Stronghold (PC Strategiespiel) Testbericht

Stronghold-pc-strategiespiel
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Erfahrungsbericht von letsthommes

Burgverwalter im Mittelalter

Pro:

guter Wirtschaftspart, gute Alternative zu Age ofEmpires 2, kein Bevölkerungslimit

Kontra:

teils schlecht animierte Kämpfer, sehr wenige Missionen

Empfehlung:

Ja

Jeder hat doch schon mal davon geträumt ein stolzer Burgherr zu sein, welcher von seiner gewaltigen Festung aus riesige Armeen gegen Feind schickt und dessen Burg plättet. Mit Stronghold wird dieser Traum wenigstens am PC war. Als Möchtegernburgherr versuchen sie ein unter vier grundverschiedenen Herzögen aufgeteiltes Land unter ihre Kontrolle zu bringen und als neuer König mit Prachtburg über dieses Königreich zu herrschen.

Zur Story:
Der alte König wurde entführt und nun streiten sich vier Herzöge um das zerfallene Königreich. Duc de Puce, die Ratte, Duc de Beauregard, die Schlange, Duc Truffe, das Schwein und Duc Volpe, der Wolf, welcher gleichzeitig der Oberbösewicht ist. Jeder der Gegner sind anders aus und kämpft auch anders. Die Gesichter der mehr oder weniger „gut“ aussehenden Gegner bekommen sie in hübschen Rendersequenzen zwischen den Missionen zu sehen.

Zum Spiel:
Im Spiel können sie zwischen zwei Kampagnen wählen. Eine Wirtschaftskampagne mit fünf Missionen warten auf den Aufbaustrategen. In einer 21 Missionen langen Militärkampagne können sie ihr Können als Kriegsherr in Eroberung und Verteidigung ihrer Festung unter Beweiß stellen. Zusätzlich wartet ein Sandkastenmodus auf Burgherren mit allen möglichen Accessoires um in aller Ruhe eine Riesenfestung aufzubauen. Mit einem Missionseditor basteln sie sich eigene Missionen und können als kleines Extra 18 real existierende (oder zerstörte) Burgen auf ihre Standfestigkeit prüfen. Darunter wären Windsor Castle oder die Wartburg.

Zur Wirtschaftskampagne:
Hier haben sie in jeder Mission eine bestimmte Wirtschaftsleistung zu erreichen. So müssen sie zum Beispiel in einer Mission im einem Zeitlimit weiniger Jahre eine bestimmte Anzahl an Schwertern produzieren. Sie fangen immer mit einer kleinen Rohstoffmenge an, welche sie in den Bau eines Burgfrieds investieren. Wenn die ersten Arbeiter auftauchen können sie die ersten Produktionsketten aufbauen und für das Wohl ihrer Untertanen und ihres Gemäuers sorgen Der Schwierigkeitsgrad der Mission lässt sich in drei Stufen regulieren. Hier müssen sie gut managen können und die Entfernungen zwischen den Produktionsstädten möglichst kurz halten. Fehlende Rohstoffe müssen sie gegen teuer Geld im Markt tauschen.
In jeder Mission müssen sie die Zufriedenheit ihrer Bürger im Auge behalten. Sinkt diese unter 50 (maximal 100) zieht ein Großteil der Bevölkerung aus. Die Gründe können zu hohe Steuern oder zu wenig Essen bekommen. Aber da sie einen Großteil ihres Geldes durch Steuern erhalten sollten sie immer darauf achten, dass die Essensvorräte nicht zur Neige gehen. Eine Statistik in Form eines Buches zeigt ihnen ihr Kapital, ihre Beliebtheit und die Bevölkerungszahl an. Es lassen sich auch etliche Untermenüs aufrufen, welche ihnen mehr über ihre Beliebtheit mitteilen.
Es kann auch passieren, dass eine Tierseuche ausbricht und alle Kühe dahin rafft, oder eine Karnickelplage ihnen den Grund und Boden unfruchtbar macht.
Im Wirtschaftsteil ist Stronghold, wie auch Die Siedler besser als Age of Empires. Es gibt Produktionsketten, welche sich ineinander überkreuzen und auch gut nachvollziehbarer sind. Die Jungs von Firefly waren hier sogar noch kreativer als die von Blue Byte.

Die Militärkampagne:
Hier geht’s ums Schlachten schlagen. Am Anfang jeder Mission stehen ihnen wenige Rohstoffe und ein Burgfried zur Verfügung. In einigen Missionen steht am Anfang schon die ganze Burg, welche sie durch gutes Management für den finalen Angriff oder die Verteidigung gegen schwere Belagerungen rüsten. Sie produzieren Waffen, ziehen ein paar Gemäuer hoch und rekrutieren die ersten Kämpfer.
Man unterscheidet zwischen Belagerungs- und Verteidigungsmissionen. Selten werden beide Prinzipien gekoppelt, was für besonderen Reiz sorgt. So erobern sie von ihrer alten Burg aus die des Gegners und müssen diese nach Aufbau einiger Verteidigungsanlagen gegen den Rückschlag des Feindes sichern.

Verteidigung:
Sie starten mit weinigen Rohstoffen und einem Burgfried. Zuerst bauen sie ein Vorratslager, welches immer gutgefüllt sein sollte. Damit dies geschieht bauen sie die ersten Rohstoffproduktionen auf. Sie benötigen Holz, Steine, Essen und Erz. Durst scheinen ihre Untertanen nie zu haben. Wenn der Nachschub gesichert ist können sie anfangen an ihrer Burg zu werkeln und die ersten Waffen herzustellen. Im Sumpf fördern sie Öl, welches erhitzt und von den Zinnen geschüttet den feindlichen Einheiten ordentlich einheizt. Das Öl lässt sich auch in Gruben vor der Festung einfüllen, welche im Ernstfallangezündet und somit den Tod für viele der lebensmüden Gegner bedeuten. Einige Arbeiter schachten Fallgruben aus, wieder andere bauen Geschütze, die ihre Gegner schon aus der Ferne ausschalten.
Eine große Armee für einen möglichen Ausfall sollten sie sich auch herrichten.
Beim finalen Kampf wird sich zeigen, wie gut sie ihre Burg ausgerüstet haben. Für längere Belagerungen sollten sie auf jeden Fall genügend Nahrung auf Vorrat haben.

Belagerung:
Hier errichten sie wie eben erwähnt die Festung und nötige Produktionsketten. Auch an eine Verteidigung für eventuelle Rückzüge sollte gesorgt sein. Den Großteil der Rüstungsgelder sollten sie in die Armee investieren, welche dem Gegner, der sich auch wehrt heftig einheizen soll. Mit Bogenschützen, Lanzenträgern, Belagerungstürmen, Sturmleitern, Infanterie, Katapulten (kleiner Tipp: Sie können verseuchtes Rindvieh per Katapult in die feindliche Burg schleudern und so eine Seuche verursachen) usw. ziehen sie gut gerüstet Richtung Feind, um dessen Festung so schnell wie möglich zu plätten. Besonders fies sind hier die Tunnelbauer, welche weit entfernt von Bogenschützen des Gegners einen Tunnel Richtung Burg buddeln. An der Burgmauer angekommen, wird diese zum Einsturz gebracht, was den Einstieg in die Burg enorm erleichtert. Ihr Hauptziel ist es den gegnerischen König zu eliminieren.
Natürlich sollten ihre Untertanen lange genug ohne sie auskommen.

Die verschiedenen Gegner:

Duc de Puce:
Die Ratte, sieht auch genauso aus. Dieser Gegner mit den verfaulten Zähnen und dem Pickelgesicht ist nicht besonders helle. Seine Kämpfer rennen scheinbar kopflos ins verderben. Inder Verteidigung und im Angriff leistet er sich teils folgenschwere Fehler.

Duc de Beauregard:
Die Schlange greift zuerst die wichtigen und ungeschützten Rohstoffproduktionen an und greift erst dann an, wenn sie halb am Verhungern sind. Er verhält sich schon wesentlich klüger bei Abwehr und Angriff.

Duc Truffe:
Das Schwein rennt einfach mit allem was es hat gegen ihre Mauern und versucht durch Frontalangriffe die Mauern einzureißen. Seine Festungen sind sehr stark gepanzert.

Duc Volpe:
Der Wolf ist der schlauste und stärkste ihrer Gegner. Er schlägt mit gut gemischten Armeen dort zu, wo sie es am wenigsten gebrauchen können. Der finale Angriff auf seine Festung sollte gut geplant sein, da er alles an Verteidigung auffährt, was ihm zur Verfügung steht.

Zur Grafik:
Die ist zwar sehr detailliert und jeder einzelne Pfeil wird exakt berechnet. Doch die nicht vorhandene Einwohnerzahlbegrenzung verursacht bei riesigen Armeen selbst auf Gigaherzrechnern kleinere Ruckler.
Nur ein Terrainset und schlecht animierte Kämpfer bringen dem Spiel einen Minuspunkt ein.
Jahreszeiten sind nur an Pflanzen zu erkennen. Die Landschaft verändert sich nicht.

Zum Sound:
Hintergrundmusik bekommen sie nicht zu hören. Dafür werden sie von ihrem Berater immer gewarnt, wenn ein Überfall durch den Gegner bevorsteht oder eine Seuche ausgebrochen ist, usw. Ihre Untertanen beklagen sich lautstark, wenn die Nahrungsrationen gekürzt oder erhoben werden. In Zwischensequenzen unterhalten sich die grundverschiedenen Gegner mit der zum Charakter passenden Sprache. Schlachtengeräusche hören sich fast immer gleich an.

Zur Steuerung:
Gesteuert wird hauptsächlich mit der Maus. Die Tastatur dient nur für Shortcuts und nebensächliches. Per Leertaste haben sie mehr Übersicht beim bauen, da ihnen nun keine Mauern den Blick versperren.

Zum Multiplayer:
Gut designte Karten machen ebenfalls im Multiplayermodus Spaß. Es bereitet mir immer eine Freude, wenn der unvorsichtige Gegner ohne Vorahnung in meine Fall- und Ölgruben plumst. Via Internet und Netzwerk können sie ihrem menschlichen Gegenüber kräftig eins auf die Mütze, bzw. Helm hauen.

Hardwareanforderungen:
Minimum: CPU mit 300 Mhz, 64 MB Arbeitsspeicher.
Empfohlen: CPU mit 550 Mhz, 128 MB Arbeitsspeicher.
Optimal: CPU mit 1000 Mhz, 256Mb Arbeitsspeicher.
3D-Karte ist nicht nötig, da alles aus Sprites besteht.

Fazit:
Stronghold bietet einen besseren Wirtschaftpart als Age of Empires 2 und kann auch sonst überall mithalten. Für Möchtegernburgherren ist dieses Spiel ein Muss.

LETSTHOMMES

20 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Morthond

    06.08.2005, 13:48 Uhr von Morthond
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht. Ich habe mal eine Demo aus einer Spielezeitschrift von "Stronghold:Crusader" gespielt, die hat mir auch gut gefallen. "Stronghold" war mal als Vollversion in irgendeiner Zeitschrift drin, da war mir die Gr

  • ebiflo

    06.08.2005, 12:16 Uhr von ebiflo
    Bewertung: sehr hilfreich

    aber das ist wirklich schon veraltet! Da gibts schon 2 neue Versionen.

  • diearschmade

    06.08.2005, 12:12 Uhr von diearschmade
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gibts da eigentlich schon nen zweiten Teill mittlerweile?