Stronghold (PC Strategiespiel) Testbericht

Stronghold-pc-strategiespiel
ab 8,82
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Erfahrungsbericht von kevinstar

TOLLES FEELING IM MITTELALTER

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bisher hatte Take 2 immer große Töne gespuckt, was ihre neue Aufbausimulation „Stronghold“ betrifft. Auch die Entwickler von Firefly Studios waren der Überzeugung, das ihr Spiel einen Meilenstein in der Aufbau Simulations Reihe setzen wird. Ob das bloß das große Gelaber der Entwickler war oder ob das Spiel wirklich all das hält könnt ihr in meinem Bericht erfahren.

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Gegenwart ade, Mittelalter willkommen!
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Das mittelalterliche Szenario erinnert dank englischem Humor und Story angenehm an Robin Hood und alte Ritterfilme à la Ivanhoe. Schon das herrliche Intro versprüht den derb-witzigen Charme der Burgenzeit. Zur Story: Der rechtmäßige König fristet ein elendes Kerkerdasein und das Reich wird von vier tyrannischen Lords unterjocht. Als königstreuer Nachwuchs-Lord liegt es in deiner Hand, die Usurpatoren von der Landkarte zu fegen - immerhin haben die Schurken auch deinen Vater auf dem Gewissen!

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Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
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Stronghold ist zwar eine Burgenbau-Simulation, aber zu Beginn der Militärkampagne geht es lediglich darum, Wölfe zu jagen, eine bestimmte Menge Holz oder Nahrungsmittel zu beschaffen und Palisaden aus Holz zu errichten. Bevor Ihr eine Festung mit Wehrgängen und Türmen aus dem Boden stampfen könnt, müsst Ihr erst eine funktionierende Wirtschaft In Gang setzen. Wie bei Age of Empires gilt es, zunächst einen idealen Startplatz für Eure Halle zu suchen und wertvolle Rohstoffen zu bergen. Ihr steuert übrigens nur die militärischen Einheiten, die zivilen gehen automatisch ihrem Tagewerk nach - egal ob Holzfäller oder Jäger. Wer sich aber lieber sofort als Burgherr gegen riesige Belagerungs-Armeen zur Wehr setzen oder eine große Festung schleifen will, kann sich im Spielmenü ein passendes Szenario aussuchen und direkt zur Sache kommen.

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Nur durch Übung kann mein sein Ziel erreichen
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Im weiteren Verlauf der 21 Kampagnen offenbart sich erst die ganze Komplexität Strongholds: Freut Euch auf eine Vielzahl an militärischen und zivilen Einheiten, zig Gebäude, Belagerungsmaschinen und knackige, aber immer faire Missionen. Die Militärkampagne führt Euch Schritt für Schritt immer tiefer in die Vielfalt des Einheiten- und Ressourcen-Managements und zeichnet sich durch einen dynamisch anwachsenden Schwierigkeitsgrad aus - erst in den letzten Missionen steht Euch die komplette Palette an Einheiten und Gebäuden zur Verfügung. Ihr könnt den dreistufigen Schwierigkeitsgrad übrigens vor oder während jeder Mission anpassen und die Spielgeschwindigkeit zwischen 10 und 90 regulieren. Sehr hilfreich sind auch die Hinweise, die Ihr Euch neben den Kampagnenzielen vor und während jeder Mission anzeigen lassen könnt.

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Held oder der einsame Verlierer?
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Das liegt an dir, denn du hast zahlreiche Einflussmöglichkeiten auf die Moral bzw. den „Angstfaktor\" deiner Bevölkerung: Angefangen bei Steuern, der Art und Höhe der Nahrungsrationen (je vielfältiger desto besser) über diverse Verschönerungen wie Maibaum und Festen wie den Jahrmarkt bis hin zu öffentlichen Motivationshilfen wie Galgen und Pranger, steht dir der ganze mittelalterliche Freuden- und Schreckenskatalog zur Verfügung. Aber Vorsicht: Deine Beliebtheit entscheidet über Zuzug und Flucht von Dorfbewohnern. Zur Not kannst du auch auf göttlichen Beistand pochen und mit Hilfe von Kirchen und Priestern auf der Beleibtheits-Skala wieder nach oben klettern. Jeder deiner Bewohner hat übrigens einen eigenen Namen und immer einen passenden Spruch parat wie „Keine Steuern sind gute Steuern!\".

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Rohstoffe bis zum geht nicht mehr
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Freunde der Wirtschaftskampagnen dürfen sich auf acht Rohstoffe (Getreide, Mehl, Hopfen, Bier, Steine, Eisen, Holz, Pech) und vier Nahrungsarten (Fleisch, Äpfel, Käse, Brot) freuen, die zusammen mit den Gebäuden eine sehr verzweigte Ökonomie ergeben. Und damit du bei all der Vielfalt nicht die Übersicht verlierst, kannst du jedes Gebäude anklicken und so erfahren, welche Produkte nötig sind, wohin geliefert wird usw. - sehr hilfreich und einsteigerfreundlich. Aber leider fehlt eine immer sichtbare Übersichtsleiste für gesammelte Rohstoffe und Nahrung, so dass immer zwei umständliche Klicks notwendig sind, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und dass man -wie z.B. bei den Siedlern- keine Prioritäten bei der Produktion setzen kann, ist gerade dann fatal, wenn der Feind die Zivilbevölkerung dezimiert hat und du ein bestimmtes Produkt (z.B. als Tribut) herstellen musst.

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Kämpft meine tapferen Mannen!
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Als Kommandant stehen dir im Laufe des Spiels elf militärische Einheiten zur Verfügung, darunter Nahkämpfer (Lanzenträger, Pikeniere, Streitkolbenkämpfer, schwarze Mönche, Schwertkämpfer), Fernkämpfer (Bogenschützen, Armbrust), Ritter und diverse Unterstützungseinheiten (Tunnelbauer, Leiterträger, Baumeister). Nach dem Schere-Stein-Papier- Prinzip entscheidet sich, welche Einheit siegreich vom Feld geht. Allerdings steht Stronghold ganz im Zeichen der Langbögen: Habt Ihr genügend Bogenschützen hinter schützenden Mauern in Stellung gebracht, wird es jeder Belagerer schwer haben: die hübsch animierten Pfeile sirren in tödlichen Schwärmen durch die Luft und können auch eine große Übermacht aufreiben. Nur wenn schwer gepanzerte Ritter nahen, sollte man zu durchschlagenden Armbrustbolzen greifen.

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Achtung, feindliches Objekt gesichtet!
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Eigentlich müsste man ja Alarm schlagen, aber erstens kann man die Bevölkerung nicht per Glocke oder Fanfaren alarmieren und zweitens lässt die Klasse teilweise zu wünschen übrig: Katapulte beschießen Felswände, Speerkämpfer rennen wie ferngesteuert auf Eure Burg zu, suchen zwar gezielt nach Lücken, aber lassen sich mühelos von Bogenschützen aufs Korn nehmen - eigentlich reichen ein paar gute Schützen für eine zehnfache Übermacht. Hier kann die Klasse nicht mit der von Age of Empires mithalten. Und richtig ärgerlich wird es, wenn man irgendwo beim Palisadenbau eine Stelle übersehen hat - aufgrund der unübersichtlichen Perspektive ist das leider öfter der Fall; eine farbliche Kennzeichnung hätte hier Abhilfe schaffen können.

Insgesamt sind die Massenschlachten zwar optisch eindrucksvoll, insbesondere wenn der Feind seine Schlachtreihen mit Katapulten, Pikenieren, Leiterträgern und Rittern aufbaut, aber aufgrund fehlenden Formationen und der gegnerischen Hals-über-Kopf-Angriffe artet das Ganze schnell in einen unübersichtliches Scharmützel aus. Das größte Manko während der Kämpfe ist die Tatsache, dass du die Bevölkerung nicht à la Age of Empires per Glocken- oder Alarmsignal in die schützende Burg beordern kannst - immerhin war das der eigentliche Sinn und Zweck dieser Schutzbauten! Bei Angriffen musst du tatenlos mit ansehen, wie deine Zivilbevölkerung massakriert wird.

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Der kalte Wind, der stille Wald und die hungernden Wölfe
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Stronghold präsentiert sich in altbewährter Iso-Perspektive, wobei sich die Landkarte drehen lässt und zwei statische Perspektiven (nah, fern) zur Verfügung stehen - stufenloses Drehen und Zoomen ist nicht möglich. In Sachen Details und Animation gebührt den Entwicklern ein großes Lob: Die Bäume wiegen sich im Wind, Rehe pirschen anmutig über Wiesen und Wölfe räkeln sich im Unterholz - Bewegung wohin man schaut. Auch die Dorfbewohner, Bogenschützen und Ritter wirken dank bis zu 70.000 Animationsphasen und Echtzeit-Schatten äußerst lebendig, so dass Stronghold hier locker an der 2D-Konkurrenz vorbeiziehen kann. Nur die Lemming-artigen Bewegungen größerer Truppenverbände entlocken das ein oder andere Schmunzeln und machen die ansonsten realistisch anmutenden Kämpfe weniger ansehnlich. Leider kann die Landschaftsoptik nicht überzeugen: Die Bodentexturen wirken im Vergleich zu den liebevollen Animationen weniger detailliert und recht fade, zumal sie eckig gestaltet sind, was gerade bei Wasserläufen stört.

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Das Handbuch und der zum Spiel passende Klang
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Die Sprachausgabe ist rundum gelungen und zählt zu den Highlights des Spiels: Die amüsanten und dank hübsch animierter Gesichter sehr stimmungsvollen Gespräche zwischen deinen Beratern, Sir Longarm und Lord Woolsack, verleihen den Missionen das nötige Flair. Auch die Soundeffekte der Angreifer und Katapulte gehören in die akustische Oberklasse. Das Handbuch ist zwar übersichtlich und gut lesbar, aber leider dem DVD-Format angepasst worden: Zu klein und lediglich in Schwarz-Weiß gehalten gehört es nicht gerade zu den Hinguckern.

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Mehrspieler Modus
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Was ist schöner, als seinen menschlichen Kontrahenten mit fiesen Fallen, Hinterhalten und jeder Menge heißem Öl zur Verzweiflung zu treiben? Stronghold hat neun vorgefertigte Szenarien parat, die dir und deinen Freunden ein ideales Spielfeld für echtzeitstrategischen Aggressionsabbau liefern. Allerdings hätten ein paar mehr vorgefertigte Landschaftskarten- Karten nicht geschadet - der Editor lässt dich zwar eigene kreieren, aber du hast eben nicht die Wahl zwischen \"waldiger Ebene\" oder \"Gebirgsregion\", sondern musst selbst die gesamte Flora und Fauna gestalten.

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Mindestanforderung:
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CPU: Intel oder AMD mit jeweils 450 MHz oder mehr

MB RAM: 128 MB RAM genügen, 192 MB RAM Empfehlung

Grafikkarte: Alle Modelle die mindestens 32 MB RAM besitzen und einen 3D Beschleuniger haben.



Tipp: Benutze nicht zu viele Trainer oder Cheats, das führt sehr oft zum Systemabsturz

Preis: ca. 40 €


Fazit: Ein tolles Spiel mit kleinen Macken, die aber dem tollen Spielverlauf keinen Abbruch
tun.

12 Bewertungen