Edeka Selection Frucht Pur Waldfrucht-Dessert Testbericht


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Auf yopi.de gelistet seit 09/2010
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Summe aller Bewertungen
- Geschmack:
- Geruch:
- Grad der Süße:
- Gesundheitsfaktor:
Erfahrungsbericht von Hobewi
Edeka Selection Frucht Pur
Pro:
Transparente Angabe der Inhaltsstoffe
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Durch Zufall habe ich heute das Frucht-Dessert gekauft, bin gerade dabei es zu essen und stosse hier auf den umfangreichen und guten Testbericht von Sweeaty. Ich habe das "Dessert" in der Fruchtnote Kirsch statt Waldbeer, jedoch sind die Angaben von Sweeaty über Info, Verpackung, Zutaten und Nährstoffe fast identisch.
Ich bin selbst in der Hotellerie und Gastronomie im Bereich Food & Beverage tätig. Seit dem Studium an einer Hotelfachschule und damit verbundenem Fach in Lebensmitteltechnik betrachte ich Lebensmittel in Bezug auf Herstellerangaben und Forensik kritisch, aber trotzdem als Normalverbraucher. Es soll schmecken! dennoch später im Bericht noch etwas mehr dazu.
Aussehen und Geruch:
Angepriesen als "Dessert" versteht hier der Verbraucher sicher etwas anderes. Es handelt sich wirklich nur um einen "stinknormalen" Fruchtjoghurt und sieht deshalb auch so aus. Dies geht aber aus der Zutatenliste hervor, es wird auch nichts über "aufgeschäumt" oder "locker" erwähnt. Also ist Dessert hier eine Wortspielerei, ein Fruchtjoghurt wird umgangsprachlich aber meist als Dessert ausgegeben.
Der Joghurt besticht durch ein kräftiges rot, worauf ich erst einmal auf die Zutatenliste schaute: Joghurt, Kirschen, Zucker, Zitronensaftkonzentrat - fertig!??? Farbstoffe - Fehlanzeige und positive Überraschung!!!
23% Früchte, wahrlich zu erkennen, dies war der erste Fertigjoghurt in meinem Leben, wo tatsächlich ganze Kirschen vorhanden waren und die gestanzten Löcher von der Entkernung einen Blick durch die Frucht ermöglichten. Geschrätterte, undefinierbare Fruchtfetzen? Nichts da. Von der Konsistenz halbflüssig, etwas rot-wässriger Saft hatte sich abgesetzt, also umrühren, aber ein eindeutiges Indiz, dass hier keine Emulgatoren verwendet werden. Ich vermute, wenn man frischen Joghurt mit Schattenmorellen aus dem Glas mit deren Saft mischt, erhält man dasselbe Ergebnis. Dies bewerte ich aber als positiv. Der Geruch ist fruchtig-frisch.
Geschmack:
Beim ersten Löffel: flach!!! Und dann kam Sie, die ERKENNTNISS: ein wirklicher Kirschgeschmack, nicht ein Angriff auf industriell konditionierte Geschmacksnerven, welche ohne "Verstärker" eine Himbeere nicht von einer Kirsche unterscheiden können. Und ein freudiges ganze-Kirschen-an-den-Gaumen-drücken! Kirschig, dezent, unaufdringlich süß, einfach genial - ich will mehr, also ruck-zuck an den Kühlschrank, gleich hinterher noch ein Joghurt! Leider nicht derselbe Hersteller, aber wieder Kirsch von einem bekannte Markenhersteller, 30 Cent teurer, mit Rahm und "erlesenen Kirschen" - und sie kam, die ERNÜCHTERUNG: Blasse Farbe, keine Kirschen, nur irgendwelche geschretterte Fruchtfetzen, der Geschmack halt wie gewohnter Kirschjoghurt - kräftig, süß, sättigend, cremig - und gaaaanz anders als der erste, nicht wirklich kirschig, aber auch nicht schlecht, eben ganz anders. Worin liegt dieser Unterschied? Auf die Zutaten geschaut: Rahmjoghurt mild, Zucker, Fruchtzubereitung (welche?), Kirschen, Kirschsaft aus Kirschsaftkonzentrat, Glukose-Fruktose-Sirup, färbende Frucht- und Pflanzenkonzentrate (Rote Bete, Traube), Natürliche Aromen. Also auch auf die Testberichte geschaut, und hier unglaubliche Bestnoten! Wie gesagt, er war nicht schlecht aber nicht "so anders" wie der erste. Geschmäcker sind eben verschieden und die Hauptache ist, das Essen bleibt für sich persönlich ein Genuss. Ich persönlich habe den ersten Joghurt von EDEKA zu meinem Favoriten erklärt und möchte Ihnen nach einer Überlegung erzählen, warum. (Der folgende Absatz bezieht sich nicht auf Joghurt, sondern als allgemeine Anekdote).
Eine von vielen Situationen: z.B eine Soße zum Braten, hergestellt nach Lehrbuch mit frischen Zutaten.
Der Gast ruft nach der Bedienung: "Haben Sie Salz/Pfeffer?", "Das ist doch keine Soße", "Wieso ist die Soße so dünn/hell?", "Die Soße schmeckt nach gar nichts".
Also ich zurück in die Küche, der Koch sieht mich schon von weitem mit dem angebrochenen Teller in meiner Hand, meine hochgezogenen Augenbrauen und das verschmitze Lächeln - ich weiß was jetzt von ihm kommt und er weiß was von mir kommt. Ich gehe sprungbereit in Deckung, weil ich schon Pfannen fliegen sehe und Angst habe, dass seine immer dicker werdende, pulsierende Halsschlagader jeden Augenblick zu platzen droht (eigentlich ganz lustig
:-)))! Ich: "Was soll ich machen? Dem Gast schmeckt es nicht."
Der Koch:"Dann sollen die das nächste mal ins M....-Kochstudio gehen, Banausen!", bückt sich tief in die letzte Ecke seines "Staatgebietes", das für AZUBIS verbotene Regal. Er schnauft und eine weitere Schlagader auf seiner Stirn kommt zum Vorschein, schwillt breiter an als das Grinsen in meinem Gesicht. Glutamat als Geschmacksverstärker, Soßenbinder, Dunkle Soße zu Braten in Pastetenform, Mondamin, Zuckerculeur - das volle Programm - aus so einem kleinen Regal. Vorher den Azubi noch schnell in den Keller zum Fegen geschickt, weil der darf diese Elexiere nicht sehen.
"Lass eine Tasse von der richtigen Soße für mich bevor Du das da reinschüttest!" meine ich psychologisch mitfühlend aus der Erfahrung, dass er sich über die Anerkennung seiner Kochkünste freut und die Schlagadern wieder abschwellen - ich bringe trotzdem einen Cognac für seine Nerven und damit er beschäftigt ist. Der Azubi steht nämlich im Keller am Fenster und raucht erst mal eine. So hat jeder seine Geheimnisse.
(Köche nicht böse sein, ich habe Beruf selbst einmal ausgeübt)
Zurück zum Gast, Teller hin, kein wildes Winken mehr, dann den leeren Teller abräumen. "Wie hat es geschmeckt, war die Soße recht?" Gast: "Wunderbar", "Echt lecker" oder der Werbespruch "So muss eine Soße schmecken!" (Naja, das alkoholfreie Bier hat in der Soße noch gefehlt).
Die Moral von der Geschichte: Es bestätigt sich die Aussage von vielen Experten, Lebensmitteltechniker, Köchen u.s.w.: Die Geschmacksnerven sind bei den Verbrauchern so konditioniert/getrimmt, dass ein natürliches Produkt ungewohnt und fade schmeckt. Ich beobachte dies bei meiner Arbeit selbst seit Jahren und habe schon so manchen Koch verzweifeln sehen.
Auch deswegen gebe ich dem getesteten Produkt fast die Bestnote. Abstriche sind nur am Zuckergehalt und Fettgehalt zu machen, welche ernährungspsychologisch knapp über dem genormten Rahmen liegen. Dies wäre aber wiederum nur durch Ersatzstoffe zu beheben.
Zu den weiter oben genannten Ersatz-/Zusatzstoffen bei dem Marken-Vergleichsprodukt möchte ich daher zur Veranschaulichung noch folgendes erläutern:
Rahmjoghurt "mild": Bedeudet, es werden bei der Joghurtherstellung Bakterien verwendet, welche weniger Säure erzeugen (obwohl diese natürliche Säure konservierend ist). Daher wird zum Ausgleich der Säure bei normalen Bakterienstämmen meist eine höhere Zugabe von Zucker verwendet.
Fruchtzubereitung: Ist verarbeitetes Obst und kann (müss aber nicht) bestehen aus nicht näher bezeichneten Früchten, Zucker, Glukosesirup oder anderen Zuckerarten, Verdickungsmitteln, wie modifizierte Stärken, Pektin, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Carrageen, Säureregulatoren (Zitronensäure oder Trinatriumcitrat), Aromastoffe. Wenn auf der Zutatenliste eines Fruchtjoghurts keine Konservierungsstoffe angegeben sind, bedeutet das nicht, dass er wirklich keine Konservierungsstoffe enthält. Wenn der Anteil der Fruchtzubereitung unter 25 % liegt, muss die genaue Zusammensetzung der Fruchtzubereitung nicht angegeben werden. Das heist, keine Kennzeichnungspflicht für Konservierungsstoffe oder Aromastoffe, obwohl sie vorhanden sind.
Glukose-Fruktose-Sirup: Zuckerkonzentrat, welches enzymatisch aus Stärke von Mais hergestellt wird und als Ersatzstoff von herkömmlichen Zucker dient in Verbindung mit mind 5% Fruchtzucker (Traubenzucker)
Kirschsaft aus Kirschsaftkonzentrat: Wie bei den meisten Säften wird der Faft von Früchten nach dessen Gewinnung durch Verdampfen von Wasser eingedickt bis er nur noch sirupartig ist. Dies senkt die Transportkosten. Später wird der fehlende Wasseranteil wieder zugefügt.
Färbende Frucht- und Pflanzensaftkonzentrate (rote Bete/Traube): Hochkonzentrierte Fruchtsäfte bzw. Fruchtfleisch. Da färbende Lebensmittel Zutaten sind und keine Zusatzstoffe, müssen sie weder mit E-Nummern noch mit Warnhinweisen gekennzeichnet werden. Hier kann der Hersteller werben ohne Farbstoffe, obwohl Farbstoffe (wenn auch nicht synthetisch, sondern natürlich) verwendet werden. Gibt ne schöne Farbe (das Auge isst mit und soll ja auch wie Kirsch aussehen)) aber mehr nicht. Auch kein Aroma, sonst würde es ja nach rote Bete schmecken.
Jetzt mein Liebling: NATÜRLICHE AROMEN - wuahaha - jetzt wird es gruselig
1. Fall: Natürliches Aroma wird ausschließlich aus Kirschen oder entsprechend anderen Früchten gewonnen. Dieses ist dann sehr teuer und nur begrenzt verfügbar. Ein Fruchtjoghurt daraus wäre eine Rarität.
2. Fall: Natürliches Aroma wird aus "natürlichen" Ausgangsstoffen hergestellt - deswegen natürlich. Was ist natürlich?
"Natürliches Aroma" wird zwar nicht chemisch modifiziert (dann wäre es naturidentisch), dafür aber biotechnologisch!
"Natürlich" ist alles aus der Natur, z.B. Holz, Öle, Gräser, Erde, Säfte aus Pflanzen, Tierische Produkte (Blut, Knochen, Insekten, ...) Gewürze, etc. Durch Verwendung von Schimmelpilzen, Bakterien, Enzymen und Ähnlichem wird aus den Ausgangsprodukten das "natürliche" Aroma gewonnen. Auch kann es aus gentechnischen Ausgangsprodukten hergestellt werden. Schimmelpilze die nach Pfirsich schmecken, Sägespähne die mit richtigen Enzymen den Geschmack von Kirschen ergeben, der Geschmack muss nur noch physikalisch extrahiert werden. Glauben Sie mir, ein natürliches Erdbeeraroma hat weniger von einer Erdbeere gesehen als ein Blauwal von einer Fata Morgana in der Sahara.
Noch Appetit??? Den wollte ich Ihnen nicht verderben. Sicher, das getestete Produkt hier von EDEKA ist trotz nur wenigen Zutaten sicher nicht frei von irgendwelchen Stoffen, welche nicht deklariert werden müssen. Der Nahrungskreislauf fängt ja schon beim Pflanzen und Wässern des Kirschbaumes an. Jedoch kann man vieles eingrenzen, wenn man darauf achtet.
Ich bin selbst in der Hotellerie und Gastronomie im Bereich Food & Beverage tätig. Seit dem Studium an einer Hotelfachschule und damit verbundenem Fach in Lebensmitteltechnik betrachte ich Lebensmittel in Bezug auf Herstellerangaben und Forensik kritisch, aber trotzdem als Normalverbraucher. Es soll schmecken! dennoch später im Bericht noch etwas mehr dazu.
Aussehen und Geruch:
Angepriesen als "Dessert" versteht hier der Verbraucher sicher etwas anderes. Es handelt sich wirklich nur um einen "stinknormalen" Fruchtjoghurt und sieht deshalb auch so aus. Dies geht aber aus der Zutatenliste hervor, es wird auch nichts über "aufgeschäumt" oder "locker" erwähnt. Also ist Dessert hier eine Wortspielerei, ein Fruchtjoghurt wird umgangsprachlich aber meist als Dessert ausgegeben.
Der Joghurt besticht durch ein kräftiges rot, worauf ich erst einmal auf die Zutatenliste schaute: Joghurt, Kirschen, Zucker, Zitronensaftkonzentrat - fertig!??? Farbstoffe - Fehlanzeige und positive Überraschung!!!
23% Früchte, wahrlich zu erkennen, dies war der erste Fertigjoghurt in meinem Leben, wo tatsächlich ganze Kirschen vorhanden waren und die gestanzten Löcher von der Entkernung einen Blick durch die Frucht ermöglichten. Geschrätterte, undefinierbare Fruchtfetzen? Nichts da. Von der Konsistenz halbflüssig, etwas rot-wässriger Saft hatte sich abgesetzt, also umrühren, aber ein eindeutiges Indiz, dass hier keine Emulgatoren verwendet werden. Ich vermute, wenn man frischen Joghurt mit Schattenmorellen aus dem Glas mit deren Saft mischt, erhält man dasselbe Ergebnis. Dies bewerte ich aber als positiv. Der Geruch ist fruchtig-frisch.
Geschmack:
Beim ersten Löffel: flach!!! Und dann kam Sie, die ERKENNTNISS: ein wirklicher Kirschgeschmack, nicht ein Angriff auf industriell konditionierte Geschmacksnerven, welche ohne "Verstärker" eine Himbeere nicht von einer Kirsche unterscheiden können. Und ein freudiges ganze-Kirschen-an-den-Gaumen-drücken! Kirschig, dezent, unaufdringlich süß, einfach genial - ich will mehr, also ruck-zuck an den Kühlschrank, gleich hinterher noch ein Joghurt! Leider nicht derselbe Hersteller, aber wieder Kirsch von einem bekannte Markenhersteller, 30 Cent teurer, mit Rahm und "erlesenen Kirschen" - und sie kam, die ERNÜCHTERUNG: Blasse Farbe, keine Kirschen, nur irgendwelche geschretterte Fruchtfetzen, der Geschmack halt wie gewohnter Kirschjoghurt - kräftig, süß, sättigend, cremig - und gaaaanz anders als der erste, nicht wirklich kirschig, aber auch nicht schlecht, eben ganz anders. Worin liegt dieser Unterschied? Auf die Zutaten geschaut: Rahmjoghurt mild, Zucker, Fruchtzubereitung (welche?), Kirschen, Kirschsaft aus Kirschsaftkonzentrat, Glukose-Fruktose-Sirup, färbende Frucht- und Pflanzenkonzentrate (Rote Bete, Traube), Natürliche Aromen. Also auch auf die Testberichte geschaut, und hier unglaubliche Bestnoten! Wie gesagt, er war nicht schlecht aber nicht "so anders" wie der erste. Geschmäcker sind eben verschieden und die Hauptache ist, das Essen bleibt für sich persönlich ein Genuss. Ich persönlich habe den ersten Joghurt von EDEKA zu meinem Favoriten erklärt und möchte Ihnen nach einer Überlegung erzählen, warum. (Der folgende Absatz bezieht sich nicht auf Joghurt, sondern als allgemeine Anekdote).
Eine von vielen Situationen: z.B eine Soße zum Braten, hergestellt nach Lehrbuch mit frischen Zutaten.
Der Gast ruft nach der Bedienung: "Haben Sie Salz/Pfeffer?", "Das ist doch keine Soße", "Wieso ist die Soße so dünn/hell?", "Die Soße schmeckt nach gar nichts".
Also ich zurück in die Küche, der Koch sieht mich schon von weitem mit dem angebrochenen Teller in meiner Hand, meine hochgezogenen Augenbrauen und das verschmitze Lächeln - ich weiß was jetzt von ihm kommt und er weiß was von mir kommt. Ich gehe sprungbereit in Deckung, weil ich schon Pfannen fliegen sehe und Angst habe, dass seine immer dicker werdende, pulsierende Halsschlagader jeden Augenblick zu platzen droht (eigentlich ganz lustig
:-)))! Ich: "Was soll ich machen? Dem Gast schmeckt es nicht."
Der Koch:"Dann sollen die das nächste mal ins M....-Kochstudio gehen, Banausen!", bückt sich tief in die letzte Ecke seines "Staatgebietes", das für AZUBIS verbotene Regal. Er schnauft und eine weitere Schlagader auf seiner Stirn kommt zum Vorschein, schwillt breiter an als das Grinsen in meinem Gesicht. Glutamat als Geschmacksverstärker, Soßenbinder, Dunkle Soße zu Braten in Pastetenform, Mondamin, Zuckerculeur - das volle Programm - aus so einem kleinen Regal. Vorher den Azubi noch schnell in den Keller zum Fegen geschickt, weil der darf diese Elexiere nicht sehen.
"Lass eine Tasse von der richtigen Soße für mich bevor Du das da reinschüttest!" meine ich psychologisch mitfühlend aus der Erfahrung, dass er sich über die Anerkennung seiner Kochkünste freut und die Schlagadern wieder abschwellen - ich bringe trotzdem einen Cognac für seine Nerven und damit er beschäftigt ist. Der Azubi steht nämlich im Keller am Fenster und raucht erst mal eine. So hat jeder seine Geheimnisse.
(Köche nicht böse sein, ich habe Beruf selbst einmal ausgeübt)
Zurück zum Gast, Teller hin, kein wildes Winken mehr, dann den leeren Teller abräumen. "Wie hat es geschmeckt, war die Soße recht?" Gast: "Wunderbar", "Echt lecker" oder der Werbespruch "So muss eine Soße schmecken!" (Naja, das alkoholfreie Bier hat in der Soße noch gefehlt).
Die Moral von der Geschichte: Es bestätigt sich die Aussage von vielen Experten, Lebensmitteltechniker, Köchen u.s.w.: Die Geschmacksnerven sind bei den Verbrauchern so konditioniert/getrimmt, dass ein natürliches Produkt ungewohnt und fade schmeckt. Ich beobachte dies bei meiner Arbeit selbst seit Jahren und habe schon so manchen Koch verzweifeln sehen.
Auch deswegen gebe ich dem getesteten Produkt fast die Bestnote. Abstriche sind nur am Zuckergehalt und Fettgehalt zu machen, welche ernährungspsychologisch knapp über dem genormten Rahmen liegen. Dies wäre aber wiederum nur durch Ersatzstoffe zu beheben.
Zu den weiter oben genannten Ersatz-/Zusatzstoffen bei dem Marken-Vergleichsprodukt möchte ich daher zur Veranschaulichung noch folgendes erläutern:
Rahmjoghurt "mild": Bedeudet, es werden bei der Joghurtherstellung Bakterien verwendet, welche weniger Säure erzeugen (obwohl diese natürliche Säure konservierend ist). Daher wird zum Ausgleich der Säure bei normalen Bakterienstämmen meist eine höhere Zugabe von Zucker verwendet.
Fruchtzubereitung: Ist verarbeitetes Obst und kann (müss aber nicht) bestehen aus nicht näher bezeichneten Früchten, Zucker, Glukosesirup oder anderen Zuckerarten, Verdickungsmitteln, wie modifizierte Stärken, Pektin, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Carrageen, Säureregulatoren (Zitronensäure oder Trinatriumcitrat), Aromastoffe. Wenn auf der Zutatenliste eines Fruchtjoghurts keine Konservierungsstoffe angegeben sind, bedeutet das nicht, dass er wirklich keine Konservierungsstoffe enthält. Wenn der Anteil der Fruchtzubereitung unter 25 % liegt, muss die genaue Zusammensetzung der Fruchtzubereitung nicht angegeben werden. Das heist, keine Kennzeichnungspflicht für Konservierungsstoffe oder Aromastoffe, obwohl sie vorhanden sind.
Glukose-Fruktose-Sirup: Zuckerkonzentrat, welches enzymatisch aus Stärke von Mais hergestellt wird und als Ersatzstoff von herkömmlichen Zucker dient in Verbindung mit mind 5% Fruchtzucker (Traubenzucker)
Kirschsaft aus Kirschsaftkonzentrat: Wie bei den meisten Säften wird der Faft von Früchten nach dessen Gewinnung durch Verdampfen von Wasser eingedickt bis er nur noch sirupartig ist. Dies senkt die Transportkosten. Später wird der fehlende Wasseranteil wieder zugefügt.
Färbende Frucht- und Pflanzensaftkonzentrate (rote Bete/Traube): Hochkonzentrierte Fruchtsäfte bzw. Fruchtfleisch. Da färbende Lebensmittel Zutaten sind und keine Zusatzstoffe, müssen sie weder mit E-Nummern noch mit Warnhinweisen gekennzeichnet werden. Hier kann der Hersteller werben ohne Farbstoffe, obwohl Farbstoffe (wenn auch nicht synthetisch, sondern natürlich) verwendet werden. Gibt ne schöne Farbe (das Auge isst mit und soll ja auch wie Kirsch aussehen)) aber mehr nicht. Auch kein Aroma, sonst würde es ja nach rote Bete schmecken.
Jetzt mein Liebling: NATÜRLICHE AROMEN - wuahaha - jetzt wird es gruselig
1. Fall: Natürliches Aroma wird ausschließlich aus Kirschen oder entsprechend anderen Früchten gewonnen. Dieses ist dann sehr teuer und nur begrenzt verfügbar. Ein Fruchtjoghurt daraus wäre eine Rarität.
2. Fall: Natürliches Aroma wird aus "natürlichen" Ausgangsstoffen hergestellt - deswegen natürlich. Was ist natürlich?
"Natürliches Aroma" wird zwar nicht chemisch modifiziert (dann wäre es naturidentisch), dafür aber biotechnologisch!
"Natürlich" ist alles aus der Natur, z.B. Holz, Öle, Gräser, Erde, Säfte aus Pflanzen, Tierische Produkte (Blut, Knochen, Insekten, ...) Gewürze, etc. Durch Verwendung von Schimmelpilzen, Bakterien, Enzymen und Ähnlichem wird aus den Ausgangsprodukten das "natürliche" Aroma gewonnen. Auch kann es aus gentechnischen Ausgangsprodukten hergestellt werden. Schimmelpilze die nach Pfirsich schmecken, Sägespähne die mit richtigen Enzymen den Geschmack von Kirschen ergeben, der Geschmack muss nur noch physikalisch extrahiert werden. Glauben Sie mir, ein natürliches Erdbeeraroma hat weniger von einer Erdbeere gesehen als ein Blauwal von einer Fata Morgana in der Sahara.
Noch Appetit??? Den wollte ich Ihnen nicht verderben. Sicher, das getestete Produkt hier von EDEKA ist trotz nur wenigen Zutaten sicher nicht frei von irgendwelchen Stoffen, welche nicht deklariert werden müssen. Der Nahrungskreislauf fängt ja schon beim Pflanzen und Wässern des Kirschbaumes an. Jedoch kann man vieles eingrenzen, wenn man darauf achtet.
6 Bewertungen, 1 Kommentar
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20.06.2011, 21:10 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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