Grand Theft Auto: San Andreas (PS2 Spiel) Testbericht

ab 11,47
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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  gut
  • Sound:  sehr gut
  • Bedienung:  sehr einfach
  • Wird langweilig:  nie
  • Suchtfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von urwaldyeti

WOW !!!

Pro:

supergroß, wird nie langweilig, es kommt immer neues

Kontra:

bei der Größe und Vielfalt muss die Grafik ein klein bisschen leiden, hat sich insgesamt trotzdem verbessert

Empfehlung:

Ja

Erstmal könnte man eine ganze bibel vollschreiben um dieses Spiel mit all seinen raffinessen und Einzigartigkeiten zu zeigen, och ich habe es etwas kürzer gefasst, also fangen wir mal ganz am Anfang an, mit der Hauptperson und das ist Carl Johnson :



Carl Johnson, kurz CJ, kehrt nach langen Jahren in Liberty City wieder zurück in seinen Heimatstaat San Andreas. Trauriger Anlass dafür ist der Tod seiner Mutter. Kaum ist er wieder zurück in seiner alten Heimat, wird er von seiner alten Gang wieder aufgenommen und muss feststellen, dass sich alles verändert hat. Los Santos, die erste Station in San Andreas, wird beherrscht von Kriminalität. Die verschiedenen Banden führen Kriege untereinander und die Polizisten haben auch besseres zu tun, als den Bürgern zu helfen. Korruption steht an der Tagesordnung und als Carl Johnson dann auch noch der Mord an einem Polizisten angehängt wird, weiß er, dass er sich auf niemanden verlassen kann und auf sich allein gestellt ist...



...::: Willkommen :::...


Kaum ein Spiel wurde so sehr herbeigesehnt und mit solchen Vorschusslorbeeren überhäuft wie der neueste Ableger der populären Grand Theft Auto-Reihe. Über zwei Jahre hat Rockstar North an diesem Spiel gewerkelt, um dem Käufer etwas wirklich Besonderes zu bieten. Alles sollte größer, schöner, abwechslungsreicher und noch pompöser werden, als es der ohnehin schon grandiose Vorgänger Grand Theft Auto Vice City (DEUTSCHE Version; wichtig, weil: die Originalversion (die ich besitze) indiziert wurde. Aha. Rockstar entschärfte daraufhin das Spiel und veröffentlichte eine eigene deutsche Version, die ab 16 Jahren frei käuflich ist (Preisrätsel: warum hat ciao trotzdem die PS2-Kategorie des Titels gelöscht?)) schon war. Große Worte, doch ließ man ihnen auch Taten folgen?



...::: Übersicht :::...


Erste Schritte (worum geht’s?)
Missionen (die Aufgaben)
Highway to hell (Fortbewegung)
Und sonst? (Nebenmissionen und sonstige Späße)
Forschernaturen (Zeitvertreib)
Wo Worte nicht mehr ausreichen (Waffen)
Das Wandern ist des Müllers Lust (die Natur San Andreas’)
Kaffeepause
This is the Police speaking (die Hüter des Gesetzes)
Engelhölle (Los Santos)
Hoch und Tief (San Fierro)
Zockerparadies (Las Venturas)
Beatlastiges (Soundtrack)
Bildhaftes (Grafik)
Fun, anyone? (Spielspaß & eigene Meinung)
Conclusio



...::: Erste Schritte :::...


Nach dem Intro findet man sich in den Straßen Los Santos’ wieder. Die erste Aufgabe: schwing dich aufs Rad und fahr zu deinem Unterschlupf. Rad? Fahrrad? Genau, hier hat man schon die erste Neuerung des Spiels. Die Spielfigur darf sich jetzt auch auf das Fahrrad schwingen; was sich wie ein kleines Gimmick anhört, ist gar nicht mal so unwichtig, dazu aber später mehr.

Zu Beginn macht ihr euch mit den weiteren Neuerungen vertraut – und davon gibt es eine Menge, so dass ihr anfangs mit neuen Informationen förmlich erschlagen werdet. Doch von vorne: am eigentlichen Spielprinzip hat sich überhaupt nichts geändert. Wie in den mittlerweile vier Vorgängern gibt es Auftraggeber, die euch mit neuen Missionen versorgen. Eure Aufgabe ist es, zu den Auftragsgebern zu fahren und euch die neue Mission abzuholen, die in einer kurzen Zwischensequenz erläutert wird. Danach macht ihr euch daran, die Aufgabe möglichst erfolgreich zu bestehen. Gelingt euch das, dürft ihr euch an die nächste Mission machen, ansonsten findet ihr euch vor dem Polizeirevier oder alternativ dem Krankenhaus wieder. Zwischen den einzelnen Missionen sind keine Zeitlimits gesetzt, so dass ihr hier frei durch die Gegend düsen und die Stadt unsicher machen könnt.

Weiter im Text und zu den Neuerungen. Carl Johnson ist nicht mehr der langweilige, ewig gleiche Typ wie sein Vorgänger Tommy Vercetti. Nein, CJ kann und wird sich verändern im Laufe des Spiels. Und zwar wird er das sowohl äußerlich als auch von seinen Fähigkeiten her tun. Ersteres kann durch unterschiedliche Kleidung (jede Menge verschiedener Shirts, Hosen, Schuhe usw. stehen zur Verfügung), neue Frisuren oder gar durch Tätowierungen geschehen. Überall in San Andreas verteilt gibt es solche Läden. Einfach eintreten und gegen ein gewisses Entgelt wird euer Alter Ego äußerlich verändert.
Wichtiger für das Spiel an sich sind CJs Entwicklungen; eine kleine Rollenspielkomponente sorgt dafür, dass sich Carl entwickeln kann. Und zwar kann er das bei seinen fahrerischen Fähigkeiten ebenso tun wie bei seinem Geschick mit Waffen. Die Ausdauer muss ebenso trainiert werden wie die Muskelkraft – davon hängt ab, wie lange ihr sprinten oder wie hoch euer Charakter springen kann.
Zuständig für diese Verbesserungen sind neben dem Trainieren auch die Fitnessstudios. Eintreten und schön könnt ihr euch daran machen, aus Carl einen echten Muskelprotz zu machen. Haben eure Muskeln eine gewisse Masse erreicht, könnt ihr sogar gegen einen Boxer antreten und so neue Bewegungen erlernen, die beim Kampf ohne Waffen von Vorteil sind.

Aber: auch ein Carl Johnson hat Hunger – also geht mit ihm doch einfach zum nächsten (Fastfood-)Restaurant und spendiert dem Kerl ein wohlschmeckendes Menü! Kostengünstig und zudem hilfreich für den Gesundheitszustand. Doch Achtung: zuviel davon ist nicht gut, denn wenn Johns Fettwerte zu stark ansteigen, dann hat es sich mit seiner Wendigkeit und Ausdauer. Hier helfen dann die schon erwähnten Fahrräder. Denn: wer öfter mal aufs Rad steigt, reduziert seine Fettmasse.

Klingt kompliziert? Ach was, ist es eigentlich gar nicht. Die einzige Schwierigkeit daran ist, dass am Anfang jede Menge neuer Symbole auf eurer kleinen Übersichtskarte am rechten unteren Bildrand auftauchen, die zunächst ganz schön verwirren können.



...::: Missionen :::...



Ihr seid ein Gangster. Vergesst das nicht. Wer also darauf hofft, dass sich die Missionen darauf beschränken, Blumen zu pflücken oder Pfadfinder-Kekse zu verkaufen, der täuscht sich gewaltig. Je länger es dauert, desto vielschichtiger, komplizierter und gewalttätiger werden die Missionen.

Wie immer sind die Missionen äußerst abwechslungsreich. Ob es um Einbrüche, Feuergefechte oder Auftragsmorde geht, ob die Missionen zu Lande, im Wasser oder in der Luft stattfinden, ob man die Missionen alleine oder mit Gangmitgliedern lösen muss, ob die Missionen zeitlich begrenzt sind oder nicht – jegliche Kombination ist nur denkbar. Dabei wird nach und nach klar, wie viele Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger es wirklich gibt. Die einzelnen Missionen werden mit kurzen Zwischensequenzen eingeleitet, die auch dioe Story vorantreiben. Insgesamt gibt es ca. 100 Missionen zu erfüllen, die allein schon mehr als ausreichend sind, um den Spieler lange Zeit an die Konsole zu fesseln.

Bei allen Missionen ist die Spielbarkeit äußerst hoch; durch zahlreiche Detailsverbesserungen wurde alles abwechslungsreicher gestaltet. CJ kann jetz auch schleichen und sich so lautlos an seinen Gegnern vorbeischmuggeln, er muss mit Lastwagen durch die Gegend fahren ebenso wie mit Gabelstaplern und so weiter. Die Aufgabenstellung der Missionen ist ebenso kreativ wie die Art, sie zu lösen. Denn nur selten ist man gezwungen, eine Aufgabe nach dieser oder jener Methode zu erledigen, sondern hat vielfältige Lösungsmöglichkeiten.



...::: Highway to hell :::...



Im Vergleich zu allen Vorgängern wurde die Zahl der Fahrzeuge deutlich aufgestockt. Auch hier habt ihr eine riesige Auswahl unterschiedlicher Autos: Sportwagen, Limousinen und Kleinwagen stehen ebenso zur Verfügung wie Lastwagen, Geländewagen und Traktoren. Motorräder gibt es auch wieder und die Fahrräder habe ich schon erwähnt. Boote eignen sich besser dazu, Gewässer zu überqueren als das anstrengende Schwimmen. In der Luft könnt ihr euch mit Hubschraubern und Dojos bewegen. Wie kommt ihr an diese Fahrzeuge? Ganz einfach: ihr seid ein Gangster, also stehlt sie! Einfach vor ein Auto stellen und schon zerrt Carl den verdutzten Fahrer aus dem Wagen. Doch Vorsicht! Wer zu lange zögert, muss mit wütenden Wagenbesitzern rechnen.

Ein wenig schwerer und realistischer wurde das Fahrverhalten der Fahrzeuge gestaltet. Die Wagen brechen nun leichter mit dem Heck aus und auch die Bremswege wurden verlängert. Positiv ist, dass sich die verschiedenen Wagen nicht nur äußerlich, sondern auch vom Fahrverhalten her unterscheiden.

Trotz allem ist die Steuerung des Spiels recht einfach und leicht erlernbar, vor allem, weil sich im Vergleich zu den Vorgängern fast gar nichts verändert hat. Zwar werden fast alle Tasten des Pads benutzt, aber verinnerlicht ist die Steuerung sehr schnell. Positiv ist auch, dass die Steuerung recht präzise ist und schnell auf Bewegungen bzw. Tastendrucke reagiert.



...::: Und sonst :::...


Fleißige GTA-Spieler wissen natürlich, dass es mit den einzelnen Missionen noch nicht getan ist. Zwar sind die Hauptmissionen in vielerlei Hinsicht wichtig und natürlich auch der Hauptzweck, das Spiel überhaupt zu spielen, doch diesmal hat Rockstar North so viele Nebenmissionen und Minispielchen eingebaut, dass man sich allein damit schon TAGE beschäftigen kann.

Als klassische Nebenmissionen stehen die Taxifahrer-, Krankenwagen-, Feuerwehrauto- und Polizei-Missionen, in denen man zur Abwechslung einmal Leben rettet. Ein einfacher Druck auf die R3-Taste genügt und schon startet die Mission, die hauptsächlich darin besteht, Menschen aufzugabeln und an einem anderen Ort wieder abzusetzen; oder natürlich Verbrecher jagen oder brennende Fahrzeuge löschen.

Neu ist, dass es jetzt auch „Pimp“-Missionen gibt. Ihr müsst euch einfach nur ein Fahrzeug des Typs Broadyway stehlen und schon könnt ihr euch als Zuhälter verdingen. Lukrativ ist das Ganze auch, denn für Missionen dieser Art wird viel Geld bezahlt. Aha.
Kuriermissionen können ebenso gespielt werden und helfen, euren Kontostand aufzufüllen.

Abgesehen von diesen zusätzlichen Möglichkeiten des Geldverdienens gibt es auch noch jede Menge Möglichkeiten, sich seine Zeit auf andere Weise zu vertreiben. Da wären zum Beispiel die Videospiele zu nennen – richtig, inzwischen gibt es Videospiele innerhalb von Videospielen. In Supermärkten oder auch in Carls Haus findet ihr diese Spiele; ein kurzer Druck auf die Dreieckstaste genügt und schon findet ihr euch in einer liebevoll gestalteten 2d-Spielewelt
wieder.
Sportlich betätigen könnt ihr euch auch noch: Billard steht ebenso auf dem Programm wie Basketball, auf dem Fahrrad könnt ihr verschiedenste Tricks ausführen. Mit etwas Glück könnt ihr später im Casino viel Geld gewinnen.

Erwähnte ich schon, dass eure Spielfigur nun auch Beziehungen führen kann? Genau, Carl kann sich auch auf die Suche nach seiner Traumfrau machen. Und eine solche Beziehung will natürlich auch aufrecht erhalten werden. Daher: öfter mal bei der Freundin vorbei schauen und mit ihr ausgehen, sonst hat die schnell die Nase voll...

Gangkriege. Oh ja. Die Stadt ist inzwischen in Gangterritorien unterteilt, die farbig auf der Übersichtskarte markiert sind. Fahrt einfach mal in ein gegnerisches Gebiet, packt die Waffen aus und verschafft euch Respekt...seid ihr erfolgreich, ist nicht nur euer Gebiet vergrößert, auch euer Kontostand freut sich. Doch Vorsicht: natürlich gilt es auch die eigenen Gebiete vor gegnerischen Gangs zu verteidigen...

Und jetzt *trommel* zur wohl bahnbrechendsten Neuigkeit: San Andreas bietet einen Zweispielermodus. Richtig. Überall in der Stadt sind Symbole versteckt, die zu solchen Missionen führen. Einfach anwählen und schon könnt ihr zu zweit die Stadt unsicher machen. Die Aufgaben sind zwar recht simpel (der eine fährt, der andere schießt), sind aber sehr gut spielbar und machen überraschend viel Spaß.

Puh, das klingt ja alles kompliziert. Ist es (zugegebenermaßen) auch, selbst für Spieler, die schon geübt sind in der großen weiten Welt von GTA. Die Übersichtskarte ist schnell überladen und es gilt schon nach kurzer Zeit an so vieles zu denken, dass die Missionen fast schon zur Nebensache verkommen...



...::: Forschernaturen :::...


Werden auch wieder auf ihre Kosten kommen. Definitiv. Noch viel mehr als je zuvor. Erinnert ihr euch noch an die 100 versteckten Päckchen, die es in Vice City zu suchen galt? Dann schon einmal viel Spaß. In San Andreas dürft ihr insgesamt 250 solcher Verstecke ausfindig machen; habt ihr alle gefunden, winken dicke Belohnungen. In Los Santos geht es darum, 100 Graffitis von gegnerischen Gangs zu übersprühen, in San Fierro müssen 50 Bilder geknipst, in Las Venturas 50 Hufeisen und nebenbei im Wasser noch 50 Muscheln gefunden werden.

Wie Wasser? Richtig! Willkommen in der neuen Spielewelt von San Andreas, in der FAST alles möglich ist. Carl ist nämlich nicht so doof wie sein Vorgänger Tommy Vercetti, der bei jeder Berührung mit dem nassen Element hoffnungslos verloren war und ertrank. Carl kann schwimmen und sogar tauchen. Auch in diesen Bereichen kann er seine Fähigkeiten verbessern und die Ausdauer erhöhen.

Wieder zurück in der Stadt ist Carl nun in der Lage zu klettern. Damit kommt er leicht auf höhergelegene Stellen, kann über Zäune kraxeln und findet so leichter einige Geheimnisse.
Mehr Gebäude als je zuvor sind betret- und erkundbar. Ihr merkt vielleicht: man kann sich Stunden um Stunden in der virtuellen Welt aufhalten, ohne dass es langweilig werden würde...



Wo Worte nicht mehr ausreichen...

Müssen eben Waffen herhalten. Davon gibt es nicht nur eine ganze Menge, nein, einige dieser Waffen sind sogar äußerst witzig (Blumensträuße oder Spazierstöcke etwa...und schaut doch bitte einmal in der Umkleidekabine im Polizeirevier nach). Per Druck auf die großen Schultertasten schaltet ihr zwischen euren verschiedenen Waffen durch. Wie seit Vice City üblich, gibt es Waffen verschiedenster Kategorien; von jeder Kategorie kann jeweils nur eine Waffe gleichzeitig getragen werden. Waffen sind natürlich für viele Missionen wichtig, da eure Gegner bewaffnet sind und keine scheu haben, diese Waffen zu benutzen. Glücklicherweise sind die Gegner recht dämlich und stehen euch meist völlig ohne Deckung gegenüber.

Etwas überarbeitet wurde das Zielsystem, das jetzt besser funktioniert. Ihr könnt per Druck auf die R1-Taste einen Gegner anvisieren oder mit Hilfe des rechten Analogsticks manuell das Ziel suchen. Ihr könnt euch nun ducken und hinter Autos oder Müllcontainern verstecken, um so eure Treffsicherheit zu erhöhen und keine zu große Angriffsfläche mehr zu bieten.

Waffen könnt ihr auf mehrere Arten aneignen: entweder ihr nehmt sie euren (toten) Gegnern weg. Oder ihr kauft welche in den Ammu Nation-Läden ein. Oder ihr streift einfach durch die Gegend und sucht an versteckten Plätzen – irgendwo findet sich bestimmt etwas.



Das Wandern ist des Müllers Lust...

San Andreas ist groß. Riesig. RIESIG. Drum schnappt euch ein Auto und fahrt einfach mal an die Stadtgrenze. In allen vorigen GTA-Teilen war irgendwo Schluss, weil die Stadt vom Wasser umgeben war. In San Andreas ist das etwas anders; die drei Großstädte des Staates sind verbunden durch ländliche Gebiete.

Ich merke schon, wie ihr die frische Landluft einatmet, nicht? Ja, und genau dazu werdet ihr Gelegenheit haben! Heizt über Feldwege, düngt mit einem Ernteflugzeug die Felder und sucht euch einen Unterschlupf in kleinen Ortschaften. Kleine, verschlafene Dörfer, abseits der pulsierenden Großstadt. Zeit zum Ausruhen, Zeit zum Seele baumeln lassen.

Weidet euch an der Natur! San Andreas hat viel zu bieten: saftige Grünflächen, Wälder, ausgetrocknete Wüstengebiete, Flüsse und natürlich einen riesigen Berg, Mount Chiliad. Um euch eine kleine Vorstellung über die Größenverhältnisse zu verschaffen, sage ich euch, dass ihr mehrere MINUTEN Realzeit damit verbringen werdet, den Berg vom Tal bis zur spitze zu erklimmen. Natürlich keinesfalls real, aber für ein Videospiel eine unglaublich lange Zeit.

Kaffeepause...

Der Schreiber dieses Berichts ist mal kurz nicht anwesend, es gibt so viel zu schreiben, da braucht er eine kurze Pause. Will jemand einen Keks?

This is the Police speaking...

Wie immer bleibt das kriminelle Treiben des Spielers nicht unbemerkt. Je nach Schwere des Verbrechens zieht man mehr oder weniger Aufmerksamkeit der Gesetzeshüter auf sich, die wie immer an Hand von Sternen (1-6) dargestellt wird. Auch die Schärfe des Polizeiaufgebots nimmt serientypisch immer weiter zu. Jagen euch anfangs nur gewöhnliche Streifenpolizisten, so mischen sich später auch FBI und SWAT-Teams in die Fahndung ein. Reicht auch das noch nicht, um euch zur Strecke zu bringen, werden Polizeihubschrauber und gar das Militär hinzugezogen.

Neu ist, dass die Erdbeersheriffs jetzt auch zweirädrig auf Motorrädern unterwegs sind. Somit sind sie schneller und wendiger und können euch daher besser verfolgen.

Möglichkeiten, die Cops abzuschütteln, gibt es auch wieder einige. Die einfachste ist es, euch seelenruhig in irgendeine ruhige Ecke zu stellen und zu warten – das klappt allerdings nur bei einem Polizeistern. An verschiedenen Plätzen der Stadt sind auch Sterne versteckt, die – wenn ihr sie aufsammelt – euren Fahndungslevel um eine Stufe senken. Am effektivsten sind wie eh und je die Pay’n’Spray-Shops, in denen ihr euren aktuellen fahrbaren Untersatz umspritzen lassen könnt – danach werdet ihr nicht mehr entdeckt. Gleiches gilt nun natürlich auch, wenn das eigene Erscheinungsbild verändert wird.

Engelhölle...

Los Santos ist, der Name verrät es schon, stark an Los Angeles angelehnt. Zahlreiche markante Gebäude der Stadt haben in leicht veränderter Form ihren Weg ins Spiel gefunden. So ist das Capitol Records Bulding ebenso wie das Convention Center enthalten. Ein Gegenstück zur Filmmetropole Hollywood (inklusive Vinewood-Schriftzeichen auf den Hügeln) ist natürlich ebenso vorhanden wie das zum berühmten Walk of fame. Der Sunset Strip, Rodeo Drive und Mulholland sind ebenso zu bestaunen wie ein prächtiger Küstenabschnitt.

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, daher dürfte es nicht überraschen, dass in Los Santos einige davon zu finden sind. Während auf den Hügeln über Vinewood teils majestätische Villen thronen, präsentiert sich Carls Ganggebiet als recht schäbiges Gebiet mit schmucklosen Billigwohnungen. Etwas weiter entfernt finden sich die Straßenschluchten von Downtown Los Santos mit seinen riesigen Wolkenkratzern, von denen man sogar mit dem Fallschirm abspringen kann. Von hier kommt man leicht auf das riesige Stadtautobahnkreuz, über das man schnell Richtung Nordost zum Hafen-/ Industriegebiet und auch zum Flughafen gelangt.

Hoch und Tief...

Auch San Fierro hat sein echtes Gegenstück, nämlich San Francisco. Und die wichtigsten Eigenschaften dieser Stadt lassen sich auch in GTA wiederfinden: die Stadt lebt von ihren immensen Höhenunterschieden, die auch deutlich im Spiel eingebunden sind. Also aufgepasst: zu schnelles Fahren kann hier Gefahren hervorbringen.

Die „Cable Cars“ sind ebenso zu finden wie eine riesige Brücke, die der Golden Gate Bridge zum Verwechseln ähnlich sieht...
Insgesamt wirkt San Fierro wohlhabender als Los Santos. Protzige Wohnhäuser und ein großes Geschäftsviertel zeichnen die Stadt aus.

Zockerparadies...

Las Venturas hat sich ganz dem Glücksspiel verschrieben und ist dementsprechend (Las Vegas eben) nachts besonders attraktiv: jede Menge auffälligster Leuchtreklame dominiert das Bild. Je ausgefallener, desto besser. Wer sich ein bisschen mit Las Vegas auskennt, wird auch hier einige Gebäude bzw. bekannte Merkmale von Las Vegas wiedererkennen, den riesigen Reuchtreklame-Cowboy beispielsweise.

Tagsüber ist in Las Venturas weniger los und die Stadt verliert auch viel von ihrem Reiz...

Zu jeder Stadt gehört ein eigener Flughafen und einige kleine Dörfer, die im umliegenden Gebiet der Stadt liegen.

Beatlastiges...

Gibt es auch wieder zu hören und das ist bitte wörtlich zu verstehen. Im Vergleich zum perfekten 80er Jahre-Soundtrack des Vorgängers, der perfekt zum Szenario passte, verliert San Andreas an Boden. Da das Spiel im HipHop/Rap/Gangsta-Milieu angesiedelt ist, bewegt sich die Musik der verschiedenen Radiosender (in jedem Fahrzeug gibt es ein Autoradio – logisch, ne? Und der Spieler darf dann zwischen den einzelnen Sendern switchen) zumeist im Bereich der Black Music – die ich nun mal leider überhaupt nicht ausstehen kann. Glücklicherweise gibt es auch Sender, die uns mit House, Country oder Alternative-Musik versorgen.

Wieder wurden einige bekannte Titel ins Spiel integriert, so sind z.b. Guns’n’Roses, Kiss,joe Cocker, 2 Pac oder Cypress Hill zu hören. Insgesamt verfügen die ca. 10 verschiedenen Radiosender über mehrere Stunden Material, so dass die musikalische Untermalung jederzeit sehr abwechslungsreich bleibt. Übrigens: es lohnt sich auch immer, genauer den verschiedenen Werbespots oder Ansagen der DJs zuzuhören, das ist teilweise nämlich richtig witzig.

Die Atmosphäre einer Großstadt wurde auch von der Soundkulisse der perfekt eingefangen: die Passanten reden, Autos hupen, Martinshörner schrillen. Kaum eine Sekunde vergeht, in der nicht irgendetwas passiert – zumindest in der Stadt, in den ländlichen Gebieten geht es verständlicherweise ruhiger zu.
Schön auch, dass das Spiel nicht mit deutscher Sprachausgabe erhältlich ist. Nur die Bildschirmtexte wurden eingedeutscht, was vorteilhaft ist, da die Sprachausgabe so deutlich authentischer daherkommt. Auch hier lohnt wieder das Zuhören, da die Zwischensequenzen teilweise unglaublich witzig sind.



...::: Grafik :::...

Die Grafik war schon immer der Kritikpunkt der GTA-Serie. Waren die ersten beiden Teile noch in einer sehr ungewöhnlichen 2d-Vogelperspektive dargestellt, gelang mit dem dritten Teil der Sprung in die dritte Dimension zwar ordentlich, wurde jedoch mit einer Vielzahl von Grafikfehlern erkauft. Diese gibt es auch noch in San Andreas zu sehen: die Weitsicht ist deutlich eingeschränkt, meist verhindert Nebel einen schönen Ausblick.

Überhaupt: Pop-Ups (also das plötzliche Auftauchen von Gegenständen) sind so häufig wie nie zuvor, Gebäude werden teilweise erst aus nächster Nähe scharf, zuvor sehen sie verwaschen aus.
Auch die Darstellung der Charaktere in den Zwischensequenzen lässt zu wünschen übrig, was eindeutig mit der geringen Texturzahl zu tun hat. Die Figuren wirken alle sehr grob, Hände sind als hässliche Klötze dargestellt.

Positiv allerdings ist, dass die Zahl der Details erhöht wurde und die Darstellung wieder realistischer geworden ist. War der Vorgänger noch ziemlich bonbonmäßig ausgefallen (knallige Farben), wurde das nun deutlich heruntergeschraubt. Das beste Beispiel hierfür bietet die Darstellung des Regens. Nebelschwaden ziehen umher, das Gesamtbild wird trist. Gut umgesetzt, wie ich finde. Auch die Darstellung der Gebäude ist wieder deutlich abwechslungsreicher geworden, hier können viele Texturen mehr überzeugen als im direkten Vorgänger.
Der Detailgrad wurde auch erhöht; so fliegen auf einmal Vögelschwärme umher und in den ländlichen Gebieten sind sogar einzelne Grashalme zu sehen. Bei hohen Geschwindigkeiten ist nun ein sogenannter Blur-Effekt integriert, heißt: das Bild verschwimmt, um ein besseres Geschwindigkeitsgefühl herzustellen, was auch funktioniert.

Auch wenn ich Kritik an der Grafik übe: ist die überhaupt wichtig? Was interessieren mich Grafik; klar, die Fehler sind nicht von der Hand zu weisen, aber sie wirken sich keinesfalls negativ auf das Spielerlebnis aus. Und San Andreas bietet so viel, da sind mir grafische Unzulänglichkeiten völlig egal.

Positiv anzumerken ist noch, dass die Ladezeiten verkürzt wurden, zudem muss das Spiel nur beim Betreten eines Gebäudes oder beim Anlegen von Kleidungsstücken kurz nachladen.



...::: Fun pur :::...


Wer bisher einigermaßen aufmerksam gelesen hat, dürfte eigentlich meine eigene Meinung schon kennen: ich bin begeistert. Schöner, größer, besser? Nun ja, während man über den ersten Punkt noch streiten kann, wurden alle anderen Versprechen auf jeden Fall eingehalten. Abwechslungsreicher, vielfältiger, umfangreicher: San Andreas legt die Messlatte in allen wichtigen Kategorien noch weiter nach oben. Ehrlich. Definitiv.

Obwohl das eigentliche Spielprinzip kaum verändert wurde, wurde es um einige Neuerungen erweitert. Eine kleine Rollenspielkomponente, noch abwechslungsreichere Missionen, ein etwas realistischeres Fahrverhalten und ein grandioses Städtedesign. Das Spielgebiet wurde um ein vielfaches vergrößert, die Spielbarkeit erhöht. Es ist eigentlich unglaublich, wie viel Spiel auf eine einzige DVD gepresst wurde. Dieses Spiel beschäftigt für 100 Stunden. Mindestens. Für knappe 60 € wird euch ein absolut perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis geboten.

Mehr Autos, wieder ein guter Soundtrack, die Nachbildung von echten Städten, jede Menge Nebenmissionen.
Und so weiter und so weiter und so weiter und so weiter.

Noch kurz zur Gewalt im Spiel: freigegeben ist es ab 16 Jahren, was sicherlich angemessen ist, weil die meisten Missionen letztlich darauf hinauslaufen, einen oder mehrere Menschen umzubringen. Dafür hat man jede Menge Waffen zur Verfügung, zudem ist auch Blut zu sehen – obwohl das Spiel in der deutschen Fassung ein wenig geschnitten ist gegenüber der Originalfassung.

Allerdings: leicht ist das Spiel nicht. Die Missionen sind oftmals ganz schön kniffelig, vor allem, weil keine Möglichkeit vorhanden ist, während einer Mission zu speichern. Außerdem sind die Waffen oftmals begrenzt, die Gegner zahlreich und die Cops aggressiver als je zuvor. Daher ist San Andreas eher für erfahrene Spieler zu empfehlen.


Spiel des Jahres - genug ?

16 Bewertungen, 3 Kommentare

  • PhiZdou

    24.04.2006, 00:09 Uhr von PhiZdou
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich! der bericht brennt ! freue mich immer über gegenwertungen! <br/>gruss!

  • Funkenstoss

    18.02.2006, 00:47 Uhr von Funkenstoss
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller bericht,aber etwas lang!trotzdem gut recherchiert!;) geiles spiel!

  • LaLooni

    30.01.2006, 07:49 Uhr von LaLooni
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht und geiles Spiel, zock ich auch ab und zu :o) Liebe Grüße, LaLoo