Black Swan (DVD) Testbericht

ab 8,35
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
5 Sterne
(2)
4 Sterne
(5)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von steffchen3010

~*°Paranoide Schwanenwelten°*~

Pro:

tolle Besetzung, Story, Umsetzung, Musik

Kontra:

visuelle Reizüberflutung

Empfehlung:

Ja

~*°Story°*~


Nina Sayers (Natalie Portman - "Garten State", "Hautnah - Closer") ist Ballerina an der New Yorker Ballet Company. Für ihren Traum, der Hauptrolle in der Neuinszenierung von "Schwanensee" ihres Balletttrainers Thomas Leroy (Vincent Cassel - "Ocean´s Twelve", Public Enemy No. 1") trainiert sie verbissen und nahezu pausenlos. Doch Leroy hegt Zweifel, ob die schüchterne Nina neben ihrer perfekten Darbietung des weißen Schwans, auch der düsteren Seite des schwarzen Schwans gewachsen ist. Als der zweifelnde Leroy ihr die Rolle trotz alledem zuspricht, kann Nina ihr Glück kaum fassen. Doch während des Training wird schnell klar, dass dies der härteste Kampf ihres Lebens werden wird. Denn Leroy verlangt von Nina nicht nur, die Rolle hingebungsvoll und leidenschaftlich zu spielen, er erwartet, dass sie den weißen als auch schwarzen Schwan überzeugend "verkörpert". Dass sie dafür ihre persönliche Grenzen überschreiten und ihr nahezu prüdes Wesen ablegen muss, hält er für unumgänglich.
Die sexuell angehauchten Gesten Leroys während des Trainings und die scheinbar spielerische Leichtigkeit ihrer Zweitbesetzung Lily (Mila Kunis - "The Book of Eli", "Sexgeflüster") lasten Nina bald schon schwer auf ihren Schultern. Sie beginnt sich immer mehr in die Rolle hineinzusteigern und ihre Wahrnehmung triftet langsam aber sicher in gefährliche Bahnen ab. Schon bald kann sie zwischen Wirklichkeit und Wahnvorstellung nicht mehr unterscheiden...



~*°Eckdaten°*~


* Darsteller: Natalie Portman, Vincent Cassel, Mila Kunis
* Regisseur(e): Darren Aronofsky
* Komponist: Clint Mansell
* FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
* Studio: Twentieth Century Fox Home Entert.
* Produktionsjahr: 2010
* Spieldauer: 112 Minuten



~*°Meine Meinung°*~


Nachdem ich einige positive Meinungen über diesen Film gelesen hatte, wollte ich mir nun endlich ein eigenes Urteil bilden. Gesagt, getan. Die Dvd geschnappt und rein in den Player. Technische Hintergründe können gern bei Amazon & Co nachgelesen werden, weil ich mich damit, zugegeben, nicht auseinander setzen möchte, weil ich eh keine Ahnung davon habe. Über das Genre hatte ich mir blöderweise bis zuhause nicht mal annähernd Gedanken gemacht. Ich sollte dazu vielleicht erwähnen, dass ich bekanntlich eher zu dem Typ "Schisshase" unter den Filmliebhabern gehöre, als zu den "abgehärteten Dauer-Psychostreifen-Kuckern". Sind es nicht die blutigen oder gar gruseligen Szenen mancher Filme, die mir immer zu schaffen machen, sondern vielmehr dieser Hang in die Psycho-Schiene, der bei mir nachhaltig Wirkung zeigt und mein persönliches Kopfkino oft noch Tage danach laufen lässt. Als der Film dann lief, wurde mir irgendwann bewusst, dass der Film nicht ohne Grund dem Genre "Paranoia-Thriller" angehört. Nun gut, da musste ich dann durch.

"Black Swan" ist ohne Zweifel grandios. Ich kann mich an keine Stelle des Films erinnern, in der ich gelangweilt war oder der Verlauf der Geschichte annähernd vorhersehbar war. Dem Regisseur Darren Aronofsky ("The Wrestler") gelang es, die Geschichte mit einer fast schon spielerischen Art und Weise darzustellen. Handlungsstränge die sich in der einen Sekunde zusammenzufügen schienen, formierten sich schnell neu, irritierten mich, täuschten mich. Die Musik untermalte Gegebenheiten...kleine Zwischengeräusche waren mehr als treffend gewählt und verliehen der Spannung noch mehr Tiefe. Trotzdem gab es für mich zwischendurch Stellen, an denen ich dem visuellen Verlauf nicht mehr folgen konnte und alles verschwamm. Wie eine Art Reizüberflutung, der ich nicht Stand halten konnte. Ob dieses Verschwimmen während Ninas Paranoia beabsichtigt war, weiß ich nicht. Doch mich hat es vorübergehend verstört. Vielleicht bin ich dem aber auch nicht gewachsen. ;-P
Die Besetzung im Film war einfach perfekt. Angefangen mit der Hauptrolle, Nina. Natalie Portman fügte sich in die Person der Nina so fließend und zweifellos ein, als wäre sie ihr zweites Ich. Ihre ohnehin schon sehr zarte und zierliche Statur erreichte in "Black Swan" ihren Höhepunkt. Wenn man als "Strich in der Landschaft" den letzten verbleibenden 10 Kilo Körperfett auch noch Lebewohl sagt, ist das wohl irgendwie unvermeidbar. Doch während ihr Körper mir im einen Moment noch schwach und ausgemerkelt erschien, überraschte er mich im nächsten Moment mit einer beeindruckenden Grazie und Kraft. Pure Körperbeherrschung, die zeigt, dass sich ein Jahr Ballettunterricht definitv bezahlt macht.
Sie spielte die Rolle des weißen als auch des schwarzen Schwans nicht nur, sie lebte sie. Die Metamorphose zum schwarzen Schwan, war schauspielerisch wie filmtechnisch eine Meisterleistung. Viele der Entwicklungen verstand ich erst eine Weile nachdem ich sie visuell aufnahm, doch sie fügten sich unabdingbar zusammen. Ihre Haut, die sich veränderte und immer mehr der Schwanenhaut glich, Zehen die zusammenwuchsen und zu Schwanenfüßen wurden, Federn, die sich in ihrem Rücken bildeten. Irgendwann verstand ich, warum sie ständig blutete. Sie verwandelte sich in einen Schwan. Und irgendwann wirbelte nicht mehr Nina über die Bühne sondern ein schwarzes Gefieder.

Mila Kunis als Lily stand im perfekten Kontrast zu Nina. Obwohl ihre Bewegungen nicht so perfekt und fließend wirkten, versprühten sie umso mehr Leidenschaft und Lockerheit. Sie schienen weniger einstudiert und verkörperten den Lebensstil von Lily. Offenherzig und lebensbejahend. Ihr riesiges Tattoo auf dem Rücken verwandelte sich während Ninas Paranoia zu einem düsteren und beeindruckenden Flattern. Ein Bild, das mir bis jetzt nicht aus dem Kopf ging. Das Spiel und Zucken der Muskeln in Verbindung mit diesem Tattoo hat die paranoiden Wahnvorstellungen wirklich "real" werden lassen.
Barbara Hershey überzeugte als überfürsorgliche Mutter. Schnell war klar, dass Ninas Traum Profitänzerin zu werden, nicht aus eigenen Stücken entstand, sondern vielmehr von den unerfüllten Träumen ihrer Mutter genährt wurde. Ihr stetiges Bemuttern schien Nina fast zu erdrücken. Ihre Person raubte nicht nur Nina, sondern auch mir bald mir die Nerven.
Vincent Cassel gelang es, die richtige Balance zwischen strengem Lehrer und erotischem Leitbild für Nina zu halten. Er überzeugte, genau wie in anderen Filmen, als Charakterdarsteller. Ich finde, dass der Ausdruck seiner Augen und seines Gesichts sich immer der spielenden Rolle anpasst. Irgendwie hat er immer etwas penetrantes oder fieses im Gesicht, was seine Person umso autentischer wirken lässt...ob das an seiner etwas größeren Nase liegt und seinen oft zu Schlitzen geformten Augen?

Der Oscar als beste Hauptdarstellerin bekam Portman nicht nur verdient, sondern fast schon als logische Schlussfolgerung ihrer Leistung. Jede ihrer Bewegungen schien mir perfekt. Ihr Gesicht zeigte mir oft, ganz ohne Mimik, wie ein Spiegel, die Gefühle, die in ihrem Inneren brodelten. Oft saß ich da, und wünschte mir den Zeitpunkt herbei, indem es ihr endlich gelingt aus sich herauszukommen. Das verschwommene Bild, das sie bald von ihrem Umfeld und sich selbst bekam, erschreckte mich zutiefst. Ihre Paranoia täuschten mich den ganzen Film über und wirkten auch nach dessen Ende noch lange nach. Ich konnte nicht allen Handlungsverläufen folgen und manche Szene lässt mich auch jetzt noch nachgrübeln. Doch alles im allem erstrahlt der Film wie ein Stern am Horizont...daher gibt es von mir 4 von 5 schwarzen Federn!

36 Bewertungen, 8 Kommentare

  • triger

    22.07.2013, 14:43 Uhr von triger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich fand den Film toll muss ich sagen :-)

  • PatMcNamara

    26.07.2011, 23:52 Uhr von PatMcNamara
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße von Patty!

  • The_Ghostwriter

    26.07.2011, 22:12 Uhr von The_Ghostwriter
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Film war nicht mein Fall, aber der Bericht :-)

  • anonym

    26.07.2011, 21:57 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima beschrieben! Über Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. LG

  • morla

    26.07.2011, 21:41 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • emmi29

    26.07.2011, 21:28 Uhr von emmi29
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht, emmi29

  • katjafranke

    26.07.2011, 18:52 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA

  • Lale

    26.07.2011, 18:34 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~*