Mailänder Dom Testbericht


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Erfahrungsbericht von Wasio
Klein-Wasio am Mailänder Dom
Pro:
Ein schöner Dom
Kontra:
Wirkt sehr Dunkel und ist etwas überladen.
Empfehlung:
Ja
"In meinem Alter läuft mir die Zeit davon! Ich muss alles mitnehmen, was ich noch kriegen kann!"
Mit dem Gedanken vor den Augen, kann man die Welt im Eilverfahren auch bereisen.
Deswegen bereisen Diane und ich die Welt zwar nicht, aber vieles gesehen zu haben ist auch nicht schlecht – solange es der Geldbeutel zulässt. Auf Biegen und Brechen eine Reise nach der anderen zu unternehmen und von keiner geistige Eindrücke mitzunehmen, müssen es uns Diane und ich nicht unbedingt antun.
Der Mailänder Dom war eines meiner Ziele, gehörte aber auch zu einem Reiseausflugsziel in Mailand.
Am Domplatz angelangt stelle ich nun fest: Ich war nicht der einzige vor Ort.
Außer mir waren sehr viele Touristen mit der Plakete "Tourist-Tourist!" auf ihrer Stirn, der Kamera an der Hand und dem Rucksack auf der Schulter.
Hauptsache, alle waren in voller Touristenmontur da, inkl. Latschen und langem Durchhaltevermögen!
Der Dom ist grundsätzlich als eine große Kirche mit vielen Sehenswürdigkeiten innerhalb der Kirche, zu verstehen.
Entsprechend gesittet gekleidet sollte man sein. Manche Touristen verstehen das nicht und müssen draußen bleiben. Wau, Wau!
Der Eingang:
Lange Wartezeiten sind durch den großen Besucherandrang zu kalkulieren. Als ich alle wartenden gesehen habe, habe ich mir gedacht:
"Die werden sich jetzt alle Prügeln wer zuerst reinkommt, und nach dem Motto: - wer zuerst rennt, kommt auch zuerst rein -, schnell rennen! Die Tür wird dadurch zwangsläufig mit Torsos und Extremitäten voll verstopft werden." Und irgendwann brechen alle rein.... lach!
Dem war aber nicht so. Brav standen alle in der Schlange und gesittet kamen auch alle der Reihe nach in dem Dom rein, kontrolliert von zwei uniformierten Sicherheitsleuten nach gesitteter Kleidung und ordentlichem Aussehen. Mützen mussten abgenommen werden, auch wenn viele sie im Dom wieder aufsetzen und nach erneuter Aufforderung auch endgültig wieder absetzten müssen.
Im Dom angelangt, waren zuerst fünf Dinge zu sehen:
- Überfüllt
- Dunkel
- Sicherheitsleute
- Gehetze
- Blitzlichtgewitter
Die Reiseleitung führte mich und die Gruppe nun um den großen Kreis und erzählte darüber hinaus viel.
Der erste Hinweis lautete:
Bleibt zusammen, damit ihr mir nicht verloren geht.
Entsprechend sah ich auch zu bei der Gruppe zu bleiben, denn auch hier hetzten wieder alle.
Der Dom selbst ist Mutter Gottes gewidmet. Entsprechend sieht man oberhalb des Eingangs eine eingemauerte Plakette mit der Widmung St. Maria Nascente.
Im Innenraum des imposant großen und sehr hohen Doms, bemerkt man die dunklen Räume mit, durch die farblich bemahlten Fenster, knappen Lichteinfall. Die farblichen Fenster zeigen die Stationen des Christentums auf.
In der Mitte des Doms ist ein aufgebahrtes Grab, wie üblich in einem Dom und einer größeren Kirche.
Auch wenn der Dom Mutter Gottes gewidmet ist, beherrscht wird sein Inneres durch den damaligen Kardinal Carl Borromeo, der wohl nach seinem Tode heilig gesprochen zu sein scheint. Über meinen und den Köpfen aller hängen Leinwandgroße und kleinere Ölgemälde, mit Stationen aus dem Leben dieses Kardinals. Imposante Ölgemälde die sehenswert sind, wenn genügend Zeit vorhanden ist.
Genauso sind Skulpturen und Statuen zu sehen. Interessant ist die halbskelettierte Statue, die das Leben und den Tod gleichzeitig symbolisiert und der Anziehungspunkt vieler Touristenblicke und Blitzlichtgewitter ist.
Selten hat man aber die Möglichkeit, den einbalsamierten Leichnam des Papstes Pius zu sehen. Welcher das war, kann ich aber nicht genau sagen.
Trotz aller Hetze durch die Reiseleiterin und dem schnellen Gang der Reisegruppe, nahm ich mir die Zeit sie mir anzusehen. Der einbalsamierte Leichnam wird jährlich von März bis September, öffentlich im gläsernen Sarg aufgebahrt.
Der Kopf und die Hände haben noch eine künstlich bräunliche Hautfarbe, die weißen kurzen Haare sind ordentlich gekämmt, die Augen offen und durch den offengehaltenen Mund scheinen die noch gut erhaltenen Eigenzähne heraus.
Der einbalsamierte Leichnam wird sehr gut gepflegt um sehr lange haltbar zu sein und ist mit der Papstkleidung zur Zeit des noch lebenden Papst Pius eingekleidet.
Aber:
Mit hochmodernen schwarzen Schuhen blitzblank geputzt und vorher abgeleckt, ausgestattet.
Was die Mode von heute nicht so alles bewirken kann?
Die nächste Station war die Krypta des Kardinal Carlo Borromeo. Der Leichnam war hinter einer dicken Glasscheibe, einer Absperrung und einer zusätzlichen Security zu besichtigen. Um die sterblichen Überreste durch die Jahrhunderte zu schützen, wurden sie hinter einer eisernen Maske versteckt und zusätzlich schützend dick eingewickelt. Gegenüber den sterblichen Überresten, konnte ich eine private Kapelle durch Gitterstäbe betrachten. Gut gepflegte Gebetsräume nur durch Befugte zu betreten.
Gleich neben der Krypta war ein Raum mit weiteren Sehenswürdigkeiten gegen Gebühr zu besichtigen. Den hätte ich mir sehr gerne angesehen, ging aber nicht weil wieder mal alle zu abgehetzt waren.
Wie in jedem Dom bzw., großer Kirche, ist auch hier die Möglichkeit vorhanden, eine Kerze anzuzünden und an der Bank betend zu meditieren. Sofern niemand hetzt.
Für ein Gebet sollte man den Dom lieber ohne Reisegruppe und in einer ruhigeren Zeit besuchen.
Für Sünder und Pseudounschuldslämmer, sind auch Beichtstühle vorhanden.
An anderer Stelle des großen Doms ist eine italienischsprachige Ausstellung vorhanden. Die Tafeln zeigen Bilder einiger italienischer Persönlichkeiten und Kirchen auf. Darunter auch die Kirche Sao Paolo in Rom.
Interessant war auch der Boden des Doms mit den vielen farblichen Verzierungen. Wenn ich da richtig informiert bin, müsste es um einen Marmorboden handeln.
Trotz aller interessanter Besichtigungspunkte innerhalb des Doms, schwirrten sehr merkbar viele Sicherheitsleute in schwarzen Anzügen, herum. Diese achteten auf alles auf das sie achten mussten, wiesen Touristen an ihr Kappy abzunehmen und sich innerhalb des Doms gesittet zu benehmen.
Blitzlichter leuchteten in jeder Sekunde auf, aber bei dem dunklen Innenraum muss man gute Kameras haben um schöne Bilder zu erhalten.
Wieder am Domplatz angelangt, konnte ich mir die frisch restaurierte Außenfassade des Doms ansehen. Viele Skulpturen die dank der mittlerweile erneut aufgehellten Steine, sehr gut zu sehen sind. Hinter diesem Dom befindet sich auch der Aufzug zur Domspitze, mit einer wirklich sehr guten Sicht auf die Stadt Mailand. Dächer und Spitzen soweit das Auge reicht. Der Eintritt kostet 10 Euro. Ich ließ mir diese Chance nicht entgehen und ging gleich durch die Sicherheitsschleuse, gleich der dem Flughafen, zum Fahrstuhl hin.
Je Seite an der Sicherheitsschleuse ein Polizist und ein Soldat, die nur mit der Kontrolle der Touristen beschäftigt waren. Zuerst ging es mit dem Aufzug, bedient durch einen uniformierten Angestellten, hoch hinaus, dann durch die Steilen Treppen an der Domspitze hinauf. Die Sicht auf die Stadt war großartig und die nahe Besichtigung der Domspitze selbst, hat mir sehr gut gefallen. Nur das Gedränge der Leute nicht. Zur eigenen Sicherheit der Besucher, waren an jeder Ecke Gitterstäbe angebracht.
Der Besucherstrom war enorm und auch sehr erdrückend. Leider waren die Leute sehr, sehr egoistisch und ließen sich selbst und anderen keinen Platz zum Durchgehen und/oder verweilen.
So schön die Domspitze, der Domplatz von oben und die Dächer von Mailand auch waren, genauso ermüdend und schlimm war für mich die gesamte Besichtigung der Domspitze.
Die Enge, die Hetze meiner Reisegruppe, die Eile der Leute waren bei den enggeschnittenen Gängen sehr erdrückend. Ich war sehr froh wieder unten am festen Boden zu sein.
Soviel zum imposanten Dom, der am Ende seiner erneuten Restauration steht.
Gerade für das Innere des Doms braucht man viel Zeit und Ruhe, die ich mir zu gegebener Zeit mit Diane und den Kindern und einem Audioguide pro Nase, gerne nehmen werde.
Die Domspitze kann mir dabei gestohlen bleiben, auch wenn ich mir zwei Brautpaare von oben ansehen konnte.
Wie das Leben so ist, auch mein aktueller Bericht hat hier ein Ende.
Allen weiterhin eine schöne Zeit.
Gruß
Wasio
76 Bewertungen, 15 Kommentare
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25.09.2012, 13:18 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
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23.01.2012, 09:34 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollbw und lg martina
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14.10.2011, 12:16 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollHerzliche Grüße für Dich
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30.08.2011, 21:47 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW...Liebe Grüße Edith und Claus
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30.08.2011, 15:35 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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20.08.2011, 10:12 Uhr von Hansi04
Bewertung: besonders wertvoll.. besonders wertvoll ..
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19.08.2011, 18:01 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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19.08.2011, 15:35 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollSchöne Grüsse, Talulah
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17.08.2011, 15:39 Uhr von trullilu
Bewertung: sehr hilfreichGrüße schickt dir trullilu !!!
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15.08.2011, 11:45 Uhr von The_Ghostwriter
Bewertung: besonders wertvollVielen Grüße, the_ghostwriter
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15.08.2011, 10:50 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
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15.08.2011, 00:15 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß *~*
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14.08.2011, 23:39 Uhr von severine
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, danke.
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14.08.2011, 23:34 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^petra
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14.08.2011, 23:07 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichEinen Gruß von der KATJA
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