dessen Farm wird niedergebrannt und wird vertrieben...
Da Fenimore eigentlich keinen Streit will, versucht er sich zurückzuziehen, doch landet dabei auf einem Kaktus, springt darauf zwischen den Farmer Joe Bannister und Stareks Männer und verhindert die Brandschatzung der Bannister-Farm.
Anschließend lädt Joe Bannister ihn zum Abendessen mit der Familie Bannister ein und versucht Fenimore, während er ihm die Problematik mit Starek erklärt, zum Bleiben auf der Farm zu überreden. Doch da es Gemüse zum Abendessen gibt (was soll es auch sonst auf der Bannister\'schen Gemüsefarm geben?) und Fenimore dieses nicht verträgt (ausgeprägte Gemüse-Allergie!), fällt er in Ohnmacht und wacht erst am nächsten Morgen wieder auf.
Natürlich ist es jetzt Ehrensache für Fenimore Fillmore den Farmern in ihrem Kampf gegen Starek tatkräftig zur Seite zu stehen. Im einzelnen muss Fenimore dabei folgende Grundaufgaben erfüllen:
- Verstärkung für die Farmer beschaffen
- Farmverteidigungsmaterial kaufen
- Stareks Verstärkung aufhalten
Dazu ist es nötig eine Bank zu überfallen, einen inhaftierten Farmer zu befreien, eine Eisenbahnbrücke in die Luft zu sprengen und natürlich geht es auch noch darum, das Herz einer Frau zu erobern...
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Witzig, stimmig und logisch – Diese Story beinhaltet wirklich alles, worauf es ankommt
5. Gameplay
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Ein Adventure besteht hauptsächlich aus Rätseln (Logik-Puzzles oder Sammel-Rätsel) und Gesprächen. Während die Gespräche weitestgehend sehr gut gelungen sind (siehe auch „Sound“), erreichen die Rätsel leider kein Spitzenniveau. Zu jedem Zeitpunkt sind sie wirklich fair und lösbar, das muss man den Entwicklern hoch anrechnen, aber trotzdem gehen sie nie über ein „Finde Gegenstand A, bringe ihn zu Person B und erhalte dafür Gegenstand C“-Schema hinaus. So muss man beispielsweise ein Foto von Jesse James einem kleinen Mädchen geben, um dessen Hund für die Aufnahme einer Duftspur auszuleihen. Um an das Foto zu kommen muss man dem in Starek City ansässigen Doktor einen Zahn ziehen, doch bevor man das wiederum machen kann, muss man dem Doc erst mal ein Betäubungsmittel (Wiskey der Marke XXX) bringen und eine geeignete Zange finden. Auf diese Weise löst sich nach und nach jedes Rätsel. Das Prinzip mag zwar im ersten Moment etwas monoton erscheinen, doch durch ständig wechselnde Personen, Probleme und Schauplätze kann man so was schon etliche Stunden durchhalten. Trotzdem fehlen mir irgendwie große Mechanismen, die verstanden und richtig betätigt werden müssen, eben ein Rätsel, das man nur durch logisches Denken und nicht durch Gelaber, Sammeln und Vertauschen von Gegenständen lösen kann.
Was ich persönlich auch nicht so toll finde ist, dass man für den Transport zwischen den sieben Schauplätzen (davon eine Stadt mit fünf Gebäuden), zahlen muss, denn Fenimores Pferd Ray will pro „Station“ mit einer Mohrrübe gefüttert werden, wobei man diese zuerst auf der Farm der Bannister\'schen Farm anbauen muss. Hierfür wollen einige Eimer Wasser gefüllt und auf das Karottenbeet entleert werden, was ab dem dritten mal eigentlich nur noch lästig ist. Sollte einem mal der Karottenvorrat ausgehen und man mitten in einer Location stecken bleiben, so muss man erst mal ein paar Mohrrüben suchen, denn an jedem der Schauplätze liegt mindestens eine Karotte einfach so herum.
Ähnlich wie mit den Karotten verhält es sich mit dem Geld. Während die Adventure-Konkurrenz vollkommen ohne Geld auskommt, muss man in „The Westerner“ öfter als nur einmal eine „Hand voll Dollar“ hinblättern, um an Gegenstände heranzukommen oder eines der Zarzaparilla-Duelle (dazu später mehr) zu bestreiten. Diese Dollars müssen aus allen möglichen Schubladen und Schränken „zusammengeklaut“ werden, bis man am Ende genug Geld für alle Waren aus „Jacksons Store“ hat.
Die gerade angesprochenen Zarzaparilla-Duelle sind den Beleidigungs-Kämpfen aus „Monkey Island“ sehr ähnlich und müssen sogar bestritten werden, da sie für die Lösung des Spiels unumgänglich sind. Insgesamt muss man sich in der Bar gegen vier Gegner durchsetzen, wobei ein Duell allerdings einen Dollar kostet und man erst mal eine gehörige Summe investieren muss, um sich ein entsprechendes Beleidigungs-Repertoire anzueignen. Dabei läuft der Wettkampf folgendermaßen ab: Der Gegner fängt an und spricht eine Beleidigung aus, wie z.B. „Du trinkst so zaghaft wie eine Frau!“, darauf müsste man „...und du bist nach einem Glas schon blau“ antworten. Wer jetzt genau hingelesen hat, merkt, dass es bei den Duellen auf den Endreim ganz besonders ankommt. Beleidigung und Antwort müssen sich reimen! Insgesamt gibt es an die 15 Beleidigungen und Antworten, was eigentlich ein ganz witziges Minispiel ist.
A propos Minispiel: Ein weiteres Minispiel sind Schießeinlagen im Spiel. So muss man bei einer Schießbude vier immer schwerer werdende Runden überstehen, um an den Hauptpreis, eine Winchester zu kommen, oder im großen Endkampf Stareks Männern die Pistolen aus den Händen schießen (ups... hab ich jetzt zu viel veraten?). Diese kleinen Actioneinlagen sind nicht allzu schwer und fördern eher den Spielspass als ihn zu bremsen.
Damit auch die drei Haupträtsel (Banküberfall; Gefängnisausbruch; Bahnbrückensprengung) nicht zu schwer werden, kann man sich in „Jacksons Store“ Zeitungen kaufen, in denen Lösungshinweise stehen. Dies erleichtert die Arbeit für Anfänger gehörig.
Was allerdings die Arbeit für alle etwas stört sind die Spielabstürze. Zwar sind es nicht allzu viele, aber dennoch stören sie, besonders wenn man nicht vorher gespeichert hat und einen langen Spielabschnitt noch mal durchspielen muss, um an den Punkt zu kommen, wo das Spiel abgestürzt ist.
Nach circa zehn bis fünfzehn Stunden dürfte auch ein durchschnittlicher Spieler die Endsequenz sehen, doch jetzt sollte man sich nicht sagen, dass das viel zu wenig ist, aber viele Actionspiele sind auch nicht länger als „The Westerner“...
Einzelwertung: 8/10 Punkten – Abgesehen von ein paar kleinen Fehlern, technischen Schwierigkeiten und fehldenden Logikrätseln ganz gut
6. Grafik
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Die Grafik ist große Klasse. Zwar gibt es im Vergleich zu „The Westerner“ nur „Monkey Island 4“ und „Baphomet\'s Fluch 3“, die als Adventures auch auf 3D-Grafik setzen, aber mit beiden kann „The Westerner“ locker mithalten. Abgesehen von kleinen Grafikfehlern (wirklich nicht vielen), hat das Spiel wirklich die beste 3D-Grafik im Genre zu bieten. Besonderes Schmankerl dabei: Die Gesichtszüge wurden durch Anwendung einer neuen Technik absolut perfektioniert. Nie waren Computerfiguren schöner schockiert, gelangweilt oder überrascht – Die Gesichtszüge verraten einfach alles, was in dem Charakter vor sich geht.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Keine Kritik, besser als die Konkurrenz und besonders gut gemachte Mimikanimationen
7. Sound
===============
Zwar bewegen sich einige Lippen nicht zum gesprochenen Synchron, aber die Sprecher sind hochprofessionell, jeder Charakter im Spiel hat seine eigene und vor allem passende Stimme mit hohem Wiedererkennungswert. Auch die Hintergrundmusik ist durchweg gut gewählt, so dass man gut unterhalten und nie gelangweilt wird.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Auch in diesem Bereich die verdiente Höchstbewertung
8. Steuerung
===============
Das Experiment „3D-Point & Click“ ist im großen und ganzen Gelungen. Es steuert sich deutlich besser als die Konkurrenz, die wahlweise mit Tastatur, Gamepad oder Joystick spielbar ist. Aber auch bei der tollen Maussteuerung gibt es manchmal Probleme, denn an einige Ecken auf den Schauplätzen kommt man nur schwerlich und die dritte Dimension, die Tiefe führt manchmal zu klicktechnischen Missverständnissen.
Einzelwertung: 4/5 Punkten – Allgemein ganz gut gelungen, aber im speziellen leider etwas zu ungenau und umständlich
9. Fazit
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Alles in allem ist „The Westerner“ ein sehr gutes Adventure, das einen ähnlichen Humor hat wie „Monkey Island“ und dieser führt bei jedem Spieler wohl zu gnadenlosen Lachattacken. Auch die Charaktere von Fenimore Fillmore („The Westerner“) und Guybrush Threepwood („Monkey Island“) gleichen sich, aber stufen sich angenehm voneinander ab. Die Rätsel sind wie gesagt weder zu leicht, noch zu schwer oder unlogisch, dennoch fehlen die ganz harten Logik-Nüsse, wie z.B. Riesige Mechanismen, die verstanden werden wollen. Doch diesen Missstand macht „The Westerner“ durch die Mini-Schieß-Spielchen und die Zarzaparilla-Duelle locker wieder wett, denn die machen echt Laune. Positiv anzurechnen ist es dem Game auch, dass man fast jederzeit weiß, was man als nächstes tun muss und nur einmal ratlos von Schauplatz zu Schauplatz pilgert, um den nächsten Auftrag aufzuspüren.
Besonders herausheben möchte ich an dieser Stelle auch mal die technische Seite des Spiels: Die Grafik ist der Konkurrenz meilenweit überlegen, „The Westerner“ ist das erste 3D-Adventure mit wirklich funktionierender Steuerung (wenn auch noch nicht 100 %ig ausgefeilt), Musik und Sprachausgabe sind hochprofessionell und entsprechend gut. Lediglich die Abstürze, die ab und zu mal passieren verschlechtern das sensationell gute Gesamtbild, daher kann ich guten Gewissens knappe fünf Sterne und eine unbedingte Empfehlung für „The Westerner“ geben.
Übrigens ist neben dem Originalspiel auch das Vorgängerspiel in der derzeitigen Verkaufsversion mitgeliefert (vielleich folgt dazu auch noch mal ein Test).
Gesamtwertung: 27/30 Punkten
Abschlussbewertung: 5/5 Sternen, \"exzellent\"
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