Stronghold (PC Strategiespiel) Testbericht

Stronghold-pc-strategiespiel
ab 8,82
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Erfahrungsbericht von Hoerman

Stronghold

Pro:

Langzeitspielspaß

Kontra:

mäßige Grafik

Empfehlung:

Ja

Zur Abwechslung bericht ich euch mal etwas über ein Strategiespiel: Stronghold :-;…… viel Spaß mit meinen Infos.
\"My home is my castle!\" - das, oder etwas ähnliches, dürften sich die Entwickler der Firefly Studios wohl gedacht haben, als sie die ersten Schritte Richtung \"Stronghold\" gegangen sind. Das Prinzip des Bauens und Verteidigen von eigenen Burgen ist sicherlich nicht neu, gab es doch schon viele Genrevertreter, wie \"Castles\", \"Lords of the Realm\" und andere. Trotzdem wurde \"Stronghold\" schon im Vorfeld mit viel Ruhm bedacht und ist nun mittlerweile über Take 2 erschienen. Wollen wir doch mal schauen, ob diese Echtzeit-Variation denn den vielfältigen Vorschusslorbeeren auch gerecht werden kann.

Man befindet sich im Europa des Mittelalters, wo Burgen die einzig richtige und sicherer Zufluchtstätte sind. Zwischen 1066 und 1400 gibt es insgesamt vier verschiedene Königreiche, die mit so \"imposanten\" Namen wie \"Ratte\", \"Schwein\", \"Schlange\" und \"Wolf\" ausgestattet sind. Genauso abgefahren wie die Namen geben sich auch die Geschichten rund um die einzelnen Königreiche: die Ratte war Sohn der Herzogin von Puce, die von der See verschlungen wurde. Das Schwein wurde nach der Geburt ausgesetzt und wuchs zum Rebell heran, der wie kein anderer kämpfen kann. Die Schlange hat im Kampf ein Auge verloren und will sich nun rächen und die Eltern vom Wolf sind an seinem 18. Geburtstag verstorben. Wenngleich das ganze auf den ersten Blick wenig Sinn ergibt, wird man im Laufe des Spiels erkennen, wer hier mit wem interagiert und wer letztendlich als Sieger überbleibt - denn schließlich wollen alle die Herrschaft erlangen und fürchterliche Kriege warten auf die Untertanen.

Sodann startet man das Spiel, dass sich in unterschiedliche Missionen gliedert und zusätzlich noch diverse Multiplayer-Missionen parat hält. Vor dem Spielstart darf man sich entscheiden, ob man sich mehr für die kämpferische oder die wirtschaftliche Seite interessiert, denn \"Stronghold\" bietet von beiden Seiten etwas. Ist man mehr der Kämpfer, warten ganze 21 Missionen innerhalb der Kampagne auf einen, in dem man Burgen mit unterschiedlichsten Waffen angreift, belagert und einnimmt. Schön, dass die Story um die einzelnen Missionen spannend und inhaltlich nett präsentiert ist, und dass es auch die Möglichkeit gibt, online oder im Netzwerk zu spielen, um ein paar Freunden mal zu zeigen, wer der wahre Burgheer ist. Zuvor sollte man aber im \"Schnellkampf\" schon mal ein paar Attacken auf vorgefertigte Burgen üben. Entscheidet man sich für die Wirtschafts-Option, so wird das ganze schon etwas komplexer: zwar kann man sich im \"Free Build\"-Modus erstmal ohne Verluste ein paar eigene Schlösser bauen, wählt man aber die Wirtschaftskampagne, so warten Missionen auf einen, in denen nicht nur andere Burgen eingenommen werden müssen, sondern auch die eigene Wirtschaft florieren muss.
Hat man sich nun für eine Kampagne entschieden und noch kurz den Schwierigkeitsgrad eingestellt, kann man sich direkt seine erste Burg bauen - leider sind die finanziellen Mittel aber etwas schlapp, so dass aus der schönen Burg erstmal nur eine Art Holzverschlag wird. Doch selbst dafür werden erstmal die entsprechenden Rohstoffe benötigt: wie aus anderen Spielen bekannt, müssen also Holz, Eisen und andere Rohstoffe abgebaut werden, ebenso wie man stets für Nahrung für die Arbeiter sorgen muss. Man stellt seine Arbeiter, in diesem Fall Holzfäller, an einen Baum und wartet, bis diese anfangen zu arbeiten - der Faktor \"Nahrung\" ist dabei nie außer Acht zu lassen: haben die Arbeiter zuviel Hunger oder Stress, so wird es nichts mit einem ertragreichen Abbau und das eigene Schloss rückt in weite Ferner. Also, schnell an anderer Stelle die nötigen Leckereien anbauen: Äpfel, Mehl und Getreide für Brot, Tiere für Milch, Käse und Fleisch und für die gemütlichen Stunden kann sogar Bier produziert werden. Dummerweise geht das ganze natürlich arg ins Geld, so dass man zusätzlich immer noch ein Auge auf die Steuer werfen sollte, um diese gelegentlich zu erhöhen. Aber wie im echten Leben, dürfen diese nicht zu hoch ausfallen - wer zuviel zahlen muss, der wandert schneller aus, als einem lieb ist. Und ohne Untertanen, keine Arbeiter, keine Burgen.

Ist die Burg dann erstmal gebaut und hat diese nach einiger Zeit schon stattliche Züge angenommen (selbstverständlich kann man nach und nach wesentlich imposantere Burgen mit vielfältigen Bauten und Verteidigungsmechanismen bauen), bedarf es natürlich geschultem \"Personal\" um diese zu verteidigen. Aber auch hier lassen sich aus einfachen Arbeitern oder sonstigen Untertanen nicht sofort professionelle Soldaten herzaubern. Hierfür bedarf es erstmal dem Bauen von Kasernen, Bogenanlagen und Schmieden, um kurz danach mit den ersten Bogenschützen, Schwertkämpfern und Lanzenträgern den Grundstein seiner Armee zu legen. Verständlich, dass es auch hier schnell zu möglichen Steigerungen kommt - hat man erstmal mehr Land eingenommen und somit auch mehr Steuergelder zur Verfügung, können diese auf unterschiedliche Weise wieder investiert werden. So kann ein Graben rund um die Burg ausgehoben werden, ebenso wie ein Außenturm ersten Schutz bietet, Speerfallen Angreifer am fortkommen hindern und siedend heißes Öl und Pech, das von den Mauern runterkommt, auch den letzten Gegner zum Fortlaufen animieren dürfte. Ist die eigene Burg gesichert, sollte man sich aber nicht nur auf seinen Lorbeeren ausruhen - die Sicherheit kostet Geld, also müssen andere Königreiche weiter eingenommen und fremde Burgen übernommen werden.
Um andere Burgen einzunehmen, bedarf es dann wesentlich hochkarätigerer Soldaten, wie Bogenschützen mit brennenden Pfeilen, Katapulten, Tunnelbauer, Leiterträger und Baumeister, die wiederum neue Belagerungsgeräte bauen können. Aber auch hier gilt: mit der richtigen Menge an Geld, das widerum durch die Wirtschaft und Steuern reinkommt, sollte dies kein Problem sein.

Wie man sieht, gibt sich das Spiel sehr traditionell, sind doch wirkliche Innovationen höchstens mit der Lupe zu finden. Die obligatorische Formel, die den meisten Aufbau-Strategiespielen zugrunde liegt, wurde auch hier verwendet: Einnahmen - Investitionen = Erfolg. Trotzdem kann \"Stronghold\" gefallen - warum? Nun, das Spiel orientiert sich von der Bedienung her sehr stark an \"Age Of Empires\", was das ganze schön unkompliziert und einfach vonstatten gehen lässt. Da man während des Spielverlaufs immer zwischen aktiven Kriegsgebieten und eigener Burg hin- und herschalten muss, ist es schön, dass die eigenen Soldaten durch die gute KI recht eigenständig und intelligent agieren. Hat man einmal festgelegt, ob diese sich defensiv oder offensiv verhalten sollen, kann man sie auch mal beruhigt eine Zeit alleine lassen - vor allem, da sie sich immer selbständig verteidigen, wenn sie angegriffen werden. Da das ganze Spiel in Echtzeit abläuft, kann es zuweilen trotzdem mal etwas hektisch werden - wenn die Untertanen mal wieder nicht zufrieden sind und gleichzeitig ein neuer Angriff bevorsteht, kann man schon mal etwas die Kontrolle verlieren. Um dem entgegen zu wirken, haben die Entwickler aber ein recht gutes und vor allem intuitives Interface erschaffen, dessen wichtigsten Funktionen man binnen kürzester Zeit erlernt hat und problemlos im Spiel anwenden kann.

Auch grafisch gibt das Spiel keinen Anlass zur Kritik - zwar kann es anderen, neueren Genrevertretern nicht mehr so ganz Paroli bieten, die netten Sprites mit recht vielfältigen Animationsstufen können aber dennoch gefallen. Insbesondere in höheren Auflösungen sind viele Details zu entdecken, wenngleich dadurch die Übersicht etwas leidet. Wie erwartet, wird das Spiel aus einer isometrischen 3D-Ansicht dargestellt, die aber auch in eine 2D-Ansicht umgeschaltet werden kann. Diese bietet dann zwar etwas mehr Übersicht, dafür ist die optische Präsentation doch sehr schlicht. Da es auch von der musikalischen Seite, mit einigen schönen Melodien und krachigen Soundeffekten nichts zu bemängeln gibt, ist die technische Ausführung somit insgesamt doch deutlich überdurchschnittlich.

Da sich das Spiel recht vielfältig gibt und nicht nur die vielen Kampagnen und die intelligente Story ansprechend präsentiert werden, ist auch die Motivation durchaus gesichert. Und hat man dann doch mal alle Missionen durchgespielt, so kann man sich anhand des leicht zu bedienenden Editors eigene Szenarien zusammenschustern und diese nachspielen. Alternativ warten aber auch noch vielfältige Multiplayer-Missionen auf den Spieler, die sowohl im Internet (über Gamespy) oder aber im Netzwerk mit bis zu acht Spielern gespielt werden können. Dazu stehen zwei Modi zur Verfügung: \"Deathmatch\" oder \"King of the Hill\", die sich spieltechnisch natürlich nicht anders als die Single Player-Missionen geben, dafür aber gegen menschliche Mitspieler gleich doppelt so viel Spaß machen.

Fazit: Sicher, Firefly Studios haben das Genre mit \"Stronghold\" nicht gerade neu erfunden, dafür haben sie altbewährtes aber hervorragend aufbereitet und mit vielfältigen Features versehen. Die Möglichkeiten innerhalb des Spiels und die Evolution als Burgherr sind perfekt inszeniert und bieten Abwechslung pur. Hinzu kommt die wirklich tolle und einfache Bedienung des Spiels, so dass auch Einsteiger problemlos zurecht kommen dürften. Zwar reißt die Grafik heutzutage niemanden mehr vom Hocker, da diese insgesamt aber auch über dem Durchschnitt liegt, ist das Game ein sehr netter Zeitvertreib.

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