Stronghold (PC Strategiespiel) Testbericht

Stronghold-pc-strategiespiel
ab 8,82
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Erfahrungsbericht von marketagent88

Stronghold

Pro:

Spielspaß pur...

Kontra:

anfangs nicht so leicht durchzusteigen.

Empfehlung:

Ja

Wirtschaftssystem
Jeder Spieler besitzt eine Basis, deren Zentrum der Bergfried darstellt. Sofern Wohnplätze in Form von frisch errichteten Hütten, die das Einheitslimit (Soldaten ausgeschlossen) bestimmen, vorhanden sind, tauchen in regelmäßigen Abständen Bewohner aus dem Bergfried auf. Die Untertanen können sich je nach Bedarf in beliebige Spielfiguren verwandeln können, vom Bauern zum Soldaten. Das Auftauchen neuer Arbeiter wird durch den Beliebtheits-Wert geregelt. Arbeitslosigkeit, Nahrungsknappheit und viele andere negativen Ereignisse führen zum sinken des Wertes. Fällt dieser unter 50 (max. 100), so verlassen die Untertanen nacheinander die Burg. Das Anlegen von Gärten, die ermässigung der Steuer usw. jedoch wirken dem Entgegen, und steigern den Wert.

Militärische Einheiten
Für das Mittelalter charakteristische Belagerungsmaschinen wie die Balliste, das Trebuchet (oder Tribock), eine Vielzahl an Einheiten wie Bogenschütze, Pikenier, Tunnelgräber und Ritter können vom Spieler ausgebildet werden.

Rohstoff- und Nahrungssystem
Die grundlegenden Rohstoffe in Stronghold sind die Baumaterialien Holz und Stein, mit denen Wälle, Kirchen, Häuser und dergleichen gebaut werden. Aber auch Waffen wie Piken, Speere, Bögen oder Armbrüste werden logischerweise aus Holz gefertigt. Der Spieler bekommt vom Spiel einen \"Startposten\" an Rohstoffen und Nahrung. Eventuell erhält er zu Beginn einer Spielrunde auch ein mehr oder weniger fertig gestelltes Kastell, welches er nach Bedarf ausbauen kann.

Eisen wird in Eisenminen abgebaut. Daraus werden schwere Harnische oder Schwerter hergestellt. Lederharnische bezieht man durch die Gerberei, deren Arbeiterin die Kühe der Käserei (Rinderfarm) schlachtet, und daraus Lederrüstungen herstellt.

Die Nahrung kommt wahlweise von Korn-, Obst- oder Rinderhöfen sowie von Jägern. Die Kornproduktion (also Brotproduktion) ist bei weitem die Ergiebigste, wenn auch die komplexeste, da das Korn erst vom Feld ins Vorratslager, vom Vorratslager in die Mühle, das Mehl aus der Mühle wiederum ins Vorratslager und das Mehl schlussendlich zum Bäcker gelangt. Alle Nahrungsproduzenten liefern die Nahrung im Kornspeicher ab, aus dem je nach Anzahl der Untertanen verschieden schnell die Nahrung verschwindet.

Kampf
Die Einheiten werden mit der Maus ausgewählt und auf der Karte herummanövriert. Bogenschützen und Armbrustschützen haben einen Reichweitevorteil wenn sie von einer Erhöhung (z.B einem Turm oder Hügel) aus schießen, ebenso die Belagerungsgeräte. Die Einheitenstärke variiert in großem Maße. Ein schwergepanzerter Ritter/Schwertkömpfer (Anm:.: der Schwertkämper ist tatsächlich eine fiktive Einheit da er praktisch Infanterie mit Ritterharnisch ist, dies hat es nie gegeben), kann es leicht mit mehreren Lanzenträgern aufnehmen. Einige gut positionierte Armbrustschützen, können wiederum mit Leichtigkeit die sehr langsamen Schwertkämpfer besiegen. Diese sind auf freiem Feld gegen schnelle Kavallerie jedoch wiederum ungeschützt. Kavallerieeinheiten können von Belagerungswaffen/Schützen aus der Ferne problemlos ausgeschaltet werden, zerstören aber eine Balliste aus der Nähe seht leicht. Es kommt hier ein komplexes Schere-Stein-Papier-Prinzip zur Anwendung. Der Burgherr, der den Spieler selbst darstellt, ist die stärkste Nahkampfeinheit und hat mit Abstand die meisten Trefferpunkte. Man kann ihm befehlen in den Kampf zu ziehen, allerdings verfügt er über einen freien Willen und man kann ihn nicht direkt über die Karte kommandieren. Lediglich der direkte Angriff auf eine bestimmte Einheit oder auf ein wildes Tier funktioniert, und man kann den Burgherrn bei Bedarf zum Bergfried zurückschicken. Dies sollte man in Gefahrensitutaionen unbedingt machen, denn wenn er stirbt ist die Partie verloren und das Spiel beendet. Um in die Festung des Feindes einzudringen, sollte man unbedingt Belagerungsgerät verwenden. Sehr effektiv ist das Trebuchet und das Katapult, aber auch der Rammbock (v.a. gegen Torhäuser, Türme) und der [[Belagerungsturm}} tun ihre Dienste.

Verteidigungsanlagen
Bei weitem den meisten Spaß macht das Anlegen von Verteidigungsanlagen. Dies geschieht durch das Bauen einer Burg aus einzelnen Mauersegementen, Türmen und Toren, sowie das Aufstellen von diversen Fallen. Zu den Fallen zählen die Pechgrube (diese kann von Bogenschützen, nicht jedoch Armbrustschützen, in deren Nähe sich ein brennendes Kohlebecken befindet, entzündet werden), die Stachelfalle (\"Mörderloch\") und der Hundezwinger. Die Pechgruben sind eines der effektivsten Verteidigungswerkzeuge. Sobald die Hauptstreitmacht des Feindes auf den (für den Feind) unsichtbaren Pechfeldern steht, entzündet man diese per Flammenpfeil. Mit dem richtigen Timing ist das Ergebnis für den Angreifer meistens verheerend. Die Stachelfalle bringt jede Soldateneinheit die unvorsichtig genug ist auf sie zu treten, sofort zu Fall und verschwindet anschließend. Der Hudnezwinger öffnet sich automatisch wenn Feinde anrücken, und lässt dadurch ausgehungerte Hunde auf den Feind los.

Story
Vier finstere Gesellen, die Ratte, die Schlange, das Schwein und der Wolf stellen sich dem Spieler in der Militärkampagne entgegen, wobei die Ratte der schwächste aller Gegner ist, die Schlange schon eine größere Herausforderung darstellt, das Schwein äußerst schwer zu besiegen ist und der Kampf gegen den Wolf die Krönung der taktischen Maßnahmen darstellt. Der Spieler selbst schlüpft in die Rolle eines aufstrebenden Feldherren, der sich zum König über das Land emporkämpft (die Karte ist in der deutschen Version die der BRD, in der englischen die von Großbritannien). Der Wolf ermordete vor Jahren den Vater des Spielers, so hat das Spiel einen Hauch von Vendetta. In einer 15-teiligen Kampagne wollen nun diese Bösewichte besiegt werden.

Doch nicht nur Krieg wird in Stronghold geführt: Der Sandkasten-Modus (\"freies Bauen\")und extrem schweren Wirtschaftskampagne, die mit ihren 5 teilen kurz, aber sehr schwer gegen ihr kriegerisches Pendant ausfallen. In den verschiedenen Wirtschaftsmissionen scheffelt der Spieler entweder Gold, liefert Bier an den König, stellt Waffen her oder muss sich in einer Unwirtlichen Umgebung behaupten.

Karteneditor
Im Karteneditor, der auch für Anfänger sehr leicht zu bedienen ist, hat man die Möglichkeit, selbst Karten und/oder Burgen zu entwerfen oder echte Burgen und Landschaften nachzubauen. Man kann Karten für jeden der Spielmodi erstellen und gleich selbst darauf spielen. Im Editor kann sowohl die eigene als auch die Burg der Feinde (bis zu 5 Gegenspielern in Stronghold, bis zu 7 in Stronghold Crusader) angelegt werden.